Summer Special 2000 - Abenteuer Alm
"Roundup auf der Teichalm"
Ein Live-Bericht von Brigitte Farmer aus Western News 4/00 & 6/00
Fr den 9. September 2000 ist auf der Teichalm in der Steiermark der Erste Europische Almabtrieb zu Pferd geplant, ein Mega-Event, welchen es bis jetzt europaweit noch nie gegeben hat. Es handelt sich dabei um einen "Cattle Drive" im amerikanischen Sinn, ein Zusammentreiben, Bewegen und Aussondern einzelner Rinder aus der Herde. Der 1. Steirische Rindertrieb auf der Hufeisentour wird durch einige ausgewhlte steirische Westernreiter mit ausgebildeten Westernpferden durchgefhrt werden, und auch ein entsprechendes Rahmenprogramm wird geboten werden. Zuseher sind herzlich willkommen und erwnscht.
Durch die Idee von Horst Fidlschuster (EU-Regionalmanagement Oststeiermark) und viel Initiative seinerseits wird die beim Pionierritt der Hufeisentour 1999 geborene Idee nun in die Tat umgesetzt. Und auch anderen Westernreitern soll in den nchsten Jahren diese Mglichkeit geboten werden. Natrlich bedarf es fr so einen "Cattle Drive" gewisser Vorbereitungen und eines dementsprechenden Training.
Das erste Trainingscamp fand vom 22.-25.6. 2000 auf der Teichalm statt. Als Trainer und "Viehtrieb-Direktor" fungierte Fena Westernreittrainer und Wanderreitfhrer Reinhard Hermann, der schon gengend Amerika- und Ranch-Erfahrung besitzt. Samt Trainer sind es 14 Reiter. Geritten wird hauptschlich auf Quarter und Paint Horses, aber auch einige Vollblter sind dabei. Folgende steirische WesternreiterInnen stellen sich der Aufgabe: Markus Essl, Brigitte Farmer, Erich Felber, Horst Fidlschuster, Annemarie Gugg, Manfred Kohlweg, Elisabeth Hermann, Birgit Meister, Alois Neuherz, Franz Niederl, Werner Ragossnig, Katharina Schwarzl und Ferdinand Skerget.
1. Tag, Do., 22.6.2000
Heute soll angeblich der heieste Tag dieses Sommers sein: 38 Grad C! Auch hier oben auf 1200 - 1400 m Seehhe ist es drckend hei, jedoch ertrglich, da immer etwas Wind weht. Die Reiter treffen mit ihren Pferden auf der Teichalm im Trainingscamp bei der Mandlhtte ein. Zuerst erfolgt ein Bekanntmachen derselbigen mit einigen Rindern und das Training unter Reinhards Anweisungen im Hof. Um 11 Uhr treffen der ORF und die Antenne Steiermark ein, um zu filmen und zu interviewen. Anschlieend treiben wie vier kleinere Rinder talwrts auf eine Weide. In unmittelbarer Umgebung findet heute das Teichalm-Almfest statt, inmitten einer riesigen Wagenburg.
Um 16 Uhr erfolgt die offizielle Erffnung der steirischen Hufeisentour durch LR Dr. Gerhard Hirschmann, Brgermeister Johann Leitner und Dr. Friedrich Kuntschky. Wir Westernreiter runden das Programm mit einer Fahnenparade ab. Erich Felber legt seinen 4-jhrigen QH-Hengst nieder, der vertrauensselig liegen bleibt. Franz Tengg zeigt mit Deltas Pepp O Lena Reiningelemente und auch eine Westerngruppenvorfhrung wird geritten. Anschlieend gibt es Gangpferdevorfhrungen. Dann werden alle Reiter und Reitclubs begrt, die Reiter reiten parademig ein. Sehr viele Sternreiter aus der ganzen Steiermark sind hier. Es ist ein riesiges Fest mit Vorfhrungen eines Hufschmiedes, Kutschenfahren, Ponyreiten, einer Almholz-Ausstellung, mit Bnderzunen, Sterzkochen, Lassowerfen, Tombola etc. Lange stehen wir mit unseren Westernpferden in der sengenden Sonne in Reih und Glied. Unsere Pferde werden wieder einmal wegen ihrer Disziplin, ihres Knnens und des zwischendurch gemachten Ground Tyings viel bewundert. Anschlieend treiben wir noch die vier Rinder mit hinauf ins Trainingscamp, versorgen die Pferde. Der Abend klingt fr uns alle turbulent beim Almfest unter den groen Tannen und der Country-Musik der Nash Gamlers mit Lagerfeuer aus. Einige von uns gehen zu Fu ins Camp zurck.
Es ist eine laue Sommernacht. Auf einer Weide setzen wir uns ins Gras und schauen den Mond an. Rundherum liegen Khe. Erich beginnt zu philosophieren, die anderen stimmen ein. Es ist wirklich eine charismatische Nacht. Freiheit und Abenteuer liegen in der Luft...
2. Tag, Fr., 23.6.2000
Am Vormittag machen wir Gelnde- und Gehorsamsbungen auf der Weide vor der Mandl-Htte. Wir reiten z.B. alle hintereinander, der letzte berholt im Handgalopp in einem Abstand von einigen Metern die anderen Reiter und reiht sich vorne als erster wieder ein. Die anderen Reiter gehen im Schritt weiter. Das ganze wird dann in die Gegenrichtung geritten. Der erste wendet sein Pferd, galoppiert mit Abstand an den anderen vorbei und reiht sich als letzter wieder ein. Anschlieend reiten wir noch zum Angerwirt, machen auf "Naturtrail", schlieen und ffnen Weidetore zu Pferd. Spter, als wir zurckreiten, "setteln" wir nach Reinhards Anweisungen noch eine Herde von ca. 30 Rindern. Vor dem Mittagessen stellt Reinhard einen Heuballen in den Hof, steckt einen Plastik-Schafskopf an ein Ende hinein. Nun wird Lassowerfen bzw. "ropen" gebt.
Nachmittag: Rinderarbeit. Wir teilen uns in zwei Gruppen, jeder mit einem "Rope" zum Treiben bewaffnet. Wir holen eine Herde von ca. 20 Stck aus der Scheune. Die erste Gruppe treibt nun ein Stck bergauf, ruhig, ruhig, nicht so schnell! - Die zweite Gruppe bernimmt die Rinder und treibt weiter bergauf. Oben teilen wir uns dann in drei Gruppen. Wir treiben die Rinder um eine Kurve, setteln inzwischen und treiben dann weiter. Ab und zu entkommt eine Kuh - es ist wie ein improvisiertes Spiel: "Die gehrt uns!" Ein bis zwei Mann der jeweiligen Gruppe versuchen die Kuh zu holen, mit Erfolg, - der Kreis der Pferde ffnet sich und wir lassen die Kuh zu den anderen Rindviechern. Nun treiben wir die Hlfte der Khe in die Scheune zurck. Als wir wieder nach oben reiten, sehen wir Ferdl galoppieren und die Herde umkreisen. Das Cutting-Fieber hat ihn gepackt. Er und Markus fangen an, einige Tiere auszusondern.
Die meisten unserer Pferde sind hervorragend fr die Rinderarbeit geeignet. Und jetzt will ich es genau wissen. Ich treibe meine Stute ganz an die Herde heran und hinein - ein unbeschreibliches Gefhl! Vertrauensvoll legt sie sogar fr einen Moment ihr Kinn auf die Kruppe eines Kalbes. Das Kuhfieber hat mich in den Klauen, begeistert schreie ich "Yippie, ich bin ein Cowgirl!!!" Ab jetzt habe ich nicht nur ein Quarter Horse fr Freizeit, Wanderreiten und Turnier, sondern auch ein "Cowhorse". In der linken Hand die Zgel meines Pferdes, rechts das Rope. Lst sich nun auch noch mein Regenmantel vom Sattel - kein Problem. Ich lse irgendwie meinen Mantel los, er landet im Dreck. - Egal, wir reiten und treiben weiter nach unten. Als wir mit der Arbeit fertig sind, schlgt das Wetter wie befrchtet um: starker Regen.
Im Camp binden Markus, Ferdl, Sepp und Mandi die Zeltplanen der Aufstellboxen fester. Wir versorgen die Pferde und setzen uns in der Htte zusammen. Die Htte hat kein elektrisches Licht, keinen Fernseher, aber sofern das Stromaggregat nicht ausfllt gibt es warmes Wasser und Radio. Es gibt hier einen toll funktionierenden Shuttle-Dienst der Familie Mandl, die uns stndig Dinge aus der Zivilisation mitbringt (Taschentcher, Zigaretten, Taschenlampen etc...).
Auch die Verpflegung hier ist herrlich. Drei Mal tglich wird vom Reiterhof-Gasthof Pension Mandl aus Passail herauf geliefert. Neben Chili con Carne gibt es frische Forelle mit Petersilkartoffel, Debrezinerschnitzel mit Sptzle und jeden Morgen eine riesige Pfanne Eier mit Speck. Auch die Schnapserln sind nicht zu verachten!
Der zweite Trainingstag ist zu Ende, und einige von uns stellen noch ihre Pferde um. Durch den starken Regen sind einige in den ueren Boxen nass geworden. Sie werden abgezogen und eingedeckt. Wir beschlieen, auf die neu renovierte "Stoanihtte" zu fahren. Dort angekommen, verleben wir noch lustige Stunden. Reinhard holt seine Mundharmonika heraus, und wir singen Country und steirische Volkslieder. Great! Der Ausklang fr ca. die Hlfte von unserer Rasselbande ist anschlieend im Liftstberl einer Almdisco. Ein Hit!
3. Tag, Sa., 24.6.2000
Regen! Wir vertreiben uns den Vormittag mit Relaxen, Lassotraining, Wrfelspielen, G#schichterln erzhlen u.a. Horst und Erich unternehmen dennoch einen Ausritt bei Nieselregen. Wir warten ab und hocken mit anderen Bekannten und Besuchern in der groen Htte. Ab Mittag wird das Wetter besser, es lockert auf und wir satteln die Pferde. Wir machen einen Ritt ber die Weiden. Vorbei am malerischen Teichalmsee, der bekannten Latschenhtte und dem Moorwanderlehrpfad reiten wir nun von der Teichalm auf die Sommeralm. Die "Cowboys" unter uns ffnen und schlieen die Weidetore, wir "ben" zwischendurch ein bisschen mit den vielen Rindern rundherum. Kommt eines neugierig zu nahe, wird es "gefaced", Kopf des Pferdes zur Kuh und sie dreht ab. Faszinierend! Anschlieend machen wir Rast beim Gasthof Holzmeister und reiten einen anderen Weg zurck, wieder mit verschiedenen Gelndebungen, Durchwaten von Gebirgsbchen, reiten in kleineren Gruppen etc.
Beim Angerwirt machen wir Station und Reinhard beschliet, noch eine Herde zu setteln. Zuflligerweise will der Nachbar des Angerwirts seine Herde auf eine Nachbarweide getrieben haben, um das unterste Weidetor offen lassen zu knnen. Wir werden vom Balkon aus beobachtet, zuerst skeptisch, dann berrascht, wie professionell wir diese Aufgabe zu Pferd lsen!
Anschlieend wartet noch Gnther, unser Videomann, auf uns und gibt Anweisungen. Wir galoppieren eine Almweide hinauf, Gnther hockt am Boden. "Cut, das Ganze noch einmal!" In der Zweierreihe Aufstellung, dann galoppieren, einer rechts weg, einer links weg. Wie beim Film! Das meinte auch Gnther spter, als er die Hufe der Pferde losdonnern hrte. Fleckis Begeisterung ber diese "Almgaloppade" war riesig! Anschlieend Versorgung der Pferde und Abendessen. Louis und Flecki wollen unbedingt noch in die Latschenhtte fahren, werden aber von uns anderen berstimmt. Wir machen ein groes Lagerfeuer mit wetterfesten Unterstnden, denn es beginnt wieder zu nieseln. So sitzen wir mit Bier und Mundharmonika um das Feuer herum, bis wir wieder die Gemtlichkeit der Htte vorziehen.
4. Tag, So., 25.6.2000
Unser "Httenfex" Seppi, Betreuungsperson und Verwalter, verlsst wie immer das Matratzenlager um 4 Uhr frh. Gott sei Dank murmelt er heute nicht wieder eine halbe Stunde vor sich hin! Er meint: "Leitln, es schaut net guat aus, eure Ross habn ka Dach mehr!" Ich bin hellwach, springe auf, der Wind pfeift, ich schaue aus dem Fenster. Eines der Boxendcher hngt tatschlich etwas durch. Spter sehen wir, dass sich sogar eine Eisenstange durch die Wasserlast des Daches verbogen hat. Wir waten durch den matschigen Boden, versorgen die Pferde und beschlieen, heute nicht mehr zu reiten. Wir relaxen und Seppi hlt Flecki, Kathi und mir ein Stamperl Schnaps unter die Nase. "Seppi, nicht schon wieder dieser Blindmacher!" Kathi ist emprt. Nach dem Mittagessen haben wir noch eine "Lagebesprechung" mit Horst und unserem Trainer Reinhard. Rckblick des ersten Trainingscamps und Vorschau fr das nchste im August.
Es waren vier tolle Tage auf der Alm. Ganz besonderer Dank gebhrt Familie Mandl, speziell Juniorchefin Hilde, fr ihren unermdlichen Einsatz und unserem "Almunikum" Sepp Pieber, der es uns immer allen recht machen wollte und uns bei Laune hielt, Heu lieferte, Brennholz besorgte und meinen Sattel "schleppte"! Wir freuen uns alle schon auf das nchste Trainingscamp vom 18.-20.8.2000, wo wir euch alle und die "Butterbffel" wieder treffen werden.
Die Rezeptur dieses Trainings stimmte: Wir alle sind nun "kuh-schtig". Ich frage mich nun jeden Tag bis dahin schon am Morgen: "Were can I get here some cows around?"
2. Trainingscamp der steirischen "Almcowboys" auf der Teichalm
18.-20. August 2000
Freitag, 18.08.2000
Yeah - wir sind wieder auf der Alm! Bei unseren hei geliebten Khen! Die gleiche Besetzung des "Styrian Cattle Drive Teams", nur Manfred Kohlweg fehlt aus beruflichen Grnden. Wir, das sind: Markus Essl, Briggy Farmer, Erich Felber, Horst Fidlschuster, Annemarie Gugg, Elisabeth Hermann, Birgit Meister, Alois Neuherz, "Flecki" Franz Niederl, Werner Ragossnig, Katharina Schwarzl, Ferdinand Skerget und unser Trainer Reinhard Hermann.
Es ist wieder furchtbar hei, ganz sterreich sthnt unter der Hitze. Auch wir hier oben. Nach dem Ausladen der Pferde und einem khlen Drink geht es auch schon los: Warm up und Gelndebungen auf der Weide vor der Mandl-Htte. Reinhard hat sich wieder tolle Gehorsamsbungen fr uns ausgedacht: Wir bilden einen Kreis mit den Pferden, und nach der Reihe reitet jeder Reiter im Handgalopp durch den Kreis hindurch zu einem Reiter gegenber auf die andere Seite und bergibt einen Gegenstand. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man sein Gegenber auf jener Seite anreitet, wo die freie "Arbeitshand" ist. Anschlieend kontrolliertes Bergauf- und Bergabgaloppieren im Handgalopp, von der Gruppe weg, oben verharren, Rollback und auf der richtigen Hand angaloppieren, sprich: Bergseite. Man sieht schon hier, dass die Pferde arbeitswillig, gut konditioniert und vorbereitet sind.
Anschlieend reiten wir zum "Anger-Wirt", um eine Pause zu machen. Nachher kommen wir zur Rinderarbeit und den Fotosessions. Insgesamt waren sechs Zeitungen und der ORF an zwei Tagen hier oben bei uns. Um zu filmen und zu interviewen. Auch unser privater Videomann Gnther ist wieder mit von der Partie, um eine zweite Videokassette fr uns zu filmen. Es ist anstrengend und herrlich hier zu sein.
Abends, nach der Rinderarbeit, machen wir ein Lagerfeuer und braten nach dem Abendessen noch "Woaz". Reinhard spielt Mundharmonika - Cowboyromantik pur. Die Sterne funkeln am Himmel, es ist warm. Etwas spter beschlieen einige von uns, noch in die bekannte "Latschenhtte" an den Teichalmsee zu fahren, wo dieser Abend bei Musik und Tanz noch beschwingt ausklingt.
Samstag, 19.08.2000
Wieder drckende Hitze! Dank Markus werden die Pferde immer sehr frh getrnkt und gefttert. Um 10 Uhr haben wir erneut Fototermin, also heit es um 8 Uhr satteln und vorbereiten. Nach unserem obligaten "Cowboy-Frhstck", einer riesigen Pfanne Eier mit Speck und Kaffee, auf offenem Feuer zubereitet: "Hui, heute ist sie versalzen! Seppi, bist du verliebt?" meint Werner hustend. Gegen 9 Uhr sitzen wir alle im Sattel.
Nach dem Warm up holen wir eine Herde von ca. 20 Stck aus dem Stall und treiben sie hinunter auf die Wiese neben dem "Angerwirt". Inzwischen sind auch der ORF und einige Zeitungsreporter eingetroffen und begleiten uns. Die Arbeit mit Khen zu Pferd erfordert sehr viel Konzentration von Pferd und Reiter. Ein unachtsamer Moment gengt, und eines und in Folge dann auch mehrere Rinder entkommen und mssen dann wieder zur Herde zurckgeholt werden. Dabei gibt es so viele verschiedene Movements von Pferd und Reiter: langsame, schnelle, verharrende, berraschende...
Ohne gute Teamwork von den Pferden untereinander ist so eine Arbeit undenkbar. Die Herde muss von den Reitern wie auch von den Pferden stndig im Auge behalten werden. Man muss sie kontrollieren und dirigieren. Beim "Angerwirt" unten angekommen, setteln wir die Herde. Diesmal am Zaum entlang. Interessierte Zuseher finden sich entlang des Zaunes ein. Wir bilden um die Herde mit den Pferden einen groen Halbkreis. Unser Trainer Reinhard geht in die Mitte und beginnt nun mit seinem Pferd, die Herde cuttingmig "kompakt" zu setteln, damit sie eng aneinander stehen bleiben.
So weit, so gut. Nach einigen Minuten "wissen" die Rinder, wo ihr Platz ist. Hier fhlen sie sich wohl, eng beieinander. Jetzt geht jeweils immer einer von uns mit seinem Pferd von hinten am Zaun entlang mitten durch die Herde, durch nach vorne und reiht sich im Halbkreis der anderen Reiter wieder ein. Sobald man durch die Herde geht, teilen sich die Rinder und gehen rechts und links weg von Pferd und Reiter auf ihren angestammten Platz zurck, den sie inzwischen kennen. Faszination pur! Nach dieser Arbeit und einigen bungen treiben wir sie wieder zurck ins Trainingscamp. Wir sthnen alle unter der Hitze. Die Pferde sind mde, auch die Rinder. Ein Fotoreporter meint: "Hey, Cowboys, das ist doch euer Wetter! In Nevada ist es auch hei!" Recht hat er.
Wir versorgen die Pferde im Camp und nach dem wohlverdienten Mittagessen geben wir noch Interviews frs Fernsehen. Unsere Siesta dauert bis 16 Uhr, dann machen wir noch einen herrlichen Ausritt zum Teichalmsee und umrunden diesen. Der Wald rundherum riecht herrlich. Nun gehen einige von uns noch ins Wasser mit den Pferden. Hier muss man vorsichtig sein: das Wasser, zuerst seicht und moosbewachsen, etwas schlammig auch. Pltzlich steht Flecki mit seinem Pferd bis zum Bauch drinnen. Interessiert werden wir von den Kindern, Spaziergngern, Tretbootfahrern und den vielen Menschen rundherum beobachtet. 13 Reiter an der Zahl, westernmig ausgerstet, und tolle Pferde, die Leute wundern sich, woher wir kommen.
Wir reiten der Sonne entgegen, um uns nur Weiden, Khe, Wlder und warmes Wetter. Wohltuender Wind umspielt uns, als wir ein kleines Galopperl zwischendurch machen. Ich meine: "Ist das nicht ein Wahnsinn, so ein Tag und die Pferde?" Horst daraufhin: "Das ist Wellness pur." Wie recht er doch hat. Wir tanken Energie und nehmen diesen Anblick ganz tief in uns auf. Anschlieend visieren wir die "Latschenhtte" an, um Rast zu machen und reiten dann ins Camp zurck.
Der ORF will noch eine bestimmte Kameraeinstellung machen. Nun hat Ferdl, unser talentierter Co-Trainer, mit seinem Pferd seinen groen Auftritt. Ganz alleine holt er mit seinem Sunny Boy die Herde, treibt ber einen Hgel hinauf, um eine Kurve herum - hey - eine Kuh entkommt ihm, er holt sie zurck, treibt weiter und dann wieder zurck hinunter. Es ist erstaunlich, wie professionell das geschieht. Man knnte meinen, er und sein Pferd htten nie etwas anderes in ihrem Leben gemacht. Wir alle sind begeistert und applaudieren.
Abends sitzen wir noch vor der Htte am Feuer zusammen und genieen die laue Nacht, der Himmel ist sternenklar und Whiskybottles kreisen.
Sonntag, 20.08.2000
Wir wollen gegen 9 Uhr die Rinder aus dem Stall holen, doch es sind keine da. Also senden wir einen Sphtrupp auf Erkundungstour. Ein Stck bergauf, auf einer Weide im angrenzenden Wald, werden unsere Leute fndig. Wir anderen warten unten, als es heit: "Alle hochkommen, hier gibt es Arbeit!" Jetzt wird es ein richtiger Job. Einige halten und setteln einen Teil der Rinder am Waldrand. Die anderen treiben zu Pferd und zu Fu die anderen Rinder aus dem Wald heraus. ste knacken, man sprt Bewegung im Wald. Es dauert eine Weile, dann haben wir sie wieder alle zusammen, zhlen noch schnell durch, teilen uns dann in zwei Gruppen und treiben sie wieder auf die Trainingswiese zum "Angerwirt". Es ist gar nicht so einfach, die Rinder sind sehr frisch und bermtig. Ein unachtsamer Moment - und flutsch - eines ist weg - zack - das nchste. Bye-bye.
Jetzt knnen wir wieder von vorn anfangen. Its a hard life to be a cowboy... Die erste Gruppe hat schon den halben Weg hinter sich gebracht, als wir damit beginnen, sie wieder einzusammeln. Unten angekommen, endlich, treiben wir sie zusammen und Reinhard settelt sie wieder kompakt. Jetzt machen wir Team Penning! Jeweils vier Reiter und drei Rinder, die Herdholder stehen im Halbkreis vor der Herde, die Turnbacks davor, ein Reiter der jeweiligen Gruppe holt drei Rinder aus der Herde und dann treiben und dirigieren wir zu viert die drei Rinder um die Wiese zwischen zwei Abzunungen, wir machen noch eine Schleife dazu, mit viel Action und Galoppreprisen in einen Paddock neben der anderen Herde. Es ist toll. Voller Stolz muss ich erwhnen, dass ich mich in der Siegergruppe der vier Mannschaften befand.
Nun zeigen uns Reinhard und Ferdl "People Cutting". Reinhard wechselt sein Pferd, nun ist Mr. Morning Starlight an der Reihe, um zu zeigen, was er drauf hat. Schon bald "erahnt" das Pferd unter der Fhrung von Reinhard was Sache ist und dirigiert Ferdl. Danach noch eine kurze Verschnaufpause und dann treiben wir wieder zurck zur "Mandl-Htte".
Videomann Gnther will noch einige Reprisen filmen, also wieder eine andere Perspektive. Wieder einen Hgel hinunter und hinauf, im Halbkreis nebeneinander galoppieren, vor die Kamera, hinter die Kamera, neben der Kamera vorbei. Nun sind wir und die Pferde froh, unseren Job erledigt zu haben und gehen in die Mittagspause. Am Nachmittag gaben wir noch Lagebesprechung fr den 09.09.2000, unseren groen Auftritt, bei dem der "Erste Europische Almenrindertrieb mit Pferden" bei einem groen Almfest auf der Teichalm zu dem Reitsportevent der Steiermark 2000 werden soll.
Danke wieder an die Familie Mandl fr die tolle Versorgung bei diesem zweiten Trainingslager von Pferd und Reiter und die zur Verfgung gestellten Rinder. Ein groes Danke an unseren Seppi Pieber, der wieder stndig um uns herumtanzte und uns ein "First Class Service" bot. See you again beim groen Finale!
Summer Special 2000
Schon lange hat man das Ende der Cowboys vorausgesagt, aber solange Beef auf der Ranch aufwchst, werden Leute in ihre Jacken, Stiefel und Chaps schlpfen, sich aufs Pferd setzen und hinausreiten... bei jedem Wetter!
Mega Event 2000 - 09.09.2000
1. Europischer Almenrindertrieb zu Pferd auf der Teichalm/Steiermark
Manchmal muss man Prioritten setzen...
Dieser spezielle Event, lange geplant und vorbereitet, wurde von uns steirischen Westernreitern mit Untersttzung des EU-Regionalmanagements Oststeiermark auf Initiative des Almlandbros, in Verbindung mit der Steirischen Tourismus GmbH und der freundlichen Untersttzung der Familie Mandl, Reiterhof-Pension Almenland Ranch-Passail, an diesem Tag in die Tat umgesetzt. Die Westernreiter mit ausgebildeten Westernpferden, bereits durch zwei mehrtgige Trainingscamps durch Fena-Westernreittrainer Reinhard Hermann sehr gut auf diese Aufgabe vorbereitet, zeigten sich von ihrer besten Seite und ernteten viel Lob.
Bereits am Freitag, dem 08.09.2000, trafen wir mit unseren Pferden im Trainingscamp ein, arbeiteten noch mit den Rindern und hatten mit Andy Jarc Fotoshootings. Am 09.09.2000 saen wir bereits um 8 Uhr wieder im Sattel, um vor dem Groereignis noch ein bisschen zu trainieren. Das Wetter zeigte sich von seiner prachtvollsten Seite und mittags war es dann soweit: Schon als wir im Camp die Pferde sattelten, pilgerten etliche Zuseher und Interessierte zu uns herauf, um von Anfang an mit dabei zu ein.
Gegen 12 Uhr 45 holten wir dann die Rinder und der Cattle Drive begann. Die Rinder zeigten sich sehr kooperativ. Zum bekannten "Cattle Call", einer Westernballade, trieben wir sie ber die Hgel ins Tal und erschienen mit ihnen auf der Bildflche. Die Weide beim "Angerwirt" war umsumt von Schaulustigen. Wir hatten uns viele Leute erhofft, aber diese Menge an Menschen, die an diesem Nachmittag kam, berstieg unsere Vorstellung. An die 1.500 Zuseher waren hier live dabei. Das Flair und die Atmosphre dieses Events waren einfach grandios.
Wir begannen die Herde zu setteln, aus den Lautsprecherboxen drang stilgem "High Noon" und Westernmusik. Cattle Drive-Boss Reinhard Hermann begrte offiziell alle Zuseher und dokumentierte stndig vom Pferd aus, was wir hier machen und warum. Whrend wir Auszge aus der Rinderarbeit zu Pferd zeigten, gab Reinhard eine Einfhrung in die Arbeit mit Rindern. Danach gnnten wir uns und den Rindern eine Pause und begaben uns auf die Weide ber der Strae, wo am Abend ein Almfest stattfinden sollte.
Nun standen wir mit unseren Pferden zu Fragen rund ums Westernreiten, zu Pferden und zur Rinderarbeit dem Publikum zur Verfgung. Viele ntzten die Chance, das Interesse war enorm. Die Kinder waren begeistert, einmal auf einem richtigen Westernpferd sitzen zu drfen. Anschlieend ritten wir noch eine Vorfhrung und eine Fahnenparade. Auch der "Aktive Tierschutz Steiermark", vertreten durch Pferdesachverstndigen Werner Harrer, war zugegen, um uns und unsere Sache zu untersttzen. Wir ernteten viel Applaus und um 15 Uhr 30 machten wir noch eine zweite Vorfhrung mit den Rindern auf der anderen Weide.
Reinhard stellte dem Publikum noch die teilnehmenden Reiter und Pferde vor, und nach einem weiteren erfolgreichen Team Penning verabschiedeten wir uns und trieben die Rinder, begleitet von Countrymusik, wieder zurck.
Wir alle hoffen, mit diesem "1. Europischen Almenrindertrieb zu Pferd" vielen Menschen ein Stck Westernreiten, amerikanische Tradition und einen Einblick in die Arbeitswelt der Cowboys gegeben haben zu knnen. Rinder mssen auch heute noch geimpft, gebrannt, rztlich versorgt und von der Herde getrennt werden knnen. Dadurch ist von einem Ende der Cowboys und ihrer Arbeit wahrscheinlich noch lange nicht abzusehen. Es war ein Mega-Event.