BAYERISCHE REITER IM STERNGARTL
Text/Fotos: Sabine Brackmann
Seit 35 Jahren gehen wir jedes Jahr mit unseren Pferden auf Tour und haben mittlerweile fast ganz Deutschland mit den Pferden erkundet. Auf der Suche nach neuen und landschaftlich reizvollen Gegenden bin ich im Internet auf die Reitregion OÖ Sterngartl aufmerksam geworden. Markierte Reitwege, Jausenstationen und Herbergen für Ross und Reiter – so etwas gibt es in Deutschland nicht. Endlich nicht mehr selbst mühsam das alles auskundschaften zu müssen!
Der Kurverband in Bad Leonfelden schickte mir die Wanderreitkarte, und ich konnte mir einen Überblick über die verschiedenen Reitwege machen. Ich kontaktierte Erwin Schabes, der mir ganz speziell auf uns zugeschnitten eine wunderbare Tour empfahl, die sowohl zu reiten als auch mit dem Sulky zu befahren ist. Details über die Strecke waren genau beschrieben, wie Länge, Teerstrassen, Gelände etc.
Start war an der Sterngartl Ranch. Wir wurden von Gaby herzlich empfangen, die Pferde bekamen Boxen, und wir wurden mit einem guten Abendessen versorgt. Am nächsten Morgen, gut gestärkt mit einer Brotzeit im Gepäck und mit Wanderreitkarte und Kompass bewaffnet, starteten wir zur „Grünen Weide“. Die aufgestellten Reitwegemarkierungen waren für mich neu und ungewohnt, gaben mir aber immer wieder die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es war so ein entspanntes Reiten und Fahren. Ich konnte so auch an den folgenden Tagen weitgehend auf Karte und Kompass verzichten. In der „Grünen Weide“ bekamen die Pferde Boxen und wir ein schönes Zimmer.
Am Nachmittag holte uns Helmut Freller mit dem Auto ab. Wir durften uns die Missouri Foxtrotter-Zucht anschauen und bekamen eine ausführliche Führung und Demonstration über diese Rasse, die auch in Deutschland nicht oft vertreten ist. Wir waren sehr beeindruckt! - Das nächste Pferd?
Am nächsten Tag war unser Ziel die „Penzion na Farme“ in Tschechien. Durch den Miesenwald Richtung Allhut ging’s auf weichen Wegen flott dahin. Ab der Grenze gibt es keine Reitwegemarkierungen. Frantisek hatte bei der ersten Weggabelung einen beschrifteten Karton für uns aufgehängt. Es ging durch Natur pur, große Weiden, Wiesen und Wald auf vererdenden Grenzwegen.
Penzion na Farme ist ein Familienhotel mit westlichem Standard. Wir wurden rundum verwöhnt, die Pferde standen auf einem großen Paddock unter den Bäumen.
Am nächsten Tag, durch den tschechischen Wald Richtung Marks, waren es leider nur Teerstraßen, und es gab eine Unmenge an Pferdebremsen. Nach der Grenze wurde alles wieder besser. Über Silberschlag – Hölzerner Herrgott – Eberschlag – Vorderweißenbach erreichten wir auf gut markierten Wegen die Reiterherberge Reingruber. Eine schöne Strecke zum Reiten und Fahren. Die Pferde durften erst auf die Weide und später in die Boxen. Auf uns warteten schon ein guter Schweinsbraten und nette Gespräche mit den Reingrubers und Erwin Schabes, der uns hier mit seiner Frau besuchte.
Am Abend wechselte sich meine Tochter Kathi als Reiterin mit meinem Mann als Fahrer ab, und so ritten wir die folgenden drei Tage auf Strecken, die zum Fahren nicht geeignet, aber wunderschön für uns zum Galoppieren waren. Unter anderem durchs Wasser bei der gefrorenen Pipe wieder zu der Sterngartl Ranch.
Tags drauf ritten wir auf gut markierten Wegen über den Affenberg, der die Pferde ganz schön ins Schwitzen brachte, zum Enzenhofer. Wieder wurden wir herzlich aufgenommen und bestens versorgt.
Auf einer kürzeren Route ging es am nächsten Tag in zwei Stunden zurück zur Sterngartl Ranch. Die Pferde wurden versorgt und verladen. Wir mussten leider unsere Heimreise antreten. Ein schöner Urlaub war zu Ende, den wir nächstes Jahr Richtung Kernland fortsetzen wollen.
( 6 Fotos im Anhang )