Lady Portrait Roman Kerner

Pferde sind meine große Passion – schon als Kleinkind konnte mich nichts und niemand von diesen interessanten Tieren fernhalten. Im zarten Alter von 5 Jahren saß ich bei einer Geburtstagsfeier zum ersten Mal auf einem Pferd. Wenige Monate später wurde keine fünf Geh-Minuten von meinem Elternhaus entfernt eine Reitanlage errichtet. Damit waren die Weichen für meine "sportliche Zukunft" gestellt: Zum 6. Geburtstag bekam ich den ersten 10er-Block, meine erste Reitstunde im Englisch-Sattel fand im Juli 1981 statt. Seitdem bin ich ihnen verfallen, diesen herrlichen Geschöpfen! In meiner Kindheit bemühte ich mich sehr, nebst den Reitstunden, die mir meine Eltern finanzierten, durch Stallausmisten, der Mithilfe bei der Heu- und Strohernte, Zaumzeug und Sattelputzen und anderen Tätigkeiten, so viele Reitstunden wie nur möglich zu erarbeiten. Ich kümmerte mich auch um unzählige Pflegepferde, bis zum eigenen Pferd jedoch zogen viele Jahre ins Land. Fast genau 25 Jahre nach meiner ersten Reitstunde war es dann endlich so weit: Mein Kindheitstraum wurde wahr – seit Juli 2006 darf ich den Appaloosa-Wallach Jumping Chex Flash mein Eigen nennen. Mit ihm gemeinsam wechselte ich auch ins Lager der Westernreiter, wo ich mich sehr wohl fühle.

Als unser gemeinsamer Lebensweg begann, war von der Teilnahme an Western Shows noch keine Rede. Vielmehr hatte mein Chexi die Aufgabe, mir mein Leben zu erleichtern, das zu dieser Zeit durch Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte geprägt war. Die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) hatte außerdem meinen Körper so stark geschädigt, dass ich sehr schwach war, gar nicht mehr laufen und nur mehr ganz langsam gehen konnte. Es schien fast unmöglich, die Anforderungen einer Show oder auch nur eines einzigen Bewerbes zu erfüllen. Doch oft kommt es anders, als man denkt: Das viele Reiten und die Beschäftigung mit meinem Pferd brachten eine außerordentliche Verbesserung meines Gesundheitszustandes. Im Herbst 2007 war es mir sogar möglich, das WRC zu absolvieren. Kurz darauf nahm ich an meinem ersten Turnier teil und gewann gleich mein erstes Mascherl (3. Platz Rookie Horsemanship). 2008 brachte nebst vielen Platzierungen auch die ersten Siege, 2009 bescherte uns u.a. einen AWA-Meistertitel im Trail Rookie. Bis Herbst 2009 waren Chexi und ich in den eher langsamen Disziplinen zu Hause, dann jedoch traf ich die Entscheidung, dass die schnelle Reining meinem Pferd gut täte und beschloss, unser Schicksal in die Hände von Gerald Freitag zu legen. Ich hatte zwar meine Zweifel, ob ein langjähriger Englisch-Reiter wie ich jemals Reining lernen könnte, doch ich vertraute auf Geralds Trainer-Fähigkeiten. Wie recht ich gehabt hatte! Es dauerte nicht einmal eine Saison und die ersten Reining-Erfolge stellten sich ein: 2010 gewannen wir u.a. den AWA-Meistertitel in der Reining NA und den Western Star Cup Reining Rookie.

Was die Turniersaison 2011 bringen wird, steht noch in den Sternen. Da Chexi seit Kurzem seine Eignung als Kinderreitpferd beeindruckend unter Beweis stellt, könnte es sogar sein, dass wir gemeinsam mit meiner Nichte Angelika bei einem KIDS-Führzügeltrail zu sehen sind.

Trotz aller Turnierambitionen ist es mein Pferd, dieses wunderbare Geschöpf, das im Mittelpunkt meines Interesses steht. Niemals werde ich vergessen, wie sehr er mir geholfen hat, meine noch vorhandene Rest-Gesundheit wiederzufinden und mein Leben neu zu ordnen. Seit Jahren hatte ich nun schon keine gröberen Probleme mehr mit der MS. Immer wieder mache ich mir bewußt, dass es dieses Pferd ist, dass mir tagtäglich hilft, mein Leben trotz dieser übermäßigen Belastung zu genießen. Ich könnte nun an dieser Stelle vielen Menschen danken, doch sie alle werden mir verzeihen, dass ich sie namentlich nicht angeführt habe, denn sie werden verstehen, dass ich meine Danksagung exklusiv ihm widmen möchte, diesem wunderbaren Appaloosa Jumping Chex Flash. Ein ganz ein dickes Dankeschön! Es sei ihm der Respekt sicher, den er sich verdient.

"Du bist mein Ruhepol. Ohne dich wäre mein Leben nicht im Lot."