Anti Schreck Trainingskurs

Gelassenheit, Coolness, Nervenstärke…

All das erwartet man von einem QH. Ein wichtiger Punkt in der Zucht dieser Rasse. Immer noch? Oder wird diese Eigenschaft schon etwas vernachlässigt?

Sei wie es sei, GELASSENHEIT spielt im Pferdesport eine sehr große und wichtige Rolle.

Speziell im Freizeitbereich, wo Pferde oft vielseitiger eingesetzt werden als im Turniersport, sollen Pferde sicher sein. SICHER SEIN, ein Ding der Unmöglichkeit, denn zum Glück sind Pferde keine Maschinen. Und ihren Fluchtinstinkt wird man so schnell nicht rauszüchten können. Gelassenheit und Nervenstärke sind aber trainierbar und kennen KEINE Rasse!

JEDES Pferd kann lernen, sich mit bestimmten Situationen auseinanderzusetzen und den Fluchtinstinkt zu unterdrücken. Je mehr akustische und optische Reize es kennen lernen DARF, umso sicherer wird es werden. Und das hat nichts mit Rasse zu tun.

Und für diesen Zweck fand sich eine bunte Herde mit den dazugehörenden Zweibeinern in Grossgmain am Reitplatz ein, zum ANTI SCHRECK TRAINING.

Haflinger, Paint Horse, ein seltener Tolfetano und Vollblut Araber waren die „Klienten“. Mensch und Tier waren gespannt, wie und was da wohl auf sie zukam.

Brücke, Flattervorhang, Krokodil zum Nachziehen, Luftballons, Klappersack, Tonnen zum Rollen, Spray, Plane, Fahne, Wunderkerzen… Die Pferde zeigten sich von Anfang an neugierig und machten super mit. Sogar der ganz junge Araber Tesoro, für den alles das erste Mal war (Hänger fahren, fremder Platz, fremde Pferde…), zeigte sich von seiner besten Seite. Weit weg von „typisch Araber, wie man es immer wieder hört!

Die Aufgaben wurden vom Boden aus bewältigt. Jedes Pferd hatte hierbei seine Lieblingsaufgabe. Mit jedem Hindernis wuchs auch das Vertrauen der Besitzer in ihre Pferde. Alle wurden selbstsicherer, GELASSENER und waren furchtbar stolz auf ihre Vierbeiner!

Am Nachmittag ging es dann in die Reithalle, um das Gelernte auch in anderen Situationen abzufragen. Ein anderes Flatterband, Lamas, fremde Geräusche, die Pferde machten auch hier super mit.

Zum Abschluss wurden die verschiedenen SCHRECKHINDERNISSE noch geritten. Die eigene Anspannung beim Reiten quittierten die Pferde sofort mit Unsicherheit. Atmen hilft, Ruhe bewahren, VERTRAUEN – und schon klappten alle Hürden.

Als krönenden Abschluss gab es dann noch für jeden eine Wunderkerze in die Hand, und selbst hier vertrauten die Pferde ihren Menschen und machten sich NICHT auf die Flucht.

Alle konnten positive Erfahrungen schöpfen, Vertrauen wurde auf- oder ausgebaut. Ein etwas anderer Kurstag ging zu Ende.

 

Text & Fotos: Sabine Schmidhammer

 

Und Sabine beim Lehrgang zum Behinderten-Lehrwart!