Turniertipps von Sylvia Katschker
Western Riding � Die Regeln leicht verst�ndlich erkl�rt
(alles bezogen vor allem auf AQHA Regeln)
Western News 2/2001
Die Regeln h�ren sich eher nach babylonischer Sprachverwirrung an, denn als
Anleitung, was man wann denn wo zu tun habe. So m�ge man dies nun als
ernsthaften Versuch ansehen, diese Regeln verst�ndlich zu machen.
Bei dieser Klasse werden die Qualit�t der Gangarten und auch die
Ausf�hrung der 7-8 Galoppwechsel bewertet. Dazu kommen noch als einzelne
Man�ver hinzu: der �bergang von Schritt zu Trab inklusive Bew�ltigung einer
Trabstange, der �bergang zum Galopp, die Galoppstange und der Stop mit
R�ckw�rtsrichten. Es gibt bei der AQHA inzwischen 4 Western Riding Pattern. Je
nach Pattern beinhaltet dieses 11 bis 13 Man�ver. Wie diese Man�ver aufgeteilt
sind, kann man leicht in der Patternbeschreibung des jeweiligen Rulebooks
nachsehen. �hnlich wie bei Reiningklassen gibt es auch f�r diese Disziplin
einen eigenen Score Sheet. Nicht immer wird dieser verwendet. Manche Richter
rechnen den Score einfach im Kopf mit, vor allem bei einem geringen Starterfeld.
Oft gibt es auch Probleme mit den Ringstewards. Wenn Fehler w�hrend einer
Western Riding-Pr�fung passieren, dann oft sehr rasch, und wenn einmal
"der Wurm drin ist", geht es nur so dahin mit den Penalties. Hier muss
man sich auf seinen Ringsteward wirklich verlassen k�nnen und wissen, dass
dieser auch wei�, wohin er die einzelnen Penalties und Man�ver schreibt. Wenn
dieser die schnelle Ansage nicht auf seinem Score Sheet unterbringt, gibt es
ernsthafte Probleme. Oft ist keine Zeit f�r den Richter �brig, die Ansagen zu
wiederholen. Neben der Penaltyansage muss nat�rlich auch ein Man�verscore
durchgegeben werden. Wenn es in irgendeiner Disziplin stressig wird f�r den
Richter und Ringsteward, dann eindeutig in dieser Disziplin. Es k�nnen zwar
auch in Reiningklassen viele Penalty-Situationen hintereinander vorkommen, aber
die einzelnen Man�ver dauern viel l�nger und der Man�verscore wird erst nach
der Gesamtvollendung angesagt.
Die Marker werden in einem Abstand von 9 bis 15 Metern aufgestellt, mindestens
aber 4,5 Meter von der Wand entfernt. Die Stange soll 2,5 Meter lang sein und muss
von 2 Markern an den �u�eren Enden flankiert sein. So ist es
leicht ersichtlich, wenn sich ein Pferd au�erhalb der Stange befindet. Gelingt
es dem Reiter nicht, sein Pferd im Trab bzw. im Galopp �ber die Stange zu
reiten, bedeutet das f�r ihn Disqualifikation. Auch das Umwerfen von
Markern f�hrt dazu.
Man�verbewertung:
Der Richter hat die M�glichkeit, jedes Man�ver von -1 1/2 (extrem
schlecht) bis +1 1/2
(exzellent) zu bewerten. 0 bedeutet ein korrektes Man�ver. In Minussituationen
kommt man mit einem davon st�rmenden, aber auch einem widerwillig agierenden
Pferd. Je mehr Raum man ben�tigt, um die fliegenden Wechsel durchzuf�hren, um
so einfacher wird auch das Man�ver. Je flacher das Pferd bei den Line Changes
um die Marker gef�hrt wird, desto anspruchsvoller wird es, und damit erh�ht
sich auch der Schwierigkeitsgrad. Dasselbe gilt auch f�r die Crossing Changes:
Es gibt die mehr geschwungene, aber einfachere Linie (die das Anfangsstadium
eines Western Riding-Pferdes darstellt: aus Traversalen l�sst es sich nun
einmal einfach wechseln) bis hin zum gerade ausgerichteten Pferd, welches ohne
jeden Bogen korrekt auf einer Geraden zwischen den Markern wechseln kann. Aus
der Art und Weise wie man das Pferd wechseln l�sst bzw. es schon wechseln kann,
ergibt sich ein korrektes 0-Man�ver, ein +1/2 Man�ver oder eben vielleicht nur
ein -1/2 Man�ver. Penalties k�nnen nat�rlich auch jederzeit das Man�ver
beeinflussen, mit z.B. einem Break of Gait wird sich schwerlich ein +-Man�ver
holen lassen.
�berg�nge, Stange und Stop/R�ckw�rtsrichten:
Der �bergang von Schritt zum Trab soll weich erfolgen und m�glichst
am Punkt, n�mlich beim ersten oder zwischen den ersten Markern. Auf den
Zeichnungen im Rulebook l�sst sich das nicht so leicht erkennen. Das Pferd soll
gerade gerichtet auf die Stange zutraben und diese in der Mitte
�berqueren. Dabei sollte es auf der geraden Linie nicht hin- und herschwanken
und weder vor noch �ber der Stange ein Taktunterbrechung haben. Das f�hrt zu
einer niedrigeren Man�verbewertung. Leichtes Ber�hren der Stange f�hrt
zu einem Penalty 1/2, ein deutliches Anschlagen zu einem Penalty
1. Ein Break of Gait im Schritt/Trab bis 2 Schritte bedeutet einen Penalty
1, mehr als 2 Schritte ergeben schon einen Penalty von 3. Wenn man
nicht bei dem ersten Marker antrabt (innerhalb einer Distanz von 3 Meter bei
diesem Marker), bekommt man ebenso einen Penalty 3 - und dieser schmerzt
ganz sicherlich. Diese Penalties k�nnen schon beim ersten Man�ver auftreten,
wenn man noch gar keine Wechsel gezeigt hat.
Das Angaloppieren wird auch als einzelnes Man�ver bewertet. Das Pferd wird mit leichtesten Hilfen auf derselben geraden Linie angaloppiert, auf der es von der Stange her im Trab kommt. In Pattern 1 und 3 sollte das Pferd bald nach der Trabstange galoppieren, erreicht es vorher den n�chsten Marker, gibt das einen Penalty 3 (es muss innerhalb von 9 Metern angaloppieren, leicht erkennbar am n�chstfolgenden Marker). Schafft es auch das nicht und es galoppiert nicht bis zum betreffenden Endmarker auf dieser Seite, so erfolgt eine Disqualifikation.
In Pattern 2 und 4 hingegen, darf das Pferd nicht zu fr�h angaloppieren. Es muss warten, bis es auf die H�he der n�chsten beiden Marker kommt. Ein Angaloppieren gleich nach der Stange f�hrt zu einem Penalty 3.
Zugegeben, genau diese Trab- und Galopp�berg�nge sind nicht gerade leicht ersichtlich aus der Patternbeschreibung und/oder Zeichnung. Wenn man es sich in Ruhe durchdenkt, wird es sicher klarer werden, wann welcher Penalty auftreten kann. Einmal wird man f�r zu sp�tes Angaloppieren bestraft (Pattern 1 und 3), dann f�r zu fr�hes (Pattern 2 und 4).
Der Stop erfolgt in Pattern 1 und 3 auf H�he der Galoppstange - im
Center der Arena. In Pattern 2 und 4 auf H�he der n�chsten beiden Marker nach
der Stange. Zu fr�hes Anhalten (Pattern 2 und 4) oder zu fr�hes/sp�tes
Anhalten (Pattern 1 und 3) vor/nach der Stange f�hren zu einem Penalty 3.
Die geforderte Distanz betr�gt auch hier maximal 3 Meter.
Galoppstange:
Die Galoppstange soll ebenso ohne Takt- bzw. Tempounterbrechung
absolviert werden. Das Pferd soll weder gezwungen sein, den Rhythmus zu �ndern
und einen Zwischensprung einlegen, noch soll es ein weiter Satz werden. Das sind
alles schon Minussituationen in der Man�verbewertung. Leichtes Ber�hren
der Stange f�hrt, wie schon beim Trab erw�hnt, zu einem Penalty 1/2, deutliches
Anschlagen zu einem Penalty 1.
Eine Sache ist jetzt hier aber neu: der Penalty 1, wenn das Pferd die
Stange mit den Vorder- oder Hinterbeinen "teilt" (splitting log).
Galoppwechsel:
Der Galoppwechsel soll in einem Sprung durchgef�hrt werden. Ein sogenanntes
Nachwechseln (wenn das Pferd einen Sprung l�nger braucht, um den ganzen
Wechsel durchzuf�hren) oder ein Zusammentreffen beider Hinterbeine (eine
Art Stocken der Bewegung) f�hrt zu einem Penalty 1/2. Die
Man�verbewertung wird dabei auch ins Minus rutschen. Als Richter sollte man
sich vorher ansehen, wo die Wechselzone ist. Man sucht einfach die Mitte
zwischen den Markern, dort sollten die fliegenden Wechsel stattfinden. Ein
kleiner Graubereich wird dem Pferd zugestanden. Nachdem Western Riding-Pferde
genau wissen, was auf sie zukommt, gibt es einen Grundfehler. Der erste Wechsel
ist meist ein fr�her Wechsel (Penalty 1), sie nehmen diesen
einfach vorweg. Es k�nnen jederzeit nat�rlich auch sp�te Wechsel erfolgen,
bis zum n�chsten Marker bleibt es immer ein Penalty 1, nach dem Marker
hinaus wird es ein Penalty 3. Vorausgesetzt, es wechselt wenigstens bis
zur n�chsten Wechselzone. Tut es auch das nicht, dann hat das Pferd schon
zweimal nicht gewechselt und das bedeutet Penalty 10! Ob es nun gar nicht
gewechselt hat oder sich im Kreuzgalopp fortbewegt, ist vollkommen egal. Das
bedeutet, wenn das Pferd z.B. im Pattern 1 auf den vorgesehenen Line Changes
immer im selben Galopp geht, einen Penalty von 20.
F�r die fr�hen Wechsel kommt auch ein Penalty 3 in Frage,
wenn das Pferd schon vor dem Marker gewechselt hat, also vor der n�chsten
Wechselzone. Vom Marker bis zu dieser Zone verringert er sich, wie oben schon
erw�hnt, auf einen Penalty 1.
Jeder zus�tzliche Wechsel irgendwo, f�hrt zu einem Penalty 3,
ebenso jedes Break of Gait im Galopp.
Grober Ungehorsam/Disqualifikation:
Ausschlagen, Bei�en und Buckeln f�hren zu einem Penalty 5. Bei starkem
Ungehorsam, wie Steigen, ist auch eine Disqualifikation m�glich.
Diese ist auch m�glich, wenn das Pferd verweigert (refusal), stoppt und
mehr als vier Tritte r�ckw�rts geht (gez�hlt werden dabei die Vorderbeine).
Auch Verreiten des Reiters f�hrt zu einem 0-Score.
4 oder mehr einfache Wechsel f�hren auch zu einer Disqualifikation.
Vielleicht ist es mir gelungen, mit meinen Skizzen und der Beschreibung etwas
Licht ins Dunkel zu bringen.
Viel Spa� mit der Denksportaufgabe Western Riding!