Martingal
Ein gutes Hilfsmittel, das deinem Pferd
hilft, die richtige Position für seinen Kopf zu finden
Text: Dennis Moreland
Übersetzung: Sonja Grünauer
Bei einem jungen Pferd kann es
manchmal passieren, dass sein Kopf in eine falsche Position kommt, wenn du
Zügeldruck ausübst. Ein Martingal kann dein Pferd dazu bringen, seinen Kopf
ruhig in richtiger Position zu halten, da durch den Zügeldruck, der auch auf die
Martingalringe wirkt, ein leichter Druck nach unten entsteht. Es gibt
verschiedene Martingal-Arten mit unterschiedlichen Funktionen.
1. Eine gute Idee für vermehrte
Sicherheit ist ein Zügelstopp, damit sich die Martingalringe nicht am Bit
verhängen können. Dafür kann man ein kleines Stück Gartenschlauch verwenden.
2. Die Gabelung hat keinen Halsriemen
– sie verläuft direkt vom Sattelgurt zu den Zügeln. Dies ist jedoch nicht
besonders praktisch, denn wenn man absteigt, um ein Tor zu öffnen, fällt dieser
Hilfszügel leicht zu Boden.
3. Das Schnurmartingal ist ähnlich
dem vorherigen Martingal, jedoch hat es einen Halsriemen, der verhindert, dass
es zu Boden fällt, wenn du absteigst.
3a. Martingal mit Hobble-Strap
4. Dies ist ein einstellbares
Martingal. Man kann es in jenem Bereich verstellen, der am Gurt angebracht wird.
Am Halsriemen und an der Gabelung, die an den Zügeln angebracht werden, ist es
ebenfalls verstellbar. Es passt vielen verschiedenen Pferden. Die Gabelung des
Martingals sollte nicht zu kurz sein, damit es den Kopf des Pferdes nicht
permanent nach unten zieht. Es sollte auch nicht zu lang sein, dass man gar
keinen Zügelkontakt hat.
5. Ein gleitendes Martingal kann
sowohl im Halsbereich, als auch im Sattelgurtbereich verstellt werden. Die
Gabelungsriemen enden in Ringen, was dem Pferd ermöglicht, seinen Kopf
problemlos seitlich zu bewegen, ohne dass dadurch vermehrt Druck auf den anderen
Martingalring kommt.
5. Ein deutsches Martingal ist ein
großartiges Hilfsmittel, jedoch nichts für ungeübte Reiter. Ein normales
Martingal bringt den Pferdekopf in Richtung einer optimalen Position. Mit einem
deutschen Martingal kann man diese Kopfposition noch weiter verbessern. Wie die
normalen Martingals hat es einen Halsriemen, einen Riemen, der zum Sattelgurt
verläuft – der Unterschied ist jedoch in den zwei Nylonschnüren, die durch das
Bit dann weiter zurück zu den Zügeln verlaufen. Sobald man am Zügel zieht, wird
die Nase des Pferdes tiefer in Richtung Sattelgurt gezogen. Daher muss man sehr
vorsichtig beim Einsatz dieses Hilfszügels sein. Lass dein Pferd niemals mit
Martingal grasen, denn wenn es dabei in einen Zügel steigt, gibt es große
Probleme. Wichtig beim deutschen Martingal ist, dieses erst kurz vor dem
Aufsteigen am Sattelgurt einzuhängen, da man ein Pferd nicht mit dem Zügel vom
Boden aus führen kann, wenn es am Sattelgurt eingehängt ist. Das Einhängen
sollte der letzte Handgriff vor dem Aufsteigen und der erste Handgriff nach dem
Absteigen sein.
Dennis Moreland ist AQHA-Mitglied und
stellt seit 1976 qualitativ sehr gute Sättel, Zaumzeuge und Zubehör her.