Turbo Turn

Verbessere den schwerf�lligen Spin deines Pferdes in eine fantastische Wendung, indem du die Tipps und Speedtechnik des Reining Champions Randy Paul anwendest.

 

Text: Randy Paul mit Kathy Kadash-Swan

Fotos: Kathy Kadash-Swan

�bersetzung: Sonja Gr�nauer

 

Anreiz: Reining, Working Cow Horse

Ziel: Bringe deinem Pferd eine korrekte 360�-Wendung auf seinem inneren Hinterbein mit maximaler Geschwindigkeit bei.

Vorteil: Dein Pferd wird eine sch�n ausgef�hrte und schnelle Wendung machen k�nnen und damit Zusatzpunkte von den Richtern bekommen. Sein K�rper wird dabei gerade gerichtet sein. Es wird in die Richtung schauen, in die es wendet, seine Schultern werden gleichm��ig gerade dabei sein, dadurch hat das Pferd genug Schulterfreiheit, um fl�ssige Seitw�rtstritte in der Wendung zu machen. Das Pferd kann leichter mit seinen Vorderbeinen �bertreten, was es leichter macht, mit der Zeit das Tempo der Wendung zu erh�hen.

Manchmal sind die Turnarounds mit deinem Pferd auch schwierig. Du kommst mit den Z�geln �ber den Pferdehals, das Pferd reagiert, indem es seinen Kopf seitlich in die falsche Richtung kippt und seine Beine in der Wendung nicht fl�ssig bewegt. Wenn dein Pferd in der Wendung seine korrekte Haltung verliert, kann es sich mit seinen Beinen dabei verhaspeln, mit einem Fu� am anderen Fu� anklopfen (sich dabei die Fesseln verletzen) und sich vielleicht auch mit einem Huf ins andere Hufeisen treten, was dazu f�hren kann, dass das Hufeisen vom Huf gerissen wird. Mit der Zeit wird es sich vor diesem Man�ver f�rchten.

F�r einen m�helosen Turnaround muss dein Pferd mit den Vorderbeinen entsprechende Bewegungsfreiheit haben. Das funktioniert jedoch nur, wenn seine Schultern gleich hoch positioniert sind, das bedeutet, dass diese nicht zu tief kommen bzw. ungleich sind. Vergleiche es mit deinen eigenen Schultern. H�ngt eine weiter nach unten, kommst du aus der Balance, deine Arme sind dann nicht gleich lang und die Bewegungen werden dir etwas schwerer fallen. Dein Pferd hat das gleiche Problem, wenn es seine Schultern zu tief nimmt bzw. mit den Schultern in der Wendung nach au�en oder nach innen dr�ngt. Alles ger�t dann aus der Balance. Eine fl�ssige, schnelle Wendung, wie man es bei Reining-Pferden kennt, ist dann nicht m�glich. Hier einige Tipps, wie du die Wendung mit deinem Pferd richtig angehst.

 

 

1. Beginne nach rechts. Wie dein Pferd mit dem Spin beginnt, ist wichtig f�r die gesamte Haltung w�hrend des Man�vers. Wenn es in einer falschen Position damit beginnt, wird es schwierig sein, das Man�ver korrekt durchzuf�hren. Beginne, indem du jeweils einen Z�gel in eine Hand nimmst. F�r einen Spin nach rechts, lege den linken Z�gel (indirekten Z�gel) an den Hals deines Pferdes an und ziehe leicht am rechten Z�gel (dem direkten Z�gel). Dies hilft deinem Pferd, in die Richtung zu schauen, in die es wendet. (F�r eine Wendung nach links gib deinem Pferd die entsprechend umgekehrten Hilfen.) Bei Beginn des Man�vers vergewissere dich, dass dein Pferd gerade gerichtet ist. Mit dem direkten Z�gel bringst du den Kopf des Pferdes ein wenig in die Richtung, in die du wenden willst � genau so viel, dass du das innere Auge etwas sehen kannst. Wenn du den Kopf zu viel in die Richtung ziehst, wird es seinen Hals biegen, auch der gesamte Pferdek�rper wird im Spin zu viel gebogen sein. Dies w�rde dazu f�hren, dass dein Pferd mit seinen Vorderbeinen nicht mehr korrekt �bertreten kann.

Gleichzeitig mit der Z�gelhilfe solltest du ein wenig Druck mit deinem �u�eren (linken) Bein aus�ben � und zwar hinter dem Sattelgurt, um dein Pferd zum Spin etwas aufzumuntern. Wende diese Hilfengebung solange an, bis dein Pferd auch ohne die Hilfe deines direkten Z�gels in die Richtung der Wendung sieht. Tipp: Geht dein Pferd in den Spin nach rechts, sollte sein linkes Vorderbein vor sein rechtes Vorderbein �bertreten, sein linkes Hinterbein sollte das fix positionierte rechte Hinterbein �bertreten. (Manchmal bewegt sich auch das fix positionierte Hinterbein ein wenig mit.)

2. Druck nachlassen. Sobald das Pferd beginnt, mit seinen Beinen im Spin zu �berzutreten, sollte sofort der Druck der Schenkelhilfe nachlassen. Die Z�gel sollten mittig �ber dem Pferdehals gehalten werden. Lass dein Pferd einfach wenden. Wenn dein Pferd den Turn korrekt durchf�hrt, belohne es, indem du keine Z�gel- oder Schenkelhilfen einsetzt. Sobald es jedoch in der Wendung stoppt, weil du keine Hilfen mehr gibst, setze die Hilfen wieder ein, um den Spin fortzusetzen. �be dies so lange, bis dein Pferd gleichm��ig mit m�glichst wenig Hilfen den Spin macht.

3. Halte die Schultern deines Pferdes gerade. Damit dein Pferd leichter den Spin machen kann, sollten sich seine Vorderbeine frei bewegen k�nnen. Daf�r sollten jedoch die Schultern des Pferdes nicht gesenkt sein. Wenn es n�mlich sein Gewicht auf die Schultern verlagert, werden die Seitw�rtsbewegungen langsamer, weil zu viel Gewicht auf den Vorderbeinen lastet. Au�erdem kommt das Pferd aus der Balance. Um dieses Problem zu beheben, nimm wieder jeweils einen Z�gel in jede Hand und positioniere die Z�gel links und rechts vom Hals bzw. die H�nde links und rechts vom Sattelhorn, damit sie keinen Kontakt zum Pferdehals haben. Fordere dein Pferd zum Turn auf, wie bereits in Schritt 1 beschrieben. Wenn es dieser Aufforderung brav Folge leistet, achte darauf, dass es mittig zwischen den Z�geln bleibt � wobei der Z�gelabstand zum Hals auf beiden Seiten gleich ist. Dein Ziel ist es, deinem Pferd beizubringen, sich nicht auf eine der beiden Seiten zu lehnen. Wenn sich dein Pferd nach au�en lehnt, dr�ngt es mit seiner Schulter nach au�en. Um dies zu korrigieren, lasse mit dem Druck am inneren Z�gel nach und erh�he den Druck am �u�eren Z�gel. Gleichzeitig �bst du mit dem �u�eren Schenkel Druck aus, bis sich das Pferd wieder gerade richtet. (Wichtig: Vermeide, den Z�gel �ber den M�hnenkamm des Pferdes zu ziehen, um es in die Richtung des Spins zu ziehen. Zu viel Neckreining f�hrt dazu, dass das Pferd sich auf seine innere Schulter lehnt. Und genau das will man ja vermeiden.) Lehnt sich dein Pferd an den inneren Z�gel, dr�ckt es die Schulter im Spin nach innen. Um dies zu korrigieren, wende die oben angef�hrten Hilfen an (am inneren Z�gel ziehen, bis das Pferd gerade gerichtet ist), vermeide jedoch den Druck mit dem inneren Schenkel, denn dadurch w�rdest du deinem Pferd sagen, dass es nicht in diese Richtung wenden soll. (Pferde lehnen sich normalerweise in Richtung des Schenkeldrucks. Du willst ja dein Pferd nicht verwirren, was es jetzt tun soll.)

4. Tempo erh�hen. Wenn dein Pferd einmal gelernt hat, den Spin korrekt durchzuf�hren, d.h. es �bersteigt korrekt mit den Beinen und lehnt sich mit den Schultern nicht nach links oder rechts, kannst du beginnen, das Tempo zu erh�hen. Daf�r verst�rkst du etwas den �u�eren Schenkeldruck hinter dem Sattelgurt und schnalzt mit der Zunge. Wenn das Pferd nicht das gew�nschte Tempo erreicht, erh�he etwas den Schenkeldruck � eventuell mit Sporen. Dies zeigt deinem Pferd, dass es eigentlich auch auf die leichte Schenkelhilfe und die Stimmhilfe reagieren sollte. Reitest du nicht mit Sporen, �be st�rkeren Schenkeldruck aus. � Ich w�rde jedoch trotzdem den Einsatz von Sporen empfehlen. (Wichtig: Setze die vermehrte Schenkelhilfe bzw. Stimmhilfe nur wirklich dann ein, wenn es n�tig ist, damit du noch eine Steigerung f�r das Tempo hast, wenn du z.B. bei einer Show startest.) Sobald dein Pferd sein Tempo erh�ht, belohne es, indem du mit Schenkel- und Stimmhilfen aufh�rst. Tipp: Bevor du mit deinem Pferd bei einem Turnier Spins reitest, solltest du daheim austesten, welches Tempo du deinem Pferd zumuten kannst, dass es den Spin noch korrekt ausf�hrt. Es ist wichtig, die Grenze nicht zu �berschreiten, da es im Bewerb nicht besonders vorteilhaft aussieht, wenn das Pferd sich beim Spin widersetzt bzw. dabei mit dem Schweif schl�gt. Arbeite in der letzten Woche vor einem Turnier nicht mehr am Tempo des Spins, damit dein Pferd nicht im Bewerb sauer auf deine Hilfengebung beim Spin reagiert.

5. Stopp nach dem Spin. Um dein Pferd nach dem Spin zu stoppen, beende deinen Schenkeldruck und die Stimmhilfe, platziere deine z�gelf�hrenden H�nde mittig �ber dem Sattelhorn � und gib ihm das Kommando �Whoa�. Beim Training reite 12 bis 15 Spins, bevor du dein Pferd stoppst. (Du und dein Pferd werden anfangs etwas schwindlig werden, aber ihr werdet euch daran gew�hnen.) Wenn du dein Pferd normalerweise nach einigen wenigen Spins stoppst, wird es beginnen, den Stopp vorauszuahnen und den Stopp alleine durchf�hren, und dies vielleicht fr�her, als gefordert. Wenn dein Pferd die Stopps vorausahnt, drehe es zweimal schnell in eine Richtung, dann stoppe es und drehe es sofort in die andere Richtung. Nach einiger Zeit wird es dann wieder auf deine Hilfengebung achten.

�ber den Experten

Randy Paul ist seit 25 Jahren einer der Top-Reiter in der Reining- und Working Cow Horse-Szene. Er war in den meisten der nationalen Veranstaltungen platziert bzw. Sieger. 1991 und 1993 gewann er die NRHA Limited Open Futurity und war in den darauf folgenden Jahren immer im Finale. 1997 gewann er das NRHA Derby. Er ist auch ein bekannter Freestyle Reiner. Randy lebt mit seiner Frau Andi und seiner Tochter Lindsay in Cave Creek, Arizona. Er trainiert Pferde auf der Drennan Ranch in Phoenix, Arizona.