Wanderreiten und wildes Zelten

Tipps fürs Handling von Tragetieren

 

Text: Fran Devereux Smith (Peyton, Colorado)

Alle Übersetzungen: Sonja Grünauer

 

Setze eine kleine Anzahl an Tragetieren ein. Ein Tragetier kann zirka 20 % seines eigenen Körpergewichts tragen. Minimiere das Gepäck so gut wie möglich und packe z.B. Nahrung in leichtere Behälter um, damit du dein Packpferd schonst; vor allem, wenn das Pferd schwierige Wegsituationen noch nicht so gut kennt.

Prüfe vor deinem Abritt, ob du in dem Waldgebiet, durch das deine Strecke führt, tatsächlich das Reiten erlaubt ist. Vor allem solltest du dich erkundigen, ob du mit deinen Pferden im Wald campieren darfst. Wenn dies erlaubt ist, solltest du die Pferde zuerst einmal in Ruhe grasen lassen, bevor du sie in den für sie eingezäunten Bereich lässt. Ein tragbarer Elektrozaun ist leicht anzuwenden und zu transportieren. Die Batterien gibt es in verschiedenen Varianten und halten meist bis zu drei Wochen. Es ist jedoch wichtig, deine Pferde bereits daheim an einen Elektrozaun zu gewöhnen, bevor du sie bei deinem Wanderritt damit konfrontierst. Wenn du einen Bereich absteckst, solltest du diesen in regelmäßigen Abständen wechseln, damit der Boden durch das Grasen und die Bewegung der Pferde nicht zu sehr geschädigt wird. Siehst du bereits eine runde Fläche, die sich von der Umgebung des Bodens stark unterscheidet, bist du bereits zu spät dran mit dem Umsetzen des Zaunes.

Hast du vor, in Amerika solch einen Wanderritt zu planen, solltest du dich dort an das Forest Service wenden, um diesbezügliche Informationen zu erhalten. Jedes Forest Service kann dir auch Kontaktinformationen der zuständigen Stellen in anderen Waldgegenden zur Verfügung stellen.

 

Haken für die Anhängerkupplung

Text: William Blackman (Fayetteville, North Carolina)

Ein einfaches und günstiges Werkzeug kann das Anhängen des Pferdeanhängers sehr erleichtern. Nimm einen 1,2 Meter langen, ca. 2 cm dicken Kabelkanal. Davon klemmst du zirka 10 cm in einen Schraubstock und drückst damit den Kanal so flach wie möglich. Danach biegst du von den 10 cm, die flach gedrückt sind, zirka 5 cm in einem rechten Winkel ab. Diesen Haken kannst du dann zum Ein- oder Ausrasten der Anhängerkupplung verwenden. Außerdem kann man diesen Haken auch im Auto oder LKW gut einsetzen, um etwas aus dem Kofferraum zu holen, das weiter hinten verstaut ist. Du kannst damit vermeiden, in den Kofferraum klettern zu müssen. Solch ein Rohr kostet zirka 3 Dollar, damit kann man zwei Haken anfertigen.

 

Achtung beim Trailer-Fahren

Text: Pat Close (Elizabeth, Colorado)

Bei warmem Wetter sieht man immer wieder Pferdetransporter, deren Fenster komplett geöffnet sind, sodass die Pferde während der Fahrt ihre Köpfe aus dem Fenster hängen können. Sicher ist dies eine willkommene Abkühlung für die Pferde, doch es ist auch sehr gefährlich. Ein Pferd kann durch einen Stein, der durch ein vorbeifahrendes Auto aufgewirbelt wird, am Auge getroffen werden und dieses verlieren. (Denke, dass auch die Windschutzscheibe eines Autos durch Steine beschädigt werden kann.) Das Pferdeauge kann auch durch ein Insekt verletzt werden. Der Fahrtwind kann auch zu Augenentzündungen führen. Im schlimmsten Fall kann das Pferd am Kopf sogar tödlich verletzt werden, wenn ein vorbeifahrender LKW zu knapp am Transporter vorbeifährt und den Kopf des Pferdes berührt.

Willst du die Fenster bei hohen Temperaturen offen lassen, sollten auf jeden Fall Schutzgitter vorhanden sein, die verhindern, dass die Pferde ihren Kopf aus dem Transporter hängen lassen können. Viele Hersteller von Pferdetransportern bieten diese Gitter an.

 

Schutz für die Baumrinden

Text: Bonnie Davis (Fremont, Kalifornien)

Beim Aufräumen deiner Sattelkammer solltest du Leinensäcke, die du findest, nicht wegwerfen. Diese Säcke können sehr hilfreich sein, wenn du dein Pferd an einem Baum anbinden möchtest. Sie eignen sich nämlich hervorragend zum Schutz der Baumrinde. Falte den Leinensack vierfach zusammen und lege ihn um den Baumstamm, bevor du den Anbindestrick des Pferdes herumbindest. So ist die Rinde davor geschützt, vom Strick beschädigt zu werden. Jeder Spaziergänger wird sich freuen, wenn er sieht, dass du die Natur schützt.

 

Hecklichter

Text: Randy Steffen

Dieser Tipp wirkt anfangs eher belustigend, doch bei näherer Betrachtung hat er durchaus einen Sinn. Wohnst du mit deinem Pferd in einer Gegend, in der es stark befahrene Straßen gibt, die du entlang reiten musst, ist zu empfehlen, bei Dunkelheit sein Pferd zu beleuchten. Dies kann das Unfallrisiko für dich und dein Pferd verringern, da man euch besser sehen kann. Das selbst gebastelte „Hecklicht“ ist ganz einfach herzustellen. Nimm weißen Stoff und Ringe, damit du den Stoff hinter dem Sattel an den Sattelringen montieren kannst. Dann montierst du eine Reihe von kleinen roten Reflektoren am unteren Ende des Stoffes. Diese reflektieren das Licht der von hinten herankommenden Autos – und durch wirst besser gesehen. Es ist zu empfehlen, diese Reflektoren auch an der Seite des Stoffes zu platzieren, damit du ebenso von der Seite her bei Dunkelheit gesehen wirst.

 

Keine Überraschungen

Text: Dick Spencer (Colorado Springs, Colorado)

Übernachtest du im Freien, solltest du diesen Tipp aus früheren Zeiten beherzigen, der verhindert, dass man am nächsten Morgen eine böse Überraschung in seinen Stiefeln vorfindet. Schon vor vielen Jahren verbrachten die Cowboys gesellige Stunden am Lagerfeuer, während so manches Getier sich ein warmes Plätzchen in den ausgezogenen Stiefeln der Cowboys suchte. Dies waren beispielsweise Skorpione, Taranteln, Schlagen. Nur ein richtiger Greenhorn zog in der Früh seine Stiefeln an, ohne sie vorher auszuschütteln und aneinander zu schlagen. Nachfolgender Tipp verhindert, dass du unerwünschten Besuch in deinen Stiefeln bekommst. Wenn du deine Boots abends ausziehst, stecke die Stiefelschäfte ineinander. Somit haben es die Krabbeltiere schwerer, in die Stiefel zu kommen. Trotzdem solltest du am Morgen nochmals die Stiefel ausklopfen, um auf Nummer Sicher zu gehen.

 

Wo ist Süden?

Text: Bob Lantis (Rapid City, South Dakota)

Wenn du keinen Kompass am Handy hast, kannst du deine Armbanduhr dazu verwenden, die Himmelsrichtung zu bestimmen. Jedoch eignen sich nur Armbanduhren mit Ziffernblatt dafür jedoch nicht digitale Uhren. Am besten nimmst du deine Uhr vom Handgelenk und hältst sie in der Hand. Der Stundenzeiger sollte auf die Sonne zeigen. Der Punkt, der sich dann zwischen dem Stundenzeiger und der Zahl 12 befindet, zeigt auf Süden.

 

Futterbeutel

Text: Debby Miller (Thousand Oaks, Kalifornien)

Futterbeutel aus Netzgewebe sind sehr langlebig. Das Netzgewebe ist so fein, dass das Futter nicht durchrieseln kann, jedoch weit genug, damit das Pferd mit diesem Beutel um seine Nase trotzdem trinken kann und das Wasser gleich wieder aus dem Futterbeutel abläuft, damit das Pferd nicht am Wasser ersticken kann. Das Material bekommst du bei Zelt- oder Planenherstellern, ist aus synthetischen Fasermaschen und wird auch als Material für LKW-Planen eingesetzt. Besonders das starke Gewebe zeichnet dieses Material aus und wird für solch einen Futterbeutel benötigt. Man kann die Beutel flach zusammenlegen, damit sie wenig Platz benötigen. So sind sie hervorragend für mehrtägige Wanderritte geeignet.