Ber�hmte Quarter Horses & Vereber
Moon Deck
Eine Serie f�r Quarter Horse-Z�chter & Fans aus WN 5/03 Seite 64
�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer
Es muss jedem Quarter Horse-Enthusiasten und -Z�chter klar sein, dass das moderne American Quarter Horse weitgehend von superschnellen Rennpferden abstammt und damit nach europ�ischen Begriffen als �Vollblut� zu bezeichnen ist, hat es doch die gleichen urspr�nglichen Vorfahren wie das Englische Vollblut.
Selbst einer der ber�hmtesten QH-Z�chter der Neuzeit, Hank Wiescamp, der wenig mit Rennpferden am Hut hatte und viel mehr t�chtige Allrounder z�chtete, erkl�rt: Die wichtigsten �u�eren Eigenschaften eines guten Pferde sind Conformation und Speed!
(Anmerkung der Redaktion: Moon Deck ist somit auch ein Eckpfeiler einer der wichtigsten Dynastien in der Quarter Horse-Rennpferdezucht.)
Er war das st�rkste Glied in der Kette der Top Deck (TB) Linie. Moon Deck zeugte den gro�artigen Jet Deck, der wiederum Vater des unvergleichlichen Easy Jet wurde. Moon Deck war auch der Vater von Top Moon, der seinerseits den ber�hmten Lady Bug�s Moon zeugte.
Moon Deck war ein Sohn von Top Deck (TB), der 1945 auf der King Ranch zur Welt kam. Top Deck zog sich schon als Jungpferd eine schwere Verletzung zu, so dass er selbst nie auf einer Rennbahn starten konnte. Wie auch immer, man sagt, er h�tte schon vor seiner Verletzung unglaubliche Speed gezeigt. Er kam zuerst zu Ernest Lane aus Odem, Texas, und wurde sp�ter von J.B. Ferguson gekauft, einem sehr bekannten Rennpferdez�chter aus Wharton in Texas.
Moon Deck�s Mutter war eine Fuchsstute namens Moonlight. Wie bei vielen anderen Pferden jener Zeit, konnte ihre Herkunft niemals komplett dokumentiert werden. Doch vielen Erz�hlungen und Fakten zufolge, soll sie von David Colligan aus Church Point, Louisiana, gezogen wurden sein und zwar aus Colligans erfolgreicher Rennstute Mae. Mae war eine Tochter von The Dun Horse (in Louisiana besser bekannt unter dem franz�sischen Namen Le Bye des Trahan), einem der gr��ten S�hne von Dewey.
Colligan lie� Mae von dem Vollbluthengst Peace Pipe decken, der sich beim Training auf der ber�hmten Rennbahn Fair Grounds in New Orleans verletzt hatte. Das Resultat dieser Anpaarung war das sorrelfarbene Stutfohlen Moonlight, geboren 1938. Bereits als sp�ten J�hrling gab Colligan das Fohlen zu Gabriel Strauss ins Training. Somit ging Moonlight schon mit 22 Monaten ins erste Rennen, brachte viel Speed und schlug jeden Gegner auf Louisianas Rennbahnen.
J.B. Ferguson hielt sich in der Zwischenzeit oft im Cajun Country auf. Laut seiner Tochter Joan Ferguson-Attaway, besa� J.B. zusammen mit einem Herren namens Claude Morien, einen Dinner Club in Lafayette mit Namen �Southern Club�, hinter dem sich eine Rennbahn befand. Claude war immer auf der Suche nach Stuten f�r Ferguson, und so kaufte er Moonlight f�r 300 Dollar cash.
Ferguson erg�nzte f�r die AQHA-Registrierung den Namen der Stute � Moonlight Night � da er herausfand, dass der Name Moonlight allein bereits registriert war.
Er lie� die Stute in Louisiana und in Texas weiterhin Rennen laufen, wobei sie sich als Top Racer erwies und einmal sogar ein Rennen gegen den in jener Zeit als unschlagbar geltenden Shue Fly gewann.
1949 lie� Ferguson Moonlight Night von Top Deck decken, der damals bei Ernest Lane in Odem stand. Am 18. M�rz 1950 kam Moon Deck auf Fergusons Wharton Ranch zur Welt. Ferguson beobachtete die Entwicklung des braunen Hengstfohlens und lie� keinen Zweifel daran, dass Moon Deck ein gutes Rennpferd werden w�rde.
Als Zweij�hrigen gab Ferguson den Junghengst zu Paul Simar ins Training, dessen Jockey Pat Castille es gar nicht erwarten konnte, den Colt zu reiten. Moon Decks Renndeb�t erfolgte am 26. April 1952 in Del Rio, Texas. Er siegte mit vier(!) L�ngen Vorsprung vor seinen Konkurrenten, so dass er als einziger auf dem Zielfoto zu sehen war. Einen Monat sp�ter gewann er das 440 Yard-Rennen der Texas Futurity in San Angelo.
Wie sein ber�hmterer Halbbruder Go Man Go (ebenfalls von Ferguson gez�chtet), war Moon Deck als Rennpferd ein Spitzbub. �In der Tat nannte ich Moon Deck manchmal einen Verbrecher�, erinnert sich Joan Attaway. �Er war das einzige Pferd, welches wir jemals besa�en, das aus jedem Rennen mehr oder weniger l�diert herauskam, weil er jedes Mal in der Startbox ausflippte; er war auch im Stall schwierig zu behandeln, obwohl er in dieser Hinsicht nicht so ungut war wie Go Man Go.
�Moon Deck liebte Menschen. Er liebte es, gestreichelt zu werden. Er wollte ein Teil seiner Umwelt sein, aber er wollte es nur auf seine Art. Vor allem aber wollte er rennen, und ich erinnere mich an viele Match Races in Louisiana, wo wir eine Menge einf�ltiger Leute um ihr Geld brachten.�
Der Top Trainer Bubba Cascio best�tigt, dass auch Moon Decks Nachkommen der zweiten und dritten Generation schwierige Pferde waren. �Wenn man dachte, sie unter Kontrolle zu haben, bewiesen sie einem oft das Gegenteil.�
Moon Deck lief sechs Jahre lang Rennen. Als er aus dem Rennsport genommen wurde, hatte er 11 erste, 11 zweite und 6 dritte Pl�tze erlaufen. Seine Siegerliste schloss unter anderen die 1955 Los Alamitos Quarter Horse Championship und das Albuquerque Derby ein. Seine gesamte Gewinnsumme bel�uft sich auf $ 22.087,-. Das ist nach heutigem Standard nicht viel Geld, aber zu jener Zeit gab es nicht mehr als ein Dutzend Quarter Horses, die so viel auf der Rennbahn gewonnen hatten.
Im Oktober 1955 hielt Ferguson seine j�hrliche Verkaufsveranstaltung ab, bei der auch Moon Deck angeboten wurde. Unter den Besuchern der Sales Show war James V.A. Carter, ein bekannter Horseman und Z�chter, der im S�dosten Oregons ans�ssig war und sp�ter aber nach Clovis, Kalifornien, �bersiedelte. Jedes Mal, wenn Moon Deck in Kalifornien an den Start gegangen war, war er dabei gewesen, um den Hengst laufen zu sehen, und was er sah, beeindruckte ihn au�erordentlich. Als er erfuhr, dass Moon Deck verkauft werden sollte, reiste er sofort zu Ferguson�s Bar JF Ranch, mit dem einzigen Ziel, dieses Pferd zu erwerben. Carter kaufte den Hengst f�r $ 9.000,-.
Carter war ein Meister in der Beurteilung von Pferden. 1944 hatte er vier J�hrlingsstutfohlen von H.S. Bissell aus Las Cruces, New Mexiko, erworben. Drei dieser Fohlen stammten von Midnight Jr. (siehe WN 4/01), das vierte von Nassak (TB). Eines dieser Stutfohlen, Belle Of Midnight, sollte eine Schl�sselfigur in der Moon Deck Story werden.
1946 kaufte Carter ungesehen den Hengst Barred, einen guten Sohn von Three Bars (TB), von Melville Haskel aus Tucson. Dieser Hengst sollte sein Zuchtprogramm toppen. 1955 besa� Carter eine Anzahl au�ergew�hnlicher T�chter von Barred in seiner Zuchtstutenherde und war �berzeugt, dass Moon Deck der richtige Deckhengst f�r diese Stuten war.
Die n�chsten beiden Jahre lie� Carter Moon Deck Rennen laufen und setzte ihn gleichzeitig als Vererber in seiner Zucht ein. Die ersten Fohlen des Hengstes waren J�hrlinge, als er 1958 aus dem Rennsport schied.
Eine von Carters Barred-T�chtern war Miss Night Bar, geboren 1950, eine solide AAA-Rennstute. Sie war das erste Fohlen von Belle of Midnight bzw. das dritte Fohlen von Midnight Jr. Gedeckt von Moon Deck, produzierte Miss Night Bar unglaublicherweise gleich acht AAA-Rennpferde: Miss Jet Deck, Bar Deck, Clovis Deck, Limelite, Lihgtning Jet, Jet Too, Miss Prissy Jet und Jet Deck. Die Anpaarungen Moon Deck x Miss Night Bar erweisen sich bis heute als Top-Produkte in der Geschichte der QH-Racing-Industrie.
Eine weitere Barred-Tochter, die Moon Deck zugef�hrt wurde, war Rica Bar. Ihre Mutter war Caprica, das Nassek(TB)-Fohlen, das Carter von Bissell gekauft hatte. Rica Bar brachte nur ein einziges Fohlen zur Welt, bevor sie starb � aber dieses Fohlen war Top Moon, von Moon Deck. Top Moon, ein AAT Stake Race Winner, war der Begr�nder einer weiteren Dynastie von High Speed Race Horses.
Drei andere Barred-T�chter aus der Caprica wurden, gepaart mit Moon Deck, ebenfalls ber�hmt. Es waren Miss Capri Bar AA, die Leading Dame von ROM Race Colts wurde (einschlie�lich Miss Caprideck AAAT); Barica, AAA Stakes Winner, und Prica Bar.
Als Caprica selbst von Moon Deck gedeckt wurde, produzierte sie 1957 Caprodeck AAAT, der ann�hernd $ 31.000,- gewann und 1962 Champion Quarter Running Gelding wurde.
Bis 1962 hatte Carter Moon Decks Decktaxe auf $ 2.000,- erh�ht (das entsprach damals ca. �S 50.000,-). Im Anschluss an die uns schon bekannten Pferde, kamen so erfolgreiche Rennpferde wie Miss Moon Deck, Miss Moon Bar, Miss Bar Moon, Rica Moon, Cue Deck und JVAC � Pferde, die Moon Deck als einen Leading Sire von Race Horses legitimierten. All diese Nachkommen erwarben ihren AAA oder AAAT Speed Index.
Als weitere erfolgreiche AAA Moon Deck-Nachkommen gelten Cheque Deck, Harlequin, Mr Jet Deck, Van Moon, Van Deck, Moon�s Copy, Moon O Sugar, Moon Request und Moon Lad.
Im August 1966 verkaufte Carter Moon Deck an Don Keith und J. Ralph Bell von der Keith-Bell Ranch in Visalia, Kalifornien. Einige Monate sp�ter wurde ein Anteil an dem Pferd an Lowell Dillingham nach Honolulu weitergegeben. Auf Dillinghams Bitte wurde vereinbart, den Hengst nicht mehr f�r Fremdstuten einzusetzen.
Sp�ter kehrte Moon Deck auf die Keith-Bell Ranch zur�ck, wo er am 13. J�nner 1974 an einer Darmverschlingung starb.
Obwohl Moon Deck niemals die Bedeutung als Vererber wie sein Vater Top Deck(TB) erreichte, spielte er doch eine Schl�sselrolle in der Entwicklung der Top Deck-Linie. W�re Moon Deck nicht gewesen, h�tte es Top Racer wie Top Moon, Jet Deck, Easy Deck oder Lady Bug�s Moon nicht gegeben.
So war Moon Deck tats�chlich das st�rkste Glied in der Kette der Top Deck(TB)-Linie!