Besonders auffallend ist die Fellzeichnung des Appaloosa: von stichelhaarig (roan)
über eine weiße Decke auf dunklem Untergrund (blanket) bis zu weißen Pferden mit
Tupfen über dem ganzen Körper (lepard) und alle Kombinationen daraus reicht die
Palette der Appaloosa-Fellzeichnungen.
Neben der Fellzeichnung gibt es drei weitere Charakteristika, die für den
Appaloosa typisch sind. Am auffallendsten ist wohl die bei fast allen Appaloosa
vorkommende weiße Sklera. Dadurch ähnelt das Auge dieser Pferde dem des
Menschen. Das zweite Charakteristikum ist die gesprenkelte Haut - besonders
auffallend um Auge und Nüstern -außerdem besitzen viele Appaloosa
längsgestreifte Hufe.
Der Appaloosa ist aber nicht nur durch seine einzigartige Fellzeichnung bekannt
geworden, er besticht auch durch seine Vielseitigkeit. In Amerika wurden
Appaloosa in erster Linie als Ranchpferde eingesetzt. Die meisten Appaloosa
besaßen den sogenannten "Cow Sense" und wurden für die Rinderarbeit eingesetzt.
Aber auch bei den an Wochenenden stattfindenden Wettrennen kamen Appaloosa zum
Einsatz. Durch die Entwicklung der Wochenendveranstaltungen zu internationalen
Shows, und damit die Entwicklung von Spezialdisziplinen wie Pleasure, Reining
oder Cutting, wurden auch spezielle Pferde für diese Bewerbe gezüchtet. So
entstanden spezielle Blutlinien, die sich für ganz bestimmte Disziplinen
besonders eignen.
Anlässlich internationaler Appaloosa-Shows werden neben den üblichen
Westernreitklassen auch für den Appaloosa typische Klassen ausgetragen. Eine
davon ist die "Indian Costume Class". Hier werden Appaloosa in indianischer
Zäumung vorgestellt, auch der Reiter trägt ein indianisches Kostüm. Diese
Klassen werden nach der originalgetreuen Aufmachung bewertet und sollen an die
farbenprächtige Geschichte der Appaloosa erinnern. Der Appaloosa ist jedoch
nicht nur in allen Westernreitdisziplinen erfolgreich, es wurden auch Appaloosa
speziell für englische Dressurbewerbe, für Polo, für Jagden und Vielseitigkeit,
aber auch für den Springsport gezüchtet. Eines ist jedoch sicher: Ein Appaloosa
fällt immer auf, egal wofür man ihn verwendet.
Die Geschichte der Appaloosa ist genauso bunt und einzigartig wie ihre
Fellzeichnung. Schon vor 20.000 Jahren malten vorzeitliche Künstler die ersten
getupften Pferde an Höhlenwände. Damals war der Appaloosa allerdings nur als
Nahrung und nicht als Reittier bekannt. Die berühmtesten
getupften Pferde Westeuropas waren wohl die Lipizzaner in den kaiserlichen
Herden des frühen 16. Jahrhunderts, die wie ihre weißen Kollegen die Hohe Schule
beherrschten.
Der Appaloosa in Amerika
Nach Amerika kamen die ersten Pferde mit den Spaniern, die sie für die Eroberung
des Westens verwendeten. Nach und nach verbreiteten sich verwilderte Hauspferde
über ganz Amerika. Im frühen 18. Jahrhundert kannten die meisten Indianerstämme
das Pferd. Es gab jedoch nur einen Indianerstamm, bei dem
man von selektiver Zucht sprechen konnte. Die Nez Perce-Indianer fanden
besonderen Gefallen an den bunten Pferden und züchteten in nur wenigen
Jahrzehnten durch extrem harte Auslese ein mittelgroßes, wendiges, aber auch
intelligentes Reitpferd. Bald wurden die Pferde durch ihre Qualität bei
jedermann beliebt, und da man sie hauptsächlich am Palouse-Fluss fand, wurden
sie unter "A Palouse Horse" bekannt. Aus diesem Namen entwickelte sich "a
Palousey" und später der heutige Name der Rasse "Appaloosa".
Mit dem Vernichtungsfeldzug gegen die Indianer, dem auch der Stamm der
Nez Perce zum Opfer fiel, kam es fast zum Verschwinden der Appaloosa. Im Jahre
1938 fanden sich jedoch einige Liebhaber der gefleckten Pferde zusammen und
gründeten den Appaloosa Horse Club, der die Förderung der Zucht und jede
Unterstützung der Appaloosarasse zum Ziel hat. Heute ist der Appaloosa Horse
Club einer der prominentesten Zuchtverbände der Welt mit über 500.000
eingetragenen Pferden.