(Fotos Andreas Jarc, mit seiner Bewilligung verffentlicht)
Siehe auch detaillierte Turniertipps im Anschluss an
die Bilder sowie einen anderen Artikel.
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Bild 1: Der Western-Wettbewerb "Trail" ist ein Hindernisparcours, der aus der tglichen Praxis eines Out-Door-Pferdes stammt. Hindernisse, die einem tglich im Wald, auf der Weide (beim Abreiten der groen Kuhherden) begegnen. Hier im Bild: Stangen, die von den Pferdehufen nicht berhrt werden drfen. |
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Bild 2: Bei diesem Hindernis ist es wichtig, dass das Pferd mit nur geringen Hilfen die Aufgabe selber lst. Der Richter bewertet daher auch die Aufmerksamkeit des Pferdes. Es ist notwendig, dass sich der Pferd auf das Hindernis konzentriert und aktiv mitarbeitet. Pferde, die zwar die Aufgabe lsen, sich aber vornehmlich auf den Reiter konzentrieren, bekommen Punkteabzge. |
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Bild 3: Der Weg ber die "Brcke". Der Untergrund ist nicht mehr so fest wie der normale Boden, auerdem klingt es hohl, wenn die Pferdehufe darauf treten. Es bedarf schon einiger bung und Motivation, wenn man das mit seinem jungen Pferd bt. Die Pferde im Turnier haben natrlich schon bung und kennen sich aus. |
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Bild 4: Eine andere Brcke ... |
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Bild 5: Eine Aussen-Brcke |
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Bild 6: |
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Bild 7: Rckwrts-Richten durch die Stangen: Das Pferd muss auch im "Retour-Gang" durch das "L" und darf die Stangen nicht berhren. Wichtig ist, dass das Pferd wieder selber "arbeitet" und auf kleinste Hilfen des Reiters reagiert. Hektik und rasche Bewegungen sind hier nicht gefragt. Achten Sie auf den Bildern auch auf den "losen Zgel", das Pferd hat Freiheit selber die Aufgabe zu lsen. |
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Bild 8: Noch einmal "Rckwrts-Richten". |
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Bild 9: Die Vorderhufe bleiben innerhalb der beiden Stangen. |
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Bild 10: Wenden auf kleinstem Raum |
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Bild 11: Durch das Tor. |
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Bild 12: Das Tor oder "Weidezaun-Tor". Immer wieder muss man bei Ausritten ein Tor ffnen und auch wieder schlieen (sonst laufen ja die Khe weg). Natrlich geschieht das vom Pferd aus. Kein Westernreiter wird dabei absteigen. |
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Bild 13 |
Turniertipps von Sylvia Katschker
Nach dem neuen Richtsystem (eigener Score-Sheet hnlich wie Reining) wird
jedes Manver von -1 1/2 bis +1 1/2 gewertet. 0 ist dabei ein korrektes
Manver. Penalties z.B. fr Anschlagen bei Stangen, Break of Gait usw.
werden zustzlich gegeben.
Die Frage ist nun: Wann ist es ein korrektes Manver und wie komme ich in den
Plusbereich? Grundstzlich mchte man auch hier ein williges Pferd sehen,
das sich dem Reiter nicht durch Kopfschlagen, Maulaufreien, ber die
Schulter gehen etc. widersetzt. Das Pferd soll nur durch leichte - fast
unsichtbare Hilfen - dazu gebracht werden, die einzelnen Hindernisse und die
Gangarten dazwischen zu absolvieren.
Stangen:
Das Pferd soll schauen, wo es hintritt. Es soll sozusagen von alleine den Weg
ber die Stangen finden.
Bild 1: Das Pferd geht willig ber diese Kombination. Es tritt in die
Mitte zwischen den Stangen, und das ist die beste Vorraussetzung, fehlerfrei
(ohne Anschlagen) durchzukommen. Das Pferd ist aufmerksam (Ohren!) und
gehorcht willig den Hilfen der Reiterin. Auf diesem Foto wird das Hindernis
korrekt berquert (Manver zumindest 0, tendiert aber auch schon in Richtung
+1/2). Mit noch loserem Zgel bzw. weiter vorgestreckter Hand knnte das
Pferd vielleicht den Hals noch ein bisschen mehr senken, was eine +1/2
Bewertung noch leichter machen knnte.
Leichtes Berhren der Stangen zieht einen Penalty von 1/2 nach sich, ein
lautes Anschlagen schon einen Penalty 1 (und zwar fr jedes einzelne Mal).
Manche Richter zhlen aber mehrere solcher Fehler zusammen, denn der Platz
zum Aufschreiben solcher Dinge ist sehr klein und man kann zum Schluss auch
leichter addieren.
Bild 2: Auch hier sieht man ein korrektes Manver. Das Pferd fut im
Trab sehr nahe dem Mittelpunkt zwischen den Stangen auf. Es ist aufmerksam und
zeigt keinen Widerstand. Wie weit sich der Reiter nun ber Stangen nach vorne
lehnt, bleibt jedem selbst berlassen. Es soll alles harmonisch aussehen.
Viele lehnen sich etwas mehr nach vorne, allerdings steht das auch im
Zusammenhang mit dem Training. Denn dem Pferd kann natrlich leicht gelernt
werden, dass Oberkrper vor und Hand vor automatisch einen tiefen Hals und
Kopf bewirken. Auch das sind Hilfen, aber diese sehen ebenfalls unsichtbar
aus.
Fr den mglichen Plusbereich wre auch bei diesem Foto ein etwas loserer
Zgel und eine tiefere Hand wnschenswert. Da wir nun aber alle wissen, dass
Richter nicht mit Plusbewertungen freizgig um sich werfen, ist dabei eines
zu bedenken. Einmal lautes Anschlagen bedeutet 1 Strafpunkt, meistens ist dann
auch ein Plus nur mehr schwer zu erreichen. Also sollte jeder fr sich
berlegen: Sollte man wirklich das Risiko eingehen, mit losem Zgel ber
die Stangen zu gehen und eventuell durch Berhrungen Penalties zu sammeln?
Dann steht vielleicht einer +1/2 Bewertung ein Penalty 1 entgegen (das ergibt
dann folgende Wertung: Manver minus Penalty ergibt einen Endscore auf diesem
Hindernis von -1/2). Oder ist die Sicherheitsvariante mit etwas angestelltem
Zgel, dafr aber ohne Anschlagen besser (da wrde dann eine korrekte 0
stehen)?
Es ist also ein System wie in Reiningklassen: Eine 0 (= korrektes Manver)
ist einfacher zu reiten als ein +1/2 anzustreben (mit hherem
Schwierigkeitsgrad und dadurch grerer Fehleranflligkeit). Auch hier wird
der Mut zum Risiko belohnt, aber leider treten auch umso schneller Penalties
auf.
Brcke:
Anders als bei den Stangen (symbolisierte ste, umgestrzte Bume) befindet
sich unter einer Brcke normalerweise etwas Gefhrliches: z.B. ein
reiender Bach, ein tiefer Graben etc. Wrde man in freier Natur mit zu
losem Zgel drbergehen, knnte man bei einem eventuellen Scheuen oder
sonstigem Ungehorsam des Pferdes leicht ins Jenseits berwechseln. Darum gilt
bei den Richterausbildungen immer: Die Brcke anschauen soll das Pferd, die
Nase aber 1cm ber den Brettern zu haben, ist nicht erwnscht, da es zu
gefhrlichen Situationen fhren kann.
Bild 3: Das Pferd geht vorsichtig ber die Brcke, es eilt auch nicht
mit weggedrcktem Hals darber. Es setzt nicht zu schnell einen Fu vor den
anderen. Der Reiter kann jederzeit durch Zgel- und Schenkelhilfen Kontrolle
ber das Pferd herstellen. Ein Pferd, das zu schnell und ohne zu schauen
ber ein Hindernis wie eine Brcke tritt, gefhrdet in Richteraugen
ebenfalls seinen Reiter. Denn es sollte sich schon solche Sachen auch ansehen.
Pferde, die darberhasten mit hohem Hals und Kopf, bekommen auf dieses
Hindernis oft ein -1/2. Pferde, die dann noch die letzten Tritte hinunter
auslassen, weil sie mehr hinunterstrzen, sind mit einem -1 noch ganz gut
dran. Pferde, welche die Brcke irgendwo unterwegs "verlassen",
weil sie hinuntertreten oder hinunterspringen, wrden ihre Reiter womglich
im freien Gelnde vermutlich schwer verletzen bzw. tten. Daher
verabschiedet man sich mit so einer Vorstellung von den vorderen Pltzen und
findet sich auf den hinteren Rngen auf einem Score Sheet wieder.
Bild 4: Kombinationen von Stangen und Brcke werden immer beliebter.
Man ist hier auf ein exakt arbeitendes Pferd angewiesen. Dieses Pferd hier
bentzt vorbildlich die Mitte zwischen den Stangen und tritt vorsichtig auf
die Brcke. Da bis jetzt der Abstand stimmt, werden auch die Hinterbeine
wahrscheinlich fehlerfrei die Stangen berqueren. Es ist ein korrektes
Manver zwischen 0 und +1/2 (beides mglich).
Bild 5: Wie schon vorher angedeutet, gehrt auch das vorsichte
Abwrtsgehen von der Brcke mit zur Bewertung. Das Pferd ist aufmerksam und
geht das Tempo, das ihm seine Reiterin erlaubt. Auch hier ist absolut kein
Widerstand zu sehen. (Dieser kurze Moment ist im +1/2 Bereich).
Bild 6: Auch hier wartet das Pferd ganz offensichtlich auf die weiteren
Kommandos seiner Reiterin. Da danach eine Stange liegt, ist gerade hier ein
exaktes Auffuen zwischen Brcke und Stange wichtig. Ein Darbereilen
wrde vermutlich ein Berhren der Stange nach sich ziehen. Ein
Nichtauffuen zwischen den beiden Hindernissen wrde ebenfalls einen Penalty
nach sich ziehen.
Rckwrtsgehen:
Um in den Minusbereich zu kommen, bruchte das Pferd nur mit dem Kopf zu
schlagen, sich widerwillig rckwrtsrichten lassen, an Stangen oder Markern
anstoen bzw. darauf- und oder hinaustreten.
Bild 7: der Reiter soll und darf natrlich hinschauen, wohin er das
Pferd bewegen will. Das Pferd reit dabei mglichst nicht den Hals hoch und
das Maul auf. Alles sieht ruhig und kontrolliert aus - so wie eben auf diesem
Photo. Das Manver liegt im 0 Bereich, wendet das Pferd z.B. die 90-Wendung
eng und zgig, bleibt es auch weiterhin optisch in diesem Rahmen, kommt man
in Richtung +1/2.
Bild 8: Hier sieht man so eine Rckwrts-Wendung ohne Widerstand.
Ruhig und bedacht manvriert die Reiterin ihr Pferd durch die Stangen, das
Pferd bleibt auch immer in der Mitte zwischen den Stangen. Hier ein absoluter
0-Bereich. (Wie es zu einem +1/2 werden kann, siehe Text Bild 7).
Sidepass:
Das Pferd sollte die Stange zwischen den Vorder- und Hinterbeinen haben
und zwar mglichst in der Mitte oder ohne Berhren zwischen beiden Stangen
seitwrts verschieben lassen.
Bild 9: Das Voreinanderkreuzen der Beine ist erwnscht, ein bloes
Dazustellen wird oft noch akzeptiert, ein Hinterkreuzen fhrt in den
Minusbereich. Das Hinterteil des Pferdes soll die Vorhand nicht berholen.
Optimal gezeigt wird das auf diesem Foto. Wenn das Pferd zgig seitwrts
geht, kann aus dem korrekten Manver ein +1/2 Manver werden. (Achtung:
Nicht hasten, sondern kontrolliert ist gemeint).
Drehungen:
Sehr oft gibt es 360-Drehungen, aber auch alle mglichen Kombinationen
kommen vor. Auch hier ist Zgigkeit und Voreinanderkreuzen der Pferdebeine
gefragt.
Bild 10: Nur Pferde, die vom ueren Zgel und Schenkel weichen
knnen, schaffen diese Wendungen ohne Probleme und ohne "Stop und
Go"-Versuche. Das bedeutet nun aber nicht, dass man bei diesen Wendungen
nie stehen bleiben darf. In den Plus-Bereich kommt man mit einer mglichst
zgigen Wendung, in den Minus-Bereich mit einmal Vorhand drehen, dann
Hinterhand drehen, dann anklopfen an die Stangen etc. Je kleiner dieses
Stangenquadrat wird, umso mehr muss das Pferd seine Hinterhand in Richtung
seiner Krpermitte schieben. Dieses Darunterschieben der Hinterhand wird aber
auch beim Rckwrtsrichten beim L gebraucht, genauso wie beim Sidepass.
Auf diesem Foto berkreuzt das Pferd mit seinen Vorderbeinen, setzt seine
Hinterbeine unter und dreht willig. In dieser Phase zwischen 0 und +1/2.
Tor:
Der Reiter soll das Tor nur so weit ffnen, dass er mit dem Pferd bequem
durchschlpfen kann. Denn kein imaginres Rind sollte sich jemals
durchquetschen knnen.
Bild 11: Das Pferd steht anfangs parallel zum Tor. Sobald man begonnen
hat, fhrt ein Auslassen des Tores zu groen Penalties. Nach dem Schlieen
soll man ebenso parallel stehen.
Bild 12+13: Das Pferd geht ohne jeglichen Widerstand durch die schmale
ffnung.
Achtung! Bei einhndiger Zgelfhrung: Sollte der Reiter die Zgel
normalerweise in der rechten Hand halten, so muss er die Zgelenden mit der
linken Hand auf die linke Seite legen und danach die Zgel mit der linken
Hand ergreifen - vorausgesetzt das Tor steht so wie auf diesem Foto. Das alles
muss er im Stillstand tun, noch bevor er das Tor ffnet. Nach dem Schlieen
des Tores muss er die Zgelenden wieder auf die alte (rechte) Seite legen und
die Zgel mit seiner alten (rechten) Hand ergreifen - im Stillstand.