Rettung f�r die "Green Meadow  Ranch"

 

VON GILA-SILVANA WOHLMANN

 

Es war nur noch ein Monat bis Weihnachten. Klar f�r die Reiter der �Green Meadow Ranch�, dass sie auch heuer wieder f�r das gro�e gemeinsame Weihnachtsfest etwas Besonderes vorbereiten wollten. Nur was?  Die Vorf�hrung sollte sich  heuer von  den �blichen Weihnachtsfesten der vergangenen Jahre wirklich abheben. Und so versammelte sich der ganze Club im Reiterst�berl zur gemeinsamen Sitzung. Jeder hat gro�e Ideen und tolle Pl�ne mitgebracht � vom Reitanf�nger bis zum professionellen Turnierreiter. Carina, die ein tolles Trailpferd hatte,  versprach, ihr K�nnen dem Publikum zu pr�sentieren und Steve, der heuer Juniorenmeister in der Reining geworden war, wollte mit einer Funreining f�r gute Laune sorgen. David, der Musiklehrer,  der auch das Gespannfahren beherrschte,  plante, seine Kutsche in einen Schlitten umzuwandeln und als singender Santa Claus die Kinder zu begeistern. Die Koordination der Show  sollte Iris, der Lehrling des Stalles �bernehmen. Als alle so begeistert vor  sich hin planten und ihren kreativen Ideen freien Lauf lie�en, kam auf einmal Babs, die Ranchp�chterin hinzu. Als sie gerade ihre Reitstallteam mit den gro�en Ideen �berfallen wollte, wurde es auf einmal ruhig im Reitst�bchen. Irgendetwas stimmte nicht mit Babs. Sie war schneewei� im Gesicht und zitterte am ganzen K�rper. Keiner wusste, was denn eigentlich los sei. Wirklich fragen, getraute sich im ersten Moment auch keiner, da Babs f�r sie doch eine gewisse Autorit�tsperson war, die seit dem Tod ihres Mannes das riesige Anwesen gerade mit Unterst�tzung von ein paar Stallarbeitern, ihrer Trainerin und ihrem neuen Lehrling alleine managte.

Nach einer Minute peinlicher Stille konnte sich Jeannie, eine Studentin, die selbst hier ein Freizeitpferd eingestellt hatte, nicht mehr halten und fragte frei heraus: �Babs, sag'  uns: Ist irgendetwas nicht in Ordnung?�

Babs sah traurig auf, schluckte und konnte ein paar Tr�nen nicht mehr halten. Dann nach einem abermaligen  Schlucken begann sie langsam und bed�chtig zu sprechen: �Liebe Freunde. Ich muss Euch verk�nden, es wird heuer kein Weihnachtsfest mehr geben.�

Auf einmal war die Stille im Reiterst�bchen unterbrochen und ein lautes Raunen ging durch den Raum. Abermals war es Jeannie, die das Wort ergriff und im Namen aller verbl�fft und entsetzt zugleich, fragte: �Aber warum denn nicht? Babs, was ist denn geschehen?.�

Dann begann sie langsam, aber dennoch sehr gefasst, zu  berichten: �Ich habe heute Fr�h die Meldung bekommen, dass ich die Pacht nicht verl�ngert bekomme und in den n�chsten Wochen den kompletten Hof r�umen muss.�

�Aber wieso denn?�, wollten alle Reiter erstaunt wissen. Babs erkl�rte die Situation: �Mister Meyers, der Grundbesitzer, m�chte das Anwesen an eine Wohnbaugenossenschaft verkaufen, da diese Baugrund f�r neue Wohnhausanlagen ben�tigt und hier die geeignete Ruhelage f�r ein sch�nes Wohndorf sei.� �Aber das w�rde ja hei�en, dass das alte Gut samt Deinen neue Stallzubauten niedergerissen werden m�sste�, warf Tom, der Trekkingreiter des Stalles,  ein.

�Ja, genau das hei�t es�, sagte Babs, dreht sich um und marschierte in ihre Privatr�umlichkeiten. Mehr wollte sie offensichtlich dazu im Moment nicht sagen und dies akzeptierten ihre Reiter auch. Nicht akzeptierten sie jedoch, dass ihre �zweite Heimat�  - die �Green Meadow Ranch�   -  so einfach dem Erdboden gleich gemacht werden sollte. �Mir m�ssen etwas tun�, gab sich auf einmal der ehrgeizige Reiningmeister Steve k�mpferisch. Pl�tzlich begannen auf einmal alle gleichzeitig zu reden � jeder hatte mehr oder weniger realistische Ideen, die den Stall retten k�nnten .  Irgendwann wurde sogar David, obwohl er ja Musiker war, diese Ger�uschkulisse zu laut. Er schrie �Slientium� � also  �Ruhe� in den Raum und sagte: �Wenn wir Babs wirklich helfen wollen, brauchen wir ein Konzept und kein wildes Durcheinanderschnattern.�

�Ich habe eine Idee�, sagte auf einmal  Iris und setzte fort: �Wir werden mit einem Umzug durch den Ort auf unsere Situation aufmerksam machen und dann geschlossen mit allen unseren Vierbeinern vor dem Rathaus aufreiten. Dann werden wir am kommenden Tag alle B�rger vom Kindergartenkind bis zum Gemeindeoberhaupt � zu einem Tag der offenen T�r laden, damit alle sehen wie erhaltenswert unser altes Gut ist und mit wieviel Liebe Babs und ihr verstorbener Gatte das renoviert haben. Viele kennen unseren Betrieb ja gar nicht.�

�Und das glaubst Du wirkt?�, gab sich Tina, eine der Turnierreiterinnen des Stalles eher skeptisch. �Ob das wirkt, wei� ich nicht, aber es ist zumindest einen Versucht wert�, erwiderte Babs. Dieser Meinung schlossen sich auch alle anderen Reiter und Fahrer des Stalles an. Und so wurde in den n�chsten Tagen flei�ig  geplant, organisiert, trainiert und vorbereitet. Am Tag vor dem vierten Advent sollte -  egal bei welchem Wetter � der Umzug stattfinden. Die Polizei wurde in Kenntnis gesetzt, die Beamten sagten zu, im Stra�enverkehr f�r Sicherheit im Ort zu sorgen. Auch der B�rgermeister und seine Gemeinder�te wurden informiert. Sie glaubten zwar  nicht, dass sich Mister Meyers, den sie als harten Gesch�ftsmann viele Jahre kannten, davon abbringen lassen w�rde, aber sie sagten zu . Auch sie fanden das Engagement der Reiter aller Generationen f�r das alte Gut, das aufgrund seiner langen Geschichte in gewisser Weise ein Wahrzeichen des kleinen Ortes war,  lobenswert. Die Tage vergingen schneller als geplant. Die Reiter stellten  Plakate im Ort auf, die auf die zwei Veranstaltungen hinweisen sollten, verteilten Flyer und bewarben diese auch im Internet. Alle halfen mit � es wurden Kost�me gebastelt, Mehlspeisen gebacken und einfach alles tiptop f�r die zwei gro�en Tage vorbereitet. Die �Green Meadow Ranch�- Reiter wollten einfach zeigen, wie sch�n es ist, mit Pferden zu arbeiten und wie sehr der kleine Verein den Ort auch belebt. Ob dies der gestrenge Mister Meyers auch wohl so sah? Er erhielt sogar vom Reitstallteam eine pers�nliche schriftliche  Einladung. Keiner wusste, ob er kommen w�rde � schlie�lich richtete sich die ganze Initiative ja gegen sein Anliegen � das Gut zu verkaufen. Nicht dass er auf das Geld angewiesen w�re, aber der Gesch�ftsf�hrer der Wohnbaugenossenschaft war ein guter Freund von ihm und w�hrend eines Golfspiels war ihnen die Idee gekommen, hier eine neue Wohnhausanlage zu errichten. Da er kein besonderer Pferdefanatiker war, war es ihm auch ziemlich egal, ob hier auf den gr�nen Weiden weiter edle Vierbeiner grasen w�rden oder nicht. Er hatte auch andere Sorgen, schlie�lich war seine kleine Tochter seit einer schweren Krankheit in ihrer Beweglichkeit sehr eingeschr�nkt und die Therpien der �rzte zeigten kaum Besserung. Was k�mmerten ihn da schon ein paar R�sser?  

 Der Tag des Umritts war gekommen. Rund 30 Reiter zogen begleitet von zwei Streifenw�gen der �rtlichen  Exekutive durch die Stadt. Auf ihrem Weg verteilten sie Bonbons und kleine Schockst�ckchen an die Schaulustigen. Beim Rathaus angekommen, wurden sie vom B�rgermeister und seinem Gemeinderatsteam empfangen. Auch Mister Meyers war vor Ort. Er wollte sich nicht von seiner Idee abbringen lassen, das Gut zu verkaufen und das wollte er auch den aufgebrachten Reitern deutlich zu verstehen geben. Im Rollstuhl neben ihm sa� seine kleine Tochter.  In dem Moment als er den Pferdefreunden klar machen wollte, dass es schlimmere Sorgen g�be als ein dummes altes Geb�ude, geschah das Unfassbare. Catherine, seine Tochter, begann auf einmal eine Hand nach einem Pferd auszustrecken. Gerade als er sagen wollte, sie solle jetzt Ruhe geben, streckte sie die zweite Hand nach dem h�bschen gefleckten Paint Horse aus,   welches ihr  es besonders angetan zu haben schien. Nun mischte sich auch der B�rgermeister ein: �Herr Meyers, halten Sie doch einen Moment inne und sehen Sie auf  Ihre Tochter.�

Jeannie,  die auf der Paint Horse Stute sa�, n�herte sich vorsichtig dem Kind im Rollstuhl. �Little  Coloured Sally�, so hie� ihre Pferdedame zeigte keine Scheu, sondern stupste das kleine M�dchen mit ihrer Nase und blies mit den N�stern dem Kind ins Gesicht, sodass dieses laut lachen musste.  Mister Meyers konnte es nicht fassen. So ein Lachen hatte er seit �ber einem Jahr im Gesicht seines Kindes nicht mehr gesehen. Und dann geschah das Unglaubliche: Die Kleine probierte sich aus dem Rollstuhl zu erheben, um n�her zum Pferd zu gelangen. Reitstallp�chterin Babs, die eigentlich gelernte Kinderkankenschwester war, aber seit der Stall�bernahme ihren Beruf an den Nagel geh�ngt hatte, ging zu dem M�dchen und half ihr beim Aufstehen. Sie st�tzte sie, sodass sie nun das Pferd ber�hren konnte. Ganz vorsichtig streichelte Catherine das ruhige Tier �ber den Hals und lachte dabei wieder laut. Mister Meyers fehlten die Worte. Der B�rgermeister mischte sich in Anbetracht der r�hrende Szene nochmals ein und sagte:  �Mr. Meyers, wollen Sie wirklich das Gut, ein Wahrzeichen unserer Stadt und ein Ort, der viele Menschen, wie man gerade hier sieht, so gl�cklich macht, der Vergangenheit angeh�ren lassen?�

Mr. Meyers, der noch immer das Geschehene nicht wirklich fassen konnte, sah �ber die gro�e Reiterschar und blickte dann nochmals  in das gl�ckliche Gesicht seiner Tochter. Dann r�usperte er sich und sagte: �Was ist schon  ein belangloses Gespr�ch bei einem Golfspiel gegen das Lachen eines Kindes. Ich habe noch gen�gend ungenutzes Bauland, wo sicher eine Alternative f�r eine Erschaffung  von Wohnraum dabei ist. Nicht nur mein Kind soll gl�cklich sein, sondern alle anderen auch, die sich hier vor mir versammelt haben. Der Pachtvertrag wird verl�ngert.�

Ein Jubeln und Applaus ging durch die Menge der anwesenden Reiter, B�rger und Gemeindevetreter. Babs, die als ausgebildete Krankenschester bestes medizinisches  Wissen hatte,  fiel Mr. Meyers �berschwenglich um den Hals und sagte: �1000 Dank, Mr. Meyers.� Er konnte es noch immer nicht fassen und fragte: �Wie konnte es geschehen, dass meine Tochter auf einmal so reagierte?� Babs sagte nur: �Nicht immer ist das teuerste Medikament die beste Medizin. Ein Pferd kann in das Herz eines Menschen h�ren, ohne dabei ein Stethoskop zu ben�tigen.�  

Dann verabschiedete sich die Reiterschar, denn es gab noch viel zu tun:  Am kommenden Tag sollte ja der �Tag der Offenen T�re� in Szene gehen. Abschlie�end sagte Babs noch:  "Mr . Meyers oder besser gesagt:  �Catherine, Du und Dein Papa,  Ihr seid unsere Ehreng�ste�.   Dann wendete sie sich ab und zog mit ihren Reiter von Dannen.  

 

 

 

M�hsame Winterzeit

 

Hallo! Was ist richtig? Was ist falsch?

 Der Winter naht. Auf was m�sst Ihr, wenn es friert, in der Box Eurer Pferde besonders achten?

 

A) Dass immer das Licht brennt bei Tag und Nacht . 

B) Dass doppelt so viel als normal eingestreut ist.

C) Dass der Selbsttr�nker nicht eingefroren ist.