Elisabeth Koller
Begonnen hats an einem feuchten, klammen, nebelverhangenen Winternachmittag, an dem ich bereits die fnfte Zeitschrift lustlos durchbltterte. Das Warten whrend der Reitstunden meiner beiden Kinder Birgit und Doris war nicht nur langweilig, es fhrte auch zunehmend zu sehr kalten Zehen (und das ist ja bekanntlich ungemtlich). Also beschloss ich, auch reiten zu lernen.
So nahm das Schicksal seinen Lauf. Es kam wie es kommen musste das arme Schulpferd wurde gekauft, um es vor anderen Reitschlern zu bewahren. Pirat so hie das pensionierte Vielseitigkeitspferd war trotz seines Alters von ca. 23 Jahren noch recht lustig. Nicht nur einmal landete ich unsanft im Sand. Beim Ausreiten war er jedoch in seinem Element. Waren wir nicht einer Meinung bezglich der Wegstrecke, machte er einen Buckler, ich landete kopfber im Acker und er marschierte nach Hause.
Leider machte eine akute Kolik seinem Leben pltzliches Ende.
Aber ohne Pferde ist das ja kein Leben. Ein Patient Araberzchter im Nachbarort verkaufte mir eine wunderschne Schimmelstute aus polnischen Blutlinien. Sawahna war bereits 6 Jahre alt und vollkommen roh. Der Beritt im klassischen Stil gefiel ihr gar nicht, mehrfach setzte sie ihre Trainerin ab zuletzt mit Verletzungsfolgen. Also stand ich Greenhorn mit einer nicht reitbaren Araberstute da und wusste nicht wie es weitergehen sollte. Tellington-Methoden und diverse Bodenarbeiten folgten. Aber ich wollte ja reiten!
Was tun? Adi Ostermann damals der erste und bislang einzige Westernreiter in Aspang brachte mich zu Helmut Schulz. Nach einem halben Jahr Training bei Helmut hatte ich ein neues Pferd. Willig folgte sie den Anforderungen meinem damaligen Niveau entsprechend gering aber sie buckelte mich wenigstens nicht herunter. Es folgten Jahre mit eigenem Bauernhof und Pferdestall, mit Koppeln, Roundpen und viel Ausreitgelnde. Der Traum jedes Pferdefreundes.
Meine Kinder wollten allerdings bei Turnieren starten . Sie hielten nicht viel vom tglichen Ausmisten, Koppeln sauber halten, Heu schupfen etc. Sie besuchten damals das Gymnasium und hatten Musikunterricht an der Hochschule Oberschtzen. All dies erforderte ein gutes Zeitmanagement.
Nach 5 Jahren des Nichtreitens die Arbeit am Hof lie mir kaum Zeit dazu gab ich meine mittlerweile auf 6 Pferde gewachsene Herde an meine Nachfolger weiter.
Die Jahre danach kam ich nur im Winter zum Reiten. Da es kalt war, meinten meine Kinder, ich solle es doch wieder probieren (na klar!). In der warmen Jahreszeit ging es von einem Turnier zum anderen und so kam ich zu der Ehre, Groom of the year zu werden. Das Zusehen half mit sehr weiter. Aufgrund einer Verletzung von Doris konnte ich Sirio endlich einmal bewegen. Ohne viele Worte zu verlieren, machte ich nach einem intensiven Wochenendkurs bei Helmut das Zertifikat.
Als ich vor nunmehr 6 Jahren endlich wieder auf ein Pferd aufsteigen konnte Birgit trat mir ihren Collective Agreement ab , war ich berglcklich. Das Pferd war aber nach einer Hufbeinverletzung nicht mehr turnierfhig.
Vor ca. 5 Jahren durfte ich endlich Sirio (in der Turnierszene als ARC Sirio Enterprise seit nunmehr 10 Jahren bekannt) als mein Pferd betrachten. Sirio ist ein ausgesprochenes Ausnahmepferd. Er hat nicht nur meine Tochter Doris zu All-Aroundehren und diversen Meistertiteln inkl. Reserve Champion EM 2000 getragen, auch Dennis Schulz, unseren langjhrigen Trainer, verhalf er zu Meisterehren.
Seit ca. 3 Jahren bin ich nun mit Sirio bei den Turnieren in Wr. Neustadt am Start. Gerne wrde ich auch auswrtige Turniere besuchen, doch zum Wasser- und Heuschleppen habe ich einfach keine Lust mehr. Mehrere blaue Schleifen und gute Platzierungen in unterschiedlichen Disziplinen sowie mehrere All-Arounds durften wir nach Hause tragen.
Den Hhepunkt meiner reiterlichen Laufbahn stellte die l. sterr. Seniorenmeisterschaft im Mai dieses Jahres in Sommerein dar. (Ich wurde meinem Vorsatz untreu, nicht auswrts zu starten.) Eine Meisterschaftsschrpe im Trail, Silber in der Pleasure und Bronze fr All Around zhlen zu meinen schnsten Ergebnissen.
Fr die weiteren Jahre wnsche ich mir Gesundheit fr meinen Sirio und noch eine schne Zeit mit ihm.
Danken mchte ich an dieser Stelle in erster Linie meinem Mann, der alle die Jahre viel Verstndnis fr seine pferdeverrckten Damen aufgebracht hat. Weiters bei Helmut und Gerti Schulz bei ihnen sind wir seit l2 Jahren gut aufgehoben sowie bei Dennis Schulz, der uns (d.h. Birgit, Doris, April, C.A, Perry und Sirio) die ganzen Jahre trainiert und uns das Showbusiness nher gebracht hat. Meinen Kindern mchte ich Dank aussprechen fr ihre Hilfe vor, whrend und nach den Turnieren. Meiner Tochter Doris mchte ich besonders danken, dass sie mit Sirio nicht nur Reining trainiert hat. Ein ganz groer Dank geht an Sirio. Ich hoffe, er begleitet mich noch viele, viele Jahre.