Youth Portrait Nina Zimmermann aus Western News 05/2007
Hallo Leute!
Mein Name ist Nina Zimmermann, ich bin 17 Jahre jung und wohne in Klein-Wien, das ist ca. zehn Minuten von Krems entfernt.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich schon ziemlich viel erlebt habe, deswegen hab ich jetzt auch den Entschluss gefasst, das Ganze in der Western News zu veröffentlichen.
Alles hat vor knapp zehn Jahren begonnen, als ich mir in den Kopf gesetzt habe, reiten zu lernen. Es dauerte nicht lange und zu meinem achten Geburtstag bekam ich meinen ersten Zehner-Block Reitstunden. Damals war mir nur die Englische Reitweise bekannt, aber ich freute mich natürlich jedes Mal aufs Neue, wenn ich wieder Stallluft schnuppern durfte! Einige Zeit später war es dann so weit: Meine Schwester bekam einen Anruf von ihrer damaligen Arbeitskollegin. Sie berichtete, dass sie ein Pony wüsste, das aber leider in zwei Wochen geschlachtet werden müsste, wenn es keinen Käufer findet. Natürlich konnte meine tierliebende Schwester das Angebot nicht ablehnen, wir fuhren, um uns das Pony anzuschauen. Es war – wie konnte es anders sein – Liebe auf den ersten Blick. Nur wenige Tage später – wir mussten erst einen Stall bauen – kam das Pony bei uns zu Hause an. Wir erfuhren, dass es nicht günstig ist, ein Pferd alleine zu halten. Nachdem meine Schwester Eva ihren jetzigen Ehemann kennen gelernt hatte, folgten bald ein zweites und ein drittes Pferd. Doch es sollten nicht nur drei Pferde bleiben.
Die Jahre vergingen und unsere Herde wuchs heran, bis wir schließlich im Jahre 2000 14 Pferde und 2 Esel hatten. Leider hatten wir mit den Eseln nicht viel Glück. Beide waren tragend, einer Esel-Stute starben die Fohlen (es wären Zwillinge gewesen) im Bauch ab. Sie wurde innerlich vergiftet, weder Mutter noch Fohlen überlebten. Einen Tag später fohlte die zweite Stute, auch sie hätte Zwillinge bekommen sollen. Doch das erste Fohlen blieb stecken und erstickte, das zweite hatte dann keine Chance mehr. Nach etlichen Stunden des Leidens hatten zwei Tierärzte endlich die Fohlen herausgezogen. Die Eselstute blieb nach dieser schweren Geburt eine geschlagene Woche nur liegen. Zum Geburtstag meines Schwagers stand sie das erste Mal wieder auf! Heute geht es unserer Esel-Dame Lisa wieder richtig gut!
Irgendwann brachte unser Hufschmied Marco Winter uns auf einen Westernreit-Trainer. Ich war sofort begeistert von dieser unkomplizierten Art und Weise, mit Pferden umzugehen. Wir stiegen aufs Westernreiten um.
Im Frühjahr 2005 absolvierte ich mit der Haflo-Araber-Stute meiner Schwester das Western Riding Certificate.
Ein Jahr später mussten wir uns von zwei Haflinger-Stuten trennen. Sie waren immer Störenfriede in der Herde; die damalige Mitreiterin kümmerte sich auch nicht mehr um die Tiere.
Im Frühling 2006 begann ich meine Lehre als Köchin im Restaurant Schickh, das unter der Leitung meines Schwagers steht. (Meinem Schwager bin ich übrigens sehr dankbar, weil er mir wirklich verdammt viel ermöglicht hat, was die Pferde betrifft.) Jeden Mittwoch und Donnerstag haben wir Ruhetag. Da stehen natürlich die Pferde an erster Stelle. Wir trainieren so viel es geht und ich gebe mein Wissen sogar schon weiter. Ich unterrichte privat ein paar Kinder und auch Erwachsene. Es macht mir sehr viel Spaß. Ich bin zwar noch nicht perfekt, aber so einiges kann ich schon vermitteln.
Heuer bestritt ich meine ersten zwei Turniere, das CHNW Langschwarza und das RT Aspersdorf.
Auf unserer Ranch sind alle Pferderassen vertreten, das einzige, was wir noch nicht hatten, war ein Quarter Horse. Auf den Turnieren startete ich mit einem Oldenburger, sein Name ist Calderon De La Barca, kurz Calderon genannt. Ich hatte den Ehrgeiz und wollte beweisen, dass man auch mit anderen Rassen außer Quarters an einem Western-Turnier starten und einiges errechen kann. In Langschwarza erreichten wir zwei Mal den vierten Platz und einmal den fünften. Ich war sehr stolz auf meinen großen Schwarzen (wie ich immer zu Calderon sage). Wir hatten uns gegen viele gute Quarters geschlagen! In Aspersdorf schafften wir es einmal auf Platz 4, einmal auf Platz 3 und sogar auf einen zweiten Platz! Ich war total glücklich.
Am 28.10 habe ich meine WRC-Bronze-Prüfung. Ich werde auch diese Hürde bestimmt meistern!
Gott sei Dank habe ich jetzt nach Dutzenden Trainern endlich die richtigen Menschen gefunden, Gregor und Marianne Hronicek. Sie sind die Besten, die es gibt! Vielen Dank an euch!
Diesen Sommer war es endlich so weit, ich habe mich in ein Quarter Horse-Hengstfohlen verliebt. Nur zwei Wochen nach der ersten Besichtigung leistete ich eine Anzahlung. Sein Name ist Speed Chic Olena, kurz Speedy genannt. Sein Vater ist Freckles Chic Olena, seine Mutter ist eine direkte Expensive Hobbit-Tochter! Ich glaube, dass ich mit ihm einen richtigen Glücksgriff gemacht habe. Er ist ein ganz besonderes Pferd. Ich habe auf jeden Fall Großes mit ihm vor und will auch an Europa-Meisterschaften mit ihm teilnehmen. Wenn alles gut geht und er sich einigermaßen benimmt, wird er Hengst bleiben und wird dann sogar decken dürfen!
So, ich habe genug erzählt. Jetzt möchte ich mich einmal bei allen bedanken, die mir dies ermöglicht haben: bei meiner Familie, die mich immer unterstützt hat, bei all meinen Freunden (diejenigen wissen, wen ich meine), die mir immer wieder auf die Beine geholfen haben, wenn’s einmal nicht so funktioniert hat, und ganz besonders meinem Schwager Christian, ohne ihn hätten wir das nie geschafft! VIELEN DANK!
Ich hoffe, meine Geschichte hat euch gefallen. Ich bin mir sicher, dass wir uns noch sehen und hören werden…
Bis dann,
see you, Nina