WANDERREITFÜHRER – Nach dem Nehmen kommt das Geben!

Diesen Sommer gab es am Steinbachhof ein ganz besonderes Projekt. – Eine Woche lang verwandelte sich der Bauernhof in eine „Western Town“.

 

Am 21.8.2010 war es wieder einmal so weit... ein fremdes Bild beim Verein e.motion.

Früh am Morgen, kühler Tau auf den Gräsern lässt das erste Sonnenlicht in tausend Farben brechen. Wir blicken auf eine steile Wiese, die links und rechts von einem Waldrand gesäumt wird, eine tiefe Grube, die einmal ein Teich werden soll, aber wild von Gebüsch bewachsen heute mit der Nummer 5 beschildert ist. Ja, bei genauem Hinsehen verstecken sich zwischen der „Rocky Mountyn Landschaft“ kleine bunte Zahlenschilder. Sie bezeichnen 10 Geländehindernisse: u.a. einen Slalom durch unwegsamen Jungwald, zwei Bergauf-Sprünge auf einen kleinen Hang, der auf dem Pferd hinuntergerutscht werden muss, ein Paar Baumstämme zum Drübertraben, ein steiles Wiesenstück für einen Galopp und auch eine Station mit Jausenbroten.

Wir sehen acht KandidatInnen schön westernmäßig gekleidet auf dem Reitplatz. Der unsicher-nervöse Beginn hat sich in ein ruhiges Bild verwandelt. Alle wirken mit ihren vorbildlich ausgerüsteten Pferden sichtlich selbstbewusst und warten bis sie an der Reihe sind. Die praktische Prüfung zum Western-Wanderreitführer umfasst einen Lehrauftritt mit einer Gruppe, die durch den anspruchsvollen Geländeparcours und wieder zum Start geführt werden soll.

Laute deutliche Stimmen schallen durch das kleine Tal: „Meine Damen und Herren, willkommen zu unserem gemeinsamen Ausritt! Wie besprochen, geben Sie bitte die Handzeichen weiter und melden Sie sofort durch Rufen, wenn Sie etwas brauchen. Ich wünsche einen schönen Ritt. Wir starten!“ Einer nach dem anderen stellte sich dieser Aufgabe und machte auf alle möglichen Gefahren aufmerksam: „Vorsicht, wir nähern uns einer Baumgruppe mit tief hängenden Ästen, die wir im Slalom passieren, lehnen Sie sich nach vorne und achten Sie auf ihre Augen!“ „Achtung, ein Waldstück mit Wurzeln! Die Pferde mit einer halben Parade aufmerksam machen und mit leichtem Schenkeldruck das Heben der Beine anregen. Leicht nach vorne lehnen!“ „Haben es alle geschafft? Gut gemacht!“

Souverän und ruhig strahlen die jungen Damen und Herren an der Spitze dieser Gruppe ihre Führungsqualitäten aus. Jeder auf seine ganz eigene charmante Art und Weise. Keine der Prüfungen ist langweilig, jede fordert alle Zuhörer heraus, macht Prüfern und Trainern richtig Lust selbst mitzureiten.

Nach der praktischen Aufgabe in den kleinen „Rockys“ kam die mündliche Theorieprüfung. Auch hier glänzten die Prüflinge! Und dann die erlösenden Worte des Prüfers: „Solche jungen Leute brauchen wir für die Praxis! Meine Damen und Herren, ich gratuliere allen zur bestandenen Prüfung“

Da fließen noch Tränen, dort wird still umarmt! Was sie als LeserIn nämlich bisher nicht wissen, diese jungen Menschen wissen mehr als andere, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Sie sind seit Jahren bei uns im Verein e.motion. Es sind unter anderem Jugendliche, die bereits Tod, Klinik und Krankheit kennengelernt haben und etwas reifer, nach vielen Jahren „Pferdestärke“, heute als WanderreitführerIn hinausgehen werden, um Reiter durch den Lebensdschungel zu führen. Zu Recht können alle stolz sein!

Wir möchten uns hier bei den Ausbildnern und ReferentInnen bedanken, die diesen Kurs so praxisnahe und anschaulich gestaltet haben, dass alle für´s Leben gelernt haben: Herr Mrstik, Herr Oberst Schuster, Herr Oberst Pulsinger, Herr Stachl, Herr Dr. Berger, Herr Dr. Becker, Herr Dr. Erasimus, Herr Dr. Wollinger, Frau Rathbauer und Herr Kleinferchner.

Wir bedanken uns auch beim Richter, der die Impulse zu dieser herausfordernden Prüfung gegeben hat – Herrn Klaus Fock!

Das e.motion-Team geht voll Stolz mit einer motivierten „next generation“ in den Herbst. – September und Oktober stehen ja immer ganz im Zeichen der Showgruppenzeit! Doch davon berichten wir das nächste Mal!