Drei Tage durchs westliche Weinviertel

von Zeljko Materni

aus Western News 4/2002

Es begann im Vorjahr. Ich war zu einem Zweitagesritt eingeladen und restlos begeistert. So motivierte ich meine Reiterkollegen vom Fortysix Riding Center Winter in Schmida, 2002 einen Dreitagesritt zu unternehmen.

Mein Freund und Wanderreitfhrer Josef "Blacky" und ich fuhren zu Jahresbeginn im Pick-up, mit guten Landkarten ausgerstet, die vorgesehene Reitstrecke ab. Jeder Weg und Bach, jede Brcke und Kreuzung, jedes Marterl wurde eingetragen. Die Rastpltze wurden so gewhlt, dass maximal sechs Stunden pro Tag geritten werden musste und dass an den Etappen fr Pferd und Reiter ausreichend Verpflegung zur Verfgung stand.

Ende April fand im Klubraum in Schmida eine Besprechung mit allen Teilnehmern statt, bei der alle Anregungen und Wnsche koordiniert wurden.

Am 30. Mai, um 9 Uhr am Morgen starteten bei Sonnenschein neun gut ausgerstete Reiterinnen und Reiter zu dem geplanten Wanderritt. Die Teilnehmer waren: Patrizia, die 12-jhrige Inesa, die 9-jhrige Dahnee, sowie Regina, Susi, Gina, Josef, Thomas, Walter und ich. Betreuer Gnther begleitete uns mit Pick-up und Pferdehnger.

Unsere vierbeinigen Weggefhrten waren 6 Quarter Horses, 1 Paint Horse, 1 Islnder und ein Haflinger.

Der erste Tag fhrte uns von Schmida (bei Hausleiten) ber die Wagramer Flachregion zum ersten Treffpunkt in Stranzendorf, wo Betreuer Gnther bereits einen gedeckten Jausentisch vorbereitet hatte. Nach der Strkung folgte eine wunderschne Waldstrecke ber Altenberg, Httererkapelle und Haberg zur nchsten Rast in Kleedorf. Nach weiteren 1,5 Stunden erreichten wir die erste Raststation, den Reitstall Hollabrunn, wo uns die Besitzerin herzlich aufnahm. Nach Versorgung der Pferde wurden die Zimmer bezogen. Allein Thomas zog es vor, mit seinem Quarter Horse zurck nach Schmida zu fahren.

Der zweite Tag zeigte sich bei unserem Abritt um 9 Uhr leicht bewlkt. Gleich nach dem Reitstall Hollabrunn mussten wir einen Fumarsch durch die steile Kellergasse in Kauf nehmen. Danach fhrte unser Ritt ber eine Hochstrae via Klein Maria Dreieichen zum Rastplatz Pranhartsberg. Nach der Erfrischung ging es ber einen Steilhang hinunter nach Sitzendorf, dann, der Schmida entlang, bis zur nchsten Raststelle in Roselsdorf. Das letzte Teilstck des zweiten Tages fhrte uns sdlich von Rschitz, vorbei an Weinbergen, nach Kattau bei Eggenburg. Von den Reitstallbesitzern, dem Ehepaar Ulli und Franz Csaikl, wurden uns Boxen und Koppel sowie Appartements bereitgestellt. Abends saen wir gemtlich neben der Koppel, auf der sich unsere Pferde erholten, bei Pizza und Eis beisammen und plauderten ber unsere Erlebnisse.

Der dritte Tag bescherte uns wieder Sonnenschein, als wir um 9 Uhr am Morgen aufbrachen. In Meiseldorf gesellten sich zwei weitere Reiter, Herbert und Alois, zu uns und begleiteten uns durch eine leicht hgelige Landschaft zum Reitstall Schmeikert in Mdring, wo wir unsere Mittagsrast hielten. Nach einem schon bei der Erkundungsfahrt bestellten Gulasch,, von der Hausfrau bestens zubereitet, fuhr Gina mit ihrem Islnder nach Hause und Herbert ritt zu seiner nahen Liegenschaft zurck. Weiter ging es ber Berg und Tal zur Taffawiese bei Messern, nachdem wir die Taffa sieben Mal berqueren mussten. Hier zweigte der "Blacky Clan" (Heidi, Josef und Alois) zur Sommerfrische nach Messern ab.

Die verbliebenen Teilnehmer setzten ihren Ritt nach Waiden fort. Im Haus Neuwald war alles fr unsere Ankunft vorbereitet. Hausfrau Elfi begrte uns mit Selbstgebranntem, Hausherr Gnther stellte uns zwei beim Haus gelegene Koppeln zur Verfgung, die sich unsere Vierbeiner mit jungen Schafen und Ziegen teilten.

Der Abend wurde zum wahren Fest. Josef, Alois, Herbert und einige Nachbarn kamen dazu und genossen herrliches Chili und andere Kstlichkeiten. "Rapsmhlen Inge" (Araberzucht) sorgte mit selbstgebackenen Pltzchen fr den Nachtisch. Es wurde sehr spt, bevor man sich am Heuboden zum Schlaf bettete - leider nicht lange, denn der Hausgockel meldetet sich lautstark schon sehr zeitig in der Frh. Wir erhoben uns verschlafen, doch nach einem ausgiebigen Frhstck war die gute Laune wieder hergestellt.

Die Pferde wurden verladen und gemtlich ging es in den heimatlichen Stall zurck.

Dieser unvergessliche Ritt war fr die meisten Teilnehmer der erste Wanderritt und wird wahrscheinlich nicht der letzte sein!

Zeljko Materni, 3430 Tulln, A. Brucknergasse 2/12