Ber�hmte Quarter Horses & -Vererber

Eine Serie f�r QH-Z�chter & -Enthusiasten

�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer

 

Leo San

1949, als Leo San geboren wurde, befand sie die AQHA noch in ihrem Anfangsstadium und die Quarter Horse-Z�chter waren darauf angewiesen, smarte und handliche Pferde zu produzieren, wie sie in jener Zeit den Vorzug genossen. Sie sollten f�r Short Races und zur Alltagsarbeit an den Rinderherden geeignet sein.

H.H. Darks zum Beispiel der Z�chter von Leo San, bevorzugte ein kompaktes, muskul�ses Pferd, das zu explosiven Spurts neigte und eine gute Disposition zeigte. Darks, der im Zentrum Oklahomas lebte, z�chtete universell einsatzf�hige Pferde, wie sie von Ranchern und Rodeo Cowboys bevorzugt wurden. Seine Deckhengste f�hrten das Blut von Bert, Billy Van und San Siemon. Letzterer war ein Sohn des legend�ren Quarter Horse Foundation Sire Zantanon, der sp�ter auch der Vater von King P-234 wurde. Leo San stammte aus der San Siemon-Tochter San Sue Darks. Mit Ausnahme ihrer prominenten Abstammung ist �ber diese Stute nicht viel bekannt.

W�hrend Darks auf seiner Farm in Wetumka Cow Horses z�chtete, baute Bud Warren aus Perry, eine Stunde n�rdlich von Oklahoma City, einen Rennstall und eine Zuchtfarm, in deren Zentrum der Hengst Leo stand, ein h�bsches und exzellentes Match Race Horse, das er 1947 gekauft hatte. In Darks᾽ Augen war Leo DAS Traummodell eines guten Quarter Horse. Er hatte 1,43m Widerristh�he und wog 600 kg, er war schwer bemuskelt, mit starken Knochen, kurzen R�hrbeinen und einem h�bschen Kopf.

Gene Moore, Leos fr�herer Besitzer, hatte den Hengst ausschlie�lich zur Rinderarbeit auf seiner Ranch in der N�he von Fairfax, Oklahoma, verwendet. �Er war eines der besten Cow Horses, die ich je unter dem Sattel hatte�, erz�hlte Moore damals in einem Artikel der Zeitschrift �Thoroughbred Record�. �Sein Wesen war wirklich wundervoll. � Meine kleine, achtj�hrige Tochter ritt ihn ebenfalls gern.�

Leos folgsames Wesen, sein Cow Sense und seine athletischen F�higkeiten waren Attribute seiner Z�chtung. Gezeugt von Joe Reed II, aus der Little Fanny, war er liniengez�chtet auf Joe Reed (seinen v�terlichen und m�tterlichen Gro�vater).

�Einer der Faktoren der Linienzucht oder Inzucht ist der, dass sich sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften der Elterntiere vererben oder verpaaren k�nnen�, erz�hlte Dorothy Wood, die damals, zusammen mit ihrem Gatten Bert, Joe Reed und Little Funny besa�en. �Ich glaube, dass Joe Reed so starke und genetisch gut gefestigte Eigenschaften hatte, die alle m�glichen schlechten eines schw�cheren Pferdes �berlagerten.� Der Quarter Horse-Historiker Nelson Nye pflichtet ihr bei. �Die Joe Reeds waren bekannt f�r ihre sch�nen K�pfe, ihre top Conformation, ihre Vielseitigkeit und ihre unwahrscheinliche Speed. Nye schrieb 1951, dass sich viele erfolgreiche Quarter Horse-Z�chter dieser Zeit auf die Qualit�t von Stuten dieser Linie verlie�en. Sie waren lange, gute Zuchttiere, hart wie Granit und sehr z�h � wie wenige andere Pferde.

Joe Reed ist bestens bekannt f�r seinen Rennrekord (1942-43 war er World Champion Quarter Running Stallion) und die Rekorde seiner Nachkommenschaft, doch die Familie Wood liebte ihn auch f�r alle seine anderen Eigenschaften. �Wir ben�tzten ihn f�r die Rinderarbeit auf der Ranch�, erz�hlt Dorothy Wood. �Sie alle (Joe Reed II-Nachkommen) wurden an Rindern gearbeitet. Die Horsemen jener Zeit sprachen beim Working Cattle Horse vom Bulldog Type und vom Racing Type. Doch f�r mich personifizierte Joe alles in einem. Er konnte rennen und ging gleich gut mit Rindern um.�

Joe Reed II selbst hatte eine kurze Rennkarriere, da er sich eine Hufverletzung zuzog, als Bert Wood nahe Tucson einer Kuh hinterherjagte. Er war auf eine Glasflasche gesprungen. Die daraus resultierende Wunde behinderte das weitere Hufwachstum, sodass er keine Rennen mehr laufen konnte.

�Er war sehr umg�nglich�, erz�hlt Dorothy, die selbst ein Angebot von 40.000 Dollar f�r den Hengst abgelehnt hatte. �Unsere Kinder ritten ihn ohne Sattel und krabbelten auf und unter ihm herum. Er war auch beim Decken leicht zu handhaben, einfacher als die jeweiligen Stuten.�

Mit dem Cow Sense von Joe Reed II und seinem folgsamen Wesen war es keine �berraschung, dass Leo gute Cow Horses zeugte, obwohl es seine Racing-Nachkommen waren, die ihn ber�hmt machten.

Es gab einige Z�chter, die einen potenziellen Vorteil darin sahen, ihre Rennstuten mit Cow und Show Horses zu paaren. Darunter war der scharfsinnige Pferdemann und �l-Tycoon Gordon Howell aus Dallas. Er war es, der Leo San als Zweij�hrigen von den Darks kaufte.

�Ich war immer ein Kenner der Joe Reed-Pferde und Leo-Blutlinien. Dieses Pferd (Leo San) hatte alle Top-Zuchteigenschaften, die man sich nur w�nschen konnte�, erz�hlte Howel in einem Artikel der Mai-Ausgabe 1984 des �The Quarter Horse Journal�.

Matlock Rose, der w�hrend der fr�hen 1960er-Jahre f�r Howel arbeitete, showte viele von Leo Sans Nachkommen in der Cuttingarena und im Halter Showring. �Er war ein Breeding Horse�, sagte Rose, das vier von f�nf NCHA World Championships, auf Kindern und Enkeln von Leo San gewann: eine auf Peppy San, von Leo San, zwei mit Peponita, von Peppy San und eine auf Peppys Desire, von Peppy San. �Du konntest seine Nachkommen schon an ihrem Aussehen erkennen. Sie waren einfach nat�rliche Cow Horses. Sie liebten es, an Rindern zu arbeiten.�

Matlock Rose, ein Pedant, was das Aussehen und die Eigenschaften von Pferden betraf, sch�tzte an Leo San speziell sein maskulines Aussehen, das er an seine Fohlen weitergab.

�Er hat mehr Hinterhand als Leo, die k�rzesten R�hren und den sch�nsten Kopf, den ich je bei einem Pferd sah�, bemerkte Rose einmal. �Er war insgesamt so ausgewogen und wohlproportioniert, wie man es sehr selten findet. Bei einer Widerristh�he von 1,43m wog er 650 kg.� Howell meinte: �Ohne seine optimalen k�rperlichen Eigenschaften h�tte er nie zur Spitzenklasse der Quarter Horse-Zucht z�hlen k�nnen.�

Howell war �brigens auch bekannt als Z�chter des 440-Yard-Rekordhalters und Racing Champion Truckle Feature.

Offspring

Von 1959 bis einschlie�lich 1963 pr�sentierte Howell Leo San-S�hne und -T�chter und ihre Showrekorde. Damals waren Get-of-Sire Classes popul�r, bei denen jeweils drei Nachkommen eines Hengstes pro Start vorgef�hrt wurden. In 66 dieser Klassen war Leo San niemals niedriger als als Dritter platziert. Zu jener Zeit waren unter den bekanntesten Nachkommen des Hengstes: Bert Leo, AQHA Champion mit Superiors in Cutting und Halter; Leo San Van, AQHA Champion 1961, QHA High-Point Halter Gelding, 1961 und 1962 AQHA High Point Cutting Gelding und Superiors in Halter und Cutting; Wimpy Leo San, 1961 Honor Roll Halter Horse; Leo San Susie, Leos Lady San, Leos Babay, Busy San, Joe Hild Man, Leo San Siemon, Cutter Smokey, Hilda San, alle Superior Halter Horses; Calhouns Lasan, Star Leo Bert, Flying San und Sana Brian, alle AQHA Champions.

Leo San zeugte auch Rennpferde. Unter den 19 Rennsiegern war Tabors Leo, ein 1957 geborener Hengst, aus der Little Taggie, von Question Mark. Der Chestnut bekam 1962 sein ROM in Racing. 1962 gewann er nicht nur sein ROM in Performance, sondern wurde auch AQHA High-Point Barrel Racing Stallion. 1964 ging Tabors Leo, nachdem er AQHA-Rekorde gewonnen hatte, zur�ck auf die Rennbahn und lief dort Streckenrekord.

Bert Leo war einer der ersten bemerkenswerten S�hne von Leo San. �Er war nicht nur eines der besten Halter Horses, die ich je gesehen habe�, erkl�rte Matlock Rose, der den Hengst intensiv f�r Howell showte. �Er war gut genug, alles zu schlagen, was es damals gab. Er hatte eine Menge Speed und konnte jede schwierige Kuh halten. Ich ropte K�lber mit ihm, machte Team Roping und showte ihn auch in Reining.�

Der Braune wurde als Roping Horse verwendet, bevor Howell ihn kaufte, aber Matlock beschloss, sein Repertoire zu erweitern. In seiner ersten Show unter Rose gewann Bert Leo das Cutting, das Reining und das Calf Roping und wurde dar�ber hinaus noch Grand Champion in Halter. Bert Leo war ein Universalgenie von Pferd, wie man es unter Tausenden selten findet, eine Tatsache, die auch der prominente Hufschmied Doyle Blagg, der viele von Matlocks Pferden beschlug, und auch der Cutting Champion Stanley Bush, der einer der h�rtesten Konkurrenten von Matlock Rose war, best�tigten.

The Two Greatest Sons

So wie Bert Leo stammten viele von Leo Sans Performern aus T�chtern von Bert oder Bert Jr. Doch die gro�artigste Anpaarung Leo Sans war die mit Peppy Belle, einer Pep Up San-Tochter, die Howell auf Anraten von Matlock Rose gekauft hatte.

Peppy Belles erstes Fohlen von Leo San war Peppy San. Von Rose trainiert, wurde er NCHA World Champion 1967. Er gewann viele weitere wertvolle Titel und Honors, darunter den AQHA Champion und die Eintragung in die AQHA Hall of Fame. Es war Matlock, der das Potenzial in dem h�bschen sorrel-farbenen Colt erkannte, von dem Augenblick an, in dem dieser 1959 seine ersten wackeligen Schritte tat.

�Peppy San sah bereits wie ein viel versprechender Deckhengst aus, als er noch ein kleines Hengstfohlen war�, erz�hlte Rose. �Wenn er nur so dastand, sah er aus, als k�nnte er einiges erreichen.�

Gordon Howell bevorzugte Old Sorrel-Blutlinien in seinen Zuchtstuten. Es war diese Blutlinie, die ihm Peppy Belle so attraktiv machte. Sie glich Old Sorrel, �ber ihren Vater Pep Up, einem Enkel des ber�hmten King Ranch-Hengstes.

Peppy Belle brachte, nach Peppy San, sechs weitere Fohlen von Leo San zur Welt. Doch es war Mr San Peppy, geboren 1968, v. Leo San, a.d. Peppy Belle, der die gesamte Cutting-Welt wieder einmal auf den Kopf stellte.

Mr San Peppy wurde1974 und 1976 NCHA World Champion, gewann 1972 auch das NCHA Derby und noch viele andere Titel. Er war im Besitz der King Ranch und wurde von dem legend�ren Buster Welch trainiert und geritten.

Wie Peppy San schlug Mr San Peppy eine lange und unvergleichlich erfolgreiche Karriere als Quarter Horse-Vererber ein. In der Tat war der Einfluss dieser beiden Vollbr�der als Zuchthengste von Performance-Pferden und speziell f�r den Cuttingsport �berw�ltigend.

In der Kategorie der All-Time Leading Cutting Sires seit 1999 f�hrte Mr San Peppys Sohn, Peppy San Badger (�Little Peppy�), lange Zeit die Liste der Top Money Earning Sires von 22 Millionen Dollar an.

Smart Little Lena, von Doc O�Lena und aus der Peppy San-Tochter Smart Peppy, lag mit 20 Millionen Dollar an zweiter Stelle des Cutting-Nachwuchses. Dual Pep und Haidas Little Pep, beide S�hne von Peppy San Badger, rangierten mit 7,7 und 6 Millionen Dollar unter den Top Ten der Cuttingszene.

Leo Sans letzte Besitzerein war Rebecca Tyler, auf deren Ranch in Gainsville, Texas, der gro�e Vererber im Februar 1968 verstarb. Seine Legende lebt in seinen vielen erfolgreichen Nachkommen bis heute weiter!

 

Bildtexte:

 

1.)    Das originalgetreue Gem�lde von Orren Mixer zeigt Leo San.

2.)    Pedigree:

Joe Reed

Joe Reed II

Nellene

Leo

Joe Reed

Little Fanny

Fanny Ashwell

Leo San (1949-1968)

Zantanon

San Siemon

Panita 1

San Sue Darks

Sam Watkins

Little Sue

Sorrel Perez

3.) Dieses Foto unbekannten Datums zeigt Leo Sans kurze R�hrbeine und seine vorbildliche Hinterhand.

4.) Peppy San, hier unter seinem Trainer Matlock Rose, war einer der beiden gro�artigsten S�hne von Leo San. Er wurde 1959 aus der Peppy Belle geboren und wurde 1967 NCHA World Champion Cutting Horse sowie AQHA Champion.

5.) Hier cuttet Buster Welch auf Mr San Peppy, dem zweiten gro�artigen Sohn von Leo San. Mr San Peppy befand sich im Besitz der King Ranch in Kingsville, Texas.

6.) Mr Peppy San, geboren 1968, war 1974 und 1976 NCHA World Champion Cutting Horse.

7.) Bert Leo, v. Leo San, a.d. Trixie Blake, v. Bert, repr�sentiert die erfolgreiche Verpaarung von Leo San mit Bert-T�chtern. Dieses Foto zeigt ihn 1958 in Amarillo, Texas, als Grand Champion Stallion.

8.) Leo Sans Einfluss ist bis heute erhalten in Pferden wie Smart Chic Olena, einem der gr��ten Sires von Reining Horses. Smart Chic Olena stammt von Smart Little Lena, aus der Smart Peppy, von Peppy San, von Leo San. Das Foto zeigt Smart Chic Olena 1990 auf der AQHA World Show, wo er, geritten von Dell Bell, das Senior Cutting gewann.