TRAUMHAFTER WANDERRITT DURCHS WEIN � UND WALDVIERTEL 2004

Zwei Frauen mit ihren besten Freunden und Kameraden, ihren beiden Pferden, begeben sich auf Wanderritt. Gestartet wird in G�nserndorf, die Tour f�hrt �ber Mistelbach Richtung Norden durchs wundervolle Weinviertel nach Laa a.d. Thaya, nahe der tschechischen Grenze entlang nach Retz und runter ins traumhafte Waldviertel bis zur Wood Quarter Ranch von Josef Staringer in Oberbierbaum, wo sie beheimatet sind. Eine Streckenl�nge von stolzen 350 km wird in elf Tagen zur�ckgelegt.

Wir schreiben den 6. Juli 2004, 8 Uhr morgens. Verena, die J�ngere von den beiden, erfahrene Wanderreiterin und gute Kartenleserin, und Margit, die schon etwas mehr Lebenserfahrung mitbringt, jedoch nicht den besten Orientierungssinn besitzt, sind startbereit.

Ihre beiden Pferde � Smoky, ein 14-j�hriger, durchtrainierter Norwegermix-Wallach, der zu Verena geh�rt, und Larissa, die erst 5-j�hrige Hafloaraber-Stute von Margit � stehen mit vollgestopften Satteltaschen, dem Reisgep�ck, das f�r elf Tage reichen muss, ebenfalls in den Startl�chern. So � jetzt kann�s losgehen.

1. Tag: G�nserndorf � Pellendorf, Streckenl�nge 34 km

Wir befinden uns auf unendlich langen, geraden und sandigen Reitwegen mit wundersch�ner Kulisse. Getreide- und Gem�sefelder bis zum Horizont zieren die Landschaft. Traumhafte Galoppstrecken, die jedes Reiterherz h�her schlagen lassen, doch wir zwingen uns zur Vernunft und reiten Schritt bzw. soliden Trab, denn unsere Pferde sind schwer beladen und wir haben viele Kilometer vor uns.

Das erste richtige Ungeheuer f�r meine 5-j�hrige Stute an diesem Tag entpuppt sich als �lbohrturm. Obwohl Smoky mutig voranschreitet, bleibt sie wie angewurzelt stehen, um dieses Monster sorgenvoll zu betrachten, sie denkt wohl: Keine zehn Pferde bringen mich da vorbei. So steige ich ab, und mit mir an der Seite wagt sie es dann doch. Die n�chsten Bohrt�rme werden ihr immer gleichg�ltiger.

Wir lassen die Felder hinter uns und reiten bereits durch den Matzner Wald. Laut Karte kein Problem, doch die Realit�t sieht anders aus, denn wir stehen pl�tzlich vor einem riesigen, eingez�unten, jagdlichen Sperrgebiet. Dieses zu umreiten kostet zus�tzlich Zeit und einige Kilometer mehr. Die Karte hier mitten im Wald erweist sich als nutzlos, da es in Wirklichkeit viel mehr Wege gibt, als in der Karte eingezeichnet sind. Also muss der Kompass herhalten. Das erste menschliche Lebewesen an diesem Tag kommt uns in einem total verbeulten Auto, noch dazu ohne Nummernschilder, entgegen. Mir ist bei diesem Anblick gar nicht wohl. Der Fahrer dieses Wracks entpuppt sich als ein sehr netter, hilfsbereiter J�gersmann, der uns den k�rzesten Weg aus diesem riesigen Waldgebiet weist.

So treffen wir mit nicht allzu gro�er Versp�tung im Reitstall Schwingenschl�gl in Pellendorf, unserem ersten Quartier, ein. Hier gibt�s zwei Hunde, welche uns sehr freundlich gestimmt sind und vor allem Verena nicht von der Pelle r�cken. Meine Freundin ist ganz fasziniert von den beiden, bis sie bemerkt, dass sie ihr die Jause f�r die morgige Mittagsrast aus den Satteltaschen gestohlen und gefressen haben. Wir lachen lange dar�ber und fallen, nachdem wir Smoky und Larissa gut versorgt haben, m�de ins Bett.

2. Tag: Pellendorf � Zwentendorf, Streckenl�nge 29 km

6 Uhr Tagwache � Pferde f�ttern � fr�hst�cken � packen � 8 Uhr Abritt

Unser Weg f�hrt nach Norden �ber Mistelbach, wo wir eine Stunde Mittagspause einlegen, und weiter nach Zwentendorf. Die weitl�ufige Landschaft des Weinviertels vermittelt unendliche Freiheit. Der Anblick der sanften, abwechslungsreichen H�gel erinnert mich vor allem die ersten drei Tage dieses Rittes an die Toskana in Italien. Verena und ich haben uns das Reiten im Weinviertel sch�n vorgestellt, doch unsere Erwartungen werden um ein Vielfaches �bertroffen.

Unser heutiges Zimmer befindet sich in Zwentendorf in der sehr gepflegten Pension der Fam. Schulz. Die Pferde �bernachten in einem nahe gelegenen, dreiseitig geschlossenen, gro�en Garten, wo wir die offene Seite brutal mit Hilfe von M�hdrescherb�ndern und unseren F�hrstricken dichtmachen. Das zweite Problem ist, dass der Gartenzaun nicht h�her als ca. 80 cm ist und die sehr befahrene Hauptstra�e sich davor befindet. Aber wir haben Vertrauen in unsere Tiere.

Trotzdem wachen meine Freundin und ich bereits um 5 Uhr am Morgen auf und gehen sofort nachsehen, ob bei unseren Vierbeinern alles in Ordnung ist bzw. ob sie noch da sind. Ich traue meinen Augen nicht, als ich Larissa mit den Vorderbeinen auf der Gartenmauer stehend erblicke, wie sie Ausschau nach allen Seiten h�lt und die LKWs nebenan vorbeirasseln. Das ist typisch f�r sie, denn sie liebt es, �berall raufzuklettern, wo es nur irgendwie m�glich ist. Wir lenken mit Futtergabe ab, da ist ihr alles andere sowieso egal, und dann begeben wir uns wieder zur�ck, um uns noch ein wenig hinzulegen. Danach gibt�s k�stliches Fr�hst�ck und weiter geht es.

3. Tag: Zwentendorf � Kautendorf bei Staatz, Streckenl�nge 10 km

Wir reiten wieder durch traumhaft, liebliche Gegend auf wundersch�nen Wegen. Der Staatzer Berg ist bereits von der Ferne zu erkennen und erinnert an einen gro�en Maulwurfsh�gel in der sonst relativ ebenen Landschaft. Da die Strecke heute sehr kurz ist, bleibt Zeit, die Ruine zu besichtigen und den herrlichen Ausblick von oben zu genie�en. Es ist einfach unglaublich hier.

Unser heutiges Quartier beziehen wir im so genannten Bilderbuchbauernhof der Familie Kastner. Ein alter Maierhof, der liebevoll restauriert wurde. Unsere sehr geschmackvoll im Landhausstil eingerichtete Wohnung l�sst uns momentan glauben, wir w�rden tr�umen. F�r die beiden Pferde steht eine mit Mauern umgebene, riesige Koppel zur Verf�gung, wo sich unsere Vierbeiner sofort wohl f�hlen. Der Besitzer des Hauses ist ein total unkomplizierter und hilfsbereiter Mensch. Er schafft sofort einen Hufschmied herbei, da mir ein Hufeisen bei Larissa Sorgen bereitet.

Das Fr�hst�ck am n�chsten Morgen, wohlgemerkt im Villeroy & Boch-Geschirr... serviert ist ein Schlemmermahl h�chster Klasse. Verena und ich sind uns einig, hier bei Kastners das k�stlichste Fr�hst�ck unseres Lebens gegessen zu haben. Zum Abschied wird hier sogar an die Pferde gedacht und jedem Reiter ein handgen�htes, rotkariertes Stoffsackerl mit schwarzem, besten Hafer als Proviant geschenkt.

Darum, liebe Leute, ist es mir ein Anliegen, euch zu sagen, hier m�sst ihr unbedingt einmal vorbeikommen, das muss man sehen, erleben und genie�en.

4. Tag: Staatz � Seefeld/Kadolz, Streckenl�nge 30 km

Unsere Strecke verl�uft wieder auf schnurgeraden Wegen entlang der Pulkau, wo das Steilufer vorherrscht, das mit Schilf umwachsen ist. Keine Gelegenheit also, die Pferde zu tr�nken. Das einzige, was ich hier vermisse, sind die kleinen B�che und Fl�sse, welche wir im Waldviertel gewohnt sind. So m�ssen wir in D�rfern �fters um Wasser f�r unsere Vierbeiner bitten.

Wir kommen an einer Chemiefabrik vorbei, die wir weitl�ufig umreiten m�ssen, obwohl zwar die Wege laut Karte daran vorbeif�hren, die jedoch eingez�unt sind. Kurz darauf m�ssen wir an einer riesigen Bew�sserungsanlage, welche sich auch noch bewegt, vorbei, was Verena und vor allem mir mit meiner jungen Stute Unbehagen bereitet, die Pferde aber ganz locker wegstecken.

Weiter geht�s durch Laa a.d. Thaya, wo am Ortsrand ein Zirkus Quartier bezogen hat. Smoky und Larissa betrachten argw�hnisch die weidenden Kamele und k�nnen sich f�r diese komischen Artgenossen gar nicht erw�rmen. Verena beschlie�t, die Zirkusleute um Wasser f�r unsere Tiere zu bitten, dr�ckt mir den F�hrstrick ihres Pferdes in die Hand und verschwindet. Smoky kommt pl�tzlich auf die Idee, dass diese Monstertiere gef�hrlich werden k�nnten und springt auf die B�schung neben uns, Larissa glaubt dem erfahrenen Kollegen und - schwupp - ist sie bei ihm. Ich kraxle hinterher und versuche die beiden Angsthasen zu beruhigen und zu �berreden wieder runterzukommen. Verena kommt endlich mit zwei Wasserk�beln anmarschiert, die unsere Vierbeiner aber gar nicht interessieren. So ziehen wir unverrichteter Dinge weiter.

In Laa durchqueren wir einen stark befahrenen Kreisverkehr und m�ssen an vielen wehenden Fahnenmasten vorbei, die viel L�rm erzeugen, weil es momentan sehr windig ist. Doch beide Pferde nehmen die ganze Sache sehr gelassen.

In Seefeld angekommen, f�hrt uns unser Weg durch wundersch�ne Kellergassen zum Reit- und Fahrverein Zeiler, unserer n�chsten �bernachtungsm�glichkeit. Eine Anlage vom Feinsten, die uns in Gedanken nach Amerika versetzt. Unsere vierbeinigen Freunde werden auf einer riesigen Koppel, wo sich zw�lf wundersch�ne, neue Gastpferdeboxen befinden, untergebracht. Herr Zeiler, ein charmanter und sehr zuvorkommender Mann, bereitet uns ein k�stliches Abendmahl, w�hrend meine Freundin und ich die tolle Reitanlage mit einem traumhaft angelegten Teich besichtigen. Hier ist alles Luxus pur und jedem Wanderreiter w�rmstens zu empfehlen, hier vorbei zu kommen und Rast zu machen.

5. Tag: Seefeld/Kadolz � Retz, Streckenl�nge 27 km

Es geht wieder fr�h los, denn wir haben uns zu Fr�haufstehern entwickelt.

Lange Zeit f�hrt heute ein Weg direkt neben einer Eisenbahnstrecke entlang. Ich hoffe inst�ndig, kein Zug m�ge vorbeikommen, da meine im Waldviertel geborene, junge Stute so ein tosendes Unget�m noch nie gesehen hat. Doch wie hei�t ein altes Sprichwort? Vor dem mir graute, das kam �ber mich. Pl�tzlich hinter uns � lange nicht h�rbar aufgrund des leichten Gegenwindes, die herandonnernde Eisenbahn mit unendlich vielen Waggons. Ich drehe Larissa sofort in Richtung der Bahn und spreche beruhigend auf sie ein. Staunend blickt sie jedem einzelnen Waggon hinterher und nimmt es ganz cool. Ich liebe mein Pferd.

Punkto Wetter m�chte ich erw�hnen, wir haben bis jetzt Riesengl�ck damit. Angenehme Temperaturen von etwa 25 Grad sind an der Tagesordnung. Wir reiten aber pausenlos durch Regenpf�tzen, die wohl vom Vortag stammen m�ssen. Ja, ja � wenn Englein reisen...

Wir marschieren durch gro�e Weing�rten, wo wir ins Plaudern mit einem Einheimischen kommen, der uns erkl�rt, die Windm�hle von Retz sei bald sichtbar und eine gute Orientierungshilfe. Nebenbei bemerkt, wir sehen die ganze Strecke keine Windm�hle, egal in welche Richtung wir auch Ausschau halten. Es beginnt zu nieseln, wir ziehen unsere Regenkleidung �ber und marschieren Richtung Retz. Vor uns erscheint ein gr��erer Ort, um den es sich laut Karte nur um Retz handeln kann, doch von der Windm�hle keine Spur.

Verena, die mit ihrem gelben Regenm�ntelchen und Poncho dar�ber wie ein kleiner Kobold aussieht, dr�ckt mir wieder ihr Pferd in die Hand und versucht ein Auto anzuhalten, das anfangs gar keine Anstalten macht, dies zu befolgen, da das Aussehen von Verena auf eine Verr�ckte schlie�en l�sst. Erst als der Fahrer die Pferde sieht, ist er bereit anzuhalten. Er stimmt ihr zu, dass Retz vor uns liegt. So haben wir wieder Lachstoff �ber Verenas Auftritt f�r die n�chsten Stunden, der uns aber auf diesem Wanderritt sowieso nie ausgeht.

Unser heutiges Quartier nennt sich Lipizzanergest�t Schwarze F�hre. Der ganze Hof liegt auf einer steilen Anh�he, und wir staunen nicht schlecht, wie viele Pferde hier beheimatet sind.

Gerhard, mein Mann, kommt heute zu Besuch und erz�hlt uns, er sei auf der ganzen Fahrt durchs Waldviertel durch str�menden Regen gefahren und kurz vor Retz habe sich die Wetterlage abrupt ge�ndert und Sonnenschein breitgemacht. Gl�ck muss man eben haben.

6. Tag: Retz � Heinrichsreith/Drosendorf, Streckenl�nge 30 km

Heute verabschieden wir uns vom Weinviertel und marschieren bereits ins geliebte Waldviertel. Der Streckenverlauf ist ganz nahe der tschechischen Grenze entlang, wo oft nur mehr ein Feld dazwischen liegt, und wir sogar Znaim erblicken k�nnen. Verenas Handy empf�ngt nur mehr das tschechische Netz und nichts geht mehr. Die ebene, weite Landschaft hier l�sst gar nicht vermuten, sich schon im Waldviertel zu befinden. Es ist eben ein sehr vielf�ltiger Landstrich voller Gegens�tze mit idealen Bedingungen f�r Wanderbegeisterte, Radfahrer, Walker und nat�rlich Reiter.

Die Wetterlage �ndert sich heute einige Male. Oft ziehen dunkle Regenwolken auf, denen wir immer davon zu reiten scheinen. Einmal erwischt es uns dann doch und es beginnt f�r zehn Minuten ordentlich zu regnen. Das war es aber schon wieder.

Heinrichsreith, ein kleines Dorf mit typischem Waldviertel-Charakter, liegt an der nur zwei Kilometer entfernten Grenze zu Tschechien. Wir �bernachten diesmal bei Fam. Cloupek, die mit ihren Betrieb auf biologische Landwirtschaft spezialisiert ist, nebenbei einen Reitstall betreiben und traumhafte Zimmer f�r G�ste vermieten. Hier kommen wir gerne wieder einmal vorbei.

7. Tag: Heinrichsreith � Liebnitz, Streckenl�nge 28 km

Die heutige Etappe bringt uns durch das wundersch�ne, wildromantische Thayatal. Unsere Pferde scheinen ganz frisch und munter zu sein und marschieren eiligen Schrittes voran. Uns kommt vor, Larissa und Smoky sp�ren, dass sie sich im Waldviertel befinden und die Heimat immer n�her r�ckt. An vielen Weggabelungen, welche nach Norden f�hren, streiken beide Pferde und wollen den Weg nach S�den einschlagen. Man wei� zwar �ber den guten Orientierungssinn der Tiere Bescheid, trotzdem �berrascht es uns.

Unsere Strecke an der Thaya entlang, auf der Karte als Wanderweg eingezeichnet, beinhaltet auch ein kurzes St�ck als Treppelweg gekennzeichnet, der aus ca. 20 schmalen Steinstufen besteht. Unsere Pferde meistern dieses Hindernis mit Bravour.

Es dauert nicht mehr lange und wir haben Liebnitz erreicht, wo wir im Hotel Liebnitzm�hle �bernachten. Auf der ganzen Anlage wird gerade umgebaut und im dazugeh�rigen Pferdestall sind die ersten Boxen bereits fertig gestellt, die unsere Pferde einweihen d�rfen. Die sehr nette Hotelmanagerin, selbst Pferdebesitzerin, k�mmert sich r�hrend um uns. Aufgrund der zwar vorhandenen, jedoch nicht intakten Koppeln wird der Bogenschie�platz zur Koppel umfunktioniert, um unseren Tieren frisches Gr�n zu bieten. Service wird hier gro� geschrieben. Das anschlie�ende Abendmahl im Hotelrestaurant l�sst nat�rlich keine W�nsche offen, und bald danach fallen wir mit vollem Bauch m�de ins Bett.

Am n�chsten Morgen er�ffnet man uns, dass das Quartier f�r beide Pferde, aufgrund der noch laufenden Sanierung, gratis ist. Wir sind wirklich von der Zuvorkommenheit hier angenehm �berrascht. Ein Tipp f�r jeden Wanderreiter.

8. Tag: Liebnitz � Gr. Siegharts, Streckenl�nge 15 km

Nach einem ausgiebigen Fr�hst�ck kann es wieder losgehen. Unsere Strecke f�hrt uns durch den Ort Liebnitz, wo gerade reger Baustellenbetrieb herrscht. Hier wird die Stra�e f�r die Kanalisation aufgegraben. Die Arbeiter sind sehr nett, bringen ihre Baufahrzeuge zur Seite, um uns ein Vorbeikommen zu erm�glichen und wir keinen Umweg machen m�ssen.

Wir reiten wieder durch wundersch�ne Landschaft in unber�hrter Natur.

Heute endet mein Reiturlaub und eine weitere Freundin namens Renate wird morgen mit ihrem Mangalarga Marchador-Wallach nachkommen und mit Verena die letzten drei Tage verbringen. Bei dieser Gelegenheit wird meine Stute vom allseits bekannten Josef Staringer in den H�nger verladen und heimgebracht. In Gro�-Siegharts werden unsere Pferde im Reitstall bei Westernreiterin Manuela Hannak ihr Quartier beziehen.

Verena �bernachtet in der nahen Pension Leitner und ich werde von meinem Mann abgeholt und nach Hause gefahren. F�r mich war dieser Wanderritt neben einer wundersch�nen Urlaubswoche eine tolle Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen m�chte.

 

9. Tag: Gr. Siegharts, Ruhetag

Da Margit mich am Vortag �verlassen� hat, werde ich �ber die letzten Tage unseres Rittes berichten. Da wir einen Ruhetag einlegten, konnte ich am Vormittag ordentlich ausschlafen. Zu Mittag kam dann mein Lebensgef�hrte Josef samt Pferdeh�nger und Renate mit ihrem Wallach. Nach einem gem�tlichen Mittagessen verladen wir Margits Stute und Josef f�hrt wieder heim. Renate und ich spazieren ein bisschen durch Gro�-Siegharts und lassen den Tag bequem vorm Fernseher ausklingen.

10. Tag: Gro�-Siegharts � Preinreichs, Streckenl�nge 40 km

Wir starten zeitig in der Fr�h, da wir heute eine l�ngere Etappe vor uns haben. Die Pferde sind gut ausgeruht und der Wettergott meint es nach anf�nglichem Nieselregen in der Fr�h doch gut mit uns. Die Gegend ist leicht h�gelig, wir reiten abwechselnd im Wald oder auf Feldwegen.

Am fr�hen Nachmittag marschieren wir durch Neup�lla. Dabei werden wir von einer sehr netten Familie angesprochen, die ebenfalls Pferde hat. Spontan werden wir zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Frisch gest�rkt geht�s dann weiter entlang eines idyllischen Baches. Anhand der Markierungen stellen wir fest, dass wir uns am Gf�hler Reitwegenetz befinden. Die Gegend ist traumhaft, zum Schluss geht�s noch einmal ziemlich bergauf � wir werden mit einem herrlichen Ausblick auf den Thurnberger Stausee belohnt. Im Quartier versorgen wir unsere Pferde, ein kurzes Abendessen und dann fallen wir todm�de ins Bett.

11. Tag: Preinreichs � Waldhausen, Streckenl�nge 30 km

Wir starten wieder sehr zeitig, da die Temperaturen sehr sommerlich sind. Zu Beginn marschieren wir noch auf einem Pfad durch den k�hlen Wald. Doch dann m�ssen wir ein ordentliches St�ck bergauf. Die Sonne sticht schon ordentlich. Um unsere Pferde zu schonen, gehen wir nat�rlich zu Fu� � eine schwei�treibende Angelegenheit.

Auch heute ist die Gegend sehr abwechslungsreich: Wald- und Feldwege, kleine B�che, leicht h�gelig. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass einige Feldwege bereits zuasphaltiert wurden. Wir nehmen es gelassen und genie�en trotzdem die wundersch�ne Waldviertler Landschaft.

Am sp�ten Nachmittag erreichen wir unser Quartier. Familie Kurtz betreibt einen Kinderbauernhof, auf dem nat�rlich auch die Tiere nicht fehlen d�rfen: K�he, Schweine, Ziegen, Pferde, Meerschweinchen, Hasen... Und da Marianne Kurtz eine flexible Frau ist, k�nnen auch Wanderreiter gerne bei ihr �bernachten.

12. Tag: Waldhausen � Oberbierbaum, 40 km

Beim Satteln in der Fr�h bin ich einerseits etwas traurig, dass heute der letzte Tag meines Wanderrittes beginnt, andererseits freute ich mich auch schon auf zu Hause. Es ist wieder hei�, unsere Strecke verl�uft gro�teils im Wald. Am Vormittag reiten wir durch den wundersch�nen Sallingberger Wald. Mein Smoky kennt diese Strecke bereits und marschiert z�gig dahin: nach Hause!

Zu Mittag machen wir eine l�ngere Pause im Schatten auf einer Wiese. Renate f�hlt sich hitzebedingt leider nicht ganz wohl. Nachdem es ihr wieder etwas besser geht, reiten wir auf sch�nen Waldwegen weiter.

In Sading hei�t es dann Abschied nehmen, da Renates Heimatstall ein St�ck von meinem zu Hause entfernt liegt.

Die letzten zwei Stunden wird Smokys Schritt immer flotter. �ber den Fahrenberg marschiert er m�helos dr�ber und damit sind wir schon bald in unserem �Hausw�ldchen�. Ich kann auch schon die H�user unserer Ortschaft sehen. Zu Hause angekommen, wiehert Smoky seinem Koppelfreund schon entgegen. Nach einem ordentlichen Staubbad auf seiner Koppel wird sofort mit seinem Freund Fell gekrault.

Es war ein wirklich wundersch�ner Ritt. Wir ritten durch viele unterschiedliche Landschaften und haben einige interessante Menschen kennen gelernt. Gewundert hat mich, dass wir bis auf ein einziges Mal keine anderen Wanderreiter getroffen haben. �sterreich ist ein sch�nes und vielf�ltiges Land. Durch die langsame Reisegeschwindigkeit mit dem Pferd sieht man sehr viel. Also wozu in die Ferne schweifen� Wir haben unseren Ritt pferdefreundlich gestaltet, sprich wir sind, wie es sich f�r Wanderreiter geh�rt, immer wieder zu Fu� gegangen. Alle Pferde kamen gesund, munter und in bester Verfassung zu Hause an.

Abschlie�end m�chte ich mich noch bei Ilona f�r ihre herzliche Gastfreundschaft in G�nserndorf bedanken und bei Josef f�r die Pflege meiner zu Hause gebliebenen Tiere. Ich werde noch lange von diesem Ritt zehren, es war sicher nicht der letzte. Margit und ich sitzen schon wieder �ber den Landkarten, aber das ist eine andere Geschichte...