Lady Portrait

Alexandra Bond

Warum so viele Mädchen mit dem Pferdevirus infiziert sind, kann ich leider auch nicht beantworten. – Ich weiß nur, dass ich ihn ebenfalls habe, seit ich denken kann. Vielleicht liegt’s bei mir aber auch an den britischen Genen.

Meine erste große Pferdeliebe war ein dürrer Schimmel, ein ehemaliges Kutschenpferd. Mein Maxi! Jeden Tag bin ich nach der Schule zu Fuß mehrere Kilometer zum Stall gegangen, um dort die Pferde zu versorgen und dafür reiten zu dürfen. Reiten konnte man das, was ich damals machte (nämlich ohne Unterricht), nicht nennen. Aber es war wunderschön. Leider wurden alle Pferde verkauft, und mein Maxi kam wohl dorthin, wo er nicht hinsollte. Dann war erst einmal eine längere Pferdepause für mich.

Mit 31 Jahren kam ich zu meinem ersten eigenen Pferd – meinem heißgeliebten Shagya-Araber Omaris. Mit ihm wurde mir erst klar, dass ich nichts wusste. Und er zeigte es mir in seiner liebenswürdigen Art sehr deutlich. (Oh, was konnte er buckeln und mit Karacho abzischen.) Also nahm ich mir einen Parelli-Trainer (bester Bernie von allen), der mir bei der Ausbildung meines Jungspundes sehr geholfen hat.

Da ich unbedingt Westernreiten wollte, nahm ich 2005 das Projekt WRC unter Anleitung von Annemarie Brieger in Angriff. Nach jahrelangem Nur-Knotenhalfter-Reiten (im Nachhinein zwar eine Erfahrung, aber auf Dauer sicher nicht hilfreich) lernte ich also erstmals ernsthaft das Westernreiten. Das WRC bestand ich, und kurz darauf besuchte ich das erste Turnier. (Für meine Erwartungen erfolgreich! – Nachdem ich hyperventilierend nervös war, begleitet mich ein seelenruhiger Omaris sogar zu einem Trail-Schleiferl in rosa!)

Zu Omaris kam vor ein paar Jahren mein Painthengst MJ Sailing Rocket und gleich noch meine Paintstute Sugar Time Gal (damit Rocket nicht alleine sein muss...). Mit den beiden Paints packte mich dann die Leidenschaft für Quarterhorse/Paint-Linien und Farbgenetik. – Ich kann wohl kein Pferd mehr ansehen, ohne über seinen genetischen Code nachzudenken!

Gerdas Prophezeiung folgend (danke, Gerda!), hatte ich statt einem Pferd eine kleine Herde. – Mein erstes, selbst gezogenes Fohlen kam ja auch noch dazu.

So war es naheliegend, einen eigenen Stall zu mieten, den ich nach dem Namen, den ich für meinen „alten kanadischen Krieger“ Rocket als Zweitnamen ausgesucht hatte, Two Crows Ranch benannte. Hier konnte ich (Nachbarbauer Hias hat die besten Jungrinder) nun endlich auch Cutting/Rinderarbeit ausprobieren. Es wurden einige Cutting/Rinderarbeits-Kurse mit Klaus Fock organisiert – und ich fing Feuer! Das ist definitiv MEINE Disziplin beim Westernreiten. Danke, Klausi!

2009 übernahm ich das Referat für Westernreiten des LFV Salzburg für Reiten und Fahren von Sabine Schmidhammer und kümmere mich sehr gerne um alle, die das Westernreiten lernen wollen, weiterführende Ausbildungen und Kurse besuchen möchten und darum, dass das Westernreiten nicht mehr nur mit dem „Wilden Westen“ in Verbindung gebracht wird, sondern ein ernstzunehmender Sport und wichtiger Wirtschaftszweig ist.

Seit 2010 bin ich mit meiner kleinen Herde (erweitert um meine kleine QH-Stute Back Pocket Hancock) nun bei Ariane Lixl (mit ihr teile ich auch das Westernreferat Salzburg) auf der Quartermile Ranch in Oberhofen am Irrsee allerbestens in Sachen Stall und Training betreut. – Danke, Ariane!

See you, Alex