Selbstkontrolle

Setze deine natürlichen Hilfen ein und du kannst die Scores deines Reiningpferdes verbessern.

 

Text und Fotos: Jessica Hein, Übersetzung: Sonja Grünauer

 

Durch hohe Geschwindigkeiten, Spins und Slides in der Reining vergisst man oft die Rolle von korrekten Horsemanship-Hilfen, die die Performance noch weiter verbessern können. Erfolgreiche Reining-Turnierreiter wissen, dass der korrekte und effektive Einsatz der Körpersprache einen positiven Einfluss auf ihren Ritt und die Bewegungen ihres Pferdes hat, was den oft den Unterschied zwischen Sieg oder schlechtem Abschneiden in einem Bewerb bedeutet. Viele Techniken beim Reiten, so wie bei Reining-Manövern, stehen im Zusammenhang mit dem korrekten Einsatz der natürlichen Hilfen des Reiters. Dies sind Gewichtshilfen, Sitzhilfen, Schenkel- und Stimmhilfen. Die Verbesserung des Körperbewusstseins und der Einsatz der körperlichen Hilfen des Reiters sind einfach Ergänzungen für das Training deines Pferdes und wird euch dann auch zum Erfolg führen.

 

„Bewusst gelenkt“

Organisationen wie die National Reining Horse Association und die American Paint Horse Association haben Richtlinien für die Beurteilung von Reining Pferden in Bewerben entwickelt. Die Regeln sind meist bei diesen Organisationen ähnlich und ein Auszug aus dem Offiziellen Regelbuch der APHA 2006 besagt: „Ein Pferd in der Reining zu reiten ist nicht einfach nur das Pferd zu lenken, sondern auch all seine Bewegungen zu kontrollieren. Ein gutes Reiningpferd sollte bewusst gelenkt werden oder mittels unsichtbaren Körperhilfen des Reiters kontrolliert werden.“ Viele Reiter sehen diesen Satz als Ziel für das Training ihres Reiningpferdes. Schließlich ist es auch für die Zuseher besonders interessant zu sehen, wenn ein Pferd korrekt kontrolliert ein Reiningpattern zeigt. Und solch eine schöne Vorstellung bringt dann auch einen besseren Score. „Ich denke, je mehr das Pferd in der Reining mit Körperhilfen des Reiters geritten wird, desto weniger Hilfen mit Zügel oder Schenkel erforderlich“, sagt Trainer Casey Deary aus Weatherford, Texas.

 

Titelbild: Kinzy Donnelly setzt ihre Körpersprache ein, damit ihre Stute Dottie Diamond einen fast perfekten Sliding Stopp zeigen kann.

Bild 1: Korrekte Hilfen helfen, ein entspanntes und williges Pferd zu haben.

 

Pferde deuten die Körpersprache ihres Reiters sehr leicht und auch ein noch so gut ausgebildetes Reiningpferd kann schlecht trainiert aussehen, wenn vom Reiter unbeabsichtigte Signale kommen. Wenn z.B. der Reiter vor dem Bewerb nervös ist, kann auch ein erfahrenes Pferd unruhig werden und die Manöver nicht so korrekt ausführen, weil es die Angst seines Reiters spürt.

 

Professionelle Meinung

Viele professionelle Reiner kennen die Kraft der Körpersprache, wenn sie korrekte Manöver reiten wollen und ein Pferd zu einem willigen Pferd ausbilden wollen. Um bessere Scores erzielen zu können, lernen sie ihrem Pferd auf bestimmte Körperhaltungen des Reiters schnell zu reagieren. Beispielsweise setzen manche Reiter ihre Körpersprach ein, um mit ihrem Pferd auf dem Zirkel Tempowechsel zu reiten. Um dies entsprechend durchzuführen ist eine „neutrale“ Sitzposition für den normalen Galopp erforderlich. Versammlung und schnellerer Galopp erfordern deutliche Signale. „Auf einem schnellen Zirkel lehne ich mich leicht nach vorne und nehme meinen Körper leicht aus dem Sattel um den Gleichgewichtspunkt vermehrt über die Schultern des Pferdes zu verlagern und erlaube dem Pferd das Tempo zu beschleunigen und unter meinem Schwerpunkt zu bleiben. Dadurch erkennt das Pferd auch den Unterschied, wenn sich der Reiter dann wieder tief in den Sattel setzt und dem Pferd das Kommando ‚Easy‘ gibt und versteht, dass es langsamer werden soll.“ Bei den meisten Manövern ist es von Vorteil, wenn der Reiter ausbalanciert und mittig im Sattel sitzt. Dies gibt dem Pferd die Möglichkeit, die Hilfen dann leichter zu interpretieren und es wird dadurch ausgeglichener sein – ein wichtiger Faktor für die gute Ausführung der Manöver wie Rollbacks oder Spins. „Wenn ich mit meinem Pferd einen Spin machen will, kann ich ihm dabei helfen, indem ich mittig im Sattel sitze“, sagt Deary. „Ich sitze aufrecht und mache meinem Pferd dadurch Platz, damit es mit dem inneren Bein im Bereich der Steigbügel unter seinen Körper steigen kann. Dies verbessert die Qualität des Manövers.“ Sitzt der Reiter nicht ausbalanciert, verliert auch das Pferd seine Balance. Dadurch wird der Spin schlecht oder das Pferd bleibt nicht korrekt mit dem drehenden Fuß am Boden stehen. „Auch wenn du von deinem Pferd einen korrekten Spin erwartest, kann es diesen nicht durchführen, wenn du dein Gewicht entweder vermehrt nach innen oder nach außen verlagerst und es automatisch versucht, wieder die Balance zu finden“, sagt Cody Sapergia aus Ardmore, Oklahoma.  „Ein ausbalancierter Sitz des Reiters ist in diesem Fall ausschlaggebend.“

 

Bild 2: Casey Deary zeigt wie der beim Spin einen Zügel und den linken Schenkel öffnet während er mit dem rechten Schenkel dem Pferd entsprechend Druck gibt.

Bild 3: Donelly’s ausbalancierte Sitzposition hilft „Dottie“ einen schnellen korrekten Spin zu zeigen.

 

Bei Rundown-Manövern, wo die Reiner durch die Arena galoppieren bevor sie einen Sliding Stopp zeigen, sitzen Sapergia und Deary vermehrt zurück gelehnt im Sattel und lenken ihre Pferd so in den Stopp. Indem sie ihren Oberkörper hinter der imaginären vertikalen Linie vom Ohr über Schultern, Hüften zu den Fersen nehmen, fördern die das Tempo des Pferdes, weil die Schultern des Pferdes somit freier sind und störende Bewegungen des Reiters bei Sliding Stopp vermieden werden. „Bei einem Rundown möchte ich das Tempo schrittweise erhöhen, daher lehne ich mich dabei etwas zurück und schicke dadurch mein Pferd vorwärts“, sagt Deary. „Je mehr sich mein Becken mit der Bewegung des Pferdes mit bewegt, je mehr meine Schultern nach hinten genommen werden und je mehr meine Beine nach vorne verlagert werden, desto schneller soll mein Pferd galoppieren.“ Dadurch sitzt er während dem Rundown bereits tief im Sattel und muss dem Pferd dann nur noch das Kommando „Whoa“ geben, um den Sliding Stopp einzuleiten. Gute Vorbereitung und feine Hilfen machen das Pferd leistungswilliger und bringen auch bessere Scores. „Wenn du entspannt im Sattel sitzt und dich nicht zu viel bewegst, wenn du dein Pferd zum Stopp aufforderst, dann wird dein Pferd bei diesem Manöver entspannt und willig sein“, sagt Deary.

 

Die Lernkurve

Reining ist eine anspruchsvolle Disziplin und es schwierig, ein fehlerloses Pattern zu zeigen, auch wenn die bei den Profis meist so leicht aussieht. Häufige Fehler in der Rookie-Reining-Klasse sind das Ergebnis von unkorrekten bzw. nicht eindeutigen Körperhilfen des Reiters. Diese resultieren dann in einem schlechteren Score oder vermehrten Penalty-Punkten. Häufige Fehler entstehen meist durch eine unkorrekte Handhaltung. Hält der Reiter die zügelführende Hand beispielsweise zu hoch, dann wird das Pferd sozusagen durch konstanten Druck im Maul bestraft. Kim Ferguson, Trainer bei Sliding K Performance Horses in Aubrey (Texas), erkennt oft die falsche Handhaltung des Reiters bei Pferden, die der Reiter als zu dynamisch empfindet oder deren Kopf  bei der Gangart zu hoch genommen wird. Wenn diese Reiter ihre zügelführende Hand tiefer nehmen, werden die Pferde normalerweise automatisch langsamer, reagieren besser auf die Hilfen und nehmen dann auch den Hals tiefer. Manche Reiter „pumpen“ oft mit der zügelführenden Hand und hoffen damit ihr Pferd zu einem schnelleren Galopp zu motivieren. Doch mit dieser Bewegung senden sie ihrem Pferd nur verwirrende Kommandos wie: schnell, langsam, schnell, langsam. „Ich bin der Meinung, dass man durch starke Handbewegungen die Präsentation seines Pferdes sehr stark negativ beeinträchtigen kann“, sagt Sapergia. „Dein Ziel sollte sein, dein Pferd nicht zu stören und somit die Performance zu verbessern.“ Rookies geben auf bei Rundowns und bei den Stopps falsche Hilfen, indem sie sich beim Rundown nach vorne lehnen und mit den Sporen versuchen, ihr Pferd zu einem schnellen Galopp zu motivieren und für den Stopp folgt dann eine drastische Körperbewegung des Reiters nach hinten. Die Hilfen bei diesem Manöver sind durchaus nicht leicht, auch nicht für Profis. „Viele Reiter kicken ihr Pferd während des Rundowns und für den Stopp strecken sie plötzlich die Füße nach vorne und dies kostet sehr viel Zeit“, sagt er. „Ist das Timing in diesem Moment nicht perfekt, wird der Stopp auch nicht besonders gut aussehen: das Pferd nimmt den Kopf dabei hoch, reißt das Maul auf und vielleicht, wenn das Pferd entsprechend gut ausgebildet ist, wird es dann irgendwann stoppen.“

 

Bild 4: Deary fordert sein Pferd auf, seine Schultern höher zu nehmen und eine korrekte Wendung zu machen.

Bild 5: Nun lehnt er sich etwas zurück und lenkt sein Pferd so in den Rundown.

 

Wenn der Reiter seinen Oberkörper während des Rundowns und des Stopps steif macht, bringt auch dies Probleme. „Wenn du steif im Sattel sitzt und dein Gewicht in die Steigbügel verlagerst, kannst du leichter aus dem Sattel gebuckelt werden“, erklärt Sapergia. „Du kannst damit dein Pferd aus der Fassung bringen und möglicherweise macht es dann ein Hohlkreuz und wird auch steif mit der Vorderhand.“ Manche Reiter versuchen ihrem Pferd zu „helfen“, indem sie beim Rollback ihr Gewicht auf die innere Seite der Wendung verlagern. Doch diese Reiterbewegung ist kontraproduktiv. „Sie versuchen beim Rollback ihr Gewicht in Richtung der Wendung zu verlagern und das Pferd in die Richtung der Wendung zu zerren, anstatt ruhig im Stall sitzen zu bleiben und das Pferd seinen Job machen zu lassen“, sagt Deary. „Man kann viel mehr erreichen, indem man mittig im Sattel sitzen bleibt.“

 

Hilfsmittel des Reiters

Wenn du negative Manöver-Scores oder Strafpunkte bekommst oder wenn du einfach nur deinen Reitstil im Reining-Pattern verbessern willst, solltest du an deiner Körperkontrolle arbeiten. „Wenn ein Non-Pro-Reiter seine Körperhilfen kontrolliert einsetzen kann, wird sich sein Pferd auch besser präsentieren und auch williger mitarbeiten“, sagt Deary. Reining-Pferde brauche, so wie alle Athleten, ein gründliches Aufwärmtraining, bevor von ihren anstrengende Manöver wie Spins oder Slides verlangt werden. Eine Übung, die Ferguson in ihr Aufwärmtraining integriert, ist der langsame Schritt und der langsame Trab. Dies ist besonders wichtig für das Angaloppieren und für die Schritt- und Trabsequenzen eines Patterns. „Nehme deine zügelführende Hand tiefer in Richtung Pferdehals und reite im Schritt einen Zirkel“, erklärt Ferguson. „Will das Pferd zu schnell im Schritt gehen, nehme deine Hand kurz etwas höher und fordere dein Pferd auf, langsamer zu gehen. Sobald das Pferd das Schritt-Tempo verlangsamt, kannst du die Hand wieder tiefer nehmen.“ Ferguson bringt ihren Schülern auch bei, wie sie die Bewegung ihrer Hüften einsetzen können, um das Tempo des Pferdes zu kontrollieren – diese Methode lernte sie beim Reining Trainer Jack Brainard. „Reitet man im langsamen Schritt, so bewegen sich die Hüften des Reiters langsam mit“, erklärt Ferguson. „Will man das Tempo forcieren, dann bewegt man die Hüften etwas schneller. Dies funktioniert sowohl im Schritt, als auch im Trab und im Galopp.“ Da Pferde feine Hilfen des Reiters durch dessen Körperbewegungen schnell interpretieren können, ist es wichtig, dass der Reiter entspannt und ruhig im Sattel sitzt. Das Pferd spürt sofort die Anspannung des Reiters und dies kann aus einem ruhigen Ritt einen Kampf machen. Während dem Aufwärmen solltest du dir selbst auch einige Minuten Zeit nehmen, um dich mental und körperlich auf den Ritt vorzubereiten. Während Ferguson das Pferd ihres Schülers hält, lässt sie diesen seine Schultern rollen und seinen Oberkörper dehnen und strecken.

 

Bild 6: Motiviere dein Pferd, sich im langsamen Schritt und Trab zu entspannen, so wie Kim Ferguson dies mit Sheza Smokin Fox zeigt.

Bild 7: Hilf dir selbst, damit du dich entspannen kannst, indem du deine Schultern rollst und deinen Oberkörper dehnst und streckst, bevor du in den Bewerb startest.

 

Zusätzlich solltest du deine Atmung während dem Reiten kontrollieren. Ferguson empfiehlt, so zu atmen als würde man gerade Aerobic machen, um beim Reiten entspannt zu bleiben. „Achte darauf, nicht die Luft anzuhalten, wenn du in die Arena einreitest, denn dadurch verspannt sich dein ganzer Körper, was sich dann auch auf dein Pferd auswirkt. Stattdessen reite langsam in die Arena und atme mit jedem Schritt des Pferdes gleichmäßig ein und aus.“ Für viele Reiter ist es schwierig in Turniersituationen entspannt und ausgeglichen zu sein. Dies macht es noch wichtiger, entsprechende Entspannungstechniken bereits daheim zu üben. Ferguson erinnert die Reiter auch daran, dass auch die Pferde entspannt und willig sind, wenn der Reiter ruhig bleibt. „Ein nervöser Reiter macht auch das Pferd nervös“, erklärt Ferguson. „Wenn du dich selbst so trainieren kannst, ruhig zu bleiben, wenn du dein Pferd reitest – egal wie nervös du auch bist – dann wird auch dein Pferd ruhig bleiben.“ Eine weitere Übung ist, im Schritt zu gehen, um das Pferd auf die Galoppwechsel vorzubereiten. Diese solltest du auch in dein Aufwärmprogramm aufnehmen, was die Geschmeidigkeit deines Pferdes fördert und die ermöglicht die Galoppwechsel in einer stressfreien Umgebung zu perfektionieren. „Bei den Übungen für den Galoppwechsel setze ich meinen äußeren Schenkel ein und zähle auch die Sprünge meines Pferdes – wie z.B. ein, zwei, drei … Wechsel – und dann wechsle ich den Schenkel, der den Druck ausübt“, sagt Deary. „Dabei fällt es dir leichter, die Schulter deines Pferdes höher zu nehmen und es in der richtigen Position zu halten.“  Deary erklärt, dass es wichtig ist den Druck des Schenkels zum richtigen Zeitpunkt zu wechseln, damit es zu einem flüssigen Galoppwechsel kommt. „Bist du mit dem Wechsel des Schenkeldrucks zu spät dran, kann es passieren, dass dein Pferd zwar mit den vorderen Beinen die Richtung wechselt, jedoch nicht mit den Hinterbeinen umspringt“, sagt er. Verschiedene Übungen können deinem Pferd lernen, sein Tempo zu regulieren, indem du dein Körpergewicht einsetzt und deine Position im Sattel veränderst. Wenn du dein Pferd ruhig und entspannt durch die Arena galoppierst, kannst du es mit deiner Körperposition auffordern, seine Galoppsprünge zu verlängern. „Ich konzentriere mich darauf, mein Pferd im Tempo vorwärts zu reiten“, sagt Sapergia. „Reagiert mein Pferd nicht auf meine Gewichtshilfe, gebe ich zusätzlich noch Schenkelhilfen und Stimmhilfen. Dadurch verbindet das Pferd das Zunge Schnalzen und meine Gewichtsverlagerung damit, dass es sein Tempo erhöhen soll und wird das nächste Mal entsprechend feiner reagieren.“  Um dem Pferd beizubringen, dass es sein Tempo aufgrund der Körperposition des Reiters verringern soll, übt Deary mit seinem Pferd Übergänge vom Trab zum Schritt oder vom Galopp zum Schritt. „Beginne zu traben und lehne dich dann leicht im Sattel nach vorne und nehme sozusagen etwas Gewicht aus dem Sattel“, erklärt Deary. „Wenn du nun das Tempo verlangsamen willst, setze dich wieder mit deinem vollen Gewicht in den Sattel und wechsle in die Gangart Schritt.“

 

Bild 8, 9, 10: Seitengänge sind sehr wichtige Übungen für die Vorbereitung auf Galoppwechsel. Reite die Seitengänge zunächst einmal im Schritt und setze dabei deine Körperhilfen ein, die du auch beim Galoppwechsel anwendest.

 

Um deinem Pferd die Gewichtshilfe zu verdeutlichen, solltest du im Schritt dein Gewicht etwas aus dem Sattel nehmen. Wenn du dann wieder voll in den Sattel einsitzt, bemerkt dein Pferd einen Unterschied. Reagiert das Pferd nicht innerhalb von ein oder zwei Schritten darauf, solltest du die Zügelhilfe zusätzlich einsetzen. Versteht dein Pferd deine Gewichtshilfen richtig, werden die Übergänge von schnellen großen Zirkeln zu kleinen langsamer gerittenen Zirkeln geschmeidiger verlaufen. „Es ist natürlich leichter, ein Pferd zu versammeln, wenn man stärkere Schenkelhilfen einsetzen darf“, sagt Deary. „Ist ein Pferd entsprechend auf Gewichtshilfen ausgebildet, dann sieht es viel schöner aus, wenn es sich nur aufgrund der Gewichtsverlagerung des Reiters im Galopp versammelt.“  Versteht dein Pferd einmal deine Gewichtshilfen, dann kannst du dazu übergehen, diese differenziert einzusetzen – nämlich für langsamen Galopp oder für den Anreiz, dass es beim Rundown sein Tempo steigert. Um die Technik für den Rundown und Stopp zu perfektionieren, wendet Deary auch rechteckförmige Galoppübungen an. Wenn er rechteckförmig durch die Arena galoppiert, fordert Deary sein Pferd auf, seine Schultern höher zu nehmen und am Ende der Arena im rechten Winkel auf die kurze Zeit der Arena abzuwenden. Danach wieder auf der langen Seite einige Galoppsprünge zu verlängern, indem er tiefer in den Sattel einsitzt, seine Schultern zurück nimmt und das Pferd sozusagen mit dem Sitz lenkt. „Wenn ich nun schrittweise von Länge zu Länge mehr im Sattel einsitze, wird sich das Pferd auch im Galopp zusehends mehr setzen lassen.“ Manchmal kann es passieren, dass das Pferd in den Ecken in die niedrigere Gangart wie Trab oder Schritt fällt. Dies ist nicht so schlimm, jedoch solltest du sofort ruhig wieder angaloppieren und weiter in dieser Rechteckübung bleiben.

 

Bild 11: Bei großen schnellen Zirkeln verlagert Deary sein Gewicht leicht nach vorne und nimmt sein Gewicht dadurch etwas aus dem Sattel.

Bild 12+13: Um das Tempo des Pferdes zu verlangsamen, sitzt Deary vermehrt in den Sattel ein. Sofort versammelt sich das Pferd von selbst und Deary kann sich auch wieder entspannen.

 

Um zu vermeiden, dass das Pferd den Rundown vorausahnt, verstärkt Deary das Tempo und macht die Stopps nur willkürlich. „Ich reite mehrere Male in schnellem Tempo und dann sitze ich wieder vermehrt im Sattel ein und verringere das Tempo“, sagt er. „Ich mische das Tempo, dadurch kann das Pferd das Manöver nicht vorausahnen und gleichzeitig verbessere ich meinen Rundown und meine Körperhaltung.“ Man sollte auch darauf achten, das Pferd zu korrigieren, wenn es die Linie des Rundowns nicht gerade galoppiert. Prüfe, ob es einen Grund gibt, warum das Pferd nicht auf der vorgesehenen Linie bleibt. Möglicherweise lehnt sich der Reiter dabei auch vermehrt auf eine Seite, sodass das Pferd nicht gerade weiter galoppieren kann. Ist keiner dieser Gründe ausschlaggebend, dann versuche Sapergia’s Lösungsvorschlag. Lehnt sich das Pferd beim Rundown auf eine Seite, dann empfiehlt Sapergia, entsprechende Schenkelhilfen anzuwenden. Reagiert das Pferd nicht darauf, dann setze die Zügel ein, um das Pferd wieder auf die richtige Linie zu dirigieren. „Ich sehe absichtlich nicht in die Richtung, wohin das Pferd versucht abzudriften“, sagt Sapergia. „Nachdem du das Pferd wieder auf die ursprüngliche Linie gebracht hast, lasse es stoppen.“ Nach einigen Übungseinheiten wird das Pferd seinen Körper gerade machen, sobald es den Schenkeldruck des Reiters spürt. Das Trainieren von Reining-Manövern erfordert viel Zeit, doch achte darauf, dass Pferde sauer werden können, wenn man ein Manöver zu oft hintereinander übt. Um dein Pferd frisch zu halten, empfiehlt Ferguson, für Abwechslung zu sorgen und z.B. Ausritte zu machen oder Horsemanship Patterns oder Rinderarbeit auszuprobieren.

So wie bei jedem anderen Sport sind die Hilfen von Reitern und Trainern  bei den Manövern immer unterschiedlich. Experimentiere mit dieser Technik und finde heraus, welche der Körperhilfen für dich und dein Pferd am Besten funktionieren. „Wenn wir als Reiter unseren Körper kontrollieren können, dann können wir unsere Pferde besser und mit weniger Aufwand in einem Bewerb präsentieren“, sagt Deary. „Weniger Aufwand bedeutet für mich ein willig laufendes Pferd.“

 

Treffe die Trainer

Casey Deary:

Casey Deary trainiert auf seiner Ranch Performance Horses ist in Weatherford (Texas) Reining Pferde für die wichtigsten nationalen Turniere. 2004 gewann er bei der APHA World Show  überlegen die Senior Reining World Championship Klasse mit Color Collector. Im Jahr 2006 wurde er Reserve World Champion in der Senior Reining Klasse mit Dazzling Top Gun.

Kim Ferguson und Kinzy Donnelly:

Obwohl Kim Ferguson und Kinzy Donnelly auf ihrer Sliding K Performance Horses Ranch in Aubrey (Texas) Pferdes für verschiedene Disziplinen trainieren, konzentrieren sie sich vermehrt auf die Reining und haben bereits einige APHA und NRHA Titel gewonnen. Bei der APHA World Show 2006 wurde Donnelly mit Dottie Diamond in der Senior Reining Dritte und wurde im Reining-Bewerb der 3-jährigen mit Ferguson’s Pferd Spotted Snowy River unter den ersten 10 Reitern platziert.

Cody Sapergia:

Als Cheftrainer auf der Griffin Quarter Horse Ranch in Ardmore (Oklahoma), trainiert Cody Sapergia viele Reining Champions trainiert. Im Jahr 2001 gewann er die Team-Gold-Medaille beim United States Equestrian Team Festival of Campions. Bei der APHA World Show 2006 wurde Sapergia Reserve World Champion mit EBR Fire N Ice in der Klasse Reining Challenge für 3-jährige.