Berühmte Quarter Horses & Vererber

Eine Serie für QH-Züchter & -Enthusiasten

Übersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer

 

Pretty Buck

Teil II

 

Als Pretty Bucks erstes mehr als großartiges Competition Show Horse trug der dun-farbige Wallach Snipper W unheimlich viel zur Reputation seines Vaters als QH-Vererber bei.

Doch da gab es noch andere Pretty Buck Star-Nachkommen:

Miss Bow Tie, eine 1947 geborene, dun-farbene Stute, aus der Shielfly, von Blackburn, gewann 3 Halterpunkte und wurde eine hervorragende Zuchtstute.

Oliver Buck, ein palomino Stallion von 1948, aus der Belle Clover, von Clover Leaf (TB), erreichte zwar keinen offiziellen AQHA-Rekord, wurde aber eine der größten Champions in der frühen Geschichte der Palomino Horse Association.

Clover Buck wurde von den Waggoners als Jährling bei ihrem zweiten Annual Quarter Horse Sale verkauft. Bob Lucas aus Fort Worth kaufte ihn für 1.500 $ und showte ihn als Zweijährigen 12 Mal bei Palomino-Competitions. Er gewann 11 Mal, wurde einmal Zweiter und stellte 6 Mal den Grand Champion und 5 Mal den Reserve Champion.

Hier ist interessant zu erwähnen, dass Pretty Buck angeblich bei derselben Verkaufsveranstaltung seinen neuen Besitzer fand. In der Novemberausgabe 1949 des Texas-Magazins „Back In The Saddle“ stand damals geschrieben, dass der Hengst mit 5.350 $ den höchsten Verkaufspreis eines Pferdes im ganzen Jahr 1949 erreichte. Der Meistbietende und somit der Käufer war G.W. Sams aus Fort Worth.

Es gibt während der nächsten Jahre allerdings weder einen offiziellen AQHA-Rekord, noch andere eingetragene Erfolge. Es verbleiben lediglich seine Toperfolge als Waggoner-Ranch Herd Sire.

Champions wie Handy Buck, ein Palominohengst von 1948, aus der Shielfly, Miss Snippy, eine dun-farbene Vollschwester von Snipper W, und Buck᾽s Bay, ein Hengst von 1949, aus der Floppie, von Blackburn, waren darunter.

Tatsächlich waren Pretty Bucks produktivsten Jahre als Vererber die auf der Waggoner Ranch.

Buck Tommy, ein 1950er dun Stallion, aus der May Belle W, von Blackburn, wurde AQHA Champion und erhielt das Superior in Halter. Patsy Buck, eine Stute von 1950, aus der Patsy Clover, von Clover Leaf (TB), erhielt 21 Halter Points und Buck Beam W, von Blackburn, ein 1950er dun Gelding schaffte 11 Halter und 7,5 Performance Points.

Weitere erfolgreiche Nachkommen waren Wonder Buck, ein bay Stallion, aus der Wonder Lady, von King, mit 8 Halter- und 9 Performance-Punkten, und Buck Deuce. Poco Buck, ein grulla Stallion, aus der Cindy Bueno, von Poco Bueno, erreichte 28 Performance Points und war 1966 AQHA High Point Trail Horse Stallion.

Es folgten: Rita Buck, Pretty Etta und Mabel Buck.

Pretty Bucks letzte Fohlengeneration bei Waggoners fiel 1953. Darunter war Laddie Buck, ein Palomino-Hengst, aus der Poco Lassie, von Poco Bueno. Er gewann 8 Halter- und 26 Performance-Punkte. Laddie Buck erreicht auch eine Gewinnsumme von 2.626 $ in NCHA-Bewerben.

Changing Hands

Da die Waggoners ihre Zuchstutenherde verkleinerten, verkauften sie Pretty Buck im Jänner 1953 an Oscar Dodson aus Chillicothe, Texas. Pretty Bucks neuer Besitzer behielt ihn für zwei Decksaisonen.

Von einer begrenzten Fohlenanzahl 1954, es waren bloß 13, zeugte Pretty Buck nur zwei Point Earners – Buck Divident und Buck Torino.

Im Anschluss daran gab es noch zwei erwähnenswerte Zuchtpferde während der Dodson/Pretty Buck-Ära. Master Buck, ein dun Stallion von 1945, aus der Dolly D, von Blackburn, wurde der Vater von ROM-Renn- und Performance-Pferden, und Foxy Buck, eine dun-Stute von 1955, die vielfache Mutter von AQHA Champions wurde. Im November 1954 wurde Pretty Buck abermals verkauft.

California Dreamiń

Es war die Zeit, als Pretty Buck den Lone Star State verließ, um unter seinem neuen Besitzer John L. Taylor aus La Haba Heights nach Kalifornien zu übersiedeln. Taylor war damals dabei, eine Spitzen-Quarter Horse-Zuchtherde aufzubauen, und Pretty Buck sollte der Top-Sire sein. Die nächsten Jahre verliefen genau nach Plan. Pretty Buck wurden verschiedene West Coast-Stuten zugeführt, darunter Töchter von Blackburn, Poco Bueno, Ed Echols, Dan Waggoner, Lucky Taylor und Topper.

Unter den Top Pferden, die er währen seiner Zeit in Kalifornien zeugte, waren so berühmte wie Frank Buck und Sir Buck.

Frank Buck, ein 1956er grulla Hengst, aus der Wilson´s Paper Doll, von Dan Waggoner, wurde AQHA Champion und gewann 1.597 $ in NCHA Competitions. Sir Buck, ein Wallach vom Jahrgang 1959, aus der Clover Jacket, von Blackbuurn, holte sich 20 Performance Points.

Außerdem wurden in der Taylor/Pretty Buck-Ära die AQHA Point-Earners Fred Buck, George Buck, Hilda Buck, Rudy Buck und Pretty Buck 3 geboren.

Taylor expandierte sein Show- und Zucht-Programm mit einer Anzahl von Pretty Buck-Töchtern und Top-Nachwuchshengsten, wie Dividend AAA und Poco Pico, dem eine rosige Zukunft sicher schien.

Im Jänner 1859 geschah ein unvorhersehbares Unglück. John Taylor wurde während eines Reifenwechsels auf der Fahrt zur National Western Stock Show vom Blitz erschlagen und getötet. Seine Pferdeherde wurde im selben Jahr aufgelöst. Der Wendepunkt geschah am 12. August 1959 auf der Taylor Ranch nahe Chino in Kalifornien, wobei Rekorde wie Regen fielen.

Bei der Auktion, geleitet von Hank und Ron Wiescamp aus Alamosa, Colorado, wurde für 51 der Pferde ein Durchschnittspreis von 5.806 $ erzielt. Dies stellte die Pferdeversteigerung auf der Pinehurst Ranch in Houston vom letzten Herbst, bei der ein Durchschnittspreis von 2.362 $ erzielt wurde, weit in den Schatten.

Die Auflösung der Herde von Taylors 3.000 Quarter Horses war so aufsehenerregend, da es dergleichen bis heute nicht gegeben hat.

Pretty Buck selbst toppte die Verkaufsveranstaltung. Er wurde für 15.800 $ von G.W. „Glynn“ Sams aus Fort Worth ersteigert, demselben G.W. Sams, der ein Jahr vorher den Hengst von der Waggoner Ranch gekauft hatte. Das Quarter Horse Journal berichtete, dass der 17-jährige frühere Waggoner Ranch Sire bereits kurze Zeit bei Mr. Sams stand.

Pattsy Buck führte mit 14.000 $ die Preisliste bei den Stuten an. 13 ihrer Töchter wurden für durchschnittlich 6.031 $ versteigert. 11 Pretty Buck-Hengstfohlen, einschließlich der Jährlinge und Absetzer, wechselten für durchschnittlich 3.555 $ den Besitzer. Insgesamt wurden bei der Versteigerung 117.500 $ umgesetzt, wobei der Schnitt der 24 Pretty Buck-Nachkommen bei 4.895 $ lag. Auch dies ergab einen Rekord für die Nachkommenschaft eines einzigen Hengstes.

Poco Pico wurde am selben denkwürdigen Tag an B.F. Phillips aus Frisco, Texas, und später an Bob Norris aus Colorado Springs, Colorado, verkauft. Beide Hengste setzten ihre erfolgreiche Karriere in ihren neuen Heimatställen fort.

Nachdem Sams Pretty Buck zurückbekam, setzte er den alten Hengst für zwei weitere Jahre zur Veredelung seiner Zucht ein. Eeinige seiner top Show Horses kamen während dieser Zeit zur Welt.

Pretty Buck Gee, ein 1961 geborener dun-farbener Wallach, und Pretty Boy Gee, ein buckskin Gelding vom folgenden Jahr, waren beide aus der Brenda Gee, von William Goodpasture. Beide wurden AQHA Champions. Miss Buda Buck, eine dun Stute, aus der Sorrelette, von Red Rattler, erwarb ebenfalls ihre AQHA Championship. 

Northward Bound

Im Herbst 1961 verkaufte Sams Pretty Buck an einen Mann, der sein letzter Besitzer werden sollte – an Harold Schafer aus Bismarck, North Dakota.

Schafer, ein Industrieller und Besitzer der Gold Seal Company, war gerade dabei, eine exklusive Quarter Horse-Zucht namens Blackburn Ranch aufzubauen, wofür er 40 Töchter des berühmten Hengstes erworben hatte. Dafür war ihm der Vererber Pretty Buck gerade recht, um seine illustre Karriere stilvoll fortzusetzen.

Pretty Bucks erster Fohlenjahrgang in North Dakota, übrigens sein Vierzehnter, wurde 1963 geboren.

Daraus entstammten Stars wie Mr Blackburn 37, Mr Blackburn 40 und Mr Blackburn 42. Alle stammten aus Töchtern von Blackburn.

Mr Blackburn 36, ein brauner Wallach aus der Lady Cowen 2, erhielt 26 Performance Points und Mr Blackburn 35, ein dun Stallion, aus der Lady Cowen 14, schaffte 2 Halter-Punkte, während Mr Blackburn 42, ein palomino Gelding, aus der Waggoner II, einen Halterpunkt gewann.

Während der nächsten zwei Jahre bekamen Schafer und sein Ranch Manager, Ted Ressler, nur vier Fohlen von Pretty Buck.

Pine Buck, ein dun Wallach von 1965, aus der Poco Pamelita, von Poco Pine, gehörte zum letzten Fohlenjahrgang von Pretty Buck. Als Besitzer von 11 Performance-Punkten war er der letzte Performance Point Earner seines berühmten Vaters.

Pretty Buck hatte nun seine Jahre als Deckhengst hinter sich. Jeder wollte ihn bei guter Gesundheit erhalten und machte ihm seine letzten Tage so komfortabel wie möglich. Die Crew der Blackburn Ranch sorgte so gut für den berühmten Hengst, dass er noch fünf Jahre bequem lebte, bevor er 1970 ruhig einschlief.

A Last Impact

Pretty Buck zeugte 274 Fohlen, von denen 103 erfolgreiche Performer waren. Sie gewannen 9 AQHA Championships, 4 Superiors in Halter und 2 Superior Performance Awards. Weiters holten sie 29 ROMs und gemeinsam 1.260 Open und Youth Points. Sie gewannen insgesamt 56.318 $ in NCHA- Cutting-Bewerben.

Als Maternal Grandsire erwarb er einen Rekord. Die Töchter des einstigen Waggoner-Sire produzierten 183 Leistungspferde, die 11 AQHA Championships gewannen, 5 Superiors in Halter und 5 Superior Performance Awards. Sie brachten 37 ROMs und 3.348,5 Open-, Amateur- und Youth Punkte.

Pretty Bucks berühmteste Töchter waren Miss Bow Tie, Pretty Me und Kitty Buck.

Miss Bow Tie, eine dun Stute von 1947, aus der Shelfly, wurde Mutter von 10 Leistungspferden. Fünf davon, Poco Bow Tie, Poco Bow, Poco Discount, Miss Bar Tie und Bar Tie Two, waren AQHA Champions. Poco Bow war darüber hinaus Superior Halter- und Western Pleasure Horse.

Pretty Me, eine 1950er dun-Stute, aus der Suits Me, war die Mutter von 5 Performers, darunter von Poco Ion, einem Superior Halter Horse, und Pretty Me Too, einem AQHA Champion. Sie war auch die Mutter von Poco Mos, dem Gewinner von 22 Halter-Punkten, und dem Pferd, das E. Paul Waggoner als Nachfolger seines Vaters, Poco Bueno, auswählte.

Kitty Buck, eine bay Stute aus 1953, aus der Peppy D, von Pep Up, war die Mutter von Doc´s Kitty, der Siegerin des NCHA Cutting Derby 1970, und von Jay Jay Buck, einem AAA-Rennpferd.

Unter den weiteren Top-Mutterstuten, die Pretty Buck zeugte, waren die AQHA Champion Producers Foxy Buck, Patsy Buck, Pretty Baby B, Little Bambino und Mindy Buck. Pretty Doll gebar ebenfalls ein AAA-Rennpferd.

Die Pretty Buck-Stuten trugen wesentlich zur Berühmtheit des Namens ihres Vaters bei. Er war einer der legendärsten Hengste in der Geschichte des American Quarter Horse.

 

Bilder:

1.)    Dieses Cutting Horse ist Pretty Buck Gee, ein dun Gelding, von Pretty Buck, a.d. Brenda Gee, v. William Goodpasture. Außer seinen Toperfolgen in der Cutting-Arena war Buck so gut gebaut, dass er darüber hinaus auch noch 19 Halter Points eind eine AQHA Championship gewann.

 

2.)    Die Anpaarung von Poco Bueno und Miss Bow Tie brachte drei AQHA Champions hervor, darunter Poco Bow Tie, eine dun Sute von 1955, die hier zu sehen ist.

 

3.)    Poco Bow, eine dun Mare v. Poco Bueno, a.d. Miss Bow Tie, war AQHA Champion und erhielt Superiors in Halter und Western Pleasure.

 

4.)    Wie Miss Bow Tie war Pretty Me, v. Pretty Buck, eine Anpaarung mit Poco Bueno. Die dun Stute von 1957 wurde AQHA Champion und Superior in Halter.

 

5.)    Nach dem Verkauf von der Waggoner Ranch produzierte Miss Bow Tie weiterhin erstklassige Pferde. Hier ihre Tochter Miss Bar Tie, eine dun Stute, v. Bar´s Choice. Sie war AQHA Champion und Superior Western Pleasure Horse.

 

6.)    Eine Enkelin von Pretty Buck, Uniroyal A, eine chestnut Stute, v. Ready Royal, a.d. Mindy Buck. Sie war AQHA Champion, Superior in Halter und Western Pleasure und erhielt 348 Halter- und 82 Performance Points.

 

7.)    Pretty Buck (1942-1970), hier in hohem Alter, behielt seinen schönen Kopf und den intelligenten Gesichtsausdruck sowie seine athletischen und hervorragenden charakterlichen Eigenschaften, die er seinen Nachkommen vererbte.

 

8.)    Diese gut aussehende buckskin Stute, geb. 1950, Pretty Me, ist v. Pretty Buck, a. d. Suits Me, v. Pretty Boy.