Der Araber-Haflinger

Eine österreichische Rasse

Auch für den Westernsport

 

Ein Araber im Westernsport, bekanntlich nichts Neues. Ein Haflinger im Westernsport, okay, auch schon alt. Das gibt’s schon. Aber ein Araber-Haflinger?

Keine Mischung, kein Experiment, eigentlich auch nicht wirklich etwas Neues, denn der Haflo-Araber ist schon durch viele Ohren gewandert. Was wirklich neu an

der Sache ist, der Araber-Haflinger ist eine österreichische Rasse, die nicht nur vom Araber-Haflinger-Zuchtverband gefördert wird, sondern die neben etlichen anderen Disziplinen auch das Zeug dazu hat, ein äußerst gutes Westernpferd zu sein.

Der Haflinger ist ein kompaktes, genügsames, freundliches, mit dezentem Temperament ausgestattetes Kleinpferd, welches seine Freunde in der Familie hat, besonders unter den Kindern, unter den Fahrfans, unter jenen, die noch ein Arbeitspferd brauchen oder auch unter jenen, für die ein Haflinger einfach alles ist.

Der Araber, der Inbegriff des Adels aus dem Orient, intelligent, hart, schnell, ausdauernd, manchmal etwas hitzig, schön, ein Aha-Erlebnis. Alle diese Eigenschaften wollte man nun in einem Pferd vereinen. Und es scheint so, als wäre dies durchaus gelungen.

 

Foto: Karin Stibl mit ihrem westerngerittenen Araber Haflinger Jubals Red One

 

 

Foto: Vater von Jubals Red One, VB-Araber Jubal El Sur, bei der Meisterschaft der VB-Araber 2010

 

 

Gut ja, der Araber-Haflinger ist kein Quarter Horse, kein Paint und auch kein Appi, aber auch die Araber haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie gute Westernpferde sein können, nicht nur bei uns, sondern auch dort auf der anderen Seite des Teiches, und der Haflinger kann, wenn er will, auch gut auftreten.

Nun ist der Araber-Haflinger kein Riese, sondern fällt allein schon durch seine Größe von Stockmaßen, die wir von unseren Westernpferderassen gewohnt sind, in dieselbe Kategorie. Das Breite, das so manchem Haflinger eigen ist, fällt weg. Diese Rasse besitzt durch den adeligen Blutanteil etwas mehr Pepp.

Auffallend ist, dass so mancher Araber-Haflinger eine stark bemuskelte, runde Hinterhand und einen kurzen Rücken hat, was Manöver wie Turns, Spins und Stopps einfacher werden lässt.

Dass sie sehr flott unterwegs und dabei auf Turnieren vorn dabei sein können, haben sie längst gezeigt. Sie sind zu finden im Springsport, auf Distanzen, in der Dressur, beim Fahren oder auf Spezialeinsätzen wie beim therapeutischen Reiten – teils mit herausragenden Leistungen.

Doch auch als Freizeitpferd ist der Araber-Haflinger sehr beliebt. Es fehlt nur noch der kleine Kick, den er braucht, um auch im Westernsport zu punkten.

Oh ja, es gab bereits einige wenige Vertreter, die sich in den Bereichen Trail, Pleasure, Western Horsemanship und Westernriding versucht haben, auch mit guten Erfolgen, doch neben der breiten Masse an Quarter Horses, Paints und Appaloosas sind sie nicht wirklich aufgefallen bzw. wurden sie unter der Kategorie „nicht westernmäßige Mischlinge“ abgetan. Wirklich gefragt hat niemand nach der Rasse… und es steht diesen besonderen Pferden nicht auf die Stirn geschrieben.

Foto: Martina Möstlinger mit ihrem Araber-Haflinger Gazal. Der pensionierte 22-jährige startete in jungen Jahren erfolgreich in Trail-Bewerben.

 

 

Ich glaube ich, dass der Araber-Haflinger als eingetragene Rasse, betreut vom Araber-Haflinger-Zuchtverband, der geeignete Zuchttiere aufnimmt, Züchter betreut, Fohlen registriert und markiert, seine Mitglieder unterstützt und nach allen Regeln versucht, die Rasse bekannter zu machen, eine faire Chance verdient hat, sich in der Westernszene zu etablieren. Zumal der Araber-Haflinger rein österreichisch ist. Österreich sollte stolz sein, eine weitere der wenigen Rassen zu besitzen, die für uns typisch sind, noch dazu aus einer Rasse heraus, die von den Amerikanern zu gern als Styrian Quarter Horse bezeichnet wird: der Haflinger.

Stolpert also jemand über diese Rasse, schauen Sie ein zweites und auch ein drittes Mal hin, denn der Araber-Haflinger könnte im Westernreitsport von sich reden machen, wenn man nur an ihn glaubt.