Ber�hmte Quarter Horses & Vererber
Quick M Silver
Eine Serie f�r QH-Fans - �bersetzt und bearbeitet von Heinz Langer
Manche Pferde sind "hart" geboren und bleiben so ihr ganzes Leben. So verhielt es sich auch mit dem "Geisterschimmel" namens Quick M Silver. Er gab nie auf. Er war ein unschlagbarer Renner. Er rannte und gewann alles, was es weit und breit zu gewinnen gab. Es ist schwer zu sagen, ob er mehr Meilen auf der Rennbahn oder im Trailer zur�ckgelegt hat.
Er hatte eine enorm kr�ftige Hinterhand mit schwerer Gaskin-Bemuskelung, seine Sprunggelenke standen tief �ber dem Boden. Er lief 75 offizielle Rennen, das letzte am 21. November 1960 im Alter von 8 Jahren.
Sein Name war Quick M Silver und ein Schimmel, gez�chtet von Landon K. Moore aus Raton, New Mexico. Es war 1952 als er das Licht der Welt erblickte. Seine Mutter war Blue Bonnet Moore, von Smokey Moore, von Plaudit, �ber den ich in der letzten Ausgabe der WN berichtet habe. Sein Vater war Brush Mount, ein Sohn des Vollbl�ters Chimney Sweep (TB). Er wuchs in Colorado auf als Stolz von Bruce Penley.
"Ich sah Quick M Silver als Halbw�chsigen", erz�hlt Penley. "Es war 1953 am National Western in Denver. Ich war ein Rindermann wie auch jetzt noch. Mein Interesse galt ausschlie�lich Cutting- und Reining-Pferden. Nie hatte ich etwas mit Rennen im Sinn.
"Ich war auf der Suche nach einem jungen Nachwuchspferd, als ich Quick M Silver zum ersten Mal sah. Seine Gaskin-Bemuskelung faszinierte mich und weckte mein Interesse an dem Pferd."
Penley war beeindruckt von dem Junghengst, wollte aber nichts unternehmen, bevor er den langhaarigen, ungepflegten J�ngling nicht au�erhalb seiner Box gesehen hatte. Rundum war niemand zu sehen und so nahm er sich die Freiheit, die T�r zu �ffnen und hineinzugehen.
"Ich f�hrte ihn heraus", erinnert sich Penley. "Er r�hrte sich �berhaupt nicht. Das gefiel mir. Ich betrachtete ihn genauer und beschloss, am Verkaufstag hier zu sein. Ich wusste nicht, ob ich ihn mir leisten konnte, doch ich wollte es versuchen.
"Nun, mein Versuch ging daneben. Ich hatte nur 300 Dollar zur Verf�gung und das reichte nicht. So fuhr ich ohne ihn nach Hause und erz�hlte meiner Frau, dass ich den gr��ten Fehler meines Lebens begangen h�tte, indem ich mir das denkbar beste Pferd hatte entgehen lassen."
Laut Penley war es etwa ein Jahr sp�ter, als er zuf�llig Lawrence Peake traf, den Mann, der Quick M Silver in Denver gekauft hatte. "Ich fragte ihn, was aus dem Schimmel aus Denver geworden sei. - Peake war ein ausgesprochener Thoroughbred-Mann. Er erz�hlte mir, dass ihn seine Familie f�r verr�ckt erkl�rt hatte, als er mit dem Schimmel nach Hause gekommen war." Der Junghengst, der nicht gerade wie ein Vollblut aussah, hatte ihnen �berhaupt nicht gefallen. "Nun, ich sage euch, das zu h�ren, war Musik in meinen Ohren. Ich bot Peake 375 Dollar f�r das Pferd und er schlug ein."
So landete Quick M Silver auf Penley�s Ranch, s�dlich von Denver, nahe Sedalia, inmitten einer Herde wei�gesichtiger Rinder.
"Ich fing an, mit ihm Rinder in den Korrals zu arbeiten", erz�hlt Penley. Ich arbeitete allein, ohne fremde Hilfe. Eines Tages cuttete ich eine Herde von J�hrlingsk�lbern mit ihm und merkte dabei, dass er sich unerh�rt schnell bewegen konnte. Ich h�tte die Aufgabe mit keinem anderen Pferd bew�ltigt. Ich wusste nun, dass er rennen konnte. Es kam nur auf einen Versuch an." So f�hrte die erste von vielen Reisen den schwer bemuskelten Schimmelhengst zum Centennial Race Track nach Littleton. Er beendete sein erstes 350-Yard-Rennen als Zweiter hinter der favorisierten Rennstute Connie Leo. Und das als untrainiertes "Greenhorn". "Die Stute war beim Zieleinlauf nicht mehr als eine Nasenl�nge vor ihm", lacht Penley. "Ich fragte ihren Besitzer, ob wir noch einen Versuch machen k�nnten, doch der lehnte ab."
Tom Penley, der Sohn von Bruce, war bei all diesen Reisen mit Quick M Silver und seinem Vater dabei. "Dieses Pferd war mit 3 Jahren so gut zugeritten, dass er nicht wie ein regul�res Rennpferd geritten werden konnte. Er ging nicht gegen das Gebiss, so dass sich die Jockeys ihm anpassen mussten", erkl�rt Tom. "Seine ersten 4 Rennen lief er gegen weniger gute Gegner; aber das war's auch schon. Von da an trat er nur gegen hoch qualifizierte Pferde an."
Es dauerte nicht lange f�r den Schimmelhengst, sich auf allen Rennbahnen zurechtzufinden. Es war ihm egal wo er war, ob die Sonne schien oder es regnete. Alles was ihn interessierte, war zu rennen; und so erreichte er schnell seine AAA-Qualifikation.
"Es kam der Punkt, wo er kaum mehr zu schlagen war," erz�hlt Tom. "Er gewann 4 von 6 440er-Rennen. Genauso entwickelte er sich zum Short Runner. Ich glaube, es war sein Sprintverm�gen gleich nach dem Start. Er war ein Superpferd."
Es gab ein Pferd, namens Crocket Jake, das der Schrecken der "Busch- Rennbahnen" Colorados geworden war, und es kursierte das Ger�cht, Crocket Jakes Besitzer wolle sein Pferd gegen Quick M Silver laufen lassen. "Eines Tages bekam ich einen Anruf", erinnert sich Bruce, "mit der Einladung, Quick M nach Durango zu bringen, um ihn gegen Crocket Jake antreten zu lassen. Ich stimmte zu. "Nun, wir lie�en unsere Pferde bei solchen "Buschrennen" nicht immer unter ihrem richtigen Namen laufen; und Crocket Jake startete immer unter dem Namen "Starvation".
"Wir campierten au�erhalb der Stadt, als wir Durango erreichten. Am Tag des Rennens verlud ich Quick M Silver und meinen Jockey und fuhr zur Rennbahn. Ich hatte mich entschieden, Quick M unter dem Namen "Hosteen" rennen zu lassen. Das hatte ich meinem Jockey auf der Ranch mitgeteilt. "Nun gut, ihr werdet nicht glauben, was geschah. Wir wollten an den Start gehen, doch die anderen sagten, sie w�rden nicht starten, weil Quick M Silver einen Decknamen h�tte. Na, was ist mit "Starvation?" fragte ich. "Es waren 8 Pferde in diesem Rennen und wir mussten drei Mal ein- und ausladen, weil sich die Leute nicht �ber die Frage der Decknamen einigen konnten. Schlie�lich schlug ich ihnen vor, entweder zu starten, oder die ganze Sache sein zu lassen. Ich wusste ja auch nicht, ob etwa Man O� War im Rennen war. Gesagt, getan, wir gingen endlich an den Start und gewannen. "Starvation" ging als Zweiter durchs Ziel.
Die n�chste Reise f�hrte Penley und Quick M Silver nach Kalifornien. "Wir holten uns eine Menge von dem kalifornischen Geld," grinst Penley. "Er finanzierte seine eigene und meine Reise. Alles was ich investieren musste, waren Hafer, Heu und Wasser.
"Als wir in Kalifornien ankamen, wusste jedermann Bescheid �ber das Rennen in Durango gegen "Ol� Starvation". Unser Ruf war uns vorausgeeilt und Quick M Silver wurde �berall respektiert.
"Ich will euch was sagen. Als ich Los Alamitos mit Quick M Silver und Miss Louton im Trailer verlie�, hatte ich das Gef�hl, ich h�tte die zwei besten Pferde der Welt hinter mir im H�nger. Es war, wei� Gott, ein gro�artiges Gef�hl."
Nach Aussage von Bruce und Tom waren die einzigen gro�en Rennpferde jener Zeit, gegen die Quick M Silver nicht lief, Go Man Go und Vanetta Dee. Er trat gegen die h�rtesten Gegner an, doch erwies er selbst sich immer als der H�rteste.
"Er war ein stolzes Pferd", sagt Penley. Er hatte Kalzium-Ablagerungen in seinen "Knien", doch niemand sah ihn je auf der Rennbahn lahmen. Er h�tte nie eine Schw�che gezeigt. "Das ist es, glaube ich, was wir "Herz" und "Klasse" nennen." "Quick M hegte gro�e Zuneigung zu Menschen, aber mit Pferden, die ihm in die Quere kamen, vertrug er sich gew�hnlich nicht."
Penley kehrte 1960 mit Quick M Silver aus Kalifornien zur�ck. Sein letztes Rennen lief er in Los Alamitos, wo er sich ein Sesambein brach. Er war 8 Jahre alt. Danach stallte Penley den Schimmelhengst in Colorado auf, hernach eine zeitlang in Norco, Kalifornien, und dann wieder in Colorado.
"Wir lie�en ihn eine Menge Stuten decken. Viele seiner Babys wurden Schimmel", erz�hlt Penley.
"Er zeugte einige gute Nachkommen, wie z.B. Quick Witch, doch ich glaube, keiner davon h�tte es mit ihm aufnehmen k�nnen." Wie auch immer, er sorgte f�r eine Reihe von Nachkommen, die ihr ROM im Rennsport schafften. Pferde wie Quick Tex, Miss Penley, Silver Loot, Skyjacker, Shoot M Quick und Quick O Silver. Einer seiner S�hne, Highjacker (aus der Clara Decker), wurde AQHA Champion.
Penley f�gt noch hinzu: "Quick M Silver war hart wie Stahl und so schnell wie sch�n. Er vererbte beide Eigenschaften an seine Nachkommen. Die meisten waren eher klein, aber so schnell, dass sie buchst�blich unter dem Sattel explodierten. Meiner Ansicht nach war er einer der Gr��ten."
Der gro�artige Schimmelhengst, welcher der Stolz und die Freude seiner Besitzer war, starb im Alter von 22 Jahren. Er wurde auf Penley�s Ranch begraben.
Anmerkung des Autors: Nach diesem Interview, Ende 1992, verstarb Bruce Penley am 20. Februar 1993.