THE FOUR-POINT-TRIM
(Wie Pferde zu gesunden, harten Hufkapseln
kommen)
Ein Beitrag von Willie Ostiadal
aus Western News 4/01
Vielleicht ist es Ihnen schon einmal aufgefallen:
Verliert Ihr Pferd ein Hufeisen und muss die ersten Tage barfu gehen,
brechen die Seiten der Kapseln in Hhe der Nagellcher 3-4 aus. Der
Pferdebesitzer gert dabei leicht in Panik. Ein erfahrener Hufschmied jedoch
wei, dass dies ein fr die Natur normaler Prozess ist. Er zeichnet uns vor,
wie wir einen Huf ausschneiden sollen.
Das barfu gehende Pferd, das in freier Wildbahn lebende Pferd fut plan auf, trgt aber die Gesamtlast nicht mit der kompletten Bodenseite des Hufes: Zehenbereich (toe area) und Seitenbereich (branches), schweben haben also keinen Bodenkontakt.
Abb. 1 zeigt uns, welche Punkte des "Groundsurface" Last aufnimmt.
Abb. 2 mit den verdickten Linien zeigt die Teile der Hornkapsel, die schweben.
Beim Ausschneiden beginne ich mit dem Zehenbereich und gebe dieser Region zwischen den Pfeilen (Abb. 3) eine leichte Richtung. Danach schneide ich die Zehe hohl, so dass sie keinen Bodenkontakt mehr hat (Abb. 4). Evtl. schwarze Punkte (Bakterien, seedy toe etc.) werden dabei entfernt. Nach Abrunden der Hornkapsel ist dieser Bereich fertig. Das Pferd steht nun auf den mit Pfeilen gekennzeichneten Punkten. Diese beiden tragenden Bereiche sind beim Normalpferd in etwa 2-3cm ber der Strahlspitze.
Nun lasse ich die Branches schweben. Dies tue ich mit der Kante der Raspel (Abb. 5), nicht mit der flachen Seite. Ungefhr in Hhe von Nagelloch 3-4 beim Normaleisen haben die Seiten der Hornkapsel nun ebenfalls keinen Bodenkontakt mehr. Um abschlieend die Eckstreben zu krftigen, gehe ich auch dort gezielt ein paar Mal mit der Raspel darber (Abb. 6). Eine Hufkapsel kann nur gesund sein, wenn der Eckstreben-/Trachtenbereich krftig ist.
No hoof no horse ist eigentlich nicht ganz korrekt. No heels no horse wre weit besser.
Finally zeigt uns Abb. 7 den gesunden Huf eines 23-jhrigen Pferdes, das ich seit 20 Jahren beschlage/ausschneide.
Ich untersttze meine Arbeit selbst durch die Art der Pferdehaltung. Dabei vermeide ich soweit bei uns mglich Nsse/Schmutz/Schalmm/Fette und le. Mein Paddock mit 0.8er Riesel (gleichgroe/gleichrunde Steine) hat sich in 22 Jahren Pferdehaltung bewhrt. Dieser Untergrund, gut 25cm aufgeschttet, hlt die Kapsel trocken, massiert die Sohle und macht sie gleichzeitig hart. Schmutz und Bakterien, die durch die weie Linie ins Innere eindringen wollen, haben keine Chance.
Willie Ostiadal, Chieming