Marlis Wessely
Hi, mein Name ist Marlis Wessely (auch Lisi genannt) und die meisten kombinieren mich seit ca. einem Jahr mit dem Gelding "JBL Wish Me Luck". Wie es dazu kam, werd ich euch jetzt einmal erz�hlen:
Pferde spielten in meinem Leben eigentlich schon immer eine wichtige Rolle; nicht zuletzt dadurch, dass meine Eltern beide begeisterte Reiter waren.
So bekam ich im Alter von sechs Jahren mein erstes Pony namens Blitzi. Mit ihm sammelte ich erste, wenn auch nicht immer angenehme Erfahrungen im Reiten. Wilde Ausritte und ebenso wilde St�rze waren keine Seltenheit. Als mir das zu bunt wurde, begann ich mit Blitzi Unterricht im Dressurreiten zu nehmen. Im Jahr 1998 beschloss meine Mum, mit ihrem �ppi-Wallach Dakota von unserem alten Stall in Waitzendorf auf die Long View Ranch zu Gerold Dautzenberg zu �bersiedeln. So blieb mir nicht erspart, mein Pony herzugeben. Immerhin war ich ja schon ein ganzes St�ck gewachsen.
Auf der Long View Ranch kam ich zum ersten Mal mit dem Westernreitsport in Ber�hrung. Ganz ehrlich: Am Anfang konnte man mich von dieser Reitweise nicht so ganz �berzeugen, doch dann beschloss ich erst einmal, ein paar Reitstunden zu nehmen - und nach diesen Reitstunden war ich vom Westernreiten nicht mehr loszukriegen.
Der Wunsch nach einem Westernpferd wurde immer gr��er. Leider konnte ich mein Eltern nicht zum Kauf eines Quarters �berzeugen. Was lag also n�her, als unseren �ppi zu einem Westernpferd umzutrainiern? Mein Trainer Chris Miller trainierte Dakota drei Monate, aber so ganz wollte es nicht klappen. Nichtsdestotrotz bestritt ich mit ihm 1999 das Certifikate und das Turnier auf der Long View Ranch. Chris versuchte noch einige Wochen aus Dakota ein Westernpferd zu machen, doch es ging einfach nicht. - Dakota war einfach das geborene Freizeitpferd. Wieder versuchte ich meine Eltern zum Kauf eines Quarter Horse zu �berreden - mit dem Ergebnis, dass wir einen ordentlichen Familienkrach hatten und ich wieder ohne Quarter dastand. Aus Trotz beschloss ich das Reiten ganz an den Nagel zu h�ngen. Statt dessen st�rzte ich mich wieder in meine ehemalige Sportart: das Leistungsschwimmen.
Ich trainierte in unserem Verein immer mehr, am Ende war das Schwimmen mein neuer Lebensinhalt geworden und ich konnte es mir nicht mehr ohne vorstellen. Meine Eltern konnten und wollten nicht l�nger mit ansehen, dass ich nur noch f�rs Schwimmen lebte, und so versuchten sie mit allen Mitteln mich davon wieder wegzubekommen.
Es gelang ihnen erst, als sie mir im August 2000 er�ffneten, dass ich von Herrn Dautzenberg die Erlaubnis bekommen hatte, gemeinsam mit Chris auf JBL Wish Me Luck zu trainiern. Ich wusste, dass ich so eine Chance nicht noch einmal bekommen w�rde, und so stimmte ich zu.
Allerdings hatte ich schon ein bisschen Bauchweh bei der ganzen Sache, da ich schon viel von "Wishi" (=JBL Wish Me Luck) geh�rt hatte. Leider waren das keine guten Sachen. Immerhin war er vor nicht allzu langer Zeit ziemlich b�sartig und bei Turnieren fast immer unreitbar.
Doch wie immer siegte bei mir die Neugierde, und so starteten Chris und ich das Training. Wider Erwarten kam ich mit Wishi gar nicht mal sooo schlecht zurecht - und so bestritt ich im September das erste Turnier in Braunau. Das zweite Turnier folgte sogleich - n�mlich das Austrian Classics in Weikersdorf. Mit diesen beiden Turnieren war die Turniersaison im Jahr 2000 leider schon gelaufen. 2000 bekamen Wishi und ich die Auszeichnung International Rookie of the Year, den High Point Youth in der Halter und das High Point Horse ebenfalls in der Halter.
Den Winter nutzte ich, um mich mit Wishi richtig gut anzufreunden. Reiterlich entwickelten wir uns aber erst weiter, als Chris im M�rz wieder aus Kanada zur�ckkam. Ich begann regelm��ig Stunden zu nehmen. Am 28. M�rz 2001, meinem 15. Geburtstag, erf�llten mir meine Eltern meinen allergr��ten Wunsch: Sie schenkten mir "meinen" Wishi.
2001 ist mein erstes richtiges Turnierjahr, und ich bin richtig stolz, was Wishi und ich heuer alles erreicht haben. Wir trugen von fast jedem Turnier einen All Around-Titel nach Hause, bei den �sterreichischen Jugendmeisterschaften wurden wir �sterreichische Meister in der Pleasure, bei den BLMM holten wir uns den Sieg in der Jackpot Pleasure, den Jugend All Around und die Goldmedaille in der Mannschaftswertung.
Doch ich glaube, unser gr��ter Erfolg waren die 12. Europameisterschaften von 24.8.-2.09. in Kreuth. Wishi und ich kamen in drei Finali (Showmanship at Halter, Pleasure und Trail). In der Pleasure erreichten wir den 4. Platz und im Trail sind wir jetzt Vize-Europameister.
Auf diesem Weg m�chte ich mich bei meinem Trainer Chris bedanken, ohne ihn h�tte ich das alles nicht geschafft. Ein gro�er Dank gilt nat�rlich meinen Eltern, die mich unterst�tzen wo sie k�nnen, und auch Gerold Dautzenberg, der mir Wish Me Luck erm�glicht hat. Ich glaube, Wish Me Luck und ich sind zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Ich hoffe, dass ich mit ihm noch weitere Erfolge verbuchen kann. Am wichtigsten f�r mich ist, dass ich in meinem Pferd einen richtigen Freund gefunden habe, auf den ich mich immer verlassen kann.