Jasmine Müller
Das erste Mal saß ich als kleines Kind auf einem Pferd. Mit sechs Jahren bekam ich im Urlaub die ersten Englisch-Reitstunden, danach auch zuhause. Im Alter von acht Jahren machte ich den Reiterpass. Ich nahm weiterhin Reitstunden, bis ich schließlich auf dem eigenen Pferd meiner Mutter ritt.
2004 kaufte mein Vater Marquise, einen Appaloosa, mit dem ich meine ersten Erfahrungen mit dem Westernreiten machte. Da ich aber so auf das Englischreiten konzentriert war, fand ich es zuerst langweilig und uninteressant. Je mehr ich mich aber mit dem Westernreiten auseinandersetzte, desto näher kam ich ihm – und es fing an, mich zu interessieren. Mit Marquise absolvierte ich dann mein erstes Western-Turnier.
Leider musst Marquise eingeschläfert werden. Für mich war das Westernreiten erst einmal gestorben.
2005 kam Gatsbee, ein 2-jähriger Quarter-Mix, den mein Vater mit einer Trainerin ausbildete.
Ich sah ihn das erste Mal in der Box stehen, er schaute mich mit seinem gekonnten
„Knuddel-Blick“ an. – Da konnte ich nicht anders, als ihn in mein Herz zu schließen. Er brachte mich wieder zum Westernreiten. Ich half meinem Vater immer beim Arbeiten mit Gatsbee und sah ihnen zu.
2007 errichteten wir einen eigenen Stall, wo wir mit Gatsbee und zwei jungen, ungarischen
Puszta-Pferden einzogen. Ich half meinem Vater, wo ich nur konnte. Das Englischreiten rutschte dabei immer weiter in den Hintergrund, bis es für mich nicht mehr von Bedeutung war und ich damit aufhörte.
Ich unternahm immer mehr mit Gatsbee und schloss ihn immer mehr ins Herz. Heute ist er praktisch mein eigenes Pferd. Er ist mir in der Zwischenzeit so wichtig geworden, dass ich nicht wüsste, was ich machen würde, wenn ich ihn nicht mehr hätte. Wir haben eine unheimliche Verbindung zueinander aufgebaut, die immer tiefer geht.
2009 machte ich mein Zertifikat mit Blue Hills Rocket, einem weiteren Pferd in unserer Runde, da er älter und erfahrener als Gatsbee war.
Mit Gatsbee trainierte ich aber fest weiter und ging mit ihm auf mehrere Turniere. So dürfen wir uns nun Trail-Landesmeister 2009 nennen.
Wenn ich bei meinem Vater bin, unternehme ich immer etwas mit Gatsbee. Am wichtigsten ist mir, dass es ihm gut geht. Genau das finde ich bei uns im Stall. Hier habe ich ideale Bedingungen, einen großen Reitplatz, eine Reitlehrerin, viele grüne Flächen für den Weidegang und jede Menge Möglichkeiten, ausreiten zu gehen und mich im Gelände zu entspannen.
Kaum bin ich im Stall angekommen, beginne ich mit Arbeiten, entweder mit den Pferden oder ich helfe meinem Vater bei den Arbeiten am und um den Stall.
Zum Schluss möchte ich allen danken, die mir halfen, so weit zu kommen. Vor allem meinem Vater, der mir das alles ermöglicht. Ich hoffe, dass es in Zukunft so weitergeht wie bisher.
Hier in Vorarlberg werden wir durch den Jugendkader gut unterstützt und gefördert. Vielen Dank an Manuela Koch, die uns dabei tatkräftig zur Seite steht.