Ladys Portrait
Nora El Shammah
Meine Geschichte beginnt wie die von vielen: „Maama, ich wünsch᾽ mir ein Pferd! Ein Pferd wär das Paradies!“ Also schenkten mir meine Eltern zum siebenten Geburtstag einen Ritt auf einem Pony im Wiener Prater.
Und so begann meine Reitkarriere. Dressur, Springen und Rodeo auf störrischen Ponys bis zum Reiterpass. Ich habe es geliebt und wollte nichts sehnlicher als Profi-Springreiterin zu werden, aber stattdessen wechselten wir den Wohnsitz und es hatte sich „ausgeritten“ für längere Zeit.
Nach einigen Jahren mehr oder weniger fleißigem Medizinstudiums nahm mich meine beste Freundin, die zu dieser Zeit ein Praktikum in einem Westernreitstall absolvierte, mit zu einer Westernreitstunde bei Barbara Hengge. Von diesem Moment an war ich infiziert. Der liebevolle und vertrauenswürdige Charakter der Quarter Horses faszinierte mich so, dass ich mir einige Jahre später endlich meinen Kindheitstraum selbst erfüllte und mir mein Pferd Smart Leota kaufte. Dazu ist noch zu sagen, dass ich anfangs von ihr gar nicht so begeistert war, denn sie war ein Palomino und ich wollte nur ein schwarzes Pferd haben. Zum Glück erkannte mein damaliger Trainer Joedy Cunningham die Qualitäten dieses Pferdes und zu meinem noch größeren Glück hörte ich auf ihn.
Von diesem Moment an kreisten meine Gedanken nur noch um Leota, Turniere und Reining. Ich zog mit ihr in den Westernreitstall H&D Schulz und ergatterte einige schöne Preise und Pokale. – Meine Leota wurde auch wegen ihrer Schönheit ausgezeichnet (AQHA Grand Champion Halter).
Doch das Glück währte nicht lange. Leota verletzte sich sehr schwer und musste lange Zeit pausieren. Meine Lebensfreude war im Keller und jeden, den ich traf, jammerte ich an, bis meine Trainerin Vali Sagmeister endlich genug hatte und mir den zweijährigen Hengst Smart Earth and Fire aus der Zucht von Helmut Schulz zeigte. Wieder war ich unsicher. Diesmal passte zwar die Farbe, aber das Pferd war mir zu groß. Trotzdem hörte ich auf Vali, kratzte meine letzten Groschen zusammen und kaufte mir mein zweites Pferd.
So nahm alles doch noch eine gute Wendung. Leota ist inzwischen wieder gesund. Ich „zerfranse“ mich zwar zwischen Arbeit und zwei Pferden, aber ich bin glücklich und es macht mir wahnsinnig Spaß. Vor allem freue ich mich auf die zukünftigen Turniere mit Leota und meinem „Kleinen“.