Impressionen einer Sightseeing-Tour durch den Nordwesten der USA
Teil VI
Fotos: Gerda Langer
Text: Heinz Langer
Nach einer spannenden, abendlichen Unterhaltung mit einem schwarzen Preacher und der �bernachtung in Great Falls am Missouri, brechen wir am 16.09.08 wieder in Richtung Wyoming auf. Wir durchfahren den endlos langen, aber landschaftlich sehr interessanten Levis & Clark Historical National Forest. � Die h�chst gef�hrliche Expedition, von Pr�sident Thomas Jefferson 1804 ins Leben gerufen und angef�hrt von den Offizieren William Clark und Meriwether Levis, sollte einen Zugang vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean erkunden und f�hrte zwei Jahre lang auf abenteuerlichste Weise durch den fast g�nzlich unerforschten und noch tats�chlich wilden Westen der USA.
Wir fahren �ber Bozeman (ebenfalls Ausgangspunkt eines historischen Trails) nach Gardiner, dem Nordzugang zum Yellowstone NP. Nat�rlich k�nnen wir nicht widerstehen, noch eine Runde (die vierte) durch dieses Wunder der Natur zu drehen. Unter anderen gelingen Gerda wieder sehr gute Tieraufnahmen, vor allem solche von Bisons und den so gewaltigen Wapitihirschen (Elk).
Wir verlassen den Park schlie�lich im S�dwesten beim Yellowstone Lake, der wieder wundervolle Fotomotive bietet, um unsere Reise nach Cody, Wyoming, fortzusetzen.
William F. Cody, besser bekannt als Buffalo Bill, hat w�hrend seines Lebens als Trapper, Armee-Scout und J�ger die geografisch g�nstige Lage der Region erkannt und dazu beigetragen, dass 1901 der Ort Cody als Gateway to Yellowstone gegr�ndet wurde.
Der Ort steht ganz im Zeichen der Wildwest-Ikone. Ein Muss ist das Buffolo Bill Historical Center � eines der eindrucksvollsten Cowboy- und Wildwest-Museen Amerikas, f�r dessen Besuch man einen halben Tag einplanen sollte, besteht der Komplex doch aus f�nf separaten Museen.
Das wohl wichtigste ist das Buffalo Bill Museum, wo Memorabilien, Dokumente, Fotos und andere Zeugnisse aus Codys Leben deutlich machen, in welchem Ma�e er dazu beigetragen hat, den Wilden Westen �salonf�hig� zu machen. Ebenfalls hochinteressant ist das Plains Indian Museum, eine sehenswerte Ausstellung �ber die Pr�rie-Indianer mit vielen Nachbauten von Tipis, nachgestellten Szenen sowie Kleidung und Kunsthandwerk. Die Whitney Gallery of Western Art bietet als Kunstausstellung mit Werken von Russel, Bierstadt, Moran, Bodmer, Remington u.a. eine hervorragende �bersicht �ber Westernkunst. Das Cody Firearms Museum ist mit seiner ungeheuer vielseitigen Waffensammlung von �ber 3.500 Exponaten, darunter Hunderte von Winchester- und Remington-Gewehren, perfekt f�r Waffenfans. Im Draper Museum of Natural History schlie�ich geht es um Naturgeschichte und Landschaft, um Flora und Fauna des umliegenden Buffalo Bill County und den menschlichen Einfluss auf dieses Land.
Die Mainstreet von Cody ist nat�rlich voll mit Fachgesch�ften f�r Western-Outfit jeder Form und Preislage und diversen Andenkenl�den.
Sehenswert ist auch das original erhaltene Irma Hotel, das Cody f�r seine Tochter erbaute und nach ihr benannt hat. Vor der Fassade finden t�glich nachgestellte Wildwest-Schie�ereien statt.
Buffalo Bill und der Mythos �Wilder Westen�
Wie kein Zweiter hat William Frederik �Buffalo Bill� Cody den Wildwest-Mythos gepr�gt. Geboren am 26.02.1846 in LeClair, Iowa, heuerte er schon in jungen Jahren als Reiter beim Pony Express im Westen an. Nach dem B�rgerkrieg, 1867-68, versorgte er die Arbeiter der Kansas Pacific Railroad mit B�ffelfleisch und erwarb sich so seinen Spitznamen � und einen guten Ruf. Die n�chsten Jahre diente er als �Chief of Scouts� f�r die 5th U.S. Cavalry in den sogenannten Indianerkriegen.
Erst als Cody 1869 zur Hauptfigur in einem Groschenroman von Ned Buntline und so �ber Nacht ber�hmt wurde, sollte sich sein Leben �ndern. In der Folgezeit verstand er sich exzellent darauf, diese Legende weiterzuspinnen. 1883 begann Buffalo Bill eine Wildwest-Show zusammenzustellen, die den Mythos des Westens mit nachgespielten Indianerk�mpfen, Bisonjagden und Geschicklichkeitswettbewerben in alle Welt hinaustrug. Bei den Shows traten neben Buffalo Bill legend�re Figuren wie Buck Taylor, Annie Oakley oder sogar Sitting Bull auf. Bis 1913 tourte er im hellen Lederkost�m, mit Hut und Schimmel, Wallehaar und Spitzbart mit seiner Widwest-Show durch die Welt. (1915 war die Show sogar in Wien, in der sp�ter so spektakul�r abgebrannten Rotundenhalle im Prater.)
Buffalo Bill versuchte sich sp�ter auch in anderen Gesch�ften, wurde aber nie mehr so erfolgreich wie als Showman und Showmanager.
Nahe Denver starb er am 10. J�nner 1917 im Alter von 71 Jahren.
Mythen �ber Buffalo Bill und seine Abenteuer gibt es heute unz�hlige, viele von ihm selbst in die Welt gesetzt. Manches entpuppte sich schlussendlich als M�rchen, doch am Ende konnte wohl Buffalo Bill selbst Realit�t und Legende nicht mehr auseinanderhalten. Schlie�lich war er schon zu Lebzeiten selbst zum Mythos avanciert � wie �brigens auch sein deutsches Gegenst�ck, Karl May.