Arnulf Thaler

Als ich zu einem (Selbst-)Portrait f�r die Western News eingeladen wurde, schlich sich bei mir der Verdacht ein, dass Gerda Langer zu den Serien �ber Lady Riders und Young Riders eine Serie �ber Senior Riders beabsichtigt. Andererseits d�rfte es, aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht genug Seniors f�r eine Serie geben.

In Bezug auf das Westernreiten bin ich zweifellos als Sp�tz�nder zu betrachten. Noch vor wenigen Jahren waren mir Reiterrunden, deren Gespr�chsthemen sich ausschlie�lich mit Pferden besch�ftigen, mindestens so suspekt wie Kaffeekr�nzchen junger M�tter, deren Unterhaltung sich auf ihren Nachwuchs beschr�nken. Bei aller Liebe zu den Pferden, waren sie mir vom sicheren Boden aus wesentlich sympathischer als vom Sattel. Meine Begeisterung zum Westernreiten wurde auf Linda und Conny Chance`s Ironhorse Ranch in der N�he von Tombstone, Arizona, ausgel�st. Zur�ck in �sterreich strapazierte ich dann Barbara Hengge�s endlose Geduld als Trainerin, um mich vom �berzeugten Fu�geher zum Westernreiter umzustellen.

In Langschwarza kaufte ich mein erstes Pferd, die legend�re Zibebe, �die riesige, wei�e Angloaraber-Stute�. Nach kurzer Zeit kam ich mit ihr nicht mehr weiter, und nachdem Alfred Antreich seine Miss Smoken Dry verkaufen wollte, �bernahm ich sie von ihm. Nach einer mehr oder weniger m�hsamen Anlaufphase bew�hrt sie sich als gutes Allroundpferd und, nachdem sich �Missy� und ich geeinigt haben, dass Trail kein Rennen gegen die Uhr ist und dass die Stangen nicht zum Draufsteigen am Boden liegen, hat sie sich zum ausgezeichneten Trailpferd entwickelt. Sie reagiert aufmerksam und fein und kann gute Platzierungen erreichen, solange ich mich nicht verreite.

Ich habe einen Beruf, der einerseits sehr sch�n und befriedigend ist, mich aber andererseits manchmal mehr als auslastet. An der Universit�tsklinik f�r Augenheilkunde leite ich die Abteilung f�r Kinderophthalmologie, die gr��te in �sterreich. 12.000 Patientenbesuche und 500 Operationen im Jahr k�nnen den Tag f�r uns ziemlich anstrengend machen. Die Besch�ftigung mit den Pferden und besonders das Westernreiten hat sich f�r mich als der ideale Ausgleich bew�hrt. Sobald ich auf dem Weg in den Reitstall bin, sp�testens aber wenn ich mein Pferd von der Koppel hole, habe ich den Alltagsstress vergessen. Diese Einstellung �ndert sich auch unter Turnierbedingungen kaum, so dass ich mir manchmal, zum Beispiel nach dem f�nften Spin, denke, ein bisschen Nervosit�t w�re vielleicht f�r meine Konzentrationsf�higkeit nicht schlecht.