Das Vorderbein hochbinden
Text: Joe Wimberly (Millsap/Texas)
Manche Pferde machen Probleme beim Hufbeschlag. Als Hufschmied muss ich in diesen Fällen einen Weg finden, das Vorderbein hochzubinden. Anfangs verwendete ich einen Sattel, doch dieser war mit der Zeit zu mühsam mit dem Transport im Auto. Ich versuchte es auch mit Hobbels. Außerdem versuchte ich den Pferdefuß in Richtung der Gurtenlage hochzubinden, doch in dieser Position hatte ich keinen guten Zugang zum Pferdehuf.
Die Lösung ist ein altes Bareback-Rigging. Ich nahm den Griff ab und ergänzte jeweils einen D-Ring auf jeder Seite. Dann nehme ich ein Baumwollseil und binde das Pferdebein in Richtung des Riggings hoch. Diese Methode funktioniert großartig. Zu Beginn mache ich einen Bowline-Knoten bei der Fessel des Pferdes, führe das Seil durch den Ring beim Rigging und befestige es dann mit einem schnell zu lösenden Knoten. Pferde, die sich nicht gerne an den Beinen anfassen lassen, kann man auch hier mit einem Seil arbeiten. Das Bareback-Rigging eignet sich übrigens auch hervorragend, um die Zirkuslektion „Niederlegen“ mit dem Pferd zu üben.
Bild: Ein altes Bareback-Rigging kann zum Hochbinden eines Vorderbeines verwendet werden, wenn das Pferd beim Hufschmied Probleme macht. Dieses Ranchpferd ist sanftmütig, außer wenn es der Hufschmied beschlagen will. Das Rigging ist in diesem Fall sehr hilfreich.
Sicheres Anbinden im Stall
Text: Mike Laughlin ( Eureka/Nevada)
Das Pferd sicher anzubinden, ist für Pferdebesitzer sehr wichtig. Hier eine ordentliche Variante, die auch von den Buckaroos im Pferdestall der Warm Springs Ranch in Eureka (Nevada) angewendet wird. Diese Variante gibt dem Pferd die Freiheit, sich beim Fressen zu bewegen. Man kann es mit dieser Anbindemethode auch beim Satteln problemlos bewegen, ohne dass es sich im Anbindeseil verhängen kann. Auch die Gefahr, dass das Pferd am Strick zurückreißt, ist damit minimiert. Ein Seil wird um den Dachbalken geschlungen. Ein Ring, z.B. ein alter Sattelgurt-Ring, wird am anderen Ende mit einem Bowline-Knoten befestigt. Die Gesamtlänge sollte vom Balken bis zur Pferdeschulter gehen. Das Führseil des Halfters kann dann am Ring befestigt werden, ohne dass ein frei baumelndes Ende übrig bleibt.
Führseil ohne Karabiner
Text: Dale Fredricks (Laredo/Texas)
Ein Grund, warum Seilhalfter so beliebt sind, ist, dass daran keine Metallteile sind, die brechen können. Warum also sollte man ein Führseil mit einem Karabiner aus Metall verwenden? Natürlich ermöglicht ein Karabiner, sehr schnell das Seil vom Halfter zu lösen. Als Kompromiss kann man auch einen Knoten mit dem Führseil machen, der sich schnell lösen lässt.
1. Binde eine Schlinge am Ende des Seiles. Ein guter Knoten, den man für die Schlinge anwendet, ist ein doppelter Handrückenknoten.
2. Führe die Schlinge durch die Doppelschlinge des Halfters, wie in Zeichnung 1 gezeigt.
3. Nun nimmt du das Seilende und führst es durch die doppelte Halfterschlinge.
4. Ziehe solange am Seil, bis das gesamte Seil durch die Doppelschlinge gezogen ist.
5. Zeichnung 2 zeigt den kompletten Knoten.
6. Um den Knoten zu öffnen, ziehe einfach das Führseil durch die Halfterschlingen zurück.
Mecate-Knoten
Text: Randy Steffen (Loomis/Kalifornien)
Um das Mecate zu binden, benötigt man ein Haar-Seil, das zwischen 3,5 und 4 Metern lang ist. An einem Ende sollte es einen Turk’s Head-Knoten und eine Tassel haben. Folge den Zeichnungen Schritt für Schritt, stelle die Zügellänge entsprechend ein, wenn du Schritt 3 erreicht hast, und es entstehen gut brauchbare Zügel in Kombination mit einem Führseil. Mache so viele Schlingen um das Bosal, die nötig sind, damit es korrekt passt, achte jedoch darauf, dass es nicht zu eng wird. Das Bosal sollte locker genug sein, damit es nicht an die Backenknochen drückt und nicht Druck ausübt, auch wenn die Zügel locker sind. Du kannst das Ende des Seils an den Sattelgurt stecken, damit du nach ihm greifen kannst, wenn du das Gefühl hast, das Pferd könnte dich runterbuckeln. Du kannst das Führseil allerdings auch aufwickeln und in der Nähe der Sattelfork platzieren.
Zeichnungen: Viele Reiter reiten eine Mecate und ein Snaffle Bit und verwenden dabei Slobber Straps, um die Mecate am Bit zu befestigen. Hier ist eine weitere Zeichnung, die zeigt, wie es funktioniert.
Der Tie-Up-Knoten
Text: Jed Greene (Yreka/Kalifornien)
Ein Hufschmied zeigte mir vor Jahren diesen Knoten, seitdem verwende ich nur noch diesen. Jeder Druck vom Pferd wirkt sich nicht direkt auf den Knoten aus, und mit einem schnellen Ruck kann man diesen lösen.
Jerk-Free-Knoten
Text: Chuck King (Colorado Springs/Colorado)
Hier ist ein Jerk-Free, ein Halfterseil-Knoten, gezeigt, den man verwendet, wenn man große Packriemen einsetzt. Die Reiter wenden diesen sehr oft an, außer wenn auf dem Weg viel Holz liegt, an dem sich die Pferde verhängen können. Führt man eine Gruppe von Packpferden, ist der Knoten hilfreich, um diese beisammen zu halten. Die Skizzen 1, 2 und 3 zeigen, wo das verbleibende Ende des Seils mit einem Jerk-Free-Knoten befestigt wird.
1. In der Nähe und vor der Anbindevorrichtung / vom Halfter / freies Ende des Führseils.
3. Ziehen, um den Knoten festzumachen / ruckweise ziehen, um den Knoten zu lösen / ziehen, um den Knoten fest zu machen.
Highline Prussic-Knoten
Text: Edd Blackler (Bigfork/Montana)
Zeichnung: Binde die Schlingen herum… Befestige ihn ordentlich / Der Knoten lässt sich an der Stange bewegen, wenn keine Spannung auf ihn einwirkt.
Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen, die unsere Wanderritte effizienter machen können. Da entdeckten wir den Prussic-Knoten (siehe Foto), den man beim Anbinden an hoch liegenden Metallstangen anwendet. Dieser Knoten kann an der Stange verschoben werden, wenn kein Druck darauf lastet, ist jedoch gut positioniert, sobald Druck durch das Anbinden des Pferdes ausgeübt wird. Damit die Pferde nach der Ankunft in einem Camp nicht zu lange an den Bäumen angebunden sein müssen, montieren wir unsere Metallstangen so schnell wie möglich, wo bereits vorab Knoten gebunden sind, was das Montieren zwischen den Bäumen sehr vereinfacht. Wie hier zu sehen, ist ein starker Metallring an die Stange geknotet. Dadurch muss man kein Anbindeseil mit Karabiner verwenden. Außerdem verhindert der Metallring, dass sich das Führseil löst, wenn sich das Pferd in kleinen Zirkeln unterhalb der hoch angelegten Stange bewegt.
Hackamore-Knoten
Text: Jack Swanson (Carmel Village/Kalifornien)
Man kann ein Hackamore in ein Halfter umwandeln – und dies mit einigen wenigen Handgriffen. Lege die Zügel an eine Seite des Halses, lass sie in der Nähe der Kehle über den Hals verlaufen. Ziehe das Ende an der anderen Seite des Halses nach unten, und schlinge diese unterhalb des Kopfes um die Zügel, um dann in der Nähe des Bosals eine Schlinge zu machen. Das Ende der Mecate wird dann durch die Schlinge gezogen.
Führseil-Knoten der Kavallerie
Text: Gary D. Kirchmeier (Cave Creek/Arizona)
Bei einem Ausritt will man vielleicht eine Rast einlegen und sein Pferd irgendwo anbinden. Man kann mit dem Halfter unter dem Zaumzeug reiten, doch das Versorgen des Führstricks am Sattel kann ein Problem sein. Hier ein einfacher Weg, um dieses Problem zu lösen. Es ist vergleichbar mit dem, was die Kavalleristen machten. Sieh dir die einfachen Schritte an und folge ihnen.
Zeichnung 1: Belasse das Seil am Halfter. Steh auf der linken Seite des Pferdes und nimm das Seil in die linke Hand. Führe deine Hand vom Halfter in dem Bereich des Halsansatzes. Mit der rechten Hand legst du das Seilende über den Pferdehals und führst es auf der anderen Seite des Halses wieder nach unten zu deiner linken Hand, wo der erste Teil des Seiles ist. Nimm dann das Seilende, das in deiner rechten Hand ist und nimm beide Seilteile zusammen, damit sich eine Schlinge in deiner linken Hand bildet. Schließe deine linke Hand an der Schlinge. Neige deine linke Faust nach vorne, damit sich eine zweite Schlinge um die Finger bildet, wie in Zeichnung 2 abgebildet. Nun greifst du mit der linken Hand nach allen 3 Teilen des Seiles, die 2 Schlingen formen. Du hast nun einen Bund aus 3 Strängen mit den Schlingen an den Enden, wie in Zeichnung 3 gezeigt. Das Ende des Führseils geht bereits durch die obere Schlinge. Beginne nun das Ende unterhalb zu wickeln, dann oberhalb des Bündels, so wie in Zeichnung 3. Mach weiter, bis der Großteil des Führseils eng um das Bündel gewickelt ist. Ganz zuletzt stecke das Seil durch den untersten Teil der Schlinge und ziehe alles zusammen. Der Knoten sollte nun wie in Zeichnung 4 aussehen. Halte den Knoten mit einer Hand. Nun ziehe am Seil, das zum Halfter führt. Nun ziehst du am Seil, das über den Hals des Pferdes führt. Die zieht den Knoten zusammen, damit er so wie in Zeichnung 5 aussieht. Ziehe allerdings nicht zu fest, da dies das Auflösen des Knotens erschwert. Es sollte nur so weit zusammengezogen werden, damit der Knoten hält. Das Ende soll allerdings etwas länger sein als bei Zeichnung 5, da das Gewicht eines längeren Endes die Schlinge besser hält. Der Knoten in Zeichnung 5 ist fertig und einsatzbereit. Wenn alles richtig gemacht ist, hängt er genauso, wie auf dem Foto abgebildet unter dem Pferdehals. Um den Knoten zu öffnen, nimm den Knoten in eine und die untere Schlinge in die andere Hand. Ziehe die Schlinge etwas heraus, um das Seilende aus der Schlinge zu nehmen. Dann einfach die Ringe abwickeln – und der Knoten wird auseinanderfallen.
Obwohl manche Reiter das Führseil beim Reiten am Halfter eingehängt lassen, bevorzugen andere Reiter, das Seil an einem D-Ring am Sattel einzuhängen, da sie es als sicherer empfinden. Dies vermeidet das leicht durchhängende Seil zwischen Halfter und Knoten am Pferdehals, in das das Pferd z.B. beim Trinken aus einem Bach oder beim Fressen von Gras hineinsteigen kann.