Trekking

Orientierungsritt St. Jakob am Walde - 7. Oktober 2006

Was gibt es Schöneres, als im goldenen Oktober in unbekanntem Gelände mit zwei superbraven Pferden, mit Karte und guter Laune unterwegs zu sein???

Schon im Mai wurde uns die Einladung zum Orientierungs-Ritt ausgesprochen, und dieser Termin wurde von Andi und mir herbeigesehnt. Veranstalter war unser „Herr Wanderreit-Lehrer“ Schurli Schwöllinger. Die Einteilung erfolgte in Gruppen von 2 bis 4 Reitern. Unser Team bestand aus Andi und mir und unserem “Geländemoped“ Smart Little Willy und meiner „Muss-alles-mitmachen“-Stute Ilse (HHH Genuine Doll, doch diesen Namen wollte ich der Meldestelle im Kobernausserwald nicht antun!). Team-Name war „Schwöllis Pupils, was mit der Platzierung am Ende nix zu tun hatte!

Gestartet wurde in Abständen von fünf Minuten, bestens ausgerüstet mit Karte. (Und wer Andi kennt, weiß, dass natürlich auch ein Kompass dabei war!) Auf der vorgegebenen  Strecke, die in gemütlichem 7er-Tempo zu reiten war, gab es Kontrollpunkte mit Fragen, die zu beantworten waren. Da ich mich sehr schwer für etwas entscheiden kann, kamen auch einmal zwei Antworten infrage, was uns am Schluss Pluspunkte brachte. Im Zeitalter des Handys nahmen wir einen Telefon-Joker in Kauf, um uns abzusichern!

Wir hatten beim Ritt absolut keinen Stress und achteten nicht zu sehr auf die Zeit. Es war für uns ein schöner Saisonausklang. Viele Turniere hatten wir bereits hinter uns, Zeit und Geld unter einen Hut gebracht... und so philosophierten wir vor uns hin. Letztes Wochenende noch auf der ÖM mit gepflegtem Boden, dieses mitten in der Pampas über Wurzeln und Steine. Unsere verschieden Disziplinen wurden durchgekaut, die Sinnfrage gestellt, zigmal „ja aber“ gesagt... bis wir zur Gemeinsamkeit von Pleasure- und Orientierungsreiten kamen: Bei beiden Disziplinen reitet man in den drei Gangarten, extended Lope ergibt sich manchmal von selbst, ab und zu trifft man auf einen Bauern, der so skeptisch schaut wie ein Richter, und verreiten kommt bei beiden nicht gut an!

Als wir die Geländestrecke hinter uns hatten, wurden die Pferde und wir versorgt. Es gab eine Pause. Da hatte man Zeit, die anderen Reiter kennen zu lernen und wieder einmal zu sehen, wie klein doch die Welt ist! Pferde, die einem bekannt vorkamen, fand man dann im alten AWA Fotoalbum wieder, nur mit neuen Reitern.

Als später alle wohlbehalten im Ziel angekommen waren, gab’s noch eine Geschicklichkeitsstrecke zu bewältigen. Beim Aufsteigen mit nur einer Hand, zeigten sich die ersten Hoppalas. Es macht sich halt doch sehr bezahlt, wenn ein Pferd dabei stehen bleibt! Die Hindernisse waren nicht einfach gewählt und verlangten eine große Vertrauens-Basis zwischen Pferd und Reiter. Besonderen Spaß hatten wir mit Willy, der alle Hindernisse auch noch mit toller Manier bewältigte und bei Zuschauern und anderen Reitern ein großes Hallo auslöste.

Bei der Siegerehrung war dann ein wenig Spannung zu spüren. Die letzten bekamen wunderschön bemalte Steine mit Schnecken-Motiv, eine wirklich nette Idee.

Unerschrockenheit, Kondition und Durchlässigkeit, all das war vorhanden und brachte uns am Schluss den ersten Platz, über den wir uns riesig freuten!

Westernreiten ist und bleibt die vielseitigste Sparte der Reiterei: Man muss sie nur nützen!!!