Rundown Rehab

Wie vermeide ich die Vorausahnung meines Pferdes beim Rundown ? – Hier Tipps für eine sehr einfache Methode von NRHA Futurity Champion John Slack.

 

Text: Sue M. Copeland

Fotos: Cappy Jackson

Übersetzung: Sonja Grünauer

 

Event:  Reining

Ziel: Vermeiden, dass das Pferd beim Rundown den bevorstehenden Stopp vorausahnt.

Vorteile: Du beseitigst das Risiko, dass dein Pferd beim Rundown von selbst zu früh versucht, zu stoppen – noch bevor du das Kommando „whoa“ gegeben hast. Dadurch vermeidest du Fehlerpunkte und verbesserst dadurch die Stopps deines Pferdes, weil es auf deine Hilfen wartet.

 

Wenn du schon einige Reiningbewerbe beobachtet hast, hast du dieses Problem bereits schon gesehen: Der Reiter beschleunigt sein Pferd im Rundown, doch bevor das Paar den Stopp-Marker erreicht, versucht das Pferd bereits von selbst zu stoppen. Die Zuschauer stöhnen auf, die Richter schreiben in ihre Scoresheets, der ernüchterte Reiter verlässt mit hängendem Kopf samt Pferd die Arena. Dieser häufige Fehler passiert aus zwei Gründen: Einerseits ahnt das Pferd den bevorstehenden Stopp voraus und versucht, selbst einzuschätzen, wann der Stopp stattfinden soll, andererseits macht der Reiter eventuell eine kleine Bewegung mit seinem Körper, das Pferd interpretiert dies als Hilfe für den Stopp und versucht, diesen auszuführen. Dadurch wird der Reiter im Sattel nach vorne katapultiert, das erhoffte Preisgeld ist Geschichte.

Meine einfache Rundown Rehab wird dir helfen, dieses Problem zu beheben. Du wendest diese Methode an, um deinem Pferd das Vorausahnen abzugewöhnen, und lernst ihm, dass es nicht stoppen darf, bevor du das Kommando „whoa“ gibst.

1. Hier ein häufiges Szenario: Du sitzt tief im Sattel und lenkst mit deinem Sitz dein Pferd in Richtung Stopp-Marker.

2. Als du merkst, dass dein Pferd versucht, den Stopp einzuleiten, neigt sich dein Körper bereits im Sattel nach vorne, und du vermasselst den Rundown.

3. Hier die Korrektur-Maßnahme: Übe das Rundown-/Stopp-Manöver daheim, um dem Pferd das Vorausahnen abzugewöhnen. Sobald du spürst, dass dein Pferd seine Hinterhand tiefer nimmt, um den Stopp einzuleiten, gibst du ihm starke Vorwärts-Hilfen: Treibe es vorwärts mit deiner zügelführenden Hand, indem diese den Kopf des Pferdes wieder höher nimmt, und drücke beide Unterschenkel ans Pferd. Bei einem jungen Pferd ist dein Ziel, es vorwärts zu schicken, ohne es grob zu bestrafen. Du willst es nur korrigieren und nicht verängstigen. Bei einem älteren, erfahrenen Pferd kannst du mit der Korrektur etwas härter vorgehen, indem du entsprechenden Druck mit den Sporen auf das Pferd ausübst.

4. Mein Pferd beschleunigt aufgrund meiner Hilfen. Ich drücke mein Gewicht dabei vermehrt in den Sattel. Ich verlagere dadurch das Gewicht des Pferdes auf dessen Hinterhand. Du siehst auf dem Foto, dass das Pferd sein Gewicht korrekt auf die Hinterhand verlagert hat und flott vorwärts galoppiert. Sobald das Pferd das Tempo erreicht hat, das ich mir erwarte, …

5. ...lasse ich mit dem Schenkeldruck und den Zügelhilfen nach, um mit meiner Sitzhilfe (meinem Gewicht) das Pferd in den Stopp zu leiten. Doch anstatt zu stoppen, schicke ich das Pferd wieder vorwärts und mache erneut einen Rundown. Damit unterstreiche ich meine Botschaft ans Pferd, dass nur ich entscheide, wann es zu stoppen hat, und nicht das Pferd selbst. Das Pferd wird begreifen, dass es nur stoppen darf, wenn es das Kommando „whoa“ hört oder frontal an den Zaun geritten wird. Durch das mehrmalige Wiederholen dieser Übung kannst du eine dauerhafte Korrektur des Problems des Vorausahnens erreichen. Wann immer dein Pferd wieder von selbst stoppen will, kannst du ihm mit dieser Methode erneut erklären, dass du das Pattern kontrollierst und nicht das Pferd.