Mittelpunkt
Der Mittelpunkt der Arena spielt bei Reining-Patterns eine sehr wichtige Rolle.
Text: Troy Heikes mit Tonya Ratliff-Garrison
Fotos: Tonya Ratliff-Garrison
�bersetzung: Sonja Gr�nauer
Bei Reining-Patterns spielt der Mittelpunkt der Arena die wichtigste Rolle. Hier zeigt der Reiter mit seinem Pferd Spins, Galoppwechsel und Gangartwechsel. Hier k�nnen also sehr leicht Fehler passieren.
National Reining Horse Association Profi-Horseman Troy Heikes hatte anfangs auch seine Probleme im Zentrum der Arena und hat vielen Amateuren geholfen, diese Probleme auch zu bew�ltigen. Er gibt uns hier seine Ratschl�ge.
Finde den Mittelpunkt
Hier spielt sich so viel ab � im Mittelpunkt der Arena bzw. beim Mittelpunkt-Kegel. Reining-Patterns sind spiegelgleich gestaltet: Was du in einer Richtung machst, das tust du auch in der anderen Richtung. Die Sequenzen sind zwar zeitlich anders gereiht, doch die Man�ver sind in beiden Richtungen gleich. Und immer wieder musst du �ber die Mittellinie im Zentrum der Arena. Wenn bei einem Pattern im Schritt eingeritten wird, muss der Reiter in die Mitte der Arena reiten, direkt auf den Marker zu, der den Mittelpunkt der Arena markiert. Oft sehe ich Reiter, die im Schritt einreiten, in die Richtung des Mittelpunkt-Markers abwenden und zu fr�h stoppen. Vom Sichtpunkt des Richters hat der Reiter den Mittelpunkt der Arena nicht erreicht. Oft ist es der Fall, dass am Mittelpunkt der Arena der Boden etwas vertieft ist, da dort zuvor viele Pferde ihre Spins zeigten. M�glicherweise will der Reiter nicht, dass sein Pferd in dieses Loch tritt; manche Richter ber�cksichtigen diese Bodenverh�ltnisse. Trotzdem sollte der Reiter versuchen, so gut wie m�glich das Zentrum der Arena zu treffen.
Mittelpunkt der Aufmerksamkeit
Ein sehr wichtiger Faktor ist, dass sowohl die schnellen, gro�en Zirkel als auch die kleineren, langsameren Zirkel �ber den Mittelpunkt der Arena verlaufen. Wenn du also das Pattern galoppierst, egal in welcher Sequenz du dich befindest, galoppierst du �ber den Arena-Mittelpunkt. Ich trainiere also meine Sch�ler und mich selbst besonders auf das vorausschauende Reiten, indem ich beim Galoppieren der Zirkel zwischen den Ohren meines Pferdes voraus schaue und meine Linienf�hrung entsprechend planen kann. Bereits nach Dreiviertel des Zirkels fokussiere ich den Zentrums-Marker. Oft passiert es, dass man beim Galoppieren der Zirkel so sehr auf sein Pferd achtet, dass man vergisst, wo man sich gerade befindet. Der gr��te Fehler, den ich dabei sehe ist, dass die Reiter den Blick gesenkt haben und auf ihr Pferd schauen. Sie schauen zu sp�t wieder auf und stellen fest, dass sie den Mittelpunkt der Arena verpasst haben bzw. nicht korrekt auf ihn zukommen. Wenn der Reiter allerdings den Mittelpunkt im Auge beh�lt, kann er bessere Galoppwechsel machen bzw. die Linienf�hrung leichter korrigieren. Halte deinen Fokus nach Dreiviertel des Zirkels bereits in die Richtung des Arena-Mittelpunktes; der Rest des Zirkels wird rund gelingen und die Mittellinie der Arena ber�hren.
Bild 1: Bei einem Pattern, bei dem du im Schritt einreitest, reite entlang der Einz�unung bis zum Mittelpunkt-Marker und wende dort in Richtung Mittelpunkt der Arena ab.
Bild 2: Schau in die Richtung des Arena-Mittelpunktes und stoppe dort, bevor du mit dem Pattern beginnst.
Bild 3: Bei Reining-Patterns finden die meisten aktiven Man�ver am Mittelpunkt der Arena statt.
Bild 4: Reiter, die ihren Blick gesenkt haben und nur auf ihr Pferd sehen, k�nnten den Mittelpunkt der Arena verpassen.
Bild 5: Es ist besser, vorausschauend zu reiten und �ber den Ohren des Pferdes nach vorne zu sehen, um zu erkennen, ob man auf der richtigen Linie ist.
Bild 6: Wenn die K�rperposition des Reiters am Mittelpunkt der Arena ver�ndert wird, kann dies zu einem Galoppwechsel des Pferdes f�hren.
Au�erhalb des Mittelpunktes
Bei jenen Patterns, die wir wnd-down Patterns nennen, werden 2 schnelle Zirkel, 1 langsamer Zirkel, danach ein Stopp und Spins geritten � und all dies betrifft wieder den Mittelpunkt der Arena. Die beiden gro�en, schnellen Zirkel ber�hren den Zirkelmittelpunkt, wo dann f�r den langsamen Zirkel das Tempo reduziert wird. Nach dem langsamen Zirkel stoppt der Reiter am Mittelpunkt und macht dann dort die Spins. Hier sind also viele Man�ver zu sehen.
Das Problem, das ich oft sehe, ist, dass die Reiter beim langsamen Zirkel nicht rechtzeitig in Richtung Arena-Mittelpunkt sehen. Dadurch wird dieser Zirkel nicht mehr symmetrisch zum gro�en, schnellen Zirkel. Auch beim kleineren, langsamen Zirkel sollte man darauf achten, dass man im Bereich des Arena-Mittelpunktes eine lange, gerade Linie reiten kann. Dies ist auch zu beachten, wenn man dort stoppen oder einen Spin zeigen will. Achte darauf, dass du im zweiten Teil des Zirkels genauso viel Raum hast wie im ersten Teil.
Gefangen in der Mitte
Pferde, die bereits turniererfahren sind, wissen, dass beim Arena-Mittelpunkt Galoppwechsel und Richtungswechsel stattfinden. Diese Pferde f�hlen sich an drei Seiten des Zirkels � dort wo die Einz�unung ist � sehr wohl. Wenn sie dann zum Mittelpunkt kommen, wechseln sie automatisch. Manchmal ist es jedoch der Fehler des Reiters und nicht des Pferdes. Wenn der Reiter das Tempo verlangsamt, zum Mittelpunkt kommt und sich dabei aufrichtet, anstatt den Zirkel weiterzureiten, kann es passieren, dass das Pferd automatisch den Galopp wechselt. Dies kann auch passieren, wenn man zum Mittelpunkt kommt, um nach dem Galoppzirkel zu stoppen. Auch f�r den Stopp richtet sich der Reiter auf und sieht geradeaus nach vorne. Da kann es passieren, dass das Pferd zuvor noch schnell den Galopp wechselt. Dadurch erh�lt der Reiter Penalty-Punkte. Der h�ufigste Grund daf�r ist, dass der Reiter seinen Fokus verloren hat. Hinzu kommt auch noch die Aufregung, weil gerade ein Bewerb geritten wird.
Beim Galoppieren der Zirkel ist Konzentration gefordert. Pl�tzlich erkennt der Reiter, dass er den Mittelpunkt nicht korrekt anreitet. Er �ndert seine K�rperposition und starrt auf den Mittelpunkt oder auf einen anderen Punkt; und genau das f�hrt dazu, dass das Pferd eventuell in den anderen Galopp umspringt. Ich bringe meinen Reitern bei, dass sie einfach den Mittelpunkt verfehlen sollen, wenn sie feststellen, dass die Linie nicht wie geplant verl�uft. Der Reiter soll einfach den Zirkel weiterreiten und das n�chste Mal den Mittelpunkt korrekter ansteuern. Man sollte nicht versuchen, den Fehler zu korrigieren, indem man auf den Arena-Mittelpunkt starrt. Dies k�nnte dazu f�hren, dass das Pferd dies als Kommando f�r den Galoppwechsel deutet. Das passiert meist, wenn das Pferd annimmt, dass immer am Mittelpunkt der Arena der Galopp und die Richtung gewechselt werden.
Es ist wichtig, dass jedes Qu�ntchen deiner Gedanken dem Reiten des Zirkels gelten sollte. Wenn es dann Zeit f�r den Galoppwechsel ist, lass dir Zeit bis zum letzten Augenblick, richte dein Pferd gerade und wechsle erst dann die Richtung und den Galopp.
Bild 7: Halte deinen K�rper gerade und gerate nicht in Panik, wenn du feststellst, dass du den Mittelpunkt der Arena nicht triffst.
Bleibe im Mittelpunkt
Als Reiter machen wir alles M�gliche, wenn wir den Arena-Mittelpunkt passieren, da wir uns immer wieder dar�ber Gedanken machen. Das, was ich an mir und bei meinen Amateur-Reitern trainiere, ist, nur das zu tun, was notwendig ist, wenn ich zum Mittelpunkt komme, und einfach nur meine Gedanken darauf fokussiere, dass nur das Galoppieren eines Zirkels gefragt ist.
Du solltest den Zirkel rund reiten. Reite ihn auf keinen Fall viereckig und schau dabei die ganze Zeit zum Marker. Fokussiere den Marker, achte jedoch darauf, auf keinen Fall deine K�rperposition zu ver�ndern, bevor der Zeitpunkt f�r den Galoppwechsel gekommen ist. Wenn du Dreiviertel des schnellen Zirkels bereits galoppiert bist und du sp�rst, dass sich dein Pferd nach innen lehnt, gerate nicht in Panik, sondern versuche weiterhin, einen gleichm��ig runden Zirkel zu reiten. Lehnt sich dein Pferd insbesondere auf der geraden Linie beim Arena-Mittelpunkt in die andere Richtung, musst du schnell instinktiv reagieren und den �u�eren Schenkel mit entsprechendem Druck ans Pferd legen. Halte den �u�eren Z�gel am Hals des Pferdes und reite weiter im Galopp. Konzentriere dich weiterhin auf deinen Zirkel und setze deine geplante Linie weiter fort. Durch deine K�rpersprache vermittelst du deinem Pferd, auf dieser Linie zu bleiben.
Nat�rlich kann bei einem Bewerb auch einmal etwas schief gehen. Versuche nicht zu viel zu analysieren, sondern sei zufrieden mit jenem Teil, der geklappt hat. Und verliere nicht deinen Fokus. Sobald du dich dem Mittelpunkt der Arena n�herst, solltest du denken: �Ich reite Zirkel. Ich reite Zirkel. Ich reite Zirkel. Nun vermindere ich das Tempo. Jetzt fokussiere ich den Mittelpunkt, verlangsame das Tempo wieder. Nun versuche ich wieder den Mittelpunkt zu finden.� Ich kann nicht oft genug daran erinnern: Schaue voraus. Wenn du hinunter siehst und dann panisch wirst, wenn du merkst, dass dir ein Fehler unterlaufen k�nnte, dann kann es sein, dass das Pferd ungeplant den Galopp wechselt oder die korrekte Zirkellinie verl�sst. Und dies st�rt deine Performance und bringt nicht den gew�nschten Erfolg. Bleib konzentriert � egal ob du dich auf deinen K�rper, dein Pferd oder dein Ziel konzentrierst, und du wirst dich niemals an den Mittelpunkt der Arena herantasten m�ssen.
Biografie
Troy Heikes ist Profitrainer und hat mehr als 280.000 Dollar Preisgeld im Rahmen der National Reining Horse Association gewonnen. Er war in jedem Finale von wichtigen NRHA Kategorie 2 Events und auch in der NRHA Futurity, im NRHA Derby, im National Reining Breeders Classic, im Canadian Reining Breeding Classic und in der All American Quarter Horse Congress Futurity. Troy war mehrfach AQHA World Championship Finalist und gewann die Kansas Sunflower Slide Futurity, die Rocky Mountain Reining Horse Association Summerslide Futurity und die CRBC Futurity. Troy hat sich auf den Unterricht von Amateurreitern spezialisiert, und viele seiner Sch�ler haben bereits World Championships und NRHA-Titel gewonnen. Troy und seine Frau Andrea sind Besitzer der Heikes Quarter Horse LLC in Scottsdale, Arizona, wo die beiden auch arbeiten.