Von Herzogenburg nach Wildberg (Unterwei�enbach/O�) � Oktober 2005

 

Die Idee war geboren, als ich mit Fritz den Ritt zu Pfingsten 2005 nach Pullman City mit Tober Gust von der Wild Mountain Ranch mitmachte. Ich begann mit der Planung im Sommer und, als das Wetter Ende Oktober ideal war, starteten wir am 22.10.05.

1. Tag

Da die erste Station der Hacklhof bei Ottenschlag war (ich habe leider nichts gefunden zum �bernachten zwischen Ottenschlag und Herzogenburg) und es ca. 60 km bis dorthin sind, transportierten wir die Pferde nach Krems-Stein (F�rthof). Um 8 Uhr starteten wir bei Nebel und k�hler Temperatur vom F�rthofgraben nach Scheibenhof, wo wir nach 40 Minuten ankamen. Von Scheibenhof ritten wir hoch ober der Donau entlang der Falkenw�nde, auf einer sch�nen Forststra�e �ber den Kruckersteig nach Weinzierl, wo wir nach ca. 16 km beim Gasthaus Lang eine Stunde Mittagsrast machten.

Inzwischen waren wir so hoch, dass wir strahlenden Sonnenschein hatten. �ber Maigen ritten wir hinab zur Kleinen Krems, die wir bei der Burg Hartenstein erreichten. Entlang der Kleinen Krems ging es dann �ber teilweise schwierige Passagen (wie in Kanada) nach Kottes. Die letzten zwei Kilometer mussten wir leider auf der Stra�e zur�cklegen. Beim Gasthaus Bauer machten wir eine halbe Stunde Rast.

Dann ging es weiter entlang dem Kroisbach �ber Richterhof nach Ernst und weiter nach Ottenschlag, wo wir nach 42 km um ca. 17 Uhr den Hacklhof erreichten. Der Hacklhof ist wirklich ein Vorzeigebetrieb. Ein sch�ner Stall mit allem, was dazugeh�rt, und eine wundersch�ne Ferienwohnung. Am Hof hatten wir eine Verabredung mit Roswitha, die in der Region zu Hause ist und �ber hervorragende Ortskenntnisse verf�gt. Sie hatte sich bereiterkl�rt uns nach Ober�sterreich zu f�hren.

An dieser Stelle ein ganz dickes Lob. Ohne sie h�tten wir die Tour in einem Tag nicht geschafft.

Roswitha kam kurz nach unserer Ankunft in Begleitung ihrer Nichte. Nach einer herzlichen Begr��ung versorgten wir die Pferde. Danach bezogen wir die Ferienwohnung. Gaby vom Hacklhof verw�hnte uns mit hervorragendem Abendessen. Danach unterhielten wir uns noch bis elf Uhr. F�r den n�chsten Tag war der Abritt f�r halb acht geplant. Die Etappe sollte ca. 45 km sein, die Tage sind nicht mehr so lange. Gaby erkl�rte sich bereit, um f�nf Uhr die Pferde zu f�ttern. Daf�r ein extra Dankesch�n.

2. Tag

Nach ausgiebigem Fr�hst�ck ritten wir kurz vor acht Uhr Richtung Bieberschlag los. Von da ging es weiter entlang dem Waldrand Richtung Spielberg, dann weiter nach Dapfhof, wo gro�e Pilzskulpturen sahen. Weiter ritten wir nach Glash�tten, wo Roswitha mit Freunden verabredet war, die uns bis Sch�nbach begleiteten. Wir bem�hten uns, immer wieder Wegpunkte zu merken, weil wir am R�ckweg alleine zurechtkommen mussten.

Von Sch�nbach f�hrte uns der Weg �ber den B�ckerberg nach Reitern, Pfennigreith, �ber den Leitent�mpfl nach Gro�pertenschlag und weiter nach Kronegg bis zu den Schweitzerh�usern, wo Barbara, eine Freundin von Roswitha, zu Hause ist. Deshalb machten wir einen Abstecher zu ihr. Nach kurzem Aufenthalt � Roswitha wechselte ihr Pferd (ihre Nichte blieb zu Hause) � ritten wir wieder zu den Schweizerh�usern zur�ck und weiter nach Haid. Von Haid ging�s weiter zur Stonehillranch der Fa. Kern, wo sich Roswitha verabschiedete. Sie musste ja wieder ca. 15 km zur�ck nach Hause.

An dieser Stelle m�chte ich mich ganz besonders bei Roswitha bedanken. Man muss sich vorstellen, sie ritt am Vortag ca. 6 Stunden zum Hacklhof und am n�chste Tag mit uns bis zur Stonehillranch ca. 40 km und dann noch zur�ck zu ihr nach Hause ca.15 km. Alles nur aus Freundschaft. Eine ganz tolle Frau.

Wir ritten dann weiter nach Wildberg, wo wir um sechs Uhr am Abend nach einem kleinen Umweg bei Tober auf der Wild Mountainranch ankamen. Die Boxen waren schon vorbereitet, und so versorgten wir schnell die Pferde, die eine hervorragende Leistung erbracht hatten. Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten, wurden wir mit einem ausgezeichnetem Abendessen verw�hnt. Danach berichtete uns Gust von seiner Reise in die USA, wo er am Appaloosatrail teilgenommen hatte. M�de gingen wir bald schlafen.

3. Tag

Der 3. Tag war als Ruhetag eingeplant. Die Pferde erholten sich auf der Koppel und wir genossen den sch�nen Herbsttag und erkundeten zu Fu� die n�here Umgebung. Der Vater von Gust, ein erfahrener Imker, vermittelte uns einiges Wissen �ber die Bienen und den Honig. Am Nachmittag machten wir mit den Pferden einen kurzen Besuch am Reiterhof Kern, der ganz in der N�he liegt. Trotzdem gelang es mir, einen Umweg zu finden. Nach kurzem Aufenthalt ritten wir wieder zur�ck. Der n�chste Tag sollte ja wieder ziemlich anstrengend werden und wir mussten den Weg alleine zur�ckfinden.

Da Gust seine Reittouren haupts�chlich im M�hlviertel plant, beschloss er, mit uns zu kommen und sich die Tour anzuschauen.

4. Tag

Da wir den ganzen Tag n�tzen wollten, beschlossen wir, bei Tagesanbruch loszureiten. Das hie� f�nf Uhr fr�h Pferdef�ttern! Da gab es keine Gaby, da musste ich selbst raus. Nach einem ausgiebigen Fr�hst�ck ritten wir kurz vor Tagesanbruch um ca. sieben Uhr los. Bei relativ milder Temperatur ging es mit flottem Schritt z�gig vorw�rts. So lang es oben auf den H�geln dahinging, war es angenehm warm. Das �nderte sich jedoch schnell, als wir in die T�ler kamen, da hatte man den Eindruck, man reitet in einem K�hlschrank. Wir kamen z�gig voran und erreichten bald die Schweizerh�user. Weiter ging�s Richtung Sch�nbach, wo wir uns jedoch verritten. Der Umweg war nicht gro�, aber wir mussten auf der Stra�e nach Sch�nbach hinunter.

Nach Sch�nbach ging es weiter �ber Dorfstadt - M�hlberg � Anschaum�hle, wo wir uns wieder verritten. (Es ist wirklich sehr schwer, sich alle Wegpunkte auf einer Strecke von �ber 40 km zu merken.) Nach einem Umweg von ca. einer Stunde kamen wir wieder auf unseren richtigen Weg, von da an ging es gut voran.

Um ca. 17 Uhr und nach ca. 50 km erreichten wir den Hacklhof. Die Pferde wurden schnell versorgt und konnten sich bis zur D�mmerung auf der Koppel erholen. Bald kamen auch die Frau und die Tochter von Gust mit dem Pferdeh�nger. Nach einem ausgezeichnetem Abendessen verabschiedeten sie sich und fuhren wieder nach Hause; wir gingen schlafen.

Am n�chsten Tag lagen 60 km vor uns. Ich h�tte gerne die Tour auf zwei Tage aufgeteilt, aber leider konnte ich keine �bernachtungsm�glichkeit in der Mitte der Tour finden. Wir hatten f�r alle F�lle einen Transport organisiert, falls wir es zeitm��ig oder konditionell nicht schaffen w�rden.

5. Tag

Wieder starteten wir bei Tagesanbruch ca. um halb acht. Gaby f�tterte wieder um f�nf Uhr fr�h! Danke.

Die Tour zur�ck hatte ich �ber Spitz geplant und den gr��ten Teil schon vorher ausgekundschaftet, es sollte also keine Probleme geben. Wir kamen gut voran und waren nach eineinhalb Stunden bereits in Kottes. Weiter nach Bernhards, wo wir dann ca. 2 km entlang der Bundesstra�e Richtung Neuh�usel ritten. Kurz vor Neuh�usel verlie�en wir die Bundesstra�e und ritten auf einem Waldweg nach Wernhies. Von da folgten wir der Sandstra�e hinunter nach Bengelbach und den Wanderweg steil bergauf nach Wolfenreith, wo wir uns allen eine Pause g�nnten. Von Wolfenreith ritten wir dann weiter auf einem G�terweg �ber den Huthof nach Spitz, wo wir beim Roten Tor um halb zw�lf ankamen.

Nach dem Durchreiten von Spitz mussten wir ca. eine halbe Stunde auf die F�hre warten. Eine willkommene Pause. Die �berquerung der Donau mit der F�hre bereitete keine Probleme.

Von Arnsdorf ging�s steil bergauf �ber das Buchental nach Maria Langegg. Diese Etappe war die anstrengendste, wir mussten einen Teil zu Fu� gehen, um die Pferde zu schonen. Gegen zwei Uhr erreichten wir Maria Langegg.

Da ich den Rest der Etappe aus einer fr�heren Reittour kannte, wusste ich, dass wir es bis nach Hause schaffen w�rden. Ich konnte den Transport absagen.

Von Maria Langegg ritten wir hinter der Taverne steil bergab zu der Sandstra�e, die nach Aggsbach bzw. Scheiblwies f�hrt. Unten am Bach angekommen, machten wir eine Pause, um die Pferde zu tr�nken, was sie auch gerne annahmen. Wir ritten auf der Sandstra�e Richtung Scheiblwies, wo wir kurz davor auf einen Feldweg Richtung Hessendorf abbogen. Von Hessendorf weiter auf einen sch�nem Forstweg nach Wetzlarn. Durch Wetzlarn durch und hinter Wetzlarn auf einer Forststra�e nach Ambach. Von Ambach hinunter Richtung Hausheim und entlang des Noppenbachs bis Statzendorf. Von Statzendorf entlang der Fladnitz bis Weidling und �ber Ederding nach Herzogenburg, wo wir um achtzehn Uhr zu Hause ankamen.

Abschlie�end m�chte ich noch erw�hnen, das wir alles im flottem Schritt geritten sind.

Fritz, mit seinen 59 Jahren, hat mit seinem Traber Ramon, ca. 20 Jahre, sicherlich eine gro�artige Leistung vollbracht. Ich war bevorzugt durch meinen 8-j�hrigen Tennessee Walker, der weit angenehmer zu reiten ist.

Au�erdem m�chte ich die Freundlichkeit aller Personen hervorheben, die wir auf dieser Tour kennen gelernt haben. Das gilt in erster Linie den Leuten auf dem Hacklhof und der Wild Mountain Ranch sowie den Leuten, die wir unterwegs nach dem Weg fragten.

Die ganze Tour f�hrte durch eine herrliche Landschaft. �ber von goldgelbem Laub ges�umte Waldwege und entlang von glasklaren B�chen. Wir hatten ausgesprochen sch�nes Herbstwetter und brauchen keinen Vergleich mit Kanada oder USA, das ich von fr�heren Reisen kenne, zu scheuen.

Leider gibt es noch immer viele gesperrte Wege, die im Besitz der Bundesforste oder der Kirche sind. Das ist unverst�ndlich, weil die Errichtung und Erhaltung aus �ffentlichen Mitteln erfolgt und es keinen vern�nftigen Grund gibt, diese Wege zu sperren.

 

Hans walker@kstp.at