Lets go west to

PULLMAN CITY

Ein Bericht von Iris Muhm 

Es wurde lange schon davon gesprochen, keiner wusste, wie diese Sache tatschlich abluft. Im Nachhinein kann ich ja gestehen, dass mir dieser Ritt doch einige schlaflose Nchte verursachte.

Ich wusste, die Strecke ist weit und nur mit viel Vorwrtsdrang zu schaffen. Die Karten waren mir teilweise fremd, wie wrden sie stimmen?

Aber nun mal alles der Reihe nach.

Am Mittwoch, dem 22. August 2001, trafen sich alle Mitreiter schon um 7:30 Uhr am Wanderreithof Gne Weide. Die Pferdeverteilung war wie folgt:

Uschi mit Tinka, Andi mit Volita, Susi mit Quincy, Thomas mit Skipper, Birgit mit Dakota, Bernhard mit Chestnut, Luise mit Bayard, ich auf Attica und Andrea mit Mondeo und Pferdehnger.

Wir rumten den Anhnger mit allen Dingen voll, die uns als unverzichtbar erschienen, damit uns Andrea jederzeit unter die Arme greifen knnte.

Der Beginn der Strecke fhrte uns von Bad Leonfelden ber den Nordwaldkammweg. Die Route ist unglaublich schn, leider wurde sehr harter Granitbruch am Weg aufgetragen, was unseren Pferden natrlich nicht so gut gefiel. In Guglwald sagten wir im Seminarhotel kurz "Guten Tag" (man nennt das auch Pinkelpause) und ritten dann von der Helfenbergerhtte weiter Richtung Sden nach Haslach. Mittag machten wir um ca. 14:00 Uhr in Neudorf Rast. Unsere Pferde stopften sich das Kraftfutter rein, und wir die Berner Wrstel.

Am Nachmittag ging es weiter vorbei an Rohrbach Richtung Norden. Bei Peilstein ging uns leider schon das Tageslicht aus, und so tasteten wir uns bei eher sehr sprlichem Licht durch den Wald bis Vordernebelberg. Am Ramlhof versorgten wir unsere Pferde und entlieen sie dann auf die Koppel. Bis wir alle gegessen hatten, war es dann schon ziemlich spt, wir gingen so gegen Mitternacht ins Bett.

Ich war schon um 7:00 Uhr auf, um die Pferde mit Kraftfutter zu versorgen. Das Frhstck war echt toll, der Preis unserer Nchtigung und besonders der fr die Pferde dafr weniger!

Am zweiten Tag fhrte uns die Route ber den ehemaligen Grenzbergang Kohlstatt nach Bayern. Mit Schrecken musste ich schon auf den ersten paar Kilometern feststellen, dass die sterreichische Karte schon Ewigkeiten nicht mehr berarbeitet worden war. Wir ritten viel sinnlos umher. Wlder waren gewachsen, wo es Wiesen htte geben sollen, Wege waren nicht mehr vorhanden, ein einziger Graus fr mich als Fhrer. Dennoch schafften wir es, nach Sonnen zu kommen, wo Andrea schon alles fr ein Picknick gerichtet hatte.

Am Nachmittag fhrte uns die Route nach Waldkirchen, wo wir ausnahmsweise bald ankamen. Der Hofbesitzer Max Nigl und seine Frau lieen uns einen echt gemtlichen Abend verbringen, nachdem wir vom Schwimmen im Stausee zurckkamen. Auch unsere Pferde fhlten sich auf der Koppel sichtlich wohl. Ich packte die Gitarre aus, es wurde richtig gemtlich. Diese Reiterherberge kann man durchaus wrmstens weiter empfehlen. Susi, Uschi Thomas und Andi hatten viel Spa in ihrer "Affenschaukel".

Am dritten Abend sollten wir Pullman City erreichen. Ich hatte mich an die Andersartigkeit der deutschen Karte mittlerweile gewhnt und wir kamen soweit ganz gut vorwrts. Ganz besonders erwhnenswert ist das Naturschutzgebiet Saubachklamm. Dort war es mit Abstand am schnsten zu reiten. Whrend des Mittagessens in Kaltenegg an der Ilz beschlug ich Volita neu. Der Nachmittag war nochmals anstrengend. In Pullman City zogen wir mit Fahnen ein, es war wirklich ein tolles Gefhl.

Beim Pferdeversorgen und Zeltaufbauen wurde dann so richtig klar, wie anstrengend der Ritt fr alle Beteiligten gewesen war. So verlief der erste Abend in Pullman City sehr gedmpft.

Am nchsten Tag machten sich vier unserer Mitreiter aus dem Staub, Uschi und Andi, um nach der Hochzeit ihrer Nachbarn wieder zu erscheinen, und Birgit und Bernhard, um ihren Jobs nachzugehen. Dafr stie Ineszu uns, die den Heimweg auf Chestnut antreten sollte. Der Tag war optimal zum Erleben des Stadtfeelings und Entspannen.

Am Sonntag bepackten wir unsere Pferde also aufs Neue und traten den Heimweg Richtung Waldkirchen an. Diesmal kamen wir besser voran, da ich die Strecke ja schon kannte. Damit unser Zelt in Pullman wieder abgebaut wurde, fuhren abends alle mit Auto und Hnger nach Egging, nur ich blieb zurck, um die Pferde zu versorgen. Leider gabs beim Zurckfahren zu Nigls Reithof in der Nacht eine Reifenpanne, so wurde es sehr spt und von Gemtlichkeit war diesmal leider wenig zu spren.

Ines litt an einem undefinierbaren Ausschlag und musste am zweiten Tag die Heimreise antreten. So waren wir nur noch sechs, aber umso besser unterwegs. Wir machten bei einer Lichtung nahe der Grenze Mittag, es war echt lssig.

Am Nachmittag trafen wir noch einmal Andrea in Julbach, um die Karten zu tauschen, leider sind sie irgendwo verloren gegangen. Wir verschwendeten viel Zeit und mussten dann dennoch eine andere Karte kaufen M=1:100 000. Frs Reiten absolut ungeeignet. So verritt ich mich gleich am Anfang und wir kamen genau zum Einsetzen des Gewitters mit Nelly und Pamela an der "Groen Mhl" zusammen. Dass wir bis auf die Haut nass wurden, ehe wir Zuhause waren, brauche ich nicht zu erwhnen. Aber bei Nelly wars echt super-mega-spitzen-toll. Die Pferde hatten einen Offenstall und wir durften im Hallenbad einige Runden drehen. Den Abend beschlossen wir in einer Pizzeria in Aigen. Am letzten Tag ritten wir ber Afisl, wo wir beim Landhotel Berger Mittag machten, wieder zurck nach Bad Leonfelden.

Aus ungeklrten Grnden wurde Atticas Fu sofort nach Eintreffen dick. Michi, unser schneller Tierarzt, kam sofort und diagnostizierte Phlegmone. Leider kam die Sache bis zur WM nicht in Ordnung, aber das ist eine andere Geschichte.

Ich finde, unserer Vereinsritt war eine wirklich tolle Sache. Ich danke allen Mitreitern fr ihre Geduld, wenn ich den Weg nicht immer auf Anhieb traf. Der Ritt hat den Teilnehmern privat sehr geholfen, einander kennen zu lernen. Ich mchte diese Ereignis auf keinen Fall missen und bin gespannt, was wir fr nchstes Jahr aushecken, wenn es wieder heit: Auf zum Vereinsritt!

Tel. 07239/5792, 0664/1020935, iris.muhm@iris.at