Appaloosa-Trail 2002
Eisenerzer Alpen - Pferderegion Steirisches Oberland
10.-15. August 2002
aus Western News 5/2002
Es berichten Erika Puchegger und Ingeborg Wei (Teilnehmerinnen seit Beginn der Trailritte)
Wir waren wieder einmal die Ersten und wurden von den Leuten der Great Mountain Ranch herzlich empfangen. Kaum waren unsere Pferde in ihren Boxen, hielten die Grieskirchner im Konvoi ihren Einzug, und danach ging es Schlag auf Schlag. Jeder suchte sich eine Box, es wurden Zelte aufgebaut, Schlafgelegenheiten gesucht, und um 18 Uhr waren alle fertig. Am Abend gab es ein riesiges Buffet, anschlieend wurden wir von Alfred begrt und Dr. Gerd Mitter erklrte die Routen der nchsten Tage. Danach wurde mit alten Bekannten geplaudert und mit neu Hinzugekommenen wurden erste Kontakte geknpft.
Leider meinte es der Wettergott nicht gut mit uns. Aufbruch um 8 Uhr bei leichtem Nieselregen. Dieser verwandelte sich im Laufe des Tages zu einem starken Dauerregen. Die Vormittagsrast hielten wir auf der Appaloosa Horse Ranch von Dr. Gerd Mitter, wo wir mit einem herrlichen Kuchenbuffet sowie Kaffee und Getrnken bestens versorgt wurden. Man hatte sogar ein Partyzelt aufgestellt, um uns nicht im Regen stehen zu lassen. Auf diesem Wege einen herzlichen Dank an Gerd und seine Familie.
Da zur Mittagszeit noch immer keine Wetterbesserung in Sicht war, beschlossen wir, das Mittagessen zu verschieben und schnellstens nach Hause zu reiten. Nass bis auf die Haut - mit Hochwasser in den Stiefeln - kehrten wir zurck. Nachdem die Pferde versorgt und die Reiter trocken gelegt waren, fuhren wir in den Freiensteinerhof und bekamen ein versptetes Mittagessen. Am Abend gab es im Rahmen des Appaloosa Trailrittes ein Countryfest mit der Mnchner Band "The Unicorns", welches leider wegen Schlechtwetters in einem nahe gelegenen Clubheim stattfand. Dabei htte Georg mit seinen Freunden eigens eine Bhne fr die Band gezimmert! Trotzdem wurde es ein netter, gemtlicher Abend mit Gegrilltem und Kuchen. Trotz Regens war die Stimmung der Reiter bestens.
Nach einer durchregneten Nacht gab es auch am Morgen keine Wetterbesserung. Es waren sich alle ziemlich rasch einig, heute nicht zu reiten. Daher besuchten wir am Vormittag Familie Dr. Schaffer-Hassmann auf ihrer Painted Country Ranch. Nach Besichtigung der Anlage und der schnen Appaloosas sowie des Deckhengstes bekamen wir von Andrea Loidl eine Parelli-Vorfhrung mit einem jungen Paint Horse, welche sehr interessant war. Etwas getrbt wurde die Stimmung, als Rosi und Erich berstrzt nach Hause fuhren, da ihr Haus einen halben Meter unter Wasser stand.
Nach dem Mittagessen fuhren wir zurck zur GM-Ranch. Da der Regen etwas nachgelassen hatte, entschlossen sich noch mehrere fr einen kurzen Ausritt unter der Fhrung von Gerd. Nach einigen Anrufen aus dem berschwemmten Obersterreich bekam auch noch Manfred Hofer die Nachricht, dass seine Firma unter Wasser steht. Obwohl es ihm schwer fiel, er jedoch zu Hause auch nichts ausrichten konnte, blieb er bei uns. Nach kstlichen Spaghetti wurde ab 21 Uhr die Stimmung wieder lockerer, da unser Wanderreitfhrer Tober Gust seine "Steirische" auspackte und bis Mitternacht gespielt und gesungen wurde.
Der Wettergott hatte endlich Mitleid mit uns. Es regnete zwar am Morgen noch immer und wir verschoben unseren Abritt auf 10 Uhr, aber da zeigte sich schon manchmal die Sonne. Zwei Polizisten auf Motorrdern erwarteten uns am Stadtrand von Leoben und begleiteten uns auf unserem Ritt durch die Stadt zum Hauptplatz. Nach einer Ehrenrunde ging es ber die Stadtautobahn zum Country- und Westernclub Golden Eagle, wo wir zu unserer berraschung in einer Art Fort herzlich begrt wurden. Wir hatten nicht damit gerechnet, in der Stadt eine so idyllische Rastmglichkeit fr uns und unsere Pferde vorzufinden. Die Mitglieder des Clubs waren sehr um unser leibliches Wohl bemht und unterhielten uns noch mit einer Line Dance-Vorfhrung. Das tolle Ambiente, die Rckkehr von Rosi und Erich und das Ausbleiben des Regens trugen wesentlich zur guten Stimmung bei.
Nach zwei Stunden ging es mit Begleitschutz bis zum Stadtrand. Beim Heimritt ruinierte ein Haflinger sein Zaumzeug und machte sich selbstndig, wobei er seine Reiterin, beim Versuch ihn zu halten, zu Boden riss. Daher war es gut, einen Doktor (Michael Wutte) unter den Reitern zu haben. Michael, Gust und Karin versorgten die abgeschrften Hnde sowie den Kreislauf der Patientin bestens und wir kamen ohne weitere Vorflle hundemde um 19.30 Uhr nach Hause.
Nach original steirischen Ksesptzle gab es noch einen ruhigen Ausklang. Um 2.30 Uhr in der Frh wurde unser Hausherr Dr. Siegfried Schmaranz aus den Federn geholt, da ein Haflinger eine Kolik hatte. Es ist schon ein Vorteil, bei einem Tierarzt untergebracht zu sein.
Nach dem Frhstck wurde unser Trailschmied Erich Kratschmar zum ersten Mal bentigt. Abritt um 9 Uhr bei schnem Wetter. Fr den Ritt auf die Hirnalm wurde extra eine Genehmigung eingeholt, da dort ansonsten nicht geritten werden darf. Gegend und Aussicht sind wunderschn aber nur fr die Reiter die Pferde mussten sich einen sehr steilen und langen Weg hinaufkmpfen. Dabei kam unser Trailschmied Erich noch einmal zum Einsatz, da beim Aufstieg ein Eisen verloren ging. Leider war die Mittagsrast nur kurz, da wir nach unserer Rckkehr noch einen Termin beim Brgermeister zu Kaffee und Kuchen hatten. So machten wir uns bald wieder ber sehr steile Gerllwege auf den Rckweg, wobei wir die steilsten Abschnitte zu Fu zurcklegten.
Mittlerweilen trafen Hans und Erwin auf der GM-Ranch fr unseren Abendauftritt ein. Auch einige Mitglieder des Golden Eagle Clubs besuchten uns an diesem Abend. Nach dem Abendessen gab es eine Rede unseres Obmanns Alfred Meindlhumer, in der er sich bei allen Organisatoren herzlich bedankte. Anschlieend tanzten die "Flying Wheel Dancers" (Rosi & Erich, Erika & Alfred, Karin & Hans, Ingeborg & Erwin) auf, in der Pause zeigten auch noch die Line Dancers einen Tanz. Zu spter Stunde spielte Georg, der Sohn des Hauses, noch auf seiner Gitarre, und als dann auch noch Gust berredet wurde, spielten sie im Duett und es wurde noch fleiig getanzt.
Nach dem Frhstck um 8 Uhr begann das groe Packen und Aufbruchstimmung verbreitete sich. Nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten und versprochen hatten, uns nchstes Jahr wiederzusehen fuhren wir ab.
Herzlichen Dank an Dr. Gerd Mitter fr seine tolle Organisation sowie die Einholung von Genehmigungen, um Wege bentzen zu knnen, welche ansonsten nicht beritten werden drfen. Wre es in seiner Macht gewesen, dann wre auch das Wetter perfekt gewesen. Danke auch an Reingard Schmaranz-Judmair, Dr. Siegfried Schmaranz sowie Georg Judmair und den Rest der Familie fr die Verpflegung und Betreuung fr Pferd und Reiter rund um die Uhr. Erwhnen mchten wir auch noch unsere jngsten Teilnehmerinnen, Petra Freiler, 9 Jahre, sowie Nina Kronsteiner, 8 Jahre, die ohne Klagen dem Wetter trotzten und alle Ritte mitmachten. Wir mchten uns bei dieser Gelegenheit auch bei den Sponsoren bedanken. Danke auch an Willi und Roland, die dafr sorgten, dass immer genug Heu zur Verfgung stand. Danke an Brigitte Msel, die wie immer die Finanzen verwaltet und das Geld eingetrieben hat. Einen besonderen Dank an Alfred fr seine Bemhungen, wieder einen Trailritt zustande zu bringen. Wir hoffen, auch nchstes Jahr mit einer Fortsetzung zum 4. Appaloosa Trail rechnen zu knnen. Die Teilnehmer sorgten fr eine lockere und lustige Stimmung, welche sich fr das Gemeinschaftsgefhl positiv auswirkte. Auch dafr herzlichen Dank an alle.
Abschlieend mchten wir noch erwhnen, dass sich die "roten Mascherln" wieder sehr gut bewhrt haben. Unverstndlich finden wir es jedoch, dass Pferde am Trailritt teilnahmen, welche nicht angebunden stehen knnen, obwohl in der Information fr Teilnehmer unter anderem ausdrcklich darauf hingewiesen wurde.
Wir planen fr 2003 einen grenzberschreitenden Ritt nach Bayern. Endstation wird die Westernstadt Pullman City sein. Ausgangspunkt ein geeigneter Platz im Mhlviertel, von dem aus man in vier Tagen den Zielort erreichen kann. Unsere bayrischen Freunde werden gegen Ende des Rittes zu uns stoen und wir hoffen, mit wenigstens 60 Pferden in Pullman City einzureiten. Die Planung luft bereits.