Texas
Das richtige Bauchgefühl
Mitte April habe ich nach dem Motto „jetzt oder nie“ meinen Mut zusammengefasst und beschlossen, für drei Monate nach Amerika zu gehen. Somit war ich zwei Wochen später schon im Flugzeug unterwegs nach Dallas/Fort Worth. Ich hatte mir einen Trainer ausgesucht, den ich eigentlich gar nicht kannte, aber mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich hier viel lernen könnte und gut aufgehoben bin. Mein Bauchgefühl lag richtig. Ich verstand mich auf Anhieb mit Steve und seiner Frau Charissa. Sie sind unglaublich nette, offene Menschen, bei denen man sich einfach gleich zu Hause fühlt.
Ich konnte hier viele Erfahrungen sammeln. Vom 2-jährigen bis zum fertigen Reiner hatten wir alles dabei. Das wohl beeindruckendste Reining-Pferd war aber Ichibon DMF, alias Petri. Das Außergewöhnliche an Petri ist, dass er kein Quarter Horse, sondern ein Andalusier ist. Der Hengst wird in NRHA Shows und bei den Andalusier-Meisterschaften geshowt. Seine Runs haben schon viele Quarters das Fürchten gelehrt. Außerdem haben wir noch einen Lusitano (der auch zurzeit Reining und Working Cowhorse trainiert wird), ein riesiges Dressur-Pferd und so ca. 18 Quarter Horses. (Die meisten sind Trainingspferde, die ständig wechseln.) Auf unserer großzügigen Koppel wohnt noch eine Esel-Dame, namens Jenni Creek, und eine pensionierte Quarter/Lusitano-Stute, die leider nur noch ein Auge hat. Auf unseren Paddocks leben auch noch 3 Polo-Pferde (die wir ein bisschen mehr reitbar machen sollten), 2 Ziegen und die Stuten, die Petri decken soll. Kurz gesagt, es gab immer volles Haus!
Da Steve und ich in unseren Trainingweisen sehr ähnlich sind, gewöhnte ich mich schnell ein und bekam gleich ein paar Pferde ins Training. Das lief so gut, dass ich nach kurzer Zeit schon Reitstunden übernehmen konnte und Ende Juli einen Trail-Kurs auf unserer Anlage abhielt. Aber das war nicht mein einziger Highlight im Juli! Ich durfte die Quarter Horse-Stute Ms Extreme Makeover bei einer Stockhorse Show und dann auf einer NRHA Show in Waco starten.
Stock Horse Show
Am 15. Juli waren wir unterwegs nach Sulphur Springs zu meiner ersten Show in den USA. Im Gepäck hatten wir Ms Extreme Makeover, alias Missy. Am nächsten Tag hatten wir am Vormittag die Reining. Da der Boden leider sehr schlecht war, galppierten wir den Pattern locker durch und wurden in der Open Reining Sechste. Ich war sehr stolz auf Missy.
Da wir einen Tag früher angereist waren (3 Stunden Fahrt), hatte ich die Möglichkeit, Missy noch einen Crash-Kurs im Trail zu geben. Obwohl sie nur ein paar Mal in der Reinig geshowt wurde, ließ sie sich im Trail von kaum etwas beeindrucken. Der Trail bei einer Stock Horse Show wird wirklich sehr realistisch gestaltet. Er fand auf einer offenen Wiese statt.
Wir mussten einen Rope Dummy hinter uns herziehen (der war schwer!) und dabei einen Achter um zwei Bäume reiten. Danach mussten wir durch ein Zelt reiten, ein Tor bewältigen, schwere Satteltaschen aufheben und mit ihnen über 4 Stangen traben. Danach hatten wir 4 Baumstämme zum Darübergaloppieren. Dann mussten wir an einem Feuer vorbei, durch Hütchen traben und bergauf ein L rückwärts und zum Abschluss über eine Brücke gehen. Es war eine Gitterbrücke, die einfach mit Gummimatten ausgelegt war (machte einen riesen Lärm, wenn man darüber ging). Auf den Seiten waren Spanplatten gefestigt, die mir bis zum Ellenbogen gingen. Die Brücke ging sogar über einen echten Bach. Also so einen Trail habe ich noch nie gesehen. Aber es machte irre Spaß! Und Missy war einfach spitze!
Der Trail wird hier nicht so gerichtet wie bei uns. Hier geht es nicht um Präzision beim Bewältigen der Aufgabe oder die Aufmerksamkeit des Pferdes, sondern das Motto des Stock Horse Trails ist „Get the job done!“ Also landeten wir leider nur am 10. Platz. Ich war ihnen zu wenig „ranchy“.
Am Abend hatten wir noch eine Pleasure. Die Stock Horse Pleasure kann man eher mit unserer Horsemanship vergleichen. Man ist alleine in der Halle und muss einen Pattern reiten. Missy und ich waren aber von den 44 Grad (!), die wir den ganzen Tag hatten, schon so ausgelaugt, dass wir den letzten Bewerb einfach nur noch hinter uns brachten. Die Trab- und Galoppverstärkungen nahmen wir nicht mehr so ganz ernst und waren somit (aber mit einem hohem Score) in der Open Pleasure auf dem 8. Rang.
Im Großen und Ganzen war es also eine erfolgreiche erste Show für Missy und mich. Sie war in jedem Bewerb voll bei mir, und wir waren in den 3 Open-Bewerben, wo immer mindestens 17 Teilnehmer waren, überall in den Top 10 platziert!
Oklahoma City – NRHA Derby
Von 27. Juni bis 2.
Juli fand das NRHA Derby in Oklahoma City statt. Am Samstag konnten auch wir
hinfahren, um uns das Finale anzuschauen. Die riesige Anlage war beeindruckend.
Über 400 Pferde waren für das Open Derby genannt. 69 hatten es ins Finale
geschafft. Open Derby Champion 2011 wurde NRHA 2 Million Dollar Rider Andrea
Fappani mit Tinker With Guns (Gunner x Tinker Nic). Der 5-jährige Hengst hatte
einen Score von 228. Es war toll, das Derby live mitzuerleben! Es war auch
beruhigend zu sehen, dass sogar die ganz großen Namen in der Reining-Szene
Fehler machen können.
Steve Kutie-Kurse in Österreich
Am 3. und 4. September hält Steve bei uns im Gestüt Kollecker in Nöstach einen Kurs ab (eventuell noch Kursplätze frei). Zuschauer sind auf jeden Fall gerne willkommen! (25 € - 1 Tag, 40 € - beide Tage.) Das ist eine tolle Möglichkeit, Steve kennen zu lernen, denn das wird nicht sein letzter Besuch in Österreich bleiben. Er ist auch danach noch ein paar Tage hier und gerne bereit, für eine Mini-Clinic zu euch in den Stall zu kommen!
Bei Fragen und Interesse erreicht ihr mich unter susanne@sue-horsetraining.at oder telefonisch unter 0664/1869815.
About Steve Kutie
Steve Kuties Karriere begann mit dem Trainieren von Dressurpferden in Ohio. Später zog er nach Texas und entdeckte die Faszination von Reining, Cutting und Working Cow Horse. Da Steve neben dem Pferdetraining besonderen Wert auf Kurse und Unterricht legt, konnten schon viele seiner Schüler auf landesweiten Turnieren in verschiedenen Disziplinen (Hunt Seat, Trail, Pleasure, Horsemanship, Reining, Dressur…) überzeugen. Neben dem Training und Unterricht ist Steve ein anerkannter Turnierrichter und bemühter Kursleiter. Aber auch auf vielen Turnieren und Shows ist Steve selbst vertreten!
Steves Pferde und Schüler sind alle mit dem auf Dressur basierenden Programm „Training made easy“ zu ihren anerkannten Erfolgen gekommen. Er trainiert und lehrt mit der Überzeugung, dass, egal für welche Disziplin man trainiert oder ob man nur zum Spaß reitet, die klassische Basis überall zum Ziel führen kann. Da sein Programm mittlerweile so sehr gefragt ist, gibt es nun sogar eine DVD-Serie zu seinem „Made easy“-Programm! Egal ob du dein Reining-Pferd so gut wie möglich fördern möchtest oder, nur als Beispiel, eine glänzende Pleasure reiten möchtest. Lerne, wie leicht es sein kann! Lerne „Training made easy“!
www.stevekutie.com