Ranching

Die Moorhouse Ranch wurde 2008 aufgrund der hervorragenden Qualit�t seiner Pferde � der Ranchpferde � Gewinner des Best Remuda Awards.

 

Text & Fotos: Jim Jennings

�bersetzung: Sonja Gr�nauer

 

�Ich habe mich nicht f�r das Ranchleben entschieden, ich wurde hineingeboren. Es liegt mir einfach im Blut�, sagt Tom Moorhouse, w�hrend er im Wohnzimmer seiner Ranch sitzt, die er immer als sein Zuhause bezeichnet. Die Ranch liegt westlich von Benjamin in Texas. �Mein Gro�vater war sein Leben lang Rancher�, erz�hlt Tom. �Er arbeitete 1880 mit Rindern im Indianerreservat, danach ging er nach Texas. 1908 kam er hierher nach King County und kaufte 1920 diese Ranch. Doch w�hrend der Wirtschaftskrise verlor er die Ranch 1934. Es gab damals auch eine gro�e D�rre, in diesem Landesteil gab es so gut wie kein Wasser. In den sp�ten 30er-Jahren konnte mein Vater die Ranch wieder zur�ckkaufen. Seitdem lebt unsere Familie hier. Wir sind also unser Leben lang Rancher gewesen�, sagt Tom. Auch Pferde geh�rten immer zu unserem Leben. Aufgrund der Qualit�t dieser Pferde konnte die Moorhouse Ranch 2008 den AQHA-Bayer Best Remuda Award gewinnen, eine Auszeichnung, die an solche Ranches geht, die �ber die beste Herde an gerittenen Pferden verf�gt.

Tom erz�hlt, dass die Gr�ndung ihrer Zucht seinem Onkel zu verdanken ist, der Toms Vater Togo Moorhouse in den fr�hen 40er-Jahren einen jungen Hengst namens Yellow Coley schenkte. Dieses Pferd stammte vom Hengst des Onkels, Yellow Wolf, ab. �Yellow Coley war der Begr�nder unserer Herde�, erz�hlt Tom. �Seine Fohlen waren robust, schnell und hatten einen guten Cow-Sense. �ber viele Jahre ritten wir diese Pferde ein.�

Togo lie� viele von Yellow Coleys Tochterstuten von Hengsten aus der Umgebung, wie z.B. von der nahen Four Sixes Ranch, decken. Und die Herde wurde immer besser. Andere Hengste, die von den Moorhouses auch zum Deckeinsatz geholt wurden, waren Zero Trouble Ace (abstammend von Limestone�s Ace) von der Waggoner Ranch und Blob Of Pep (abstammend von Peponita) von der Four Sixes Ranch. Blob Of Pep war auch Vater von einigen guten Ranchpferden. Einer seiner Nachkommen ist Nifty Nig (aus einer Zero Trouble Ace-Stute), der derzeit im Deckeinsatz auf unserer Ranch ist. Der neueste Hengst, den die Ranch kaufte, ist Seven S Shining Gold, von Shining Spark aus einer Zan Parr Bar-Stute. Er tr�gt den Spitznamen Waurika, da er von der Stuart Ranch in Waurika, Oklahoma, gekauft wurde. �Derzeit haben wir 7 Fohlen, die von ihm abstammen�, erz�hlt Tom, �er hat wirklich gute Pferde f�r uns hervorgebracht. Neben seiner Arbeit als Deckhengst, wird er auf der Ranch als Ranchpferd eingesetzt und auch bei Ranch-Rodeos eingesetzt.�

Die Moorhouse Ranch ist Teil einer Interessensgemeinschaft, welche die Firma Paddys Irish Whiskey besitzt, die bei der Four Sixes Ranch ihren Standort hat. W�hrend der Jahre haben die Moorhouses einige Stuten von der Beggs Ranch und von der Pitchfork Ranch gekauft. Diese beiden Blutlinien sind nun in der Mutterstutenherde vertreten. Die Moorhouse Cowboys reiten nur Wallache, bis auf einige Ausnahmen, wo auch Hengste zum Einsatz kommen � wie z.B. beim Anreiten der Junghengste. �Die Jungstuten reiten wir eine oder zwei Wochen lang�, erkl�rt Tom, �also zur gleichen Zeit, wenn wir mit den Junghengsten beginnen. So k�nnen wir sehen, ob das eine oder andere Jungpferd in unsere Zuchtherde passen k�nnte. Die anderen werden danach zum Verkauf angeboten.� Auf der Moorhouse Ranch gibt es zirka 20 Zuchtstuten, und alle werden auf der Weide gedeckt. Die Hengste gehen mit den Zuchtstuten in der Zeit von 1. April bis 1. Juli auf die Weide. Jeder Cowboy hat hier eine Gruppe von 5 bis 6 Pferden, mit denen er t�glich arbeitet. �Sie haben zu den Pferden eine pers�nliche Beziehung, so als ob es ihre eigenen w�ren�, erz�hlt Tom. �Niemand anderer als der verantwortliche Cowboy reitet das Pferd, au�er jemand anderer erh�lt die Erlaubnis dazu. Jeder Cowboy ist verantwortlich f�r das Training und die Gesundheit seiner Pferdegruppe.�

 

 

Die Auswahl der Jungpferde, die den Cowboys in ihre Pferdegruppen zugeteilt werden, hat normalerweise l�ngerfristigen Charakter. Nat�rlich gibt es auch Ausnahmen. �Wenn wir ein Jungpferd haben, das nicht so einfach ist, geben wir es eher einem j�ngeren Cowboy�, erkl�rt Tom. �Wir geben es deshalb keinem �lteren Reiter, da wir nicht wollen, dass sich jemand unn�tig verletzt.� Das Ausbildungsprogramm der Moorhouse-Jungpferde beginnt in jenem Sommer, bevor diese von der Mutterstute getrennt werden. Die Fohlen werden zun�chst ans Halfter gew�hnt. �Normalerweise sind sie nach einigen Wochen �bung bereits halfterf�hrig, und man kann schon ihre Hufe anheben�, erz�hlt Tom. �Wir sind bei dieser Arbeit besonders vorsichtig, da wir die Pferde nicht einsch�chtern wollen und auch nicht riskieren wollen, Widerstand zu bekommen. Das halten wir uns immer vor Augen, wenn wir in dieser sensiblen Phase mit den jungen Pferden arbeiten.�

Die Fohlen werden normalerweise Ende September bis Anfang Oktober von ihren M�ttern getrennt. Danach gehen alle Fohlen gemeinsam auf die Weide, bis sie ein knappes Jahr alt sind. Normalerweise werden die Jungpferde am Tag nach Weihnachten von der Weide geholt, um mit der Ausbildung zu beginnen. Toms Freund Ronald Lewis beaufsichtigt diese Ausbildung, da er die Methode von Ray Hunt gelernt hat. �Wir versuchen, die Pferde zwei Wochen lang zu reiten. � Am Ende dieser kurzen Zeit haben die Pferde eine kleine Basisausbildung erhalten. Sie kennen bereits das Gel�nde und auch die Arbeit mit dem Lasso. Danach werden die Pferde bis zu ihrem dritten Lebensjahr nicht mehr geritten. Manchmal werden sie im Alter von zwei Jahren f�r einen leichten Ritt von der Weide geholt. Doch mehr wird den Pferden nicht zugemutet. Nebenbei konfrontieren wir sie jedoch mit Rindern, denn dies wird sp�ter einmal f�r ihre t�gliche Arbeit wichtig sein.

Als Togo Moorhouse in den sp�ten 30er-Jahren das erste Mal die Ranch kaufte, hatte er kein Problem damit, in einem kleinen Bunker mit einigen kleinen R�umen, die um die Jahrhundertwende gebaut worden waren, zu leben. Doch als er 1942 Lucille heiratete, war es an der Zeit, einige Verbesserungen bei der Wohnraumsituation vorzunehmen. Es kamen einige neue Zimmer dazu. Heute ist es ein wundersch�nes Heim, das seinen Standort in der N�he eines kleinen Sees hat und von vielen B�umen umgeben ist.

Tom wurde 1946 geboren und ist einer von den vier Moorhouse-S�hnen. Er erinnert sich noch daran, dass sie anfangs weder Strom noch flie�endes Wasser im Haus hatten. Ed, der �lteste der Moorhouse-S�hne ist der einzige, der nicht bei der Rancharbeit geblieben ist. Er arbeitet als Grundst�cksmakler. John, der zweit�lteste Bruder von Tom, arbeitet als Rancher in der N�he von Seymour, und Bob ist General Manager auf der Pitchfork Ranch. Jeder der vier S�hne besitzt ein Viertel der Moorhouse Ranch, doch Tom, der dort hauptberuflich arbeitet, hat die Teile seiner Br�der gepachtet. Tom wollte sein ganzes Leben lang Cowboy sein. Als er mit dem College fertig war, zogen Togo und Lucille in die Stadt, und Tom blieb mit seiner Frau Sue auf der Ranch. Sue verstarb 1987. Heute ist Tom mit Becky Elliott verheiratet, die auf der Waggoner Ranch aufgewachsen ist. Die beiden haben einen Sohn namens Gage, der genauso wie sein Vater am liebsten auf dem Pferder�cken sitzt.

Tom erz�hlt: �Gage interessiert sich bereits f�r die Rinderarbeit und f�r die Arbeit als Cowboy. Das ist typisch f�r sein Alter. Doch ich sage ihm immer wieder, so wie es mir mein Vater sagte, dass das Leiten einer Ranch weit mehr Arbeit ist, als einfach nur durch die Gegend zu reiten. Man muss das Gesch�ft von Grund auf lernen und wissen, wie man gute Werbung macht. Ich selbst bin zu viel auf den Pferden gesessen und deshalb nicht so ein guter Manager, wie ich es sein sollte. Das ist die Wahrheit und ich m�chte nicht, dass es Gage genauso ergeht.

 

 

 

Wenn man die Familien von Tom und Becky zusammenfasst, haben die beiden f�nf Kinder. Doch nur Gage interessiert sich f�r die Rancharbeit. Toms Tochter Jody Lindemann und ihr Ehemann Douglas arbeiten auf einer Ranch in Wichita Falls, Texas.

Auf Toms Ranch gibt es die �blichen Arbeiten, wie das Brennen der K�lber. Im Fr�hjahr und im Herbst sorgt er daf�r, dass die Cowboys beim Brennen bzw. beim Entw�hnen der Jungtiere von den Muttertieren durch den Versorgungs-Truck mit Essen versorgt werden. �Es ist nicht so, dass wir wochenlang unterwegs sind. Wir bleiben solange auf einer Ranch, bis die Arbeit getan ist. Dann kehren wir f�r einige Tage wieder nach Hause zur�ck. Die, wenn auch kurzzeitige, Heimkehr ist wichtig, damit wir auf unserer Ranch nach dem Rechten sehen k�nnen.�

Die Moorhouse Ranch ist eine typische Rinderfarm, obwohl Tom und seine Familie immer wieder einige Fohlen zur Aufzucht haben. In letzter Zeit haben sie damit begonnen, die Anzahl der Rinder zu verringern, um sich mehr auf die Pferdezucht zu konzentrieren. �Das bedeutet nicht, dass ich mit der Rinderarbeit aufh�ren m�chte�, sagt Tom, �aber bei der Arbeit mit der Pferdezucht kann ich flexibler sein. Wenn z.B. eine Trockenheit herrscht, kaufe ich einfach weniger Pferde f�r meine Ranch dazu.�

Tom z�chtet seine Rinder in sehr rauen Landstrichen. Ein gro�er Teil des Ranchlandes ist durch Canyons zerkl�ftet. Die sp�rliche Vegetation bietet oft nur Zedernholz oder dichte Str�ucher. Dadurch ist es oft schwierig, eine geeignete Viehweide zu finden oder den Viehtrieb durchzuf�hren. F�r diese Arbeit haben die Moorhouses Pferde im Einsatz. �Um eine Rinderherde zu h�ten, braucht man gute Pferde in diesem Land�, sagt Tom. �Und ich denke, wir haben die besten.�