Easy Jet, eines der gro�artigsten Rennpferde aller Zeiten!
Ber�hmte Quarter Horses & Vererber
Aus Western News 2/2004 Seite
Eine Serie f�r QH-Z�chter & Fans
�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer
Walter Merrick aus Sayre, Oklahoma, war mehr als 60 Jahre lang bekannt als einer der wahren K�nige der Quarter Horse-Zucht. Dazu trug auch f�r eine Reihe von Jahren sein Hengst Easy Jet bei.
Easy Jet wurde am 12. J�nner 1967 auf einer Ranch in Quanah, Texas, die Merrick gemietet hatte, geboren. Zum Ende der Mietdauer verlud Merrick den Hengst und brachte ihn auf seine Ranch in Sayre.
Merrick sah vom ersten Moment an die Qualit�ten dieses sorrel-farbenen Hengstfohlens mit der wei�en Blesse. Und wenn es in den Staaten jemanden gab, der die Qualit�t eines Pferdes auf den ersten Blick einsch�tzen konnte, so war es zweifellos Walter Merrick.
Merrick wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geboren. Er wuchs als Cowboy auf, zusammen mit Pferden und Rindern. Er bevorzugte vor allem Schnelligkeit bei einem Pferd, und in den fr�hen 30er-Jahren gewann er jedes Rennen, bei dem er startete. 1936 kaufte er einen Hengst namens Midnight Jr., �ber den wir im Rahmen dieser Serie bereits berichtet haben.
Damit startete Merrick eine der l�ngsten und illustersten Z�chterkarrieren unter allen Mitgliedern der Quarter Horse Racing-Industrie. Sein Name stand im Zusammenhang mit Pferden wie Grey Badger II, Bob�s Folly, Tonto Bars Hank und zahllosen anderen ber�hmten Quarter Horses. 1951 geriet er mitten in eine Kontroverse mit anderen namhaften Z�chtern, als er Three Bars (TB) als Deckhengst von Sid Vail mietete. Ein Gro�teil der QH-Welt str�ubte sich gegen den Einfluss von Vollblut (TB) in ihren Short Horse-Bestand. Doch Merrick blieb standhaft. Er z�chtete zwar nicht nur mit Three Bars, f�hrte dem Thoroughbred-Hengst aber einige seiner besten Stute zu. Eine davon war Lena Valenti.
Aus einer dieser Anpaarungen zwischen Lena Valenti und Three Bars ging Lena�s Bar hervor, �ber die wir in der WN-Ausgabe 1/04 berichteten. Lena�s Bar, 1954 geboren, wurde ein au�ergew�hnliches Rennpferd und gebar auch au�erordentliche Fohlen.
Nachdem sie von Jet Deck gedeckt war, brachte sie im J�nner 1967 Easy Jet zur Welt. Lena�s Bar starb bald danach an einer schweren Infektion.
Merrick liebte Easy Jet, obwohl er es an Sch�nheit mit seinem Vollbruder Jet Smooth nicht aufnehmen konnte. �Er war niemals ein besonders feines Pferd�, sagte Merrick, �aber er war gro�, stark und korrekt gebaut und hatte eine enorm gute Knochenstruktur, was darauf schlie�en lie�, dass er besonders belastbar war und Druck standhalten konnte.
Der gro�e Junghengst gedieh pr�chtig, wurde immer gr��er und st�rker und war immer in Bewegung, selbst wenn er auch nur seine Weidekumpane drangsalierte und jagte.
Merrick lie� Easy Jet bereits als J�hrling gegen Jet Smooth die 350 Yards laufen und Easy Jet gewann. Er lie� den gro�en Junghengst bei einem J�hrlingsrennen auf den Blue Ribbon Downs in Sallisaw, Oklahoma, laufen und Easy Jet gewann. All seine nerv�se Energie hatte er in Speed umgesetzt.
Es gab einige Leute, die Merrick kritisierten, weil er Easy Jet bei au�erordentlich vielen Zweij�hrigen-Rennen starten lie�. Doch der Junghengst lief 26 Rennen, von denen er 22 gewann, darunter das All American in Kansas, Sunland Falls, Columbus Tripple Crown und die All American Quarter Horse Congress Futurities. Er wurde World Champion Quarter Running Horse, Champion Stallion und Champion 2-year-old Colt. Besonders zu vermerken ist, dass kaum je ein Zweij�hriger World Champion Racing wurde.
Merrick erkl�rte, dass ihn rennen zu lassen, die beste Methode war, mit Easy Jet fertig zu werden. �Er hatte so viel Energie, genau so viel, wie er als Fohlen hatte. Es war ein Qual, ihn im Schritt an der Hand zu f�hren. All diese Energie musste irgendwohin, und so war der beste Weg, ihn in den Griff zu kriegen, ihn einfach rennen zu lassen, so dass er sich so richtig austoben konnte.� Der Hengst war so quicklebendig und schnell, dass er einen Reiter, der nicht aufpasste, leicht absetzen konnte.
Nach der ersten Zuchtperiode kam Easy Jet 1970 zur�ck auf die Rennbahn. Er wurde Champion Quarter Horse Running Stallion und Champion Quarter Running 3-year-old Colt. Als Dreij�hriger gewann er von 38 offiziellen Starts 27 erste, 7 zweite und 2 dritte Pl�tze mit einer Gewinnsumme von $ 445.721. Nur zweimal w�hrend seiner Rennkarriere, bei der Walter Merrick immer an seiner Seite war, erreichte der Hengst nicht einen der Spitzenpl�tze.
In einem Artikel im The Quarter Horse Journal von 1971 schrieb AQHA Direktor Don Essay folgendes Statement �ber Easy Jet: �Dieser au�ergew�hnliche Hengst hat sich einen bleibenden Platz in der Geschichte der Quarter Horse-Industrie erworben. Wir sind stolz auf ihn, und wenn er sich in der Zucht einen �hnlichen Namen macht wie im Renngeschehen, steht ihm noch eine gro�e, gro�e Zukunft bevor.�
R�ckblickend stellen diese Worte die gr��te Untertreibung des Jahrhunderts dar. Easy Jet wurde ein absoluter Top Sire der Quarter Horse-Zucht.
1971 ging Merrick eine 50 zu 50 Partnerschaft mit Joe McDermott ein, die beide Hengste, Easy Jet und Jet Smooth, betraf. 1973 stand Easy Jet bereits auf der AQHA Leading Sire-Liste und seine Decktaxe war von $ 2.000 auf $ 5.000 angestiegen.
1976 verkauften Merrick und McDermott Easy Jet f�r 3,5 Millionen Dollar an die Buena Suerte Ranch in Roswell, New Mexico. Wenige Monate sp�ter verungl�ckten die beiden Inhaber der Ranch bei einem Flugzeugabsturz t�dlich. Daraufhin kaufte Merrick 51% an der Ranch und Easy Jet zur�ck. Er war inzwischen auch eine Partnerschaft mit der bekannten Pferdez�chterin Harriet Peckham und dem Tierarzt Leonard Blach, D.V.M. eingegangen.
1980 war die Decktaxe von Easy Jet auf $ 30.000 angestiegen. Kurz darauf wurde der Hengst f�r einen Gesamtwert von 30 Millionen Dollar syndikatisiert, wobei 50 Teilhaber mit je 600.000 Dollar genannt waren.
1988 geriet Merrick in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte Easy Jet an Roy Young aus Helmet, Kalifornien.
Am 28. September 1989 kam Easy Jet in den Besitz von Mark Allen und seinem Vater Bill Allen, einem reichen Gesch�ftsmann aus Alaska. Zwei Monate sp�ter �bernahm die Merrick-Allen Joint Venture den Fuchshengst. Easy Jet stand von nun ab auf der Lazy E Ranch in Guthrie, Oklahoma, im Deckeinsatz, wo er schlussendlich wegen einer chronischen Lahmheit als 25-j�hriger eingeschl�fert werden musste.
Easy Jets Nachzucht spricht in der Quarter Horse Racing-Welt f�r sich selbst. Seine erste Stakes-Siegerin 1973 hie� Our Jet. Die Stute stammte aus seiner ersten Decksaison 1971. Gleichaltrig war Easy Mable, die die West Texas Futurity gewann. Produkte der zweiten Decksaison waren Easy Six und Easy Date. Letztere wurde 1975 World Champion Quarter Running Horse. Sie gewann $ 850.000. Als sie 1974 die All American Futurity gewann, wurde Easy Jet zum ersten All American Winner, der wiederum einen All American Winner gezeugt hatte.
Pie In The Sky wurde 1979 sein zweiter All American-Sieger und als Dritter gewann 1985 Mr Trucka Jet. So blieb Easy Jet bis heute der einzige All American-Sieger, der selbst drei All American Winner zeugte.
Easy Jets direkte Nachkommen haben bis 1993 insgesamt mehr als 25 Millionen Dollar an Preisgeldern eingelaufen. Unter den mehr als 1500 Pferden, die mit ROM ausgezeichnet waren, befanden sich allein 143 mit einem Speed Index von �ber 100.
Easy Jets S�hne und T�chter errangen 14 Champion-Titel, darunter 9 World Champions namens Easy Date, Pie In The Sky, My Easy Credit, Easy Angel, Easily Smashed, Extra Easy und Megahertz.
Easy Jet wird in den AQHA-Listen als All-Time Leading Sire of Sires, All-Time Leading Broodmare Sire, All-Time Leading Sire of ROM Qualifiers, All-Time Leading Sire of Stakes Winners, All-Time Leading Sire of Stakes Qualifiers, All-Time Leading Sire of Stake Performers und All-Time Leading Sire of AAA/AAAT Horses gef�hrt!
Easy Jet wurde nach seinem Tod 1992 auf der Lazy E Ranch in Guthrie beerdigt.
Walter Merrick sagte �ber sein Verh�ltnis zu Easy Jet: �Ich werde nie in der Lage sein zu erkl�ren, was Easy Jet f�r mich und meine Familie bedeutete. Er hatte soviel Herz, so viel Klasse und so viel Stolz. Es wird nie wieder einen wie ihn geben!�
2.) Pedigree:
Top Deck (TB)
Moon Deck
Moonlight Night
Jet Deck
Barred
Miss Night Bar
Belle of Midnight
Easy Jet (1967 - 1992)
Percentage
Three Bars
Myrtle Dee
Lena�s Bar (TB)
Gray Dream
Lena Valenti
Perhobo
3.) Frontalansicht von Easy Jet. Beachtlich - sein gutes Fundament und seine kurzen R�hren. Er hatte ein Stockma� von 1,52m und wog ungef�hr 650 kg.
4.) Die R�ckansicht von Easy Jet zeigt seine gewaltige Hinterhand, aus der er seinen unglaublichen Speed entwickelte.
5.) My Easy Credit, geb. 1974, v. Easy Jet, aus der Kits Charge Act, von Diamond Charge, Preisgeld $ 502.504; 1977 Champion Quarter Running 3-year-old Colt. Dieses Foto macht deutlich, wie unverwechselbar Easy Jet seine k�rperlichen Qualit�ten an seine Nachkommen vererbte.
6.) Real Easy Jet, ein 1975 geborener Sohn von Easy Jet, aus der Real Dish (TB). Der Hengst hatte den unglaublichen Speed Index von 101 und gewann in nur zwei Rennsaisonen $ 153.833.