My Great Adventure Texas

Text & Fotos: Anna Wöhrer

 

Diverse Fotos - Bitte das Portrait von Anna dazu geben.

 

 

 

Es gibt kaum einen Pferdefan, dem nicht das Herz aufgeht, wenn er von Texas hört. Man denkt sofort an die großen Ranches, die vielen berühmten Trainer, die tollen Pferde, an flirrende Hitze und Country-Music im Radio. Nun hatte ich diesen Sommer die tolle Chance, fünf Wochen in diesem sehr heißen „Lone Star State“ zu verbringen.

Durch meine Freundin, Leona Dries, bekam ich diese wundervolle Chance, eine andere Welt kennen zu lernen. Fünf Wochen lebte ich bei Familie Johnson in Gainesville, nördlich von Dallas. Die Aussichten, bei einem World und Futurity Champion zu wohnen und mitzuarbeiten, vielleicht sogar einmal zu reiten, waren natürlich ein zusätzlicher Anreiz. Meine Aufgaben bestanden darin auszumisten, zu füttern, den Pferden Wasser nachzufüllen, die Pferde für Craig herzurichten und auch hin und wieder seine Pferde warmzureiten.

Was mir die Arbeit am Anfang besonders erschwerte, war die Hitze, denn es macht einen großen Unterschied, ob man bei 28°C oder 44°C den Stall ausmistet. Wasser ist bei so einer Temperatur essentiell.

Auf der Three Circle Ranch gab es 16 Trainingspferde sowie zwei Stuten mit ihren Fohlen, eine trächtige Stute und zwei Einjährige. Was mir gleich bei den Trainingspferden auffiel, war die Tatsache, dass – abgesehen von zwei Pferden – keines älter als vier Jahre alt war. Höchst erfreut war ich darüber, dass ich schon vom zweiten Tag an einige der Pferde reiten durfte. Besonders angetan war ich von einer zweijährigen Stute mit Spitznamen Dirt. Als ich sie das erste Mal reiten durfte, wusste ich nicht, dass es sich um ein so junges Pferd handelte. Für ihr Alter war sie beim Reiten schon so entspannt und vertrauensseelig gegenüber dem Reiter, dass sie sofort meine Zuneigung gewann.

Auch die Einstellung den Pferden gegenüber gefiel mir sehr. Wenn sich ein Pferd vor etwas schreckt, ist es die Schuld des Reiters, da er das Pferd nicht auf so eine Situation vorbereitet hat. Diese Einstellung ist meiner Meinung nach vorbildlich.

Was mir besonders in der Region um Gainesville auffiel, waren die vielen Ranches. Auf den meisten Koppeln oder Weiden von Kühen standen kleine Ölpumpen. In den ganzen fünf Wochen regnete es kein einziges Mal. Die Landschaft wurde von Tag zu Tag trockener, und wir hatten eine regelrechte Heuschrecken-Plage.

In unserer Freizeit besuchten wir verschiedene Western Stores, den wunderschönen, kleinen Zoo direkt in Gainesville sowie ein Rodeo, das Battle in the Saddle in Oklahoma City, ein Cutting in Fort Worth, die Stockyards in Fort Worth, den Dallas Artdistrict und noch vieles mehr. Ich hatte sehr viel Spaß.

Besonders das Battle in the Saddle mit seinen Bewerben Barrel Race, Match Roping, Working Cowhorse oder meinem Favoriten Mounted Shooting gefiel mir. Mounted Shooting war mir bis dahin ein unbekannter Bewerb. Es geht darum, im rasenden Tempo einen Slalom durch auf Stangen montierte Luftballons zu reiten und diese abzuschießen. In der riesigen Showarena konnte man die Begeisterung der Zuschauer förmlich spüren. Der Nervenkitzel ist besonders stark, da der Wettbewerb auf Zeit geht. Mich begeisterte die Tatsache, dass nicht nur Frauen und Männer teilnahmen, sondern auch Jugendliche. Der jüngste Starter war vierzehn Jahre alt. Im Finale gewann ein Sechzehnjähriger, sein Vater wurde Zweiter. Auch die Pferde waren in diesem Bewerb erstaunlich, anfangs waren sie entspannt, und sobald die Musik laut gestellt wurde und sie hinter der Startlinie waren, rasten sie los. Das Tempo, in dem sie sich in die Kurven legten, war unbeschreiblich. Das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.

Wir besuchten auch die McQuay Stables, und ich muss sagen, es war ein tolles Gefühl, neben dem berühmten Gunner zu stehen und mit Tim McQuay persönlich sprechen zu können. Nicht nur die Anlage war beeindruckend, sondern auch die Pferde.

In diesem Sommer konnte ich so viele interessante Menschen kennen lernen und so viel Neues sehen. Ich habe viel dazugelernt und hatte die Chance, viele außergewöhnliche Trainer und Reiter zu beobachten und mir einiges abzuschauen. Diese Reise werde ich nie vergessen.