Text: Sonja Kroneis

Fotos: CK Photographics

 

 

 

Austrian Western Classic und Maturity Weikersdorf 2011

 

Blitz und Donner!

 

Fast hätten es das Austrian Western Classic und die Maturity in Weikersdorf in die Abendnachrichten geschafft. Gott sei Dank schlug der Blitz des heftigen Gewitters am Freitagnachmittag aber „nur“ knapp neben einem der über 160 Teilnehmer ein. Die restliche Zeit war der Wettergott dem Turnier jedoch so hold, dass am Sonntagvormittag die Trailbewerbe sogar bei strahlendem Sonnenschein im Freien ausgetragen werden konnten. – Eine Novität für ein Westernreitturnier in Weikersdorf. Und sogar eine zweite Beschallung inklusive professioneller Turniersprecher hatten die Veranstalter organisiert. Zuseher und Teilnehmer waren davon gleichermaßen begeistert.

Das Abreiten war unter so vielen Gleichgesinnten wesentlich entspannter als wenn Reining und Allroundreiter sich den Abreitplatz teilen müssen. Die wunderschönen, wertvollen Turniershowoutfits erstrahlten im Sonnenschein in ihrer ganzen Pracht.

Golden Series

Der mit 1.000 Euro dotierte Golden Series Trail hatte besonders viele Starter angelockt. Diesmal ging es ja auch um den von Horsemans Paradise gesponserten Sattel. Den Sieg holte sich Ruth Linder auf ihrer Quarter Horse-Stute Cee Ma Princess. Die beste Gesamtwertung aus den Turnieren im März und Mai erreichte Claudia Bartonek mit ihrem bewährten Scotch Hot Rodney, und damit konnte sie den prächtigen Trophysattel mitnehmen.

Hauptbewerbe – Reining Maturity

Insgesamt kamen beim Austrian Classic knapp 38.000 Euro zur Auszahlung! Den „Jackpot“ mit 7.463 Euro erritt Dennis Schulz auf Smart N Artful, im Besitz von Andreas Hörmanseder. Er gewann mit einem Score von 218 die Open Maturity, die gleichzeitig in Level 2, 3 und 4 ausgetragen wurde. Ihm knapp auf den Fersen – mit einem Score von 216,5 – landete Gerald Freitag auf Tuf Lil Rawhide, im Besitz von Matthias Koch, der 5.767 Euro nach Hause nehmen konnte.

Beherrschten die Open-Klasse die männlichen Profis, machten in der Non Pro Maturity zwei junge Damen auf sich aufmerksam. Mit einem fulminanten Ritt und einem Score von 217 konnte Angelika Warg mit Gay Jays Little Step die Maturity gewinnen und 4.375 Euro in Empfang nehmen. Mit nur 3 Punkten Rückstand erreichte Ina Hadj-Abdou auf Smart Arrow O Rima den 2. Platz.

NRHA-Starts bis nach Mitternacht

Neben der Maturity waren auch alle anderen NRHA-Bewerbe dermaßen gut besucht, dass die Zeit von 8:00 Uhr am Morgen bis Mitternacht trotz der straffen Organisation nicht für die vielen Starts ausreichte. Mancher Non Pro-Reiter erfuhr erst sehr zeitig am Samstag, ob er es ins Finale der Maturity geschafft hatte.

In den anderen NRHA-Bewerben lenkte Gerald Sandmayr mit Sail In Fashion die Aufmerksamkeit der Zuseher auf sich. Er konnte nicht nur die Intermediate Non Pro, die Limited Non Pro und die Novice Horse Non Pro Reining gewinnen, sondern belegte hinter Gerold Dautzenberg auch noch den 2. Platz in der ZNS Amateur Reining.

Doppelte AQHA Show

Dave Young und Ricky Bordignon waren nicht nur gekommen, um neben Vreni Schmid die NRHA-Bewerbe zu richten, sie beurteilten auch die Vorführungen der AQHA Shows.

Unter den Amateurreitern fiel besonders Alexandra Ortner auf, die auf Reinhold „Major“ Kleinschusters bereits 17-jährigem Hengst Wranglers Tivio in beiden Shows die All Around Trophy gewann. Um dieses Meisterstück zu schaffen, startete Alexandra neben Trail Reining, Pleasure und Western Riding auch zwei für ihr Pferd völlig neue Bewerbe – Showmanship at Halter und Hunter under Saddle. Und da soll noch einmal jemand sagen, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.

Bei den Youthreitern konnte Sara Maier mit ARC Spirit of BH die besten Gesamtergebnisse vorweisen und die beiden All Around Trophys nach Hause nehmen.

Die beiden Grand Champion Mares wurden in Show 1 Send My Chex, im Besitz von Elisabeth Seif, und in Show 2 Zip For Roses, im Besitz von Edeltraud Drimmel.

Rasseoffene Klassen

Immer wenn sich so viele Reiner und Quarter Horses auf einem Turnierplatz in Österreich treffen, halten sich die Allroundreiter der anderen Rassen etwas im Hintergrund. Und so besuchten die rasseoffenen Bewerben neben etlichen Quarter Horses nur 12 andersrassige Pferde. Was dem Niveau der Ritte keinen Abbruch tat, aber die Starterzahlen eher geringer hielt. Dadurch wird es vielleicht das letzte Mal gewesen sein, dass beim Maiturnier in Weikersdorf diese Klassen angeboten werden. Schließlich kommt es ja allen Teilnehmern zugute, wenn die Bewerbe nicht bis spät in die Nacht dauern und genügend Zeit für das Abreiten, auch in der Austragungshalle, vorhanden ist.

In den rasseoffenen Bewerben konnte Elisabeth Kulmer gleich zwei All Around Champion-Titel für sich verbuchen. In den Youthklassen gewann sie mit Diggers Alex Peppy, und in den Rookieklassen erreichte sie mit Major Dolly Incident den Titel. Amateur All Around wurde Eva Saly mit Spell Gimmick Olena.

Ausblick 2012

Am Sonntagnachmittag stand fest, dass das Team in Weikersdorf wieder ein gut organisiertes, erfolgreiches Westernreitturnier veranstaltet hatte. Trotzdem lassen es sich die Veranstalter nicht nehmen, immer wieder über Verbesserungen nachzudenken. So soll es im nächsten Jahr am Tag vor dem Turnier nicht nur das bewährte Reining paid Warm-up geben, sondern zwischen den Blöcken jeweils 1 Stunde freies Abreiten ohne Reiningmanöver. Auch vor den Pleasure-, Horsemanship- und Trailblöcken sollen Abreitzeiten für diese Disziplinen eingeschoben werden.

Und wenn das Wetter mitspielt, ist weiters an eine Wiederholung der Trailbewerbe auf dem Außenreitplatz gedacht. Dann sollte einem nicht nur erfolgreichen, sondern auch entspannteren Austrian Classic 2012 nichts mehr im Wege stehen.

Sonja Kroneis