WESTERNHAFIPOWER

„Go West mit 3 Alpen-Quarters“

von Sonja Grünauer

 

Wenn ich heutzutage erzähle, wie mein Training verlaufen ist, dann leuchten meine Augen und ich schildere voller Enthusiasmus das Gefühl, das ich hatte, wenn bei der Trainings-Stunde ein Manöver toll funktionierte.

 

Dies war nicht immer so. 17 Jahre lang ritt ich in der englischen Reitweise – mehr oder weniger mit mittelmäßigem Erfolg – bis ich im Jahr 2007 aus reiner Neugierde einen Umsteigerkurs aufs Westernreiten machte und absolute Freude an dieser Reitweise fand. Als mein Haflinger-Wallach „Wolfi“ bereits beim Umsteigerkurs anstatt einer dressurmäßigen Haltparade einen Stopp hinlegte, bei dem sogar die Hinterhand zu sliden begann, war für mich klar: „Der Bursche hat WESTERNHAFIPOWER“!!! Nach wenigen Wochen wurde er bereits auf „Smart Sliding Wolfi“ umgetauft, und ich begann mit Ingrid Stiel zu trainieren.

Von diesem Virus mitinfiziert wurde meine Mitreiterin Manuela Liska mit meinem Oldi-Haflinger (24 Jahre alt), dessen Namen wird von „Mischa, die Rennsemmel“ kurzerhand auf „Speedy Mischa“ änderten. Woche für Woche freuten wir uns auf das gemeinsame Training – vor allem, weil schon bald Fortschritte zu erkennen waren. Wenige Monate später folgte im Sommer 2008 die WRC-Prüfung, einige Wochen später fand ein Start beim Western-Reitertreffen in Dornbach statt, von dem wir das eine oder andere Schleiferl heimbringen konnten.

Im Frühling 2009 kam der dritte Haflinger-Wallach hinzu, den wir von Haus aus gleich aufgrund seiner Statur auf „My Big Aramis“ umtauften. Auch er machte Dank des regelmäßigen Trainings brav Fortschritte in der Westernreitweise.

Somit war unser Westernhafipower-Trio komplett.

Beim alljährlichen Hausturnier in unserem Stall (Reitstall Krischke/Sulz) wurden Anfang Juli 2010 unter anderem auch Westernbewerbe wie Reining, Pleasure und Trail ausgetragen. Die Konkurrenz war ziemlich gemischt, denn neben unseren drei Alpen-Quarters waren noch eine Araber-Isländer-Stute und eine Traberstute am Start. Es war ein heißer Sommertag, und alle waren aufgeregt, was dieser Turniertag mit sich bringen würde. Vor allem My Big Aramis zeichnet sich normalerweise nicht unbedingt durch fleißigen Galopp aus, was den Start in einer Reining eher riskant erscheinen ließ. Aber trotzdem wollte ich zeigen, dass man auch einen faulen Hafi in einer Reining starten kann. Mit einem Score von 68,5 konnte ich doch tatsächlich das Schleiferl für den 2. Platz nach Hause nehmen – und zusätzlich mit Smart Sliding Wolfi mit einem Score von 70,5 den Siegerpokal heimbringen. Auch Speedy Mischa, der eigentlich mit Manuela der Geheimfavorit des Reining-Bewerbes gewesen war (und leider aufgrund eines falschen Galopps nur einen Score von 66 erreichte), war mit einem dritten Platz sehr erfolgreich. Im Trail-Bewerb konnten sich die drei Westernhaflinger erneut gegenüber der Konkurrenz durchsetzen, wobei Smart Sliding Wolfi wieder als Sieger prämiert wurde.

In der Western-Pleasure waren nur My Big Aramis mit meinem Lebensgefährten Herbert Krischan und ich mit Smart Sliding Wolfi am Start. Herbert war als Kind eigentlich Englisch-Reiter gewesen, wurde nach seinem Wiedereinstieg in den Reitsport vor zwei Jahren gleich zum Westernreiter „umfunktioniert“ und startete bei unserem Hausturnier das erste Mal einen Bewerb in der Westernreitweise. Wie man auf den Fotos sieht, machte er seine Sache gut. Ich war uuuur-stolz auf unseren Pleasure-Neuling.

Wie ihr in diesem Bericht lesen könnt, sind Haflinger sehr vielseitige Pferde und durchaus auch im Westernreitsport zu finden. Ich freue mich über jeden Erfolg meiner Blondschöpfe und arbeite bereits fleißig daran, das Tempo meiner Spins zu erhöhen, damit man es einmal als Spin erkennen kann. Und eines kann ich euch sagen: Westernhafipower macht echt Spaß!!!

Vielleicht sehen wir uns ja einmal bei dem einen oder anderen Turnier…

Eure Sonja Grünauer

www.hafipower.beep.de