COMING BACK

Von Tim McQuay � �bersetzung Sonja Gr�nauer

(Aus Western News 2/2004, Seite 5)

Um �berhaupt an die Spitze zu kommen, ist die erste Zeit sehr hart. R�ckschl�ge zu �berwinden um wieder an den Gipfel des Erfolgs zu kommen, ist aber noch h�rter.

Tim McQuay�s R�ckkehr in den Wettbewerb folgte einer lebensbedrohlichen Krankheitsparallele die sowohl auf ihn als auch auf manche Pferde in den McQuay Stallungen zutrafen.

Das Programm der Verletzungsrehabilitation ist streng, zudem war McQuay bei seinem Weg zum Comeback durch eine schwere Bauchspeicheldr�senentz�ndung gehandikapt.

In diesem Artikel fast McQuay 5 Tipps f�r die Rehabilitation verletzter Pferde f�r ein erfolgreiches Comeback zusammen und bietet Anregungen durch Erfolgsstories mit seinen Reining-Pferden.

Vergewissere dich, ob sich der Aufwand lohnt

 ��berzeuge dich, ob das Pferd, das du von einer Verletzung zur�ck in den Sport bringst ein gutes Pferd ist und vor allem gut mitspielt.� sagt McQuay �das ist wichtig wegen der f�r die Rehabilitation aufgewendeten Zeit�. �Du musst wissen, ob das Pferd gesund bleiben kann. Wir sind daher froh, Dr. John McCaroll in unserem Team zu haben � er sagt uns klipp und klar, ob wir unsere Zeit verschwenden, oder nicht. Manche Pferde haben Verletzungen, die nicht heilen bzw. die leicht wieder auftreten. Jemanden zu haben, der diese Faktoren analysieren kann , ist sehr wichtig.�

Ein Pferd mit �Herz� ist immer ein besserer Comeback-Kandidat

Das �Herz� des Pferdes bzw. auch sein Wille bestimmt seinen zuk�nftigen Erfolg. McQuay erz�hlt, dass Dr. McCarroll eines seiner Pferde in einem Routine-Check untersucht hatte und eine Schw�che im Sprunggelenk feststellte. Ich h�tte dies nie vermutet. Das Pferd hatte nie eine Lahmheit gezeigt. Am gleichen Tag zeigte mir Dr. McCarroll in der Klinik ein Pferd mit einer Schw�che, die nur ein drittel der Gr��e von dem meines Pferdes hatte und das Pferd war stocklahm. Ein mutiges gro�herziges Pferd kann sich schneller erholen, als ein schwaches Tier. Das ideale Pferd ist eines, das Leistung bringen will trotz Schmerzen. Der Nachteil ein stoisches Pferd zu reiten ist, dass man Verletzungen �bersehen kann, weil das Pferd trotzdem willig arbeitet. Das Pferd wird dem Reiter nicht zeigen, dass es Schmerzen hat!

Konditionierung ist vorrangig

Man mu� das Pferd zur�ck in k�rperliche Form bringen, bevor man von ihm gute Trainingsleitungen und vor allem bevor man Spitzenleistungen erwartet. In McQuays Stall hilft eine �Trabmaschine� dabei, die Pferde ohne Reitergewicht konditionell aufzubauen. Die abgewandelte Form einer �Schrittmaschine� hilft die Pferde vom Schritt bis zum Trab aufzubauen. McQuay schl�gt auch folgendes vor: wenn man keine �Trabmaschine� zur Verf�gung hat, dann kann man das Pferd auch als Handpferd konditionell aufbauen.

Nur ein Pferd, das fit ist hat Chancen auf ein erfolgreiches Comeback. Wenn man das Gef�hl hat, dass seine k�rperliche Form besser wird, dann sollte man das Pferd eine weitere Woche nur im Trab reiten, bevor man es zur normalen Arbeit zur�ckf�hrt, da es anfangs leichter erm�det und m�glicherweise aufgeben k�nnte.

Auf der anderen Seite der Medaille warnt McQuay jedoch auch davor, vom Pferd nicht zu wenig zu verlangen �Nicht zu vorsichtig sein. Verlange Arbeitseinsatz vom Pferd und vertraue darauf, dass du erkennen wirst, wenn das Pferd ein gesundheitliches Problem hat.�

Hab ein Gef�hl f�r dein Pferd und du wirst erkennen, wenn etwas nicht in Ordnung ist

Kondition ist entscheidend, professionelle Gesundheitsf�rsorge ist eine Notwendigkeit, aber McQuay betont einen weiteren Faktor: Hab ein Gef�hl f�r dein Pferd. F�hle mit Wissen und Erfahrung, damit du erkennen kannst, wenn das Pferd schnellere genesen kann. �Man muss ein Gef�hl daf�r entwickeln, zu erkennen, was einem das Pferd sagt, ob es nicht o.k. ist und sp�ter daf�r, dass es gesund ist.�

Mitte Juni ritt McQuay einen 3-j�hrigen, der neu in seinem Stall war. �In den ersten 5 Minuten war er gro�artig, danach wurde er tr�ge und schwitzte sehr stark. Ich lie� ihn 5 Minuten erholen bis er sich wieder gut f�hlte und begann erneut mit der Arbeit. Durch Instinkt und da ich bereits schon einmal ein Pferd mit den gleichen Symptomen hatte, lie� mich einen Herzschaden vermuten.� Der Tierarzt best�tigte McQuays Vermutung.

Zu sp�ren, wenn etwas nicht in Ordnung ist, kann einen gro�en Unterschied in der Karriere eines Pferdes machen. Wenn man kein Gef�hl hat, dann kann man ein Pferd mental ruinieren � es wird sich �ngstigen wenn es verletzt oder krank weitergearbeitet wird.

Der Genesungsprozess jedes Pferdes ist verschieden, deshalb muss man seinen Einsatz dem jeweiligen Genesungsprozess anpassen

Die Zeit f�r Rehabilitation und Konditionsaufbau sind abh�ngig von der Verletzung des Pferdes. Muskelzerrungen brauchen l�ngere Rehab-Zeit als Splitter oder Chips. Wenn ein Pferd ein Monat im Stall steht, dann dauert es 2 Monate bis es rehabilitiert ist.

Erfolgsstories

Der Comeback-Weg kann auch zu Erfolgsstories f�hren. Pferde kommen, wie auch Menschen, nach Krankheit oder Verletzung zur�ck um gro�e Aufgaben zu bew�ltigen.

McQuay erz�hlt von Hollywood Striker, einer Tochter seines 3 Millionen $ Hengstes Hollywood Dun It. Sie war als 3-j�hrige bei einem Unfall an ihrem hinteren Fu� schwer verletzt worden. Ihre Achillessehne war fast abgetrennt und musste zusammengen�ht werden. Neun Monate sp�ter gewann sie 1993 die NRHA Non-Pro Futurity mit McQuays Tochter Mandy McCutcheon. Die schwierige Rehabilitation konnte nicht ohne sorgf�ltige Therapie, vorsichtiges Handeln und intensive Beobachtung gelingen. �So wie jedes unserer Pferde brachten wir sie unter der Voraussetzung zur�ck, dass sie uns zeigen w�rde, wenn sie nicht gesund genug f�r einen Start in der Futurity war. Das ist der wichtigste Teil in der Therapie. Man kann einen noch so ausgefeilten Rehabilitations-Plan haben, das Pferd wird einem sagen, wenn es nach einer Verletzung wieder imstande ist zu arbeiten�. Im Februar 2002 hatte McQuay ein neues Pferd namens Kid Whiz. McQuay begann den Vierj�hrigen zu reiten, aber bereits nach weniger als einem Monat bekam der junge Hengst ein Abszess in einem hinteren Fuss. Es dauerte mehr als 3 Wochen, bis das Pferd wieder gesund war. Gesund war er erst 10 Tage vor dem National Breeder Classic und es war zu sp�t, ihn f�r dieses Event ausreichend zu trainieren. McQuay beschloss, das Pferd in jenem Trainingslevel zu showen, in dem er sich befand, anstatt ihn zu �berfordern. Das Warten lohnte sich, denn nach weniger als einem Monat ritt er Kid Whiz in der Reserve Champioship des NRHA Derbys. Wieder einmal zeigten sorgsame Therapie und Zeitgef�hl Erfolg.

Und der siegreiche McQuay, der einen Monat sp�ter beim CRIO Nations Cup /U.S. Equestrian Team Festival Champions, eine Goldmedaille gewann, feierte sein eigenes erfolgreiches Comeback. Zwei Jahre nach seiner eigenen Krankheit ist er vorsichtiger, dankbarer und einmal mehr an der Spitze der Reining-Elite.

Der Weg zur�ck an die Spitze

Der 12. Juni 2001 begann f�r Tim McQuay wie ein Tag wie jeder andere.

In der National Reining Horse Association Hall of Fame trainierte er seine Futurity-Prospekts, danach ging er zum Mittagessen in ein Restaurant in der N�he seiner Ranch.

Als er am Nachmittag in den Stall zur�ck kam, f�hlte er sich pl�tzlich krank. Schmerzhafte Bauchkr�mpfe veranlassten ihn eine Ambulanz aufzusuchen und er wurde sofort ins Plano Medical Center eingeliefert, wo die Diagnose einer unerkl�rlichen und heftigen ernsten Anfall der Bauchspeicheldr�se gestellt wurde. Innerhalb von 48 Stunden musste er auf die Intensivstation verlegt werden. McQuay stand unter st�ndiger Beobachtung, und je l�nger er auf dieser Station blieb, desto mehr verschlechterte sich sein Zustand. Seine Familie und Freunde konnten nichts anderes tun, als zu warten und zu beten. Die Maschinen der Intensivstation hielten ihn f�r die weiteren 40 Tage am Leben. McQuay�s K�rper erholte sich und er war einer der wenigen, die diese Qual �berlebt hatten. Es war f�r ihn ein Sieg im �berlebenskampf, aber dieser hatte ihn auch sehr geschw�cht.

�F�r mich war es klar, dass ich zur�ckkommen w�rde�, sagte er �ich wollte dies zwar mit meinem Willen, aber mein K�rper war damit nicht einverstanden�.

�In meinem Alter (50) konnte man sich zwar nicht vorstellen, wieder zur�ckzukommen und konkurrenzf�hig zu sein � aber ich wusste, dass ich es versuchen musste�. Als Folge der Krankheit hatte er 30 Pfund an Gewicht verloren mit dem bleibenden Effekt einer Lungensch�digung. Auf ein Pferd zu steigen, war f�r ihn schon ein kleiner Sieg. �Einer der schwierigsten Momente war es, wieder darauf vertrauen zu k�nnen, dass er sich auch in Zukunft im Sattel sicher f�hlen w�rde. �Am Anfang war es f�r mich auch schwer, mich lange im Sattel zu halten, da ich noch sehr schwach war.�

Knapp sechs Wochen nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus ritt er im Virginia Horse Park Coliseum in Lexington ein Pferd in der Tradition Reining Futurity. Das Publikum erwies ihm Standing Ovations und diese Leistung gab ihm dieses langersehnte Vertrauen in seine wiedererlangten F�higkeiten. Lachend erinnert er sich �Ich h�tte niemals an dieser Show teilnehmen d�rfen, denn k�rperlich war ich noch nicht soweit, aber mental habe ich das einfach gebraucht!� Obwohl er sein Ziel erreicht hatte, in dieser Show zu reiten � und sogar platziert zu sein � f�hlte McQuay nicht genug Verbesserung � bis Oktober, als er bei der Southwest Reining Horse Association Futurity in Admore (Oklahoma) dritter wurde.

Ein Monat sp�ter fand das gr��te Reining-Event, doe 2001 NRHA Futurity in Oklahoma City statt � McQuays gr��te Herausforderung zu diesem Zeitpunkt. War seine k�rperliche Rehabilitation weit genug fortgeschritten um die anstrengenden 2 Wochen an Bewerben zu bew�ltigen? W�rde er konkurrenzf�hig genug sein?

Davor hatte er zwar mit Leichtigkeit die Qualifikation f�r die Open Futurity erreicht und sogar 2 Pferde f�r die NRHA Futurity Finals qualifiziert.

McQuay erreichte den zweith�chsten Score von mehr als 400 Pferden bereits in der ersten Runde � und zwar mit Reminic N Dunit, danach qualifizierte er sich mit Smart Miss Marker f�r die Finalrunden. Diese Performance war nicht nur das Comeback von McQuay, sondern bewies auch den perfekten Job des �Teams McQuay�, das hervorragende Arbeit geleistet hatte, w�hrend McQuay krank war.

R�ckblickend sagt McQuay, dass er aus der Erfahrung gelernt hat, speziell was die Rehabilitation und den Weg zur�ck von einer Krankheit betrifft. Sein eigenes Comeback war Teamwork. Gemeinsam mit seinen �rzten und Therapeuten vollbrachte er eine Langzeit-Rehabilitation. Es dauerte fast ein Jahr, bis er wieder seinen urspr�nglichen Level erreicht hatte. Es dauerte bis in den Sommer 2002, dass er nicht nur seine eigenen Pferde und die seiner Tochter reiten konnte, sondern sich auch anderen Pferden leichter widmen konnte.