Weite-Wind-Watt-Wolken 

Strandreiten wäre mal wieder angesagt. Italien hatten wir oft genug vom Pferderücken aus erlebt, es sollte in den Norden.  Schon seit langem schwebte mir ein besonderes Ausflugsziel mit unseren Pferden vor.  Die Insel NEUWERK im hohen Norden Deutschlands.  Meine bessere Hälfte  Andi war davon nicht ganz so begeistert, weite Reise und dann waren die Reitmöglichkeiten dort doch eher begrenzt. So kam er auf die glorreiche Idee, ein paar hundert Kilometer dazu zulegen und nach DÄNEMARK zu reisen.

Anfang September 2010 war es dann soweit:  Andi organisierte einen 3 wöchigen  TRAUM URLAUB!  

Mit an Bord waren  unsere QH ´s
Oldie HUMPHRY JAC (einer der ersten Jac O` Rima Söhne ),  der Youngstar HOBBIT JUN. und unser Tibet Terrier GANDHI.

Ziel war die Nordsee Insel  Rømø in Dänemark.  12oo km  von Grossgmain  entfernt . Da wir ja auf Urlaub waren und nicht auf der Flucht, fuhren wir die weite Strecke mit 2 Übernachtungen. Das Wohl unserer Pferde lag uns sehr am Herzen.  In unserer 1. Unterkunft  bei Familie  Wiegert  in Hummelberg, Nähe Bad Kissing,  bekamen wir einen Riesen Offenstall  für unsere 2 und es wurde ihnen sogar vom Chef persönlich Gras gemäht.  Am nächsten Morgen ging es  weiter über die Kassler Berge Richtung Hamburg. Auf dem Weg dorthin fuhren wir  über den  NORD-OSTSEE-KANAL, hier luden wir die Pferde aus und gönnten ihnen einen Spaziergang . Wohl auch für die Kapitäne der großen Schiffe  ein eher seltenes Bild.

Die Reise ging weiter zur 2. Station nach Soltan  in der Lüneburger Heide. Auch hier waren wir wieder bestens untergebracht und unsere Pferde freuten sich über die große Weide zum relaxen und wir über uns über die schöne Therme.  Wir blieben  2 Tage um  dieses bekannte Reit Gebiet mit den Pferden zu erkunden. Ein MUSS und  EINFACH IRRE !!  Ewig lange Sand und Wiesenwege und eine bunte Heidelandschaft lassen wohl jedes Wanderreiter Herz höher schlagen !

Der Abschied fiel uns zwar schwer, aber wir waren zu neugierig auf unser eigentliches  Ziel.  Bald darauf waren wir in Dänemark und vom Festland ging es über einen ca. 10km langen Damm auf die Insel  Rømø.  Die Insel  hat Europas größten Strand, 4km breit, 25km lang !! Der wohl größte Reitplatz der Welt ! Und wir mitten drin.

Ca. 700 Menschen leben auf der Insel, einer davon  ist SIGHURD THOMSEN, von uns sofort zum Inselbaron ernannt. Ihm gehört ein Reitstall, Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Hotel,Restaurant,…  bei ihm stellten wir die Pferde ein, bekamen auch eine schöne Weide dazu und für uns ein Häuschen mitten in den Dünen.

Nach einem Tag Eingewöhnung ging es dann endlich mit den Pferden an den Strand. Allein der Ritt dorthin war schon ein Erlebnis für sich. Keine Menschenseele (NACHSAISON !),feine  Sandwege durch den Wald und durch Wiesen, rein in die Dünen und dann:  WEITE - WIND  - WATT -  WOLKEN -WAHNSINN.  Ein atemberaubender Blick und man musste einfach innehalten. Auch die Pferde schienen fasziniert zu sein und sogen die frische Meeresluft genüsslich ein.

Es war gerade Niedrigwasser ( die Gezeiten waren streng zu beachten und änderten sich täglich ) und so ritten wir über den Meeresboden Richtung Horizont, ewig, und stark beeindruckt. Plötzlich  wieder Dünen und ein Strand  aus lauter Muscheln.  Eine andere Welt tat sich auf. Sanft und ruhig begrüßte uns hier die Nordsee.  Der erste Schluck des salzigen Nass ließ unseren Humphry wie elektrisiert zurück schrecken. Er ließ sich aber nicht beunruhigen und ging richtig auf Tauchgang.

Voll beeindruckt von unserem ersten Strand Tag ritten wir glücklich zurück zum Stall. Glücklich, weil wir wussten, dass es noch mehr davon gab ! So beschlossen wir diesen Tag noch mit einem Super Fisch Buffet im HAVNEBY KRO, einem sehr guten Restaurant,  im Besitz der Fam. Thomsen ;)

Natürlich wollten wir auch etwas von Dänemark sehen und so machten wir Ausflüge mit dem Auto, z.B. nach RIBE ( die älteste Stadt Dänemarks ), das VIKINGERCENTER (hier leben Freiwillige noch wie vor hunderten von Jahren), zum Leuchtturm von Blavands Huk (der nördlichste Punkt Dänemarks ),mit der Fähre nach SYLT ( Nachbarinsel von Rømø ), ins Watt zum Bernstein suchen und finden,…

Das Wattenmeer ist eines der wichtigsten Nahrungsgebiete für unzählige Zugvögel. Ein ganz besonderes Erlebnis war die SCHWARZE SONNE. 1000nte  von Staren treffen aus allen Himmelsrichtungen ein um sich gemeinsam zur Nachtruhe nieder zu lassen. Raubvögel warten darauf und stürzen sich mitten in die Schwärme. Diese fliegen panisch auseinander und so entstehen die tollsten Formationen. Ein gewaltiges Naturspektakel.

Am besten aber waren  die Ausflüge mit den Pferden.  Als Gebirgler mussten wir natürlich  unbedingt in den Hafen.  Ein Foto mit Krabbenkutter musste es schon sein. Es wurden 100 !!  Auch zum Einkaufen ging es mit dem Pferd und so fand sich der frische Fisch in unseren Packtaschen wieder.

Ich liebe es wenn es regnet und er Wind heult. Wie bestellt gab es ECHTEN STURM, an die 90 kmh. Ich genoss diese Naturgewalt am Strand, Andi und Gandhi waren weniger begeistert. Doch das Wetter ändert sich dort oben so schnell und bald gab es wieder das beste Reitwetter. Und zum Glück auch VOLLMOND.  Wir erlebten einen gewaltigen Sonnenuntergang (wieder KEIN Mensch sonst am Strand !!) und wie verkitscht, galoppierten wir Kilometer lang in diesen hinein. Kaum war die Sonne untergegangen und wir um die Düne rum, schien uns der Vollmond. Wir waren so beschäftigt mit Foto machen und Kameraeinstellungen ausprobieren, dass wir  übersahen, wie das Wasser stieg. Die Flut hatte eingesetzt.  So hieß es Gas geben um ans Ufer zu kommen ( ca. 3km ). Blieben wir im Schritt oder gar stehen, wurde uns und den Pferden sofort schwindelig von den leichten Wellen und dem Einheitsboden. So ging es im flotten Trab Richtung Ufer ( Pleasure hätten wir keine gewonnen), von dort durch den dichten Wald ( so dicht das der Mond auch nix nützte ) und zum Glück heil in den Stall.

Auch die anderen Ritte waren suuuuper. Durch  Dünen, Wälder, Heidelandschaft, Prärie (alles voll mit Rindern !), und keine Menschenseele sonst !!

Doch  irgendwann ist auch der schönste Urlaub zu Ende und es hieß Abschied nehmen. So ritten wir ein letztes mal an den Strand. Wie hatten Niedrigwasser, der Meeresboden lag vor uns und darauf ???  RINDER  RINDER   RINDER !!! Ausgekommen aus der Prärie und total verstreut. EIN GESCHENK !!  Andi checkte die Situation SOFORT und fing an die Rinder zusammen zu treiben ( COW SIDE LEG, gell Klaus !?) HUMPHRY und er arbeiteten konzentriert ( ich musste ja fotografieren !!), aber auch mit so viel Freude und schafften es tatsächlich die Herde über die Dünen zurück zu treiben. GENIAL.

Um ein Erlebnis reicher traten wir die Heimreise mit schwerem Herzen an. Ich wollte noch eine Rundfahrt durch Hamburg. Mit dem besten Scout und Chauffeur der Welt (DANKE Andi) erfüllte sich auch noch dieser Wunsch. Reeperbahn, St.Pauli, Fischmarkt, Speicherstadt,… und mit dabei die Pferde ! Wie klein die Welt ist, bewies sich, als ein Parkplatz Wärter unser kleines Dorf Grossgmain von seinen Urlauben her kannte.

Wieder mit 2 Übernachtungen fuhren wir Richtung Heimat. Bestens kamen wir da auch an, bei einer so weiten Reise keine Selbstverständlichkeit.

Wir können nur jedem, der einmal ECHTE Strandritte erleben will, empfehlen, Rømø zu besuchen( nur ja nicht im Sommer TOURISTEN ohne ENDE ) !! Unsere Begeisterung kennt keine Grenzen !!  ES WAR DER ABSOLUTE WAHNSINN

 

Nähere Infos gerne bei

Sabine und Andi

Horse – friendly - Westernriding

(Wir werden auch einen Vortrag über unsere Reise machen, Termin wird noch bekannt gegeben )