SPIRITS OF THE WEST

Impressionen einer Sightseeing-Tour durch den Nordwesten der USA

Teil V

 

Fotos: Gerda Langer

Text: Heinz Langer

 

Am 14. September 2008 starten wir von Whitefisch, Montana, um wieder eines der Highlights unserer Expedition zu erkunden � den Glacier National Park, der im Norden von Montana einen Teil der Grenze zu den kanadischen Rocky Mountains bildet.

Der 410.196 Hektar gro�e und 1910 gegr�ndete Nationalpark hat eine vielf�ltige Wasser- und Gletscherlandschaft zu bieten. Er besteht aus zerkl�fteter Gebirgslandschaft und acht lang gestreckten und tiefen, gro�en sowie rund 200 kleinen Seen. Diese sind beim Zur�ckweichen der eiszeitlichen Gletscher entstanden, denen der Park seinen Namen verdankt. Die Gletscher selbst � etwa 50 � wurden zu kleinen Zungen in h�heren Lagen reduziert. Die Flora und Fauna des Nationalparks entspricht seiner n�rdlichen Breite und der H�henlage. Gro�tiere wie Elche, Wapiti- und Maultierhirsche sowie Schwarz- und Waschb�ren sind zahlreich anzutreffen. Grizzlys bekommt man, wie im Yellowstone NP, sehr selten zu Gesicht. Vereinzelt kann man auch die wei�en, selten gewordenen Schneeziegen beobachten, aber das eher aus der Luft.

Wir beschlie�en, die gro�artige Vielfalt des NP zun�chst mit dem Auto zu erkunden, bevor wir die Gegend mit dem Helikopter, der wohl die allerbesten M�glichkeiten zum Fotografieren bietet, erkunden wollen.

Die Going-to-the-Sun-Road, die wir w�hlen, gilt als eine der sch�nsten Bergstra�en Nordamerikas. Sie f�hrt vom Apgar Visitor Center in West Glacier quer durch den Park zum Visitor Center von St. Mary. Am Lake McDonald und dem sprudelnden McDonald Creek entlang windet sich die Stra�e hinauf in die Berge, bis sie den Logan Pass (2.026 m) erreicht, die kontinentale Wasserscheide.

Der Hubschrauberrundflug am n�chsten Tag erm�glicht uns die denkbar spektakul�rste Rundumsicht �ber das Gebiet des Glacier NP.

Nach einer weiteren �bernachtung in Whitefish geht unsere Reise s�dw�rts durch die Reservation der Blackfeet-Indianer nach Great Falls, der mit 57.000 Einwohnern zweitgr��ten Stadt Montanas. Hier besuchen wir nat�rlich das ber�hmte C.M. Russel Museum. Zusammen mit Frederick Remington, der vor allem Bronzeskulpturen schuf, z�hlt Charles M. Russel in Amerika zu den bedeutendsten Western-Art-K�nstlern. Seine teils heroisierenden Kunstwerke stehen repr�sentativ f�r die Geschichte des Westens, ohne dabei die enormen Leistungen der ersten Pioniere zu vernachl�ssigen; auch die Indianer werden positiv dargestellt. �Die Zivilisation ist der gr��te Feind der Natur�, soll Russel einmal gesagt haben. Der 1864 geborene K�nstler war selbst Cowboy und entdeckte w�hrend der einsamen Stunden auf den Rinderweiden seine Liebe zur Malerei, die er dann mit gro�em Erfolg zu seinem Beruf machte.

In der n�chsten Folge der WN geht es wieder Richtung S�den nach Wyoming.