3. Europäische Meisterschaft im Lassowerfen

3rd. European Competition Ranch Roping / Vaquero Roping

 

Sehr guter Erfolg für NÖ bei der 3. Europameisterschaft im Lassowerfen

1x Gold, 2x Silber, 3x Bronze für Niederösterreich

 

Hörby Mende (Austrian Ranch Roping Team) zum 2. Mal Vizeeuropameister / Vaquero Roping

3. Platz: Michaela Ederer (Austrian Ranch Roping Team)

 

Vom 25.-27.08.2010 fand in Deutschland die 3. Europäische Meisterschaft im Lassowerfen (Vaquero Roping) statt. Austragungsort war das Westernfest Nassing Forest in der Ortschaft Nassing in Wertheim/Spessart.

Vaquero Roping kann als die Königsdisziplin in der Lassoarbeit angesehen werden. Gegensätzlich zum Rodeo oder Calf Roping, wo der Starter mit 2-3 Würfen auskommt, werden beim Ranch- oder Vaquero Roping bis zu 35 verschiedene Wurftechniken gefordert, wobei jeder Wurf einer bestimmten Situation und Aufgabe zugeordnet wird.

Es wurden 6 unterschiedliche Bewerbe ausgetragen: Greenhorn, Advanced, Vaquero, Lady Cup, Team Parcours, Horseback, wobei die schwierigste davon (Vaquero) für die Europameisterschaft gewertet wurde.

Als Richter wurde vom deutschen Veranstalter Wolfgang J. Schmidt von der NRHA verpflichtet.

Der erste Bewerb, Greenhorn, war für die Newcomer im Ranch Roping reserviert und wurde mit viel Begeisterung durchgeführt. Einige der Starter werden bei der nächsten EM sicher bereits in höheren Kategorien zu finden sein.

1. Platz: Simon Weinheimer / Deutschland

2. Platz: Virag Szalontai / Ungarn

3. Platz:  Ergün Özkul / Türkei

4. Platz: Karina Karlstedt / Deutschland

Im zweiten Bewerb, Advanced, musste der Dummy aus 8 unterschiedlichen Positionen mit verschiedenen vorgeschriebenen Würfen um den Hals gefangen werden. Die dabei geforderten,  Würfe wurden von den meisten Teilnehmern mit Bravour durchgeführt.

1. Platz: Tim Jansen / Deutschland

2. Platz: Peter Markwalder / Schweiz

3. Platz: Bruno Halbeisen / Deutschland

4. Platz: Peter Mittelberger / Österreich

Im dritten Bewerb, Lady Cup, konnten die Cow Girls ihre Roping-Fähigkeiten zeigen. Auch hier mussten aus 8 unterschiedlichen Positionen mit verschiedenen vorgeschriebenen Würfen der höheren Schwierigkeitskategorie der Dummy um den Hals gefangen werden.

Großer Erfolg und Gold für Michaela Ederer (Austrian Ranch Roping Team) aus Niederösterreich, welche einen 0 Fehler-Durchgang mit der höchsten Punkteanzahl absolvierte.

1. Platz: Michaela Ederer / Österreich

2. Platz: Andrea Wirth / Ungarn

3. Platz: Johanna Wimmer / Österreich

Mit Spannung wurde der vierte Bewerb, Vaquero, erwartet. Dieser zeichnet sich durch besonders anspruchsvolle und schwierige Würfe aus. Hier ging es um die European Competition. Ein hochkarätiges Starterfeld der besten Roper Europas sorgte für ein besonders großes Publikumsinteresse.

Auch hier wieder ein großer österreichischer Erfolg. Silber und Bronze gingen nach Niederösterreich.

Hörby Mende (Austrian Ranch Roping Team) konnte sich zum 2. Mal Silber und somit wieder den Titel Vize-Europameister sichern. Erstmals auf einer Europameisterschaft wurde von ihm gleich als erster Wurf ein Lazo Del Oro (Ocean Wave) One Swing gezeigt, für den er eine sehr hohe Punkteanzahl bekam. Großer Beifall von den Zusehern und Roping-Kollegen.

Bronze und drittbeste Roperin Michaela Ederer (Austrian Ranch Roping Team). Michaela konnte besonders bei den Hip Shots mit einem sehr schwierigen Pial Del Viento (The Wind Hip) hoch punkten, welcher von dem zahlreichen Zusehern laut bejubelt wurde.

Gold und somit einen verdienten ersten Platz für Máté Polanyi aus Ungarn. Er absolvierte einen ausgezeichneten Durchgang mit präzisen Würfen der höchsten Klasse. Mit einer Ocean Wave flat loop zeigte er Vaquero Roping vom Feinsten. Mit 4 Punkten Vorsprung sicherte er sich somit den Europameister-Titel.  

1. Platz: Máté Polanyi / Ungarn

2. Platz: Hörby Mende / Österreich

3. Platz: Michaela Ederer / Österreich

4. Platz: Dieter Krupka / Deutschland

Am Abend des ersten Bewerbstages wurde am Festgelände bis spät in die Nacht bei Live Country Music ausgiebig gefeiert.

Am nächsten Tag stand der Bewerb Team Parcours auf dem Programm. Für diesen spannenden Aktionsbewerb hatte ein großes Starterfeld genannt. Ein Parcours aus verschiedenen Dummys stellte die Teams vor unterschiedliche Aufgaben, welche der täglichen Rinderarbeit entsprachen. Einzelne „Tiere“ mussten zuerst vom Header mit einem an die dargestellte Situation angepassten Head Shot um den Hals gefangen und fixiert werden. Danach musste der Heeler das „Tier“ je nach Situation mit einem Heel oder Hip Shots fangen und fixieren. Besonders anspruchsvoll war die Aufgabe, ein Kalb herauszufangen, welches sich zwischen zwei Muttertiere gestellt hatte.

Bei extremer Hitze und unter lautem Anfeuern der zahlreichen Zuschauer starteten die Teams, gaben die Teilnehmer ihr Bestes.

Auch hier Silber und Bronze für Niederösterreich. Klaus Kirsteuer und Hörby Mende absolvierten den Parcours mit präzisen Würfen und nur 2 Fehlerpunkten in einer sehr guten Zeit und sicherten sich somit den 2. Platz.

Platz 3, nochmals Klaus Kirsteuer mit Teampartner Alex Adlassnigg

Der erste Platz ging an Deutschland. Tim Jansen und Klaus Wetzel konnten sich mit nur einem Fehlerpunkt Gold holen.

1. Platz: Tim Jansen und Klaus Wetzel / Deutschland

2. Platz: Klaus Kirsteuer und Hörby Mende / Österreich

3. Platz: Alex Adlassnigg und Klaus Kirsteuer / Österreich

4. Platz: Hörby Mende und Michaela Ederer / Österreich

Vaquero Roping

Beim Ranch Roping (Vaquero Roping) geht es um den gefühlvollen, vielfältigen, präzisen und technisch anspruchsvollen Umgang mit dem Lasso. Dieser Stil wurde vor allem von den Rinderhirten des alten Kalifornien und auch Mexiko angewendet und weiterentwickelt. Das vorsichtige Platzieren der vielen unterschiedlichen Würfe (sie richten sich nach dem jeweiligen Standort des Werfers zur Position des zu fangenden Tieres) ist unabdingbar, um das Tier nicht in Unruhe zu versetzen. Je stressfreier das Fangen (von Kopf und/oder Hinterbeinen) von statten geht, umso besser. Eine schonende Umgangsweise mit Rind und/oder Pferd setzt eine gute Strategie und Umsicht voraus. Die vielfältigen Würfe, die aus einiger Entfernung mit großen Loops (Schlingen) ins Ziel gebracht werden, beunruhigen die Tiere weit weniger, da (auch pferdeschonend) meistens aus dem Stand oder Schritt gearbeitet wird. Die Rinder dürfen bei den Bewerben auf keinen Fall beunruhigt werden. Für jede Unruhe, die in die Herde gebracht wird, gibt es Strafpunkte oder auch Disqualifikation.

Bei verschiedenen Contests im Ranch Roping darf nur Schritt oder höchstens Trab geritten werden, Galopp bedeutet Disqualifikation.

Für Würfe aus besonders weiter Entfernung bzw. für einen komplizierten Wurf kann es Extrapunkte geben.

Die Vielfalt der Wurfmöglichkeiten (ca. 35 unterschiedliche Würfe) unterscheidet das Ranch Roping vom Lassowerfen auf z. B. Rodeos, wo im Allgemeinen mit lediglich drei verschiedenen Würfen gearbeitet wird.

Die alten Californios benutzten dazu die Reata, ein aus Rohhaut geflochtenes Seil von ca. 12 bis über 20 m Länge. Das versetzte den Vaquero in die Lage, aus größerer Entfernung ein Rind aus der meist von Reitern zusammengehaltenen Herde heraus zu fangen. Auch durch die Materialbeschaffenheit, also ein relativ weiches Seil, entstand so ein besonderer Roping-Stil. Dieser hat sich bis heute in einigen Staaten der USA und Mexico erhalten. Die meisten der heutigen Nachfahren der Vaqueros haben mittlerweile häufig statt der Reata (Rohhautseil) Ropes aus modernen Fasern – z.B. Nylon oder Poly – im Gebrauch. Diese sind gegenüber feuchten Witterungseinflüssen unempfindlicher und dazu kostengünstiger. Allerdings sieht man heutzutage bei immer mehr Ropern wieder eine Rohhaut-Reata am Sattel hängen.