6 Tage Pferd pur – Wanderritt und Weiterbildung aus Western News 03/2007
Seitdem die Paintstute Miss May Dial in mein Leben getreten ist, steht jedes Jahr ein Wanderritt fix auf meinem Terminplan. Jetzt war es wieder soweit. Im Zuge meiner WIFI-Ausbildung zur Cranial Fluid Dynamics Praktikerin (CFD) für Mensch und Pferd habe ich eine Kombination von Wanderritt und Weiterbildung (Kursteilnahme mit meinem Pferd) gewählt.
Nachdem wir bereits einige Kurse im Reit- und Therapiezentrum Kottingbrunn absolviert hatten, beschloss ich, ein Kurswochenende mit meinem eigenen Pferd zu machen. Bei dieser Ausbildung (siehe Ausgabe 2/07 der WN) lernt man Kinesiologie und Craniale Körperarbeit. Unser Kurs legt das Hauptaugenmerk auf die Mensch-Pferd-Beziehung. Hier gibt es viele Verständigungsprobleme bzw. körperliche Blockaden durch Verletzungen oder Krankheit. Mit Hilfe von CFD kann man diese Blockaden/Probleme aufzeigen, erkennen und dann gemeinsam Lösungsansätze finden. Gerade die Tiere sind hier sehr dankbare Wesen, da sie die craniale Behandlung (Cranium=Schädel, da vorwiegend die Pulsation im Zentralkanal des Schädel- und Wirbelsäulenbereichs betrachtet wird) völlig unvoreingenommen und wertungsfrei genießen.
Der Abritt am Rosenhof in Hollenthon mit Ziel Kottingbrunn war am 26.4. Von dort ging’s über Geretschlag - Wiesmath - Schwarzenbach zur Mittagsrast nach Forchtenstein. Nach ausgiebiger Pause auf einer ruhigen Lichtung führte die Route weiter auf dem Reitweg im Rosaliagebirge Richtung Neudörfl. Auf Wald- und Schotterwegen von Forchtenstein ritten wir bergab nach Neudörfl. Zwischendurch machte ich kleine Pausen, um May zu schonen. Ich ging auch einiges zu Fuß. Als wir Neudörfl erreichten, war es bereits später am Abend, als ich geplant hatte. Die letzte Tagesetappe nach Lichtenwörth führte über Schotter- und Feldwege. Nach der hügeligen Landschaft war es für mein Pferd angenehm im Flachland zu gehen. Leider hatte ich die Steigungen nicht richtig einbezogen. Wir waren beide viel zu lange unterwegs. Insgesamt 10 Stunden Marschzeit an diesem Tag. DAS war eindeutig zuviel für uns. Sicher angekommen in Lichtenwörth beim Pintos Point, dem Stall der Familie Leonhard, wurde May ordentlich versorgt und konnte sich endlich ausruhen. Ich übrigens hatte eine Pause auch dringend nötig.
Am nächsten Tag trafen wir gegen Mittag sicher im Reit- und Therapiezentrum Kottingbrunn ein. Ein Koppelplatz mit Bewegungsmöglichkeit für Tag und Nacht konnte organisiert werden. May konnte sich hier erholen und hatte ihren Freund Fuchur (das Pferd von Margit, einer CFD-Kollegin) in der Nachbarkoppel.
Freitag Nachmittag begann unser Kurs und endete Sonntag am Abend. Eine „Sitzung“ mit May half uns, ein altes Muster (starke Verspannung in der linken Schulter) zu lösen. Die Technik (De-Winding) bei der das Becken und die Beine des Reiters „ausgedreht“ werden, war eine wunderbare Erfahrung für mich. Mein Sitz hat sich seitdem um einiges verbessert, so dass ich nun, egal ob mit oder ohne Sattel, viel zentrierter reite. Der Aufenthalt im Therapiezentrum war somit für May und mich sehr wertvoll, lehrreich und erholsam.
Den Rückritt traten wir – gemeinsam mit Margit und Fuchur, die einen Teil der Strecke mit uns gemeinsam gingen – am Montag Vormittag an. Bei herrlichem Wetter ritten wir den Radweg am Wiener Neustädter Kanal entlang. Wald- und Wiesenwege sowie einige Zugänge zum Wasser boten uns einen angenehm entspannten Ritt. Nach 2½ Stunden Reitzeit trafen wir um Punkt 12 Uhr zu Mittag wieder in Lichtenwörth ein.
Idealerweise hatte die Schwiegeroma gerade ein Essen zu viel gekocht und wir machten eine Mittagsrast in Omas Garten. May döste am Hollerstrauch, ich konnte ein herrliches Mittagessen genießen. Danach ritten wir in die Au und machten bei der Ulme im Lichtenwörther Wald Rast, wo auch May sich stärken konnte. Nach einem Kaffee beim Ulmenwirt ritten wir entlang der Leitha nach Lanzenkirchen.
Dort nächtigte May beim Reiterhof Pichlbauer in einem Offenstall. Nach einem ausgiebigen Tratsch mit der Stallbesitzerin am nächsten Morgen begaben wir uns nach Ofenbach bei Lanzenkirchen. Dort trafen wir meine Freundin Nina und ihren Pacco. Nach ca. drei Stunden Reitzeit von Ofenbach über Erlach erreichten wir unsere Mittagsrast in Bromberg/Schlatten. Beim Gasthof Oberger konnten wir die Pferde anbinden. Nina und ich gönnten uns ein gutes Essen im Gastgarten. Die letzte Etappe führte über Wiesmath wieder in den heimatlichen Stall nach Hollenthon.
Gesamte Reitzeit: ca. 23 Stunden; Streckenlänge: 125 km
Alles in allem war es ein herrlicher Ritt; ein lehrreiches Wochenende und das noch dazu bei traumhaftem Wetter.
Wer mehr über die Reitwege der Buckligen Welt erfahren will, hier ein guter Link: www.pferdeland.at/reitkarten.htm, dann die Bezirke Neunkirchen und Wiener Neustadt anklicken.
Für Fragen/Terminvereinbarungen zu CFD (Cranial Fluid Dynamics) stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung: begegnung-mensch-pferd@etelnet.at oder 0676/5929727.
In diesem Sinne nochmals herzlichen Dank für die gute Versorgung meines Pferdes an die Familie Leonhard (Pintos Point), an die Familie Pichlbauer (Reiterhof Pichlbauer) und an Frau Orac (Reitzentrum Kottingbrunn). Ich wünsche allen Wanderreitern für 2007 eine schöne und unfallfreie Reitsaison!
Barbara Müller und Miss May Dial