Alpen�berquerung 2004 - TEIL 2
�Auf historischen Handels-, Schmuggler- und S�umerpfaden�

27. August:

Weiter ritten wir entlang der Ziller durchs Zillertal nach Brixlegg am Inn. Da diese Strecke nur ca. 14 km betrug und in 2,5 Reitstunden bew�ltigt wurde, betrachteten wir diesen Tag als halben Ruhetag. Das hie� sp�ter weggehen und fr�h ankommen.

Wir hatten die Ehre, auf Schloss Lichtwehr bei Brixlegg unser Lager aufzuschlagen, wobei wir Weiden einz�unten, ein Zelt aufbauten und den Transporter als Schlaflager umgestalteten. Anschlie�end fuhren wir zum Einkaufen, um einen Grillabend vorzubereiten, und luden die Schlossbewohner dazu ein. Es war ein lustiger, langer Abend.

28. August:

Am Inn entlang, vorbei an Rattenberg nach Kundl, dann kam der Einstieg in die Kundler Klamm, was ein weiterer Highlight dieses Wanderrittes war. Pferdebeine vertreten im glasklaren Gebirgsbach, zwischen Hunderten von meterhohen Felsw�nden entlang reiten und durch Felstunnel durchgehen. � Es hat einfach alle fasziniert! Am Ende der Kundler Klamm banden wir bei einen Gasthaus das Seil zwischen zwei B�ume und lie�en uns von der Wirtin mit �sterreichischen �Schmankerln� verw�hnen.

Trotz dieses Gaumenschmauses wollten wir weiter, da wir heute knappe 40 km Tagesetappe hatten. Mit viel bergauf und -ab ging�s weiter nach Oberau und wieder hinunter nach Hopfgarten durch die Wildsch�nau, wo ein paar Kilometer au�erhalb der Campingplatz Mamooser Hof liegt. Dort n�tzten wir die M�glichkeit, am Nachbarhof bei einem Norikerbesitzer die Weide zu verwenden.

Am Campingplatz schlugen wir unsere Zelte auf, im benachbarten Wirtshaus wurden wir mit Essen und trinken versorgt. Hier geht�s uns gut, da machen wir einen Ruhetag! Am Abend bekamen wir noch Besuch von Gaby von der Knappner Ranch, die samt Pferdeh�nger und Criollo-Wallach Sancho kam, um einen kleinen Almspaziergang zu machen.

29. August:

Ruhetag und baden am angrenzenden See, faulenzen. Ein Teil unternahm mit Gaby und G�nther eine Almtour ins Kelchsaugebiet zur Haag Alm (1349 m), beim Abstieg �berraschte uns ein Gewitter mit starken Regenf�llen. Entlang der Kelchsauer Ache ging�s wieder zur�ck zum Campingplatz.

30. August:

Nach einen gemeinsamen Fr�hst�ck und einigen Handygespr�chen von Maryse, die laufend die ��ffentlichkeit� von unseren Wohlbefinden informierte, hie� es wieder Abschied nehmen von Gaby, die mit Sancho wieder zur�ck zur Knappner Ranch fuhr. �ber Westerndorf und nach Kirchberg zogen wir durchs Brixenertal. In Kichberg lud uns ein Pizzeriabesitzer zum Mittagessen ein. Wir konnten die Pferde an einem Zaun am Parkplatz abstellen � ohne Parkscheibe, obwohl die auf diesen Parkplatz vorgeschrieben war.

Nach einer guten Pizza machten wir uns wieder auf den Weg, vorbei an Kitzb�hel, �ber den Schwarzsee und Rettenberg unterhalb des Wilden Kaisers. Wir hatten ein traumhaftes Panorama, sahen aber auch im Hintergrund schwarze Gewitterwolken aufziehen. Wir kontaktierten Renate, eine hier heimische Reitfreundin aus St. Johann, und vereinbarten mit ihr, uns in Oberaudorf zu treffen.

Sie ritt uns mit ihren Pferd entgegen, um die k�rzeste Strecke zu unseren Nachtquartier zu finden. Als wir uns mit Renate trafen, fing es schon an leicht zu tr�pfeln Wir ritten sehr flott, doch ca. 2 km vor unseren Nachtquartier in Kummerstein bei St. Johann begann es so stark zu hageln, dass die Pferde umkehrten und vorm Hagel wegliefen. Dabei hatten wir das Gl�ck, dass sich nach 150 m ein gro�er Carport ohne Autos befand, wo wir uns mit sieben Pferden unterstellen konnten.

Wir warteten das Gewitter ab und trauten hinterher unseren Augen nicht: Es lagen teilweise 10 cm hoch die Hagelk�rner wie Schnee auf der Stra�e, Keller von H�usern waren �berschwemmt. Es sah aus, als w�re der Winter gekommen.

Diesmal waren wir bei Georg in Kummerstein eingeladen. Er arbeitet nach Pat Parelli mit seinen Pferden, auch seine Freundin ist eine Parelli-Trainerin.

31. August:

Georg hat seine Ranch in einem Almgebiet unterhalb des Wilden Kaisers. Er gab uns eine eingez�unte Almweide mit ca. 8 Hektar Fl�che, also un�berschaubar. So entschlossen wir uns, hier in St. Johann einen Ruhetag zu machen. Wegen des schlechten Wetters gingen wir tags�ber ins Wellness-Erlebnisbad. Mit einer weiteren Reiterfreundin, Petra, veranstalteten am Abend eine Grillparty. Es tat uns allen gut, wir hatten viel Spa� in Kummerstein!

1. September:

Erholt und gut gelaunt, weil die Sonne wieder schien, sattelten wir unsere Pferde. Wir wanderten am R�merweg und entlang der Ache, �ber Kirchdorf und Erpfendorf, auf wundersch�nen Reitwegen bis nach K�ssen.

Am Parkplatz in K�ssen trafen wir zuf�llig unseren Reiterkollegen Buffalo Bill Rolli, der mit seiner Harley auf dem Weg zum Harleytreffen am Faakersee war. Er gab uns einen guten Tip f�r die Mittagsrast: Am Campingplatz sei eine massive Anbindestange f�r Pferde vorhanden und das Essen auch hervorragend. Wir folgten seinen Rat und wurden nicht entt�uscht. Nach der Pause ging es �ber Unterbichl nach Reit im Winkl (D), wo wir die Grenze zwischen Deutschland und �sterreich �berschritten. Das war ein tolles Gef�hl, wenn wir �berlegten welcher Weg bereits hinter uns lag!

Au�erdem hatte es inzwischen bei Hubert und Ute endg�ltig gefunkt, sie ritten meist nur noch H�ndchenhaltend nebeneinander.

Wir n�chtigten im Demelhof, die Pferde bekamen eine gro�e Almweide und wir ein gemeinsames Matratzenlager mit Dusche. Huberts Pferd, Stalker, hatte heute zwei Eisen verloren, wir mussten ihn neu beschlagen. Zum Abendessen wurden wir abgeholt von den Pferdenarren des Birkenhofes, wir wurden verw�hnt und hatten einen lustigen Abend.

2. September:

Der Abritt folgte nach dem t�glichen Morgenablauf, Pferde mit Kraftfutter versorgen, fr�hst�cken, satteln und aufsitzen. Wir hielten uns entlang der Schwarzlofer bis nach Seegatterl, dann zum Weitsee, einem wirklichen Naturparadies, bis nach Ruhpolding, wo wir in der N�he des Biathlonzentrums bei einer Almh�tte Rast machten. An Ruhpolding vorbei hielten wir uns am Reitweg entlang der Traun, mit herrlichen Galoppstrecken bis nach Eisen�rzt. In Eisen�rzt ging�s wieder rauf zur Wahlfahrtskirche nach Maria Eck und wieder bergab nach Siegsdorf zum Arabergest�t F�lslhof, wo wir uns eine Weide absteckten und daneben unser Zelt aufstellten. Mit dem Abendessen wurden wir vom �rtlichen Italiener versorgt. Wir genossen es auf der Anh�he mit einen sagenhaften Ausblick ins bayrische Voralpenland und den Chiemsee.

3. September:

Nach dem Abbau der Weideumz�unung und der Erledigung der t�glichen Arbeiten ging es wieder hinunter nach Siegsdorf, an der Traun entlang und hinauf zum Hochberg, bergab bis zur Sur und im Voralpenland Richtung Waging. Pause machten wir im Wirtshaus St. Leonhard, wo wir gut und g�nstig unser Mittagessen bekamen. Die Pferde waren am bayrischen Maibaum angebunden.

Am Nachmittag erreichten wir das Schloss Gessenberg bei Waging, dessen Gutshof eine Reiterfreundin gepachtet hat. Sie nahm uns sehr freundlich auf und bewirtete uns. Wir hatten einen sehr geselligen Abend.

4. September:

Vorm Abritt machten wir vor der sch�nen Kulisse des Schlosses, mit den Gastgeberpaar und den Pferden Fotos, verabschiedeten und wussten, das dies der letzte Tag unserer Alpen�berquerung ist. Mit gemischten Gef�hlen starteten wir einerseits traurig, weil der Ritt schon fast schon vorbei war, anderseits gl�cklich, unser gestecktes Ziel unfallfrei zu erreichen.

Durch W�lder und Wiesen ritten wir bei herrlichstem Wetter zur Pearl Hard Ranch nach Kagern, wo wir mit warmen W�rsteln und Getr�nken von unseren Reiterfreunden versorgt wurden. Am Nachmittag ging es weiter durch unsere traumhafte Reitgegend �ber Guggenberg und Leitgeringer See bis zur Knappner Ranch nach Tittmoning.

Nach Kaffee und einer Brotzeit trennten sich die Wege der Wanderreiter, die 14 Tage gemeinsam viel Sch�nes erlebt hatten.

Christian zehrt noch von dem Erlebten und f�hrt mit voller Kraft wieder seinen Reitbetrieb weiter.

Maryse spricht mit allen Freunden meist nur noch �ber dieses tolle Erlebnis.

Michi tr�umt noch immer von der Alpen�berquerung und spricht schon wieder von gro�en Wanderritten, zum Beispiel vom Neusiedler See zum Bodensee.

Ute ist mittlerweile zu Hubert in die Steiermark gezogen, Hubert hat seinen Bauernhof umgebaut und sie erwarten im August 2005 ein Kind.

Danke an alle, die uns bei dieser Alpen�berquerung unterst�tzt haben!

G�nther Kirmeier