Österreicher erfolgreich in Augsburg:
42.200 Besucher tauchen bei der Americana 2010 in Top-Sport und
American Life Style ein.
Die Americana wurde auch heuer wieder ihrem Ruf als Europas Westernevent Nr. 1
gerecht. Viele andere europäische Turniere bieten Spitzensport, doch diese
Kombination von Sport mit Messe und Entertainment blieben bislang in dieser
Größenordnung einzigartig. Die Zuschauerzahlen gaben dem Konzept Recht: 42.200
Besucher meldete die Messe Augsburg an den fünf Besuchertagen. 400 Reiter
aus 16 Ländern traten in 32 sportlichen Entscheidungen an. Dabei ging es um
150.000 Euro (180.000 Dollar) Preisgeld sowie elf Europameistertitel und andere
wichtige Auszeichnungen.
Die höchstdotierte Prüfung war die NRHA Bronze Trophy Open. Bei dieser Reining
ging es um 44.444,44 Dollar added. Das Finale gewann der favorisierte Belgier
Bernard Fonck mit seinem NRHA European Futurity Champion 2009 Sail On Top
Whizard (Score 221), damit verteidigte er den Titel. Zweiter und Dritter wurde
Grischa Ludwig mit Hollywood Yankee Kid (220) und Cruisin In Starstyle (218,5).
Ein weiterer Highlight der Americana waren die Rinderklassen. Im Cutting holte
sich der Amerikaner Michael Baker auf Little Foxy Boon den Titel des Americana
Europameisters. Er kam in zwei Vorläufen und dem abschließenden Finale auf
gesamt 431 Punkte. Von internationaler Bedeutung war auch die Reined Cow Horse
Futurity, die an den Amerikaner
Jimmy A. Flores auf Hotroddersidquixote ging (430). Dahinter platzierte sich der
Italiener Markus Schöpfer mit Remedy The Roan (426) sowie mit Shine Like A Babe
(425,5).
Rund 250 Aussteller aus aller Welt präsentierten bei der Messe in Augsburg ein
Angebot für Freizeit- und Westernreiter, das keine Wünsche offen ließ.
Die beiden Abendshows der Americana waren die versprochenen Höhepunkte der fünf
Tage: Das „Reining und Cow Horse Festival“ sowie das „Cutting Spectacular“
begeisterten vor ausverkauften Rängen. Sportliche Top-Entscheidungen der
Extraklasse, aber auch Unterhaltung der Superlative. Entschiedener
Publikumsliebling: „Eselflüsterer“ Laurent Jahan von der Tao Horse Show zeigte
perfekte Freiheitsdressur mit seinen beiden Eseln, wie so bestimmt noch nicht
gesehen. Drei Jahre lang hatte er für die Americana trainiert.
Bernard Fonck verteidigt Titel bei Americana NRHA Lawson Bronze Trophy Open,
Grischa Ludwig auf Platz 2 und 3
Groß waren die Erwartungen nach dem Goround um die mit 44.444,44 $ added
dotierte NRHA Lawson Bronze Trophy. Die Top 3-Pferde lagen im Vorlauf nur einen
Zähler auseinander. Vor allem Great Sunburst unter Bernard Fonck (Score 223) und
Kaystein unter Rudi Kronsteiner (222) wurden als absolute Favoriten gehandelt.
Beide Pferde (die Halbbrüder sind und dem selben Besitzer, Roy de Bruin/NL,
gehören) sind sehr stark in den Manövern und können beachtliche Erfolge
vorzeigen. Zudem liegt Great Sunburst mit Abstand auf Platz 1 der Open NRHA
Weltrangliste. So wurde das Aufeinandertreffen der beiden im Finale mit großer
Spannung erwartet. Doch wie so oft kam es anders, als man denkt…
Im Finale trafen die Top 20 vor großer Kulisse wieder aufeinander. Vor knapp
4.500 begeisterten Besuchern ritt Rudi Kronsteiner mit GK Hollywoodshowtime als
erster Starter in die Bahn. Die 5-jährige Stute, im Besitz von Shooting Star QH
(Österreich), war eines der drei Pferde, die der Österreicher ins Finale
gebracht hatte. Die beiden mussten zwar einen halben Punkt Penalty beim ersten
Spin hinnehmen, konnten dafür aber beim rechten und bei den Stops Pluspunkte
sammeln, so dass insgesamt eine 217,5 dabei herauskam. Das sollte am Ende für
Platz 5 reichen. Von den folgenden vier Reitern konnte diesen Score nur Grischa
Ludwig mit Cruisin In Starstyle übertreffen, der insbesondere durch zwei tolle
Stops (+1) glänzen konnte. Der Score 218,5 und damit am Ende Platz 3.
Als sechster Starter musste Bernard Fonck mit Sail On Top Whizard antreten. Der
5-jährige Hengst, von Whizard Jac, aus einer Miss N Cash-Stute, der 2009 die
NRHA European Futurity gewonnen hatte, war das zweite Pferd, das der Belgier ins
Finale geritten hatte (mit einer 219 auf Platz 4). Bernard Fonck steuerte den
Hengst souverän und ohne allzu großes Risiko durch das Pattern, wobei er fast
überall Pluspunkte sammeln konnte. 221 vergaben die Richter für den Ritt, der
die neue Messlatte legte.
Keiner der folgenden Reiter kam auch nur annähernd an diesen Score heran – weder
FEI-Europameisterin Nina Lill mit ihrem Lena Cielo Jewel, der in den Spins
Penaltys hinnehmen musste (213,5), noch der ebenfalls hoch gehandelte
italienische Maturity Champion Agaze Juice unter Rudi Kronsteiner, der mit einer
212,5 weit hinter seinem Vorlaufsscore 221 zurückblieb.
Der 9-jährige Hollywood Yankee Kid und Grischa Ludwig setzten auf᾽s Ganze. Hohes
Risiko auf den Zirkeln, schöne Speed Control und vor allem ein hervorragender
linker Spin und der erste Stop bescherten den beiden eine 220.
Die beiden Favoriten straucheln
Und daran sollten auch die beiden Favoriten nichts mehr ändern. Rudi Kronsteiner
und Kaystein hatten im ersten Spin einen halben Punkt Penalty und kamen
insgesamt weder bei den Spins noch den Zirkeln so richtig in den Plusbereich.
Daran konnten auch zwei herausragende Stops nichts mehr ändern. Es blieb bei
einer 216, was schließlich Platz 8 bedeutete. Nicht viel besser erging es Great
Sunburst, der auf den Zirkeln zweimal stolperte und hier wie auch bei den Stops
hinter seiner gewohnten Form zurückblieb. Zwei glänzende Spins (vor allem der
rechte) konnten das nicht wettmachen. Das Resultat: 218 und damit Platz 4.
So blieb es dabei: Bernard Fonck gewann mit Sail On Top Whizard diese Prüfung
und damit die zweite Americana Bronze Trophy Open in Folge sowie über 12.000 $
Preisgeld. Grischa Ludwig, der 2000 die Americana Bronze Trophy mit As Smart As
Charley gewonnen hatte, sicherte sich Platz 2 und 3. Great Sunburst wurde
Vierter vor Rudi Kronsteiner mit CK Hollywoodshowtime (Platz 5), Davide
Brighenti und Dualin For Me (Platz 6), Gennaro Lendi und Conquistador Pearl (
Platz 7) und Rudi Kronsteiner mit Kaystein (Platz 8). Den neunten Platz teilten
sich mit jeweils einer 215,5 Nico Hörmann mit Sassy Katie Pine und Adriano
Meacci mit Docs Tivio Hankock. Platz 11 ging an Nina Lill und Lena Cielo Jewel
(213,5) vor Gennaro Lendi mit Jacs On The Moon und Rudi Kronsteiner mit Agaze
Juice (212,5). Adriano Meacci und Showtime Gotta Gun kamen mit einer 212 auf
Platz 14 vor Sylvia Rzepka und Peanuts Kid (211).
Bernard Fonck: Es war kein perfekter Ritt – aber es hat geklappt
Groß war die Freude bei Titelverteidiger Bernard Fonck: „Ich habe von Anfang an
gewusst, dass ich zwei sehr gute Pferde hier im Finale habe. Auch wenn alle
immer nur von dem einen gesprochen haben. Im linken Zirkel hatte ich einen
kurzen Fehler, da hat sich das Pferd kurz gefürchtet. Aber es hat geklappt, auch
wenn es nicht der perfekte Ritt war. Wir haben gewonnen! Und das in einem 45.000
Dollar-Wettbewerb. Ich bin total happy.“
Grischa Ludwig: Ich bin überglücklich
Auch Grischa Ludwig freute sich riesig über den Doppelerfolg. „Ich wollte es dem
Bernard Fonck so schwer wie möglich machen“, sagte er strahlend bei der
Siegerehrung mit der 2-jährigen Tochter Mia vor sich im Sattel und der Freundin
Julia im Arm. „Dieser Plan ist aufgegangen. Ich habe zwei kleine Fehler gehabt
und dachte, Vierter zu werden. Dass es der zweite – und auch der dritte – Platz
wurde, ist grandios. Zweiter oder Erster, völlig egal. Ich bin überglücklich.
Ich dachte erst, in diesem Feld mit zwei relativ stumpfen Schwertern anzutreten.
Aber diese Schwerter waren schärfer als gedacht. Man muss immer an sein Pferd
glauben!“
Nachdem die beiden bereits den Vorlauf dominiert hatten, setzten sich Rudi
Kronsteiner und Okie Dun Badger
auch im Finale der NRHA Maturity durch: Mit 219 Punkten gewannen sie überlegen
die letzte Prüfung der Americana und verwiesen Nico Hörmann auf Sassy Katie Pine
(215) sowie auf Remidoc (214,5) auf Platz 2 und 3.
Mit dem 15-jährigen Paint-Wallach Little Magic Mexx konnte die Frankenmarkterin
Sabine Lohninger gleich einen Doppelerfolg auf der Americana feiern: Die
mehrfache Österreichische Meisterin gewann sowohl das Masters Pleasure als auch
die Western Pleasure All Ages, wobei die letztere nicht gerade unter einfachen
Bedingungen stattfand: Das Finale wurde nämlich im Rahmen der Abendshow am
Freitag durchgeführt. Zudem konnten
die beiden einen super zweiten Platz im World Open Trail holen, der einen der
anspruchsvollsten Parcours des Jahres hatte.
Florian Larch Dritter in Trail Youth und Vierter in Horsemanship Youth
Dritter in dem sehr anspruchsvollen Trail Youth wurde
Florian Larch mit dem Paint-Wallach Emphis Bando (130), gefolgt von Maxi
Schmidt (D) mit Slippin Joe. Dafür verpasste Florian Larch in der Horsemanship
Youth knapp die Medaillenränge und endete auf Platz 4.
Victoria Seekircher Co-Reserve Champion in Reining Youth
In der Reining Youth wurde das Finale noch einmal richtig spannend. Hier gelang
Viktoria Seekircher mit O Its Ruf Time erneut ein Superritt. Mit einer 211 wurde
die junge Österreicherin Co-Reserve Champion in dieser Klasse und wiederholte
damit ihren Erfolg von der italienischen Maturity. Ebenfalls auf Platz 2:
Fabienne Krämer auf Little Rooster Gal. Gewonnen wurde die Prüfung von Lena
Schmidl und Red Genuine Jac (212). Weitere erfolgreiche Österreicher in dieser
Klasse: Sabrina Friedreich auf Lenas Top Jac (Platz 6) und
Jennifer Pokornik auf My
Barbie Face (Platz 8).