Ber�hmte Quarter Horses & Vererber

Traveler

Eine Serie f�r QH-Fans - �bersetzt und bearbeitet von Heinz Langer

Die meisten Pferdez�chter, Genetiker und alle echten Rennbahnfreaks werden immer wieder erkl�ren, dass ein gro�artiges Pferd nur aus einer gro�artigen Blutlinie kommen kann. Sie sind �berzeugt davon, dass ein Super-Leistungspferd ausschlie�lich von hervorragenden Vorfahren abstammen kann, die entsprechende Vererberqualit�ten aufweisen. Lange Listen von Beispielen k�nnen dazu zitiert werden.

Nun, da war Traveler. Viele Pferdeleute m�gen sich heute an den Namen Traveler kaum mehr erinnern, doch ber�hmte Vererber, wie Zantanon, King P-234, Ed Echols, Poco Bueno und Ed Heller, gehen alle auf Traveler zur�ck.

Traveler tauchte um 1890 im Eastland Country, im Herzen von Texas, auf. Damals h�rte man zum ersten Mal von ihm. Er d�rfte damals etwa acht bis zehn Jahre alt gewesen sein. Er war ein heller Sorrel mit viel Roan-F�rbung an Flanken, Hals und Kopf. Er hatte etwa 1,52m Stockma� und wog etwas unter 550kg.

Traveler war ein kr�ftig gebauter Hengst und wurde als Zugpferd in h�rtestem Einsatz bei der Mistabfuhr verwendet. Die Spuren, die Kummet und Zuggeschirr hinterlassen haben, waren sein Leben lang zu erkennen.

Sein damaliger Besitzer kam aus einem anderen Staat als Mistfahrunternehmer ins Eastland County. Dieser Mann verwendete Pferde, die aus den verschiedensten Gegenden, meist per Schiff, nach Texas gekommen waren. So vermutete man, dass Traveler aus Kentucky gekommen war.

Einige Jahre sp�ter, nachdem Traveler als Rennpferd ber�hmt geworden worden war, wurde ein Mann Namens Jim Edwards aus Callaham County auf das Pferd aufmerksam. Er war ein Mann mit Pferdeverstand und bewunderte Traveler. Obwohl er interessiert war, das Pferd zu kaufen, war er ein T�ftler, was gute Blutlinien betraf. Edwards fuhr zu dem Eigner von Traveler, dem Mistabfuhrunternehmer, dessen Namen historisch nicht mehr ergr�ndbar ist. Es wurde ihm erz�hlt, dass der Hengst mit einer Ladung von Arbeitspferden aus der Gegend n�rdlich von New York gekommen sein soll. Edwards wendete Jahre und Hunderte von Dollars auf, Travelers Abstammung zu ergr�nden. Er konnte aber lediglich feststellen, dass der Hengst als Zweij�hriger von seinem urspr�nglichen Besitzer in New York verkauft worden war. So kamen ihm Zweifel - er kaufte das Pferd nicht.

Die alten Quarter Running Horses der Kolonialzeit waren sowohl in New York, als auch in anderen Oststaaten sehr prominent und aus diesen Zuchtlinien d�rfte Traveler wohl gestammt haben.

Eines Jahres sah der Mistabfuhrunternehmer ein gutaussehendes Maultier im Gespann eines seiner Subunternehmer namens "Triggerfoot" Self und schlug ihm vor, Traveler zu kaufen. Nach einigem �berlegen willigte Self ein, spannte Traveler zusammen mit dem Maultier vor den Wagen und fuhr nach Hause in das kleine Dorf Eagle Cove nahe Baird.

Eine Tatsache scheint historisch gesichert: Traveler war bis zu jener Zeit nie unter dem Sattel gegangen. Einer der glaubw�rdigen Cowboys, die Traveler damals kannten, erz�hlt, dass der Hengst, als er zum ersten Mal mit dem Sattel konfrontiert wurde, f�rchterlich buckelte, stieg und schlug. Doch bald sagte ihm seine �berragende Intelligenz, dass es besser sei, sich zu beruhigen und das Training zu akzeptieren.

In Baird lebte ein Mann Namens Brown Seay, Besitzer des Baird Hotels. Seay bekam Wind von Selfs neuem Pferd und Selfs Behauptung, dass das Tier sehr schnell sei. (Es ist nicht bekannt, wieso Self meinte, Traveler sei ein Rennpferd.) Self gab sogar damit an, Traveler gegen die schnelle Stute Mayflower, ein erprobtes Rennpferd, laufen zu lassen.

So schickte Seay seinen Freund, den bekannten Pferdemann Chris Seale, sich dieses Wunder anzusehen. Seale fand einen ausgereiften, wohl balancierten Hengst vor. Er hatte zwar einen etwas unattraktiven Kopf, doch das andere Ende mit ungew�hnlich gewaltiger Hinterhandmuskulatur war - wei� Gott - sehenswert. Seay zog in Erw�gung, Traveler zu kaufen.

Es gibt unterschiedliche Meinungen aus diesen Tagen, als das Rennen zwischen Traveler und Mayflower stattfand, ob noch Self oder bereits Seay der Besitzer des Pferdes war. Jedenfalls gewann Traveler das Rennen mit einem derartigen Vorsprung, dass einige Zuschauer meinten, Mayflowers Jockey m�sse versagt haben. Angeblich lie� Seay, wie die Legende erz�hlt, seinen eigenen Top Shortrunner, Froggie, gegen Traveler laufen, wobei es um einen Wetteinsatz von $ 500,- ging, einen damals unglaublich hohen Betrag. Laut Vereinbarung sollte, wenn Froggie gewinnt, Seay die 500 Dollar erhalten. Sollte Traveler gewinnen, w�rde Self im Tausch gegen Traveler, Froggie und zus�tzlich die 500 Dollar bekommen. Nun - Traveler gewann auch diesmal und die beiden Pferde wechselten ihre Besitzer.

Es gibt aber auch noch eine andere Geschichte. George Blakeley, ein Cowboy, der damals f�r Sealy arbeitete, erinnert sich geh�rt zu haben, dass Seay Traveler einfach f�r 100 Dollar von Self kaufte.

Seay veranstaltete eine Werbekampagne f�r Traveler �ber ganz Zentral-Texas. Unter seinen Siegen gab es auch ein Rennen gegen Bob Wilson, ein wirklich gro�artiges Rennpferd jener Zeit. Verleumder behaupten, dass Traveler nur durch einen Gewichtsvorteil gewonnen h�tte. Es schien, dass nur Austin Merrick den eigenwilligen Bob Wilson reiten konnte, sein Gewicht inklusive Ausr�stung betrug etwa 82,5 kg. Traveler war leichter zu behandeln und konnte daher von einem m�glichst leichten Jockey geritten werden. Andererseits hatte Traveler aber den Ruf, jederzeit, auch bei gleichem Reitergewicht, schnell genug laufen zu k�nnen, um zu gewinnen.

Eine typische Angewohnheit Travelers w�hrend seiner Rennkarriere war die Art und Weise, wie er ein Rennen beendete. Egal wie schwer das Rennen gewesen war, er kehrte jedes Mal mit unverwechselbar l�ssigem Schritt zum Richtertisch zur�ck. Er schien zeigen zu wollen, dass ihn das Rennen nicht im Mindesten angestrengt hatte.

Trotz des Alters, in dem er seine Rennkarriere begann, ist nicht bekannt, dass Traveler je ein Rennen verloren h�tte, solange er im Besitz Seays war. Der Hengst gewann in der Gegend den Ruf, unschlagbar zu sein.

Durch seine Rennerfolge wurde es immer schwerer und schwerer, Gegner f�r Traveler zu finden, und so vollzog sich f�r den Hengst, genau wie bei anderen erfolgreichen Short Runnern, der Wechsel in die Zuchtkarriere. Man erwartete sich von ihm Nachkommen, die sowohl gute Renner wie auch umg�ngliche Pferde.

Nach Travelers Tagen in Baird sagte der ber�hmte Rennpferde-Z�chter George Clegg aus Alice einmal �ber den Hengst: "Er war eines der bestaussehenden Pferde, die mir je untergekommen sind. Er zeugte gro�artige Rennpferde und hervorragende Zuchtstuten."

Tats�chlich waren nicht alle Stuten, die Traveler zugef�hrt wurden "gute Stuten"; doch einige davon brachten trotzdem au�erordentliche Fohlen zur Welt. Eine der letzten war eine Stute namens Fanny, auf die Chris Seale stie�, als sie f�r ihren Besitzer Tump Pace einen Eiswagen zog. Sp�ter nannte Seale die Stute zu Tumps Ehren Fanny Pace. Sie brachte von Traveler drei hervorragende S�hne, die sie ber�hmt machten.

Der erste Sohn, 1897 geboren, war Judge Thomas. Er wurde einer der gr��ten Sprinter aller Zeiten. Er lief mit 40,1 Sekunden auf 770 Yards in Butte, Montana, Weltrekord, der ein Viertel Jahrhundert lang halten sollte.

Fanny Paces zweites Fohlen, 1898 geboren, war Judge Welch, benannt nach einem Bar Manager in Seays Baird Hotel. Die Bev�lkerung von Baird fand, dass das zweite Hengstfohlen genau so schnell wie Judge Thomas war, doch er lief nie auf den bekannten Rennstrecken, sodass er nie so popul�r wurde wie sein Bruder. Doch ungleich mit seinem Bruder, setzte Judge Welch die Familientradition als Deckhengst fort.

Ella Moore Seale, die Tochter von Chris Seale, erinnerte sich, dass Judge Welch einer der fruchtbarsten S�hne Travelers in der Gegend von Baird in Mittel-Texas war. Er zeugte eine Menge guter S�hne und T�chter. Sie erinnert sich, einige davon geritten zu haben. Unter anderen hebt sie einen besonders bemerkenswerten Sohn von Judge Welch hervor, genannt The Virginian. Dieser schwarze Hengst wurde von E.H. (Boogie) Leache gez�chtet, der ber�hmt f�r die Qualit�t seiner Polopferde war, die er vorwiegend in den Osten exportierte.

George Blakeley, der Seale Ranch Cowboy, best�tigte die Qualit�t der Judge Thomas-Fohlen. Er berichtete, dass Chris Seale, der mit Brown Seay eine Partnerschaft eingegangen war, nicht gerade viele Fohlen von Traveler direkt z�chten konnte, hingegen eine stattliche Anzahl von Judge Thomas. Blakeley erz�hlte, dass er 30 bis 40 Judge Thomas-Fohlen zugeritten h�tte, die einerseits gute Rennpferde, andererseits hervorragende Ranch Horses wurden. Alle verf�gten �ber gute Wesensart und waren leicht zu handhaben.

Es steht geschrieben, dass alle 3 Fohlen von Fanny Pace kastriert worden w�ren. Das mag sein, doch scheint es, dass Judge Thomas doch einige Jahre im Deckeinsatz stand.

Fanny Paces drittes Fohlen von Traveler, namens Jack Tolliver, im Besitz der Familie Seale, sollte international bekannt werden. Er wurde 1903 geboren. Fanny Pace starb, als das Fohlen noch sehr jung war, und so wuchs es als Waisenkind auf seiner eigenen, kleinen Weide auf.

Als Jack Tolliver ungef�hr zwei Jahre alt war, wurde er an Boogie Leache verkauft. Leache gab dem hellen Fuchs den Namen Buster Brown und brachte ihn nach Virginia, wo er eine beeindruckende Karriere startete. 1908 berichtete die damals bedeutende Z�chter-Zeitschrift "Bit And Spur", dass Buster Brown zum weltbesten Polo-Pony avanciert w�re. Es wurde berichtet, dass er ein ganz unwahrscheinliches Gef�hl, ja Verst�ndnis f�r diesen Sport h�tte, dazu enorme Schnelligkeit und Wendigkeit. Es wurde ihm nachgesagt, dass er ganz ohne Z�gel (sie lagen gew�hnlich auf seinem Hals) das Polofeld beherrschte, besser als mancher routinierte Polo-Spieler.

Buster Brown wurde auch als Trick Horse zum Publikumsliebling. So wurde er eines Tages sogar nach England eingeschifft, um dort seine Talente zu zeigen.

Die meisten von Travelers S�hnen wurden damals gelegt, doch seine T�chter und Enkelt�chter beherrschten die Zuchtstutenherden in der Gegend um Baird bis Traveler verkauft wurde. Der Hengst verbrachte die n�chsten paar Jahre in Sweetwater, Texas, auf der Ranch der Familie Trammel und auf der Gardner Ranch in Big Lake, Texas. Beide Betriebe waren ber�hmt als Quarter Running Horse-Zuchtbetriebe. Es ist jedoch aus dieser Periode wenig �ber die Nachzucht Travelers bekannt, mit Ausnahme einiger Pferde, die f�r die Zucht eingesetzt wurden. Die bekanntesten davon waren Chulo Mundo, John Gardner, Three Finger Jack und Bulger.

Vielleicht wurde Traveler deshalb wieder verkauft, weil es w�hrend dieser Jahre nur wenig au�ergew�hnliche Fohlen von ihm gab.

So gelangte der Hengst in den Besitz von Jack Cunningham aus Comanche, Texas, der ihn wieder an Will und Dow Shely weiterverkaufte. Die beiden waren ehemalige Texas Ranger. Ihr Vater kam aus Kentucky und brachte eine Menge Pferdeverstand aus dem Land der Pferderennen mit. Auf ihrer Palo Huerco Ranch in Alfred, Texas, deckten sie nur wirklich gute Stuten mit Traveler. Die Shely-Br�der �bertrafen mit ihrer Pferdezucht jeden anderen in der Gegend. Dow, dem nachgesagt wird, dass er Traveler entdeckte und kaufte, reiste nach San Antonio, um dort gute Zuchtstuten aufzutreiben. Will leitete die Ranch in Alfred und k�mmerte sich um die Zucht.

Noch bevor sie Traveler gekauft hatten, integrierten die Shelys eine qualitativ hervorragende Gruppe von Rondo-Stuten in ihre Zuchtstutenherde. Die meisten davon kauften sie auf den Wilson Country Ranches von Crawford Sykes und Joe Mangum. Darunter befand sich Jenny, eine Tochter von Sykes Rondo, aus der gro�en May Mangum, einer Tochter von Antony. Unter den sechs Stut- und vier Hengstfohlen, die May Mangum von Sykes Rondo zur Welt brachte, waren so bekannte Namen wie Dogie Beasley, Nellie, Mamie Sykes und Blue Eyes.

Von Traveler gedeckt, produzierte Jenny zwei legend�re Pferde, 1904 Little Joe und 1905 Possum (im Original King, und manchmal auch King Cardwell genannt). W�hrend der gleichen Periode zeugte Traveler Texas Chief aus The Halletsville Mare, Captain Joe aus der Mamie Crowder und El Ray aus der Black Bess.

George Clegg, einer der ber�hmtesten Running Quarter Horse-Z�chter des 20. Jahrhunderts, zog 1904 nach Alfred. Als er die Traveler-Fohlen der Shelys sah, war er total begeistert. Er versicherte, noch nie so etwas Sch�nes in seinem Leben gesehen zu haben. Im folgenden Jahr kaufte er den J�hrling Little Joe. Als einzige Person, die Little Joe damals auf der Viertelmeile laufen lie�, schrieb Clegg, dass der Junghengst die Strecke in der Traumzeit von 22 Sekunden laufen konnte.

Clegg promotete den zweij�hrigen Little Joe und suchte, als der Hengst drei Jahre alt war, Gegner jeden Alters f�r ihn. Eines der bemerkenswertesten Rennen gegen �ltere Pferde war das, welches Little Joe gegen Carrie Nation gewann. Diese Stute hatte zahllose Rennen in Illinois gewonnen, bevor sie John Wilkens aus San Antonio nach Texas brachte, wo sie ebenfalls beeindruckende Siege erlief. Das einzige Rennen, das Little Joe verlor, war das gegen Ace Of Hearts. Er verlor es lediglich wegen eines Fehlstarts.

Clegg setzte Little Joe als Deckhengst ein, nachdem er sich eine gute Zuchtstutenherde aufgebaut hatte. Danach verkaufte er ihn um 1910 an Ott Adams aus Alice, Texas. Von dieser Zeit an lief der Hengst keine Rennen mehr. Er war zu jener Zeit ungef�hr 1,43 m gro� und wog etwa 550 kg.

In der Zeit bei Ott Adams zeugte Little Joe so bedeutende Pferde wie Zantanon (den sogenannten Man O�War of Mexiko und Vater von King P-234), Joe Moore, Grano de Oro, Lady of the Lake, Old Poco Bueno (Gro�vater des ber�hmteren Poco Bueno der sp�teren Zeit), Adalina, Balmy Days, Pancho Villa und Cotton Eyed Joe.

Im Jahr 1926, als Adams unter der allgemeinen Geldnot der Depression litt, verkaufte er Little Joe an O.W. Cardwell aus Junction, Texas. Cardwell, ein passionierter Polo-Spieler und angesehener Pferdemann, schrieb einmal �ber Little Joe, dass er von den meisten Pferdekennern jener Zeit als idealster Zuchthengst des Jahrhunderts bezeichnet wurde.

Little Joes Leben endete hier im H�gelland von Junction. Er wurde von seinem Besitzer erschossen. Cardwell erkl�rte, dass sich das alte Pferd selbst verkr�ppelt h�tte, sodass es unbrauchbar geworden w�re. Ein Nachbar erz�hlte allerdings, dass der zu Wutausbr�chen neigende Cardwell den Hengst erschossen h�tte, weil dieser sich geweigert h�tte, eine Stute zu decken.

Was auch immer der Grund f�r Little Joes Tod gewesen sein mag, Ott Adams, der nie aufgeh�rt hatte, den Hengst zu vermissen, fuhr sp�ter zur Cardwell Ranch und sammelte die Knochen des gro�en Hengstes ein. Er begrub die �berreste in Alice unter einem gro�en Mesquitebaum, wo Little Joe oft im Schatten ged�st hatte. Sp�ter beerdigte Adams Joe Moore neben seinem Vater.

Possum, der andere legend�re Sohn von Jenny und Traveler, ging einen anderen Weg als sein Vollbruder Little Joe. Possum wurde zun�chst an Dick Herring aus Devine, Texas, verkauft. Als es dessen Zeit nicht mehr zulie�, sich um die Rennkarriere von Possum zu k�mmern, verkaufte ihn Herring an seinen Schwiegersohn W.H. Bowman, der fortfuhr, Possum siegreich Rennen laufen zu lassen - und zwar unter dem Namen King.

Der Ruf Possums reichte bis Arizona, wo er die Aufmerksamkeit von James J. Kennedy aus Bonita erweckte. Kennedy war fanatisch darauf bedacht, das Gl�ck, das er bislang mit seinem Rennstall genie�en konnte, noch zu vermehren; und so sandte er ein Kaufangebot an Bowman und zahlte f�r Possum einen enormen Preis, der dem Wert einer ganzen Pferdeherde entsprach.

Als Kennedy seinen neuen Star in Arizona hatte, �nderte er seinen Namen von King wieder auf Possum. Vielleicht bef�rchtete er, dass auch noch andere Leute von den Erfolgen Kings in Texas geh�rt h�tten und es daher einfacher w�re, unter dem Namen Possum Gegner f�r ihn zu finden. Kennedy engagierte den Top-Trainer Berry Gardner, der Possum f�r seine weitere Rennkarriere fit machen sollte. Ungl�cklicherweise wurde nichts daraus. Auf dem Weg zu seinem ersten Rennen, Possum war hinter einem Wagen angebunden, trat der Hengst in ein sehr tiefes Matschloch und verletzte sich das linke Hinterbein. Es war zwar keine bleibende Verletzung, doch Possum konnte nie mehr in seinem gewohnten Tempo laufen.

Bald wurde Possum der "Leading Sire of Quarter Horses" in Arizona. Unter seinen ber�hmten Nachkommen waren Guinea Pig, Red Cloud, Brown Possum (dem die AQHA-Nummer P-15 zugeteilt wurde), Rita Dell, Kitty Parker und Tony.

Als die American Quarter Racing Association die Rennrekorde der 40er-Jahre ausrechnete, fand man heraus, dass keine andere Pferdefamilie so viele Register of Merit Runners hervorgebracht hatte, wie die von Traveler, und alle stammten entweder von Little Joe oder Possum ab. Von Little Joe kamen Miss Panama, Squaw H, Stella Moore, Monita, Miss South Saint Mary�s, Hank H, Ben Jay, Ed Heller, Hill Country, Miss Billy Van, Billy Van Dorn und andere.

Die ROM Runners von Possum waren unter anderen Flicka F, Wayward Joe, Blueberry Hill II, Hoddy, Little Joe Jr., Liberty Girl, Johanna, Idleen und Ariel Lady.

Die Traveler-Familie brachte aber auch eine Menge Top-Gebrauchspferde hervor, die sich sp�ter im Spitzensport unnachahmlich etablierten. Zantanon zeugte den unsterblichen King P-234, San Siemon und Ed Echols. Die n�chste Generation von Zantanons Familie schlie�t Poco Bueno, King Fritz, Poco Lena, Royal King, King�s Pistol, Joe Barret, Poco Tivio, Poco Champ, Poco Pine und Poco Stampede mit ein. Ihre Nachkommen findet man noch heute in jeder Show-Arena.

Andere Nachkommen der Traveler-Familie haben sich bei Rodeo-Veranstaltungen vor allem in den Roping-Disziplinen oder als Rancharbeits- bzw. Rinderpferde bew�hrt.

Welchen Arizona-Cowboy man auch nach guten Pferden fragt, die von Possum abstammen, er wird sogleich eine lange Liste der ganz Gro�en aufz�hlen.

W�hrend seiner Zeit auf der Gardner Ranch zeugte Traveler einen Nachkommen, den viele als das gr��te Steer Roping Horse aller Zeiten bezeichnen. Es war ein Wallach namens Skunk, der Joe Gardners pers�nliches Reitpferd wurde.

Als sich der Betrieb der Shely-Br�der 1914 aufl�ste, kamen viele der Traveler-Pferde auf die ber�hmten Ranches von Burnett und Waggoner nach Nord-Texas. Sie trugen wesentlich dazu bei, dass diese beiden Betriebe Leading Breeders f�r Ranch- und Performance-Pferde wurden.

George Clegg und Will Shelys Tochter best�tigten beide, dass Traveler um das Jahr 1912 herum auf der Palo Huerco Ranch verstarb. Das war das Lebensende eines Pferdes, das von "nirgendwo" herkam und doch Quarter Horse-Geschichte machte. Er machte allein von sich aus Geschichte, ohne einen bekannten Stammbaum sein Eigen nennen zu k�nnen.

Wenn wir den Theoretikern glauben d�rfen, so muss Traveler exorbitant gute Vorfahren gehabt haben, wenn wir sie auch nicht kennen.

Als Super-Rennpferd, hervorragender Vererber und Gr�nder einer au�erordentlichen Familie muss Traveler als ganz gro�es Pferd bezeichnet werden.